Welpe zu aelterem Hund?

Hallo,

Meine nunmehr 10jaehrige Crossbreed Huendin ist gerade mit einem Herzfehler diagnostiziert worden. Nun, mit den richtigen Medikamenten, geht es ihr schon viel besser (sie war eine Woche lang richtig krank und apathisch). Sie ist sonst ein sehr aktiver, fitter Hund und sehr temperamentvoll und lebhaft. Bisher habe ich ihr Alter also nie „bemerkt“.
Nun wurde ich zum ersten Mal mit ihrer Sterblichkeit konfrontiert - kein schoenes Erlebnis. Mein Partner schlug gestern vor, dass wir einen Welpen dazu-adoptieren sollten. Einmal hoffen wir, dass es fuer Molly ein Freund und Gesellschafter wird, der sie vielleicht auch „jung haelt“. Auf der anderen, „egoistischeren“ Seite denken wir es ist fuer uns wahrscheinlich auch leichter, jetzt einen neuen Hund aufzunehmen wo Molly (noch) da ist; und dann nicht nach ihrem Ableben diese grosse Luecke zu haben, die nie ein anderer Hund fuellen kann. Molly ist unser erster und bisher einziger Hund.
Die eigentliche Frage ist, ist es ratsam zu einem aelteren Hund einen Welpen zu holen? Fuehlt sich der aeltere Hund eifersuechtig und bedroht, oder freut er sich ueber die Hundegesellschaft? Ist es fair ihr gegenueber?
Die Erfahrung die ich bisher mit ihr gemacht habe: Sie mag generell andere Hunde, hat zwar einige „Feinde“ aber auch Freunde in der NAchbarschaft. Sie ist gerne bei anderen Hunden zu Hause, ihr bester Freund war ein Beagle und sie haben (bei ihm) zu Hause zusammen gespielt, geschlafen, einander die Ohren gesaeubert etc. Sie hatte aber nie gern andere Hunde bei sich zu Hause - bzw nach einer Weile war es ok, aber sie hat immer geknurrt wenn wir uns der Haustuer naeherten, wollte den anderen Hund nicht herein lassen, und die erste halbe Stunde durfte der andere Hund sich nicht ihren Spielzeugen naehern oder sonstwie in der Wohnung herumschnueffeln. Nach dieser Phase war sie aber meistens ok.
Sorry, dass dies recht lang geworden ist; ich freue mich auf Eure Meinungen und Antworten!

Viele Gruesse
Arwhyn.

Hallo,

viele (aber nicht alle) älteren Hunde fühlen sich von Welpen und vor allem von rüpelhaften Junghunden genervt und gestresst. Aber jeder Hund ist anders, so dass ein Außenstehender, der Euren Hund noch nie gesehen hat, wohl kaum sinnvoll raten kann.

Dass ein jüngerer Hund Euren Hund länger „jung“ hält, würde nur dann zutreffen, wenn er eben nicht nervt und der Althund viel Spaß am Hundekontakt hat und diesen Hundekontakt draußen sonst auch nicht bekommt, obwohl er es gerne hätte.

Trotzdem: ein Zweithund ist eigentlich häufig eine gute Idee, wenn man nicht gerade ein total unverträgliches, eifersüchtiges Prinz(ess)chen zuhause hat. Aber warum ausgerechnet ein Welpe? Netter wäre doch, ein erwachsener Hund, dessen Temperament und Charakter schon gefestigt ist und der die Rüpelphase schon hinter sich hat. Eine nette Hündin ab 2-3 Jahren ist für die meisten Rüden eine tolle Sache.

Beim Kennenlernen ist es sinnvoll, die Hunde erst auf neutralem Terrain (draußen) miteinander bekannt zu machen und dann gemeinsam ins Haus zu gehen.

Ich würde persönlich noch ein paar Wochen warten, wie sich der Gesundheitszustand so weiterentwickelt. Leider habe ich gerade das Negativbeispiel hinter mir, meine Hündin war allerdings bei Eintritt der Herzprobleme schon 16 und die Tabletten haben nie richtig angeschlagen, so dass wir sie letzte Woche erlöst haben.

Bei Bedarf an einem netten Hund aus dem Tierschutz (auch Welpen) bitte ich um Nachricht, ich habe da gute Kontakte.

Alles Gute für Euch und den Senior,

Myriam

Hallo!
Das ist eine gute Idee. So was schlagen Tierärzte öfters vor. Der ältere Hund lebt nochmal richtig auf. Wenn der Hund genervt reagiert, müsst ihr auch keine Angst haben. Der Welpe hat ja Welpenschutz (außer wenn der Ältere evtl. verhaltensgestört ist kanns für die Hunde gefährlich werden).
Auch für den Welpen hat es Vorteile. Er lernt sehr viel, was wir Menschen ihm nicht so leicht beibringen können.
Liebe Grüße, Anna

Welpenschutz gibt es so nicht
Hallo,

Der Welpe
hat ja Welpenschutz (außer wenn der Ältere evtl.
verhaltensgestört ist kanns für die Hunde gefährlich werden).

Das ist ein leider weit verbreiteter Irrglaube. Welpenschutz gibt es wenn überhaupt nur im eigenen Rudel. Ist der Welpe neu, gehört er noch nicht dazu.

Gruß,

Myriam

Hallo Myriam,

Vielen Dank fuer Deine Antwort.
Wir wollen auf jeden Fall noch etwas warten mit dem eventuellen zweiten Hund; einmal damit Molly sich soweit es geht auskuriert hat, und ausserdem heiraten wir im Sommer und haben jede Menge Planungsstress. Und ich moechte auf jeden Fall genug Zeit und Energie haben fuer einen neuen Hund!
Warum ein Welpe; das ist was mein Freund sich wuenscht. Ich glaube, weil Molly mehr „mein“ Hund ist und er gerne einen Hund von klein auf haette. Ich glaube, ich fahr mit ihm aber trotzdem alle Rescue Centres in der Gegend ab, wenn wir uns fuer einen zweiten Hund entscheiden sollten!

Und mein ehrliches Beileid fuer den Verlust Deiner Huendin. Ich kann es mir immer noch nicht vorstellen, je einmal ohne Molly zu sein. Das muss furchtbar sein, seinen Hund sterben zu sehen.
Ich hoffe jedoch, dass Molly uns noch einige Jahre erhalten bleibt!

Viele Gruesse,
Arwhyn.

Hallo !

Vom Vertragen her meistens kein Problem.

Aber, der alte Hund wird nicht aufblühen und wieder jung werden. Ganz im Gegenteil, wenn er die Tobereien des jungen mitmacht, wird es ihm schnell schlechter gehen, da sie es meistens in den Gelenken haben.

Unser Labrador ist 10 Jahre alt und körperlich (Gelenke) ein Wrack. Ihm würden wir niemals einen jungen Hund beigeben.
Spaziergänge wären für den alten eine Katastrophe. Er will seine Ruhe, der junge will toben. Also macht der alte das mit und schadet sich dabei selbst.

mfgConrad

Hallo,

Danke fuer Deine Antwort.
Abgesehen von dieser Erkrankung war/ist Molly wie gesagt extrem fit - sie geht mit mir joggen, sie schwimmt gern… wenn sie nicht genuegend Spaziergaenge bekommt, laeuft sie zu Hause die Waende hoch :wink: Sie spielt auch sehr viel mit ihren Spielzeugen, wirft diese in der Gegend oder im Garten herum und ist wie gesagt sehr aktiv. Manchmal kann ich da nicht mithalten! Es bleibt abzuwarten, inwieweit sie ihre Krankheit nun einschraenkt; aber abgesehen davon hat sie keine koerperlichen Beschwerden (Gelenke sind kein Problem).
Trotzdem moechte ich natuerlich nicht, dass sie sich ueberanstrengt, also werden wir vielleicht doch eher einen erwachsenen Hund holen.

Viele Gruesse,
Arwhyn.

Welpenschutz=Mythos
Hallo,
das ist ein Mythos.
Welpenschutz gibt es nicht. Meine Hündin, 7 Jahre, mag gar keine Welpen. Und wenn sie läufig ist, sieht sie die sogar als Konkurrenz.
Ich denke es ist je nach Hund kein Problem, verallgemeinern kann man das jedoch nicht. Es hat auch nicht zwangsläufig Vorteile für den Welpen … er kann auch durchaus negative Erfahrungen sammeln und somit inkompatibel werden.

es grüßt
Sabine

Hallo Arwhyn!

Ich möchte Dir gerne von uns zu Hause erzählen. Wir haben eine 13,5 Jahre alt Schäfer-Collie-Hündin und einen gut 1 Jahr alten Jack Russell-Mixrüden.

Die Hündin hat, bis ich von zu Hause ausgezogen bin, mit einer älteren kleinen Hündin zusammengelebt, bis sie 6 Jahre alt war. Danach als Einzelhund. Die beiden Hündinnen haben sich nie gut verstanden, grosse Zickereien, viele Raufereien, insgesamt absolut keine glückliche Konstellation.
Meine Hündin ist auch kein sonderlich sozial angehauchter Hund. Trifft sie draussen andere, tut sie erstmal gross und böse. Sie tut anderen aber nichts, sofern ihr nicht die Nase extrem in den Hintern gesteckt wird oder ihr Stöckchen weggenommen werden will. Andererseits spielt sie aber auch nicht mit anderen, schon seit vielen Jahren nicht mehr.

Mein Gedanke in Richtung Zweithund war auch wie eurer…sie ist alt, dem Tod schon ein paar Mal von der Schippe gesprungen. Dieser Hund hat mich durch so viele Jahre begleitet, fast von Kindheit bis selbst Mutter sein. Sie wird unheimlich fehlen, wenn sie mal nicht mehr ist.
Deswegen haben wir uns dann auf die Suche gemacht nach einem passenden Zweithund. Mir war es egal, ob verträglicher erwachsener Hund oder Welpe, die Chemie sollte stimmen.

Naja, es lief wider Erwarten sehr gut. Ein Mal gab es eine grosse Zickerei von ihr, danach nie wieder. Die beiden Hunde spielen, wenn sie im Garten rennen können, miteinander. Abends, wenn Sofazeit ist für uns Menschen, liegen sie Rüdenkopf an Hündinnenpo und schlafen. Das akzeptiert die alte Dame auch (der Terrier musste sich allerdings erarbeiten, diesen Platz einnehmen zu dürfen, anfangs musste er deutlich Abstand halten).
Es ist keine riesengrosse Liebe, aber ein Miteinander, das uns allen viel bringt. Eifersucht gibt es keine, wobei ich z.B. grundsätzlich getrennt füttere und Spielsachen/Kausachen nur sehr dosiert gebe, weil ich die Hündin da nicht überfordern will. Draussen ist es nämlich so, dass der Rüde sich ein Stöckchen schnappt und der Hündin vor der Nase rumwedelt und sie etwas foppt. Stöckchen sind ihre grosse Passion, dafür würde sie alles stehen und liegen lassen. Sie schafft es aber bedingt durch ihr Alter und ihre mangelnde Beweglichkeit nicht mehr, ihm sein Stöckchen wegzunehmen. Draussen ist das Spiel für beide, drinnen wäre es mir zu riskant, da soll sie ihre Ressourcen für sich haben und fertig.

Ihre Gesundheit beinhaltet übrigens Spondylosen, altersbedingte leichte HD, generell ist ihre Beweglichkeit immer mehr eingeschränkt. Zudem ein leichtes Herzproblem, sie ist fast taub, Sehvermögen naja.
Es hätte gut sein können, davor bin ich auch gewarnt worden, dass sie durch den Konkurrenten abbaut. Oder dass sie alle ihre Kräfte zusammennimmt, um mitzukommen, und dann aber kurze Zeit später nicht mehr kann.
Bei uns ist beides nicht eingetreten, im Gegenteil, jetzt hat sie einen Anreiz, sich zu bewegen. Vorher konnte man sie nur durch Stöckchen werfen zum Laufen bringen, aber das ist für ihren Bewegungsapparat Gift. Ein paar Mal Stöckchen werfen bedeutet den Rest vom Tag humpeln und „eingerostet sein“.

Was noch dazu kommt, ist, dass der Rüde sie in Ruhe lässt. Sie schläft im Grunde den ganzen Tag, und das braucht sie auch. Und das ist auch unheimlich wichtig. Der Rüde spielt gerne mal mit einer unserer Katzen, er hat auch sonst einiges zu tun. Aber die alte Lady lässt er sie selbst sein.
Wobei er auch nicht so ist, wie man sich so einen Terrier vorstellen mag. Er ist drinnen recht ruhig, draussen düst er gerne ein paar Runden, geht natürlich auch gerne spazieren, müde bekäme man ihn wohl nicht (nach nem langen Spaziergang eine halbe Stunde schlafen und er ist wieder hergestellt), aber das braucht er auch nicht. Er ist ausgeglichen. Und genau das merkt man dann eben auch zu Hause, er braucht nicht ständig Ansprache und Action.

Will heissen…die Hunde müssen wirklich zueinander passen! Egal ob jetzt ein Welpe oder ein erwachsener Hund dazu kommt, die zwei müssen miteinander klarkommen, sonst nimmst Du Deiner Hündin für den Rest ihres Lebens ihr vertrautes Zuhause.
Auch bedacht werden muss, dass zwei Hunde oft doppelte Arbeit bedeuten, wenn der Altersunterschied so gross ist. Meine alte Hündin nehm ich nicht mit, wenns zu langen Spaziergängen geht, die schafft sie nicht mehr. D.h. ich hab dann einen Hund zu Hause, der entweder alleine ist oder beim „Hundesitter“. Danach will sie aber auch auf ihre Kosten kommen.
Zwei Hunde und ein Mensch sind beim Spazieren gehen auch oft nicht ganz einfach. Meine alte Dame mochte ganz am Anfang die Nähe zum Welpen nicht gerne, da hat sie sehr gezickt. D.h. ich musste an der Leine beide auseinanderhalten. Das ist ziemlicher Stress, weil man gleichzeitig auch den Welpen erziehen muss. Erziehung läuft ja ständig ab und nicht nur auf Spaziergängen mit Welpe alleine.
Es hat sich aber im Lauf der Zeit gegeben und ich kann problemlos beide führen.

Übrigens, zum Grund des Zweithundwunsches zurück…glaub mir, egal ob Zweithund oder nicht, der Tod vom ersten wird das selbe Loch ins Herz reissen! Man liebt oder braucht den Ersthund nicht weniger, denn dieser Hund verändert sich nicht, der Stellenwert bleibt der selbe. Das Loch wird da sein. Und dann nicht nur in Deinem Herzen, sondern in dem vom Zweithund noch dazu. Wenn der als Welpe in die Familie gekommen ist, umso mehr, weil er das alleine leben gar nicht kennengelernt hat.
Ich frage mich heute schon, wie das bei uns wohl weitergehen wird. Wenn die alte Dame nicht mehr ist, wieder einen Zweiten dazu? Und das dann für den Rest unseres Lebens??
Zwei Hunde sind schön, aber ob sie sich mit jeder Lebenssituation vereinbaren lassen ist wieder eine andere Sache. Andersrum aber genauso, ob man es schafft, einem ehemaligen Zweithund so gerecht zu werden, dass er über den Verlust und das „Hundelos-Sein“ wegkommt, ist genauso eine Frage, die man sich stellen sollte.
Wenn es rein ums Trösten geht, würde ich Dir raten, den neuen Hund zu holen wenn Deine Hündin nicht mehr ist.
Noch aus Frauchensicht dazu…mir ist eine von drei Katzen gestorben vor ein paar Jahren…die anderen beiden konnten mir die Trauer nicht nehmen, ein Platz in mir war leer. Erst als ein halbes Jahr später wieder eine Katze dazugekommen ist, ging es mir besser. Denn das neue, unbekannte, ganz besonders kümmerbedürftige ist es meistens, was uns ablenkt und hilft, über den Verlust wegzukommen.

Liebe Grüsse
Bine :smile:

Hallo Bine!

Ich wollte mich fuer Deinen langen und persoenlichen Beitrag bedanken. So, wie Deine beiden leben, hatte ich mir das in etwa vorgestellt.
Leider geht es Molly im Moment wieder schlechter, wir waren heute morgen beim Tierarzt, das Fieber ist wieder hoch und sie haben einen zweiten Bluttest zum Labor geschickt - die Aerzte vermuten, dass sie irgendwo einen inneren Tumor hat, der sie extrem schwaecht. Es ist also nict nur das Herz wie zuerst gedacht.
Ws koennte nun also viel schneller als mir lieb ist geschehen, dass sie von uns geht; aber wenn ihr Zustand weiterhin so bleibt werden wir sicher keinen neuen Hund ins Haus bringen.
Ich hoffe sehr, dass die Aerzte bald herausfinden, was genau ihr fehlt, und dies behandeln koennen und sie so gut es geht gesund wird. Dann werden wir wohl nochmals ueber das „zweiter Hund“ Thema nachdenken.
Vielen Dank nochmals fuer Deine Antwort!
Arwhyn.

Hallo Arwhyn!

Ich wünsche euch schnelle und positive Ergebnisse, und die Kraft, die ihr braucht!

Liebe Grüsse
Bine :smile:

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