Wie umgehen mit der Angst eines Hundes?

Hallo!

Die Hündin (ca 6 Jahre), ein Dobermann, meines Freundes kommt aus Spanien, wo sie -anscheinend-
schwer misshandelt wurde. Sie hat Narben, ausgeschlagene Zähne, … Sie ist nun seit 2 Jahren bei ihm
und inzwischen ein sehr selbstbewusster Hund, der ansonsten keinerlei Probleme hat. Abgesehen von
ein paar Kleinigkeiten. Es gibt ein paar Dinge, vor denen sie Angst hat. ZB größeren Stock in ihre
Richtung werfen, (Haar-)Sprayflaschen, … Bei diesen Dingen reagiert sie, indem sie entweder
beschwichtigt oder einfach weggeht. Schlimm wird es bei heulendem Wind oder
klappernden/schlagenden Türen. (Durch Türen geht sie auch nur höchst ungern.) Wenn im Haus eine
Tür schlägt, wird sie total apathisch, fängt wie irre an zu zittern, ihr Herz rast. Wenn man sie anspricht,
schaut sie aufmerksam, aber sobald man sie in Ruhe lässt, fängt sie wieder an zu zittern und sie wirkt
dann wie weggetreten. Manchmal versucht sie auch, über oder eher durch die Terrassentür
auszubrechen.

Meine Frage ist nun: Wie geht man am besten mit einer solchen Angst um? Bestärkt man sie, wenn man
sie dann streichelt oder beruhigend mit ihr spricht? Sollte man sie in Ruhe lassen? Einfach ganz normal
das tun, was man sonst auch tut? Sie müsste ja eigentlich wissen, dass ihr bei uns nichts passiert, aber
es wird nicht besser. Wie kann man ihr am Besten zeigen, dass sie nichts zu befürchten hat?

Eine gute Nacht, wünsche ich!

N’abend,

zeigt ihr auf jeden Fall weiterhin, dass ihr für sie da seid und vor allem, dass ihr bei euch nichts passieren kann.

Ihr selbst dürft nicht nervös oder hektisch werden, wenn sie Angst zeigt.
Lacht viel, während ihr sie streichelt und macht sie mit den Dingen, die ihr Angst machen langsam immer vertrauter.

Ich hatte mal längere Zeit Kontakt mit einer Podenco-Hündin. Sie war gequält worden (eingewachsener Strick um den hals und narben) und hatte vor allem Angst. Trotzdem war sie neugierig ohne Ende.
Nachdem ich ihr Vertrauen gewonnen hatte (stundenlanges Dasitzen und Warten, bis sie kommt), schnappte ich mir sie und befreite sie vom Strick. Danach wich sie mir nicht mehr von der Seite.

Einen Tennisball kannte sie gar nicht und hatte Angst davor. Ich hab wie ein kleines Kind damit gespielt und sie wollte das dann auch.
Dass man hinterher läuft und das Ding bringt, hatte sie auch bald raus.

Da euer Hund schon 6 Jahre alt ist, wird es bestimmt etwas schwieriger, aber es ist nicht unmöglich.
Ihr müsst genauso viel Ausdauer zeigen, wie der Hund.

Viel Belohnen und Angst nehmen, aber auch mit der Angst konfrontieren.
Vielleicht gibt es bei euch in der Nähe auch eine passende Hundeschule?

Dran bleiben und Vertrauen schenken.

LG und viel Erfolg, Bomba

Hi ihr,

warum tun Menschen so was?Tiere quälen,ich verstehe es nicht.Nun ja iss ja auch nicht die Frage.
Ich selbst habe einen gequälten Hund aus den Tierheim und mehrere Erfahrungen mit anderen Tierheimtieren(die Gott lob nicht alle gequält wurden)gemacht.

Da euer Hund schon 6 Jahre alt ist, wird es bestimmt etwas
schwieriger, aber es ist nicht unmöglich.

Stimmt,auch einen älteren Hund kann man neue Dinge beibringen und Ängste nehmen,es dauert halt nur länger wie bei einen jungen Hund.

Ihr müsst genauso viel Ausdauer zeigen, wie der Hund.

Ja!

Viel Belohnen und Angst nehmen, aber auch mit der Angst
konfrontieren.

Das ist ein ganz wichtiger Ansatzpunkt,den Hund mit der Angst konfrontieren.
Nun Haarspraydose und Stöckchen rumgefuchtel kann man ja erstmal vermeiden.Ich würde bei den Türenknallen und den Windgeheule ansetzen.

Den Hund viel Sicherheit dabei vermitteln,einer knallt die Tür,der andere lenkt den Hund ab und regagiert selber nicht auf das Türgeknalle,es ist alles in Ordnung.Das ganze langsam von Tag zu Tag steigern.Den Hund nicht trösten ,ganz wichtig,er muss das Gefühl kriegen das alles in Ordnung ist,trösten und beruhigend auf ihn reinreden,verstärkt seine Ängste.Ja man meint es nur gut,aber das ist das Schlimmste was man machen kann.

Bei heulenden Wind mit ihn ein paar Minuten spazieren gehen,auch da ist alles in Ordnung ,Hund ablenken mit Leckerli locken,draussen spielen,so wie immer.

Auch langsam steigern.

Vielleicht gibt es bei euch in der Nähe auch eine passende
Hundeschule?

Ja,das ist sehr sinnvoll.Besser wäre es sogar sich Hilfe von einen Hundetherapeuten zu holen,wenns alleine nicht klappt.

Dran bleiben und Vertrauen schenken.

Ganz Deiner Meinung.;o)

Ach ja wegen den Türenknallen ,Nachbarn vorher informieren.;o)

LG Biene

Nachtrag
Hi,

ich bin ein Dusel,hab das wichtigste vergessen,ihr könnt auch ne Geräuschkassette/CD aufnehmen mit Türenknallen und Windgeheule und die quasi nebenbei laufen lassen.
Hab das mit den Silvestergeknallere gemacht,mein Hund interessiert die Geräuschkulisse nicht mehr.Schaun wir mal was Silvester passiert,ob Hundi unten im Keller verschwindet…ich glaube nicht.;o)

Auf die Idee hat mich Steffen gebracht.;o)

LG Biene

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Hallo

Wenn im Haus eine
Tür schlägt, wird sie total apathisch, fängt wie irre an zu
zittern, ihr Herz rast. Wenn man sie anspricht,
schaut sie aufmerksam, aber sobald man sie in Ruhe lässt,
fängt sie wieder an zu zittern und sie wirkt
dann wie weggetreten.

Meine Frage ist nun: Wie geht man am besten mit einer solchen
Angst um? Bestärkt man sie, wenn man
sie dann streichelt oder beruhigend mit ihr spricht?

Da es ja - wie du schreibst - deutlich besser wird, wenn man mit ihr spricht oder sie streichelt, würde ich das eine Zeit lang wenigstens auch immer machen. Wahrscheinlich erwartet sie dann ja was Schreckliches, und wenn ihr sie ansprecht, weiß sie aber, dass sie bei euch ist (würde ich denken). Solange sie aber so paralysiert ist, dass sie ganz abschaltet, ist kein Lerneffekt möglich, würde ich denken.

Viele Grüße
Simsy

Hallo,

das ist wirklich ein guter Vorschlag, vielleicht der beste, der hier genannt wurde.

Aufpassen mit dem Streicheln, Beschwichtigen oder Belohnen!
Du musst hier ganz genau darauf achten, was Du belohnst!
Dies kann unter Umständen sonst auch nach hinten losgehen und einen verstärkenden Effekt auf das unerwünschte Verhalten haben.
Du kannst es Dir so vorstellen: Der Hund hat gelernt mit dem Türeklappern eine Angstreaktion zu verbinden, er ist sozusagen darauf konditioniert beim Türeklappern Angst zu bekommen. Wird er jetzt beim Zeigen dieser Angstreaktion belohnt (in Form von Zuwendung oder Streicheln), verstärkt sich dieses Verhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mehr.
Belohnung oder Streicheln sind gut, aber immer nur dann, wenn er gerade keine Angst zeigt. Ansonsten ignorieren und so tun, als wäre alles ganz normal (auch wenn es schwer fällt). Keine besonderen Reaktionen zeigen, die dem Tier signalisieren, dass mit dem Türen klappern etwas nicht in Ordnung ist (auch keine überschwänglich gespielten Reaktionen). Zeigt der Hund Angst oder Zittern, dann ist Tagesgeschäft angesagt, also Zeitung lesen, zur Tür gehen und sie öffnen und wieder schliessen (ganz beiläufig), wenn es dann besser wird, dem Hund einfache Befehle geben (z.B. auf seinen Platz schicken) usw.
Du brauchst aber, wie andere schon geschrieben haben, viel Zeit und Geduld und darfst vor allem nicht „weich“ werden (d.h. inkonsequent).
Sobald der Hund, seine Angststarre etwas lößt, z.B. zu Dir schaut, bekommt er eine Belohnung. Wenn Du das durchhältst, wirst Du auch Erfolge verbuchen.
Und wie gesagt, was Sabine oben vorgeschlagen hat, solltest Du auch versuchen. Das ist eine Form der systematischen Desensibilisierung. Der Hund wird so lernen, dass diese Geräusche keine Gefahr darstellen, indem er praktisch ermüdet wird, ständig darauf zu reagieren.
Wenn der Hund Angst zeigt beim durchqueren von Türrahmen, gehst Du genauso vor. Zeigt er Angst, tust Du so als ob nichts wäre, sprichst nicht mit ihm und ziehst ihn an der Leine durch die Tür, gibt es einen Moment, wo er seine Angst vergisst, sofort Loben, Leckerli geben o.ä.

Und noch etwas: Wenn du mit ihm übst, dann beende die Übungen immer dann, wenn er gerade gelobt worden ist, also mit einer positiven Erfahrung.

Viel Glück und viel Geduld und alles Gute Euch beiden!

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Hi Eckhard,hi positiv geladen,

das ist wirklich ein guter Vorschlag, vielleicht der beste,
der hier genannt wurde.

Ja,glaub mir es ist das Beste.;o)

Die erste Zeit habe ich die CD sehr leise nur bei der Fütterung angestellt,erst war da natürlich Angst,doch die Fressgier siegte irgendwann.;o)

Jeden Tag lief also die CD erst kurz und leise beim Füttern,dann immer länger und lauter.

Unsere Hündin ist übrigens 10 Jahre und hat gelernt,ihre Ängste vor der Knallerei mit etwas positive zu verbinden ,nämlich Fressen.;o)

Jetzt hören wir die CD so einmal die Woche für ne halbe Stunde,von Angst keine Spur,es stört sie nicht.

Aufpassen mit dem Streicheln, Beschwichtigen oder Belohnen!
Du musst hier ganz genau darauf achten, was Du belohnst!

Stimmt.

Dies kann unter Umständen sonst auch nach hinten losgehen und
einen verstärkenden Effekt auf das unerwünschte Verhalten
haben.
Du kannst es Dir so vorstellen: Der Hund hat gelernt mit dem
Türeklappern eine Angstreaktion zu verbinden, er ist sozusagen
darauf konditioniert beim Türeklappern Angst zu bekommen. Wird
er jetzt beim Zeigen dieser Angstreaktion belohnt (in Form von
Zuwendung oder Streicheln), verstärkt sich dieses Verhalten
mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mehr.

Ja.Die Geräuschkulisse sollte als normal empfunden werden.Also nicht CD an und belohnen und streicheln,sondern zur Tagesordnung über gehen,CD an zur Fütterungszeit,Hund rufen zum fressen wie immer halt,kommt Hund nicht,da Angst erstmal größer,abwarten ne Tasse Tee trinken,Hund noch mal rufen,CD anlassen irgendwann siegt die Gier über die Angst.
Hund kurz loben,wenn er kommt und keine Angst zeigt.Das sieht man beim Hund ganz deutlich,kommt er in Demutshaltung mit Schwanz zwischen den Beine,Haare hoch…einfach Hund in Ruhe fressen lassen.Nicht beachten, Zeitung lesen,abwaschen…

Bei unserer Hündin hat es ca. 2 Wochen gedauert bis sie sogar beim anschmeißen der CD vor den Futternapf wartete.;o)

Und wie gesagt, was Sabine oben vorgeschlagen hat, solltest Du
auch versuchen. Das ist eine Form der systematischen
Desensibilisierung. Der Hund wird so lernen, dass diese
Geräusche keine Gefahr darstellen, indem er praktisch ermüdet
wird, ständig darauf zu reagieren.
Wenn der Hund Angst zeigt beim durchqueren von Türrahmen,
gehst Du genauso vor. Zeigt er Angst, tust Du so als ob nichts
wäre, sprichst nicht mit ihm und ziehst ihn an der Leine durch
die Tür, gibt es einen Moment, wo er seine Angst vergisst,
sofort Loben, Leckerli geben o.ä.

Genauso.;o)

Und noch etwas: Wenn du mit ihm übst, dann beende die Übungen
immer dann, wenn er gerade gelobt worden ist, also mit einer
positiven Erfahrung.

Unsere Hündin hatte wahnsinnige Angst vor Brillenträgern,als sie "Klein"war,wir haben sie mit 6 mon.aus den Tierheim geholt.
Meine beste Freundin ist Brillenträgerin,jedes mal wenn meine Freundin zu Besuch kam,verschwand unser Hund auf seinen Platz mit eingeklemmten Schwanz,es ging sogar soweit,das sie vor Angst auf ihre Decke pinkelte,ich wußte damals keine Erklärung dafür.Also rief ich im TH an…die Vorbesitzerin war Brillenträgerin,nun es weiss niemand was sie mit den Hundebabys die sie im Alter von 8 Wochen ins TH brachte gemacht hat…ich schätze nix Gutes .;o(

Ich verstehe solche Menschen nicht…

Ich habe mir damals ne Lesebrille gekauft,güte die erste Zeit,hat unser Hund vor mir gezittert und ich dachte,man ob das richtig ist und sie tat mir so Leid.
Aber trotzdem Brille auf und so getan als ob nix wäre,Spazieren gegangen,Schmusestunde,gefüttert…alles mit Brille.
Heute weiss ich,das es für unsere Hündin das Beste war.;o)
Sie hat keine Angst mehr vor Brillen.

Und trotzdem war ich damals hin und her gerissen.

Gutes gelingen,alles wird gut.

@positiv geladen berichte doch mal ob euer Hund Fortschritte macht.

LG Biene