Wieviel Regeln braucht ein Tier?

Hi
ich möcht jetzt mal eine kleine Grundsatzdiskussion beginnen.
Mal schaun wie weit wir kommen.

Meine Frage ist einfach: Wieviel muss ich bei meinem Haustier reglementieren?
Doofe Frage??? Nein aus meiner Sicht nicht.
Denn als Dauergast hier les ich immer wieder Fragen wie: Auslauf bei einer Katze, wie viel Futter, usw. usw. usw.

Kann es sein daß Tiere ohne Menschen interessanter weise gesünder überlebt haben als mit?
Ist es vorstellbar, daß wenn wir mal die Tiere, unsere Haustiere einfach machen lassen, und ihnen das Geben was sie wollen, sie gesünder leben?
Oder ist es für einen Mensch undenkbar daß ein Tier ohne Reglementierung besser leben kann?
Ist dies nicht eine gewissen Form von Allmachtsdenken welches uns die Bibel lehrte(Macht die Welt euch Untertan)?
Wenn ich meine Tiere auf dem Hof beobachte und die auf anderen Höfen, gehts ihnen dann am Besten wenn man sich soviel um sie kümmert wie sie es wollen. Wenn ein Hund eine Maus fängt und frißt… na und?
Wenn eine Katze eine Nacht nicht auftaucht, na und? Dann ist sie morgen wieder da.
Je weniger ich z.B. meine Katzen und meine Hunde eingrenze desto mehr sind sie bei mir. Freiwillig.
Und das obwohl ich mitten im Wald lebe. Sie hauen nicht ab, sind um mich herum aber können jederzeit gehen wenn sie das Bedürfnis hätten.

Ich meine aber nicht daß Hunde nicht erzogen gehören! Das ist ein anderes Thema.
Aber wenn ich lese, nur Barf ist gesund oder nur das Futter ist gut und das darfst du nicht füttern… was soll das? Ein Tier testet einmal und wenn es passt frißt es weiter.
Ich kenne keine Suizidaktionen bei Tieren außer Lemmingen.
Warum also soviel Panik?
Kann es also sein daß der Mensch eine Sehnsucht nach Kontrolle hat? Und erst dann happy ist wenn er es nach seiner Meinung nach dem Tier am Besten eingerichtet hat, nach seiner Sicht, nicht nach Sicht des Tieres!!! Ist Heu nicht besser für Katzen als Unterlage als ein Kissen?
Sollte ich mir nicht lieber Gedanken machen als Mensch—> wie lebt mein Tier im Ursprung? Und danach mich ausrichten?
Geht es dem Tier nicht dann erst gut? Oder ist ein Mäntelchen mit Strasssteinen wirklich des Hundes größtes Glück?

Bin mal gespannt was ihr meint.
Gruß Steffen

Suizid bei Lemmingen

Ich kenne keine Suizidaktionen bei Tieren außer Lemmingen.

http://www.zeit.de/stimmts/1997/1997_38_stimmts

Danke Ulf

Ok!!! Sorryyyyyyy
ich revidiere. Es gibt also keine Suizidaktionen bei Tieren! D.h. Tiere sind klüger als Menschen denn die haben diese Ideen, und denken dennoch sie wüssten genau was Tieren gut tut…
Hört sich für mich immernoch unlogisch an.

Gruß Steffen

Hallo Steffen,

deine Theorie hingt nur ein wenig. Reine Haustiere sind nunmal darauf angewiesen, dass sie vom Menschen versorgt werden. Das trifft außer auf Katzen, wenn sie Freigänger sind, auf ziemlich alle Haustiere zu.

In einer Wohnung kann sich ein Tier schlecht selbst Nahrung beschaffen. Somit sollten die Menschen wissen (im besten Fall) was gut für ihr Tier ist. Ob das alles artgerecht ist, ist wieder eine ganz andere Diskussion.

Gruß

Samira

Kann es sein daß Tiere ohne Menschen interessanter weise
gesünder überlebt haben als mit?

Hallo Steffen,

kann sein (sonst wären sie ausgestorben), hat aber nichts zu sagen, weil es eine natürliche Umgebung überhaupt nicht mehr gibt.

Beispielsweise mögen Hunde Schokolade, die ist aber nicht gut für sie (bei uns ist das ja nicht anders). Man kann also nicht argumentieren, dass sie ja keine Schokolade fressen würden, wenn sie ihnen schadet, in der natürlichen Umwelt für Hunde gab es keine Schokolade - wie immer diese Umwelt auch ausgesehen hat.

Aus dem gleichen Grund kann man auch absolut NICHTS aus der Tatsache schliessen, ob ein Hund Barf oder Trockenfutter oder Spaghetti am liebsten frisst (leider!).

Das Problem für die meisten Hundebesitzer ist, dass sie nicht nur ihren Hund nicht fragen können, sondern dass auch alle einschlägigen Untersuchungen kommerziellen Interessen dienen und daher unglaubwürdig sind. Natürlich kommt eine Untersuchung im Auftrag der grossen Futtermittelkonzerne zum Schluss, das Trockenfutter der Firma sei ideal - käme der beauftragte Wissenschaftler zu einem anderen Ergebnis, würde er hochkant rausfliegen.

Eine Lösung weiss ich auch nicht - ich denke, unserem Hund geht es am besten, wenn er von allem mal was kriegt, mal Trocken, mal Dosenfleisch, mal Gekochtes. Gibt es mehrere Tage das Gleiche, protestiert er sowieso.

Gruss Reinhard

Hallo!

Der Mensch als Tierhalter ist doch verantwortlich für das Tier. So wie Eltern verantwortlich für Kinder sind.

Ich muß doch darauf achten, daß es meiner Katze an nichts fehlt. Wie soll das Tier das dann können? Einkaufen gehen können sie nicht. Und es ist auch in meinem Interesse, qualitativ gutes Futter zu kaufen, aus finanziellen Gründen und auch aus gesundheitlichen fürs Viecherl.

Und eine gewisse Erziehung muß auch sein. Ich finde es nicht so toll, wenn der Berner Sennenhund oder noch größere über Tische und Bänke gehen.

Gruß
Carmen

Kann es sein daß Tiere ohne Menschen interessanter weise
gesünder überlebt haben als mit?
Ist es vorstellbar, daß wenn wir mal die Tiere, unsere
Haustiere einfach machen lassen, und ihnen das Geben was sie
wollen, sie gesünder leben?

Bleiben wir mal bei der Katze:
Wenn die Katze nicht in Obhut eines Menschen wäre, würde sie sich ihre 15 Mäuse (weiß nicht genau, 12 bis 20? ich glaube, so in die Richtung) selbst fangen müsste, wäre es insofern gesünder, als dass sie selten mehr fressen würde als sie für das Überleben muss, weil es seine Zeit und Energie braucht, so viele Mäuse zu fangen. Sie würde alle Nährstoffe kriegen, die sie bräuchte, es sei denn, es besteht großer Nahrungsmangel (es ist ja bekanntlich alles ein Kreislauf). Sie würde sich nicht regelmäßig den Magen mit Milch oder Sahne verderben, weil sie kein Rindvieh ans Euter lassen würde. Auch würde sie kein Rindfleisch oder Schweinefleisch fressen. Das eine ist für eine Katze schwerer zu verdauen, das andere birgt die Gefahr eines Virus. Ausnahmen auf dem Speiseplan wären Insekten, kleinere schwache Vögel, Echsen, mit etwas Glück Karnickel, Getier in dieser Größenordnung.

Sie würde sich aber ständig mit Parasiten und Krankheiten infizieren, würde sich vermehren und wäre all dem Stress ausgesetzt, den so ein wildes Leben draußen mit Rivalen, größeren Raubtieren und Fortpflanzung mit sich bringt, und würde entsprechend früh sterben, oft genug recht qualvoll.

Nehme ich mich einer Katze an, verlängere ich erst einmal ihr Leben, in dem ich sie regelmäßig impfe und entwurme, sie kastrieren lasse und im Krankheitsfall für die Pflege und Hege sorge. Ich sorge für ausreichend Futter und für Spiel, Spaß, Zärtlichkeit und Fellpflege.

Die lebensverlängernden Maßnahmen wird die Katze nun nicht wirklich nett finden, weil sie ja vom möglichen Dahinsiechen nichts weiß. Aber ich glaube, dass die Vorteile für das Tier die Nachteile der lästigen und stressigen Behandlungen aufwiegen. Das Futter, dass ihr vor die Nase gesetzt wird, ohne dass sie irgendwelchen Aufwand außer dem rechtzeitigen Vor-Ort-Sein, gefällt ihr offensichtlich. Die Zuneigung, das Spiel und so fordert sie ebenso oft ein, muss also auch gut sein. Und ungesunde Leckerlies versetzen sie auch in Begeisterung.

Bei dem einen Menschen hat sie täglich ein paar Stunden Freilauf (mal ohne Grenzen durch Zäune, mal mit), bei dem anderen darf sie rein und raus wie sie will, beim nächsten gibt es gar keinen Freilauf. Der eine Mensch verbietet das Rumlaufen auf dem Tisch, der andere nicht. Der eine setzt mehr Grenzen als der andere.

Unsere beiden bekommen ihre Stunden Freilauf am Nachmittag und werden kurz vor unserer Schlafenszeit gerufen. Sie kommen fast immer rechtzeitig zu ihrem Abendbrot, obwohl sie wissen, dass sie danach nicht mehr raus dürfen. Wenn wir draußen rumlaufen, suchen sie oft unsere Nähe und die eine läuft gar neben uns her (Mensch und Katz auf Spaziergang im Wald ohne Halsband und Leine). Kriegen sie einen Schreck, rennen sie auf dem kürzesten Weg zu uns nach Hause (die eine muss mal ins Wasser gestürzt sein, stand plötzlich plitschnass und völlig aufgeregt vor der Tür), sie schenken uns Mäuse oder Mäuseinnereien, präsentieren stolz (mit Höllenlärm), wenn sie einen besonderen Fang gemacht haben.

Obwohl wir Grenzen setzen, sind die Katzen gern bei uns und halten sich freiwillig bei uns auf. Offenbar scheinen die Vorteile der Pflege und des warmen Zuhauses und des Futters die Nachteile der Grenzen aufzuwiegen.

Oder ist es für einen Mensch undenkbar daß ein Tier ohne
Reglementierung besser leben kann?

Ein Wildtier kann in der Regel nicht so alt werden wie Artgenosse beim Menschen. Das liegt vor allem an der medizinischen Versorgung. Ansonsten ist es bei den meisten Tieren so, dass sie besser leben, wenn der Mensch sie in Ruhe lässt. Katzen und Hunde sind schon ideale Haustiere, da die Katze deutlich zeigt, wenn’s ihr zu viel wird, und der Hund als Rudeltier sich gern Regeln und Grenzen beugt.

Ist dies nicht eine gewissen Form von Allmachtsdenken welches
uns die Bibel lehrte(Macht die Welt euch Untertan)?

Hmm, ich will mir meine Katzen nicht Untertan machen. Ich möchte ihre Gesellschaft und ich will, dass es ihnen gut geht. Ich glaube, man sollte eben abwägen. Manche Grenzen sind sinnvoll, anderes ist schlicht übertrieben. Und ansonsten haben wir uns mit dieser Masche unseren Planeten ja schon fast zerstört, und nun versuchen wir mehr oder weniger, zu retten, was zu retten ist.

Wenn ich meine Tiere auf dem Hof beobachte und die auf anderen
Höfen, gehts ihnen dann am Besten wenn man sich soviel um sie
kümmert wie sie es wollen. Wenn ein Hund eine Maus fängt und
frißt… na und?

Nun, bei einem Hofhund, der regelmäßig entwurmt wird, hätte ich da weniger Probleme. Bei einem Wohnungshund, der oft mein Kind abschleckt und wo’s Kind auch mal mit dem Hinterteil kuschelt oder dort das Köpfchen bettet, wo der Hund zuvor saß, schon mehr. Das Kind wird schließlich in der Regel nicht regelmäßig entwurmt.

Wenn eine Katze eine Nacht nicht auftaucht, na und? Dann ist
sie morgen wieder da.

Seh ich auch so, obwohl ich dennoch sehr nervös werde, wenn sie sich nicht blicken lassen.

Je weniger ich z.B. meine Katzen und meine Hunde eingrenze
desto mehr sind sie bei mir. Freiwillig.
Und das obwohl ich mitten im Wald lebe. Sie hauen nicht ab,
sind um mich herum aber können jederzeit gehen wenn sie das
Bedürfnis hätten.

Siehe oben. Trotz meiner Einschränkungen kommen meine Katzen auch immer zu mir, trotz Grundstück mitten im Wald und so. :o)

Für einen Hund gilt das sicher in ähnlicher Weise, nur dass der ein Rudeltier ist, das nicht täglich ein Dutzend Kleingetier, sondern wöchentlich ein größeres Tier vertilgt.

Bis denne
Schnoof

Nur eine Gegenfrage:
Ist die Altersfrage ein Beweis für ein artgerechtes Leben und damit besseres Leben?
Sprichst du damit allen Wildtieren das Recht auf Freiheit nicht ab, denn im Umkehrschluss bedeutet es ja, daß nur Tiere die von Menschen gepflegt werden gesund und ein gutes Leben haben, Wildtiere also nicht.
Ist also Freiheit und damit verbunden evtl. ein früherer Tod schlechter als in hohem Alter vom Tierarzt von evtl. Leiden befreit zu werden?

Was hat Alter mit guter Haltung zu tun?
Ist es nicht so daß ein gesundes Tier mit Parasiten besser umgehen kann als ein geschwächtes. Ist also ein Jäger der ein schwaches Tier tötet nicht genau das was du beschreibst, ein Heger und Pfleger des Wildes?
Warum werden dann Jäger als Mörder vom Tierschutz verrufen…

Wenn also meine Katzen(Freigänger,nie in der Wohnung) Parasiten bekommen, und nur 3-4 Jahre alt werden, abends ihre Dose Futter und den Rest sich selber erbeuten müssen(dadurch Parasiten bekommen, ansonsten aber in Freiheit leben, ist das schlechter als wenn ich sie reinhole und ihnen ihre Freiheit nehme?

Was meint wohl die Katze zu der Frage? Wär sie lieber draußen, hat frei gelebt und dafür früher gestorben…?

Gruß Steffen

Auch Hallo,

Ist dies nicht eine gewissen Form von Allmachtsdenken welches
uns die Bibel lehrte(Macht die Welt euch Untertan)?

*hmmm* also eigentlich eher umgekehrt. Unsere Katzen haben uns alle verdammt gut im Griff. Ich frag mich da wer wen zum Untertan macht…

Wenn ich meine Tiere auf dem Hof beobachte und die auf anderen
Höfen, gehts ihnen dann am Besten wenn man sich soviel um sie
kümmert wie sie es wollen. Wenn ein Hund eine Maus fängt und
frißt… na und?

von Hunden hab ich keine Ahnung. Wenn meine Katzen das machen bin ich heil froh wenn sie die Mäuse selber fressen, statt sie mir an Geschenk mitzubringen (gilt auch für Frösche und Vögel)

Wenn eine Katze eine Nacht nicht auftaucht, na und? Dann ist
sie morgen wieder da.

oder liegt platt auf der Straße oder geheckselt im Mähdrescher… :frowning:

Und das obwohl ich mitten im Wald lebe. Sie hauen nicht ab,
sind um mich herum aber können jederzeit gehen wenn sie das
Bedürfnis hätten.

Da hast du einen riesen Vorteil gegenüber den meisten anderen. Es lebt ja nicht jeder mitten im Wald. Wenn der Große Hund von unsren Nachnbarn gehen könnte wenn er wollte fänd ich des nicht sooo prickelnd. Der ist mir an der Leine oder hinterm Zaun doch bedeutend lieber (ist kein besonders netter Hund)

Ist Heu nicht besser für Katzen
als Unterlage als ein Kissen?

Na da frag mal meine Katzen! die könnten auch gerne ins Heu zum Schlafen gehen da hindert sie keiner dran, steht alles zur Verfügung, aber das Sofa, die Heizungsabdeckung, meine Daunenjacke oder im Sommer die Gartenliege sind ihnen wohl wesentlich lieber.

Sollte ich mir nicht lieber Gedanken machen als Mensch—>
wie lebt mein Tier im Ursprung? Und danach mich ausrichten?

Prinzipiell ja. Nur die Umsetzung dürfte schwer bis unmöglich sein. Ich versuch ihnen so viel Freiheit zu bieten wie möglich. Sie dürfen rein und raus wies ihnen passt. etc. Aber einen Wald hab ich nunmal nicht im Angebot.

Geht es dem Tier nicht dann erst gut? Oder ist ein Mäntelchen
mit Strasssteinen wirklich des Hundes größtes Glück?

*urgs* also sowas würd ich meinen Tieren nie und nimmer antun. Manchmal im Tierbedarfsladen steh ich vor solchem (oder ähnlich sinnfreiem) Zeug und frag mich wer denn Geld für sowas ausgibt… Und schon kommt jemand und nimmt eins, meist mit diesem mitleidigem „was kauft die denn für unansehnlichen Mist“-Blick wenn ich statt der rosa-Herzchen-Leckerlis getrocknete Fische kauf.

Aber ein Interessantes Thema an sich.
Babel

Hallo,

Du vermischst hier viele Aspekte. Vermenschlichung, Reglementierung, Freiheit …

Domestizierten Tieren nimmt man meiner Ansicht nach nicht die „Freiheit“, wenn man sie als Haustiere hält. Wenn Du so argumentierst, darfst Du gar keine Hunde oder Katzen halten, sie hätten es ja Deiner Ansicht nach in der freien Wildbahn viel besser. Es gibt aber für Hauskatzen und Hunde keine „freie Wildbahn“ und kein „natürliches Leben in Freiheit“. Die Tiere sind domestiziert, seit tausenden von Jahren leben sie beim Menschen und sind von ihm abhängig. Straßenhunde in Südeuropa leben kein idyllisches Leben in Freiheit, sie leben ein kurzes Leben voller Parasiten und ständiger Futtersuche.

Haustiere sollten ihren Bedürfnissen entsprechend versorgt und gehalten werden. Ob man jetzt mehr oder weniger auf Superqualität beim Futter achtet, nur die notwendigsten oder alle möglichen Impfungen gibt, ist jedem selbst überlassen. Die Erziehung des Hundes erleichtert das Zusammenleben. Zudem kommt sie den Bedürfnissen des Hundes nach Strukturen zu Gute. Katzen sind extrem anpassungsfähig, sie leiden sicherlich nicht darunter, nur an bestimmten Gegenständen kratzen zu dürfen.

Eine artgemäße Fütterung, Haltung und Beschäftigung der Haustiere ist zwingend erforderlich, alles andere ist Tierquälerei. Aber meinen Hund im Wald auszusetzen ist es auch, obwohl er ja dann unreglementierte „Freiheit“ genießt.

Gruß,

Myriam

Hallöchen,

Ist es nicht so daß ein gesundes Tier mit Parasiten besser
umgehen kann als ein geschwächtes. Ist also ein Jäger der ein
schwaches Tier tötet nicht genau das was du beschreibst, ein
Heger und Pfleger des Wildes?
Warum werden dann Jäger als Mörder vom Tierschutz verrufen…

Leider gibt es wenige Jäger, die gleichzeitig Heger sind. Ich bin ein Mensch, der sich die Tiere in der freien Natur lieber ansieht, ich muß sie nicht auf meinem Teller haben. Dennoch finde ich es in Ordnung, wenn ein Jäger, der sich um das Wild kümmert, ab und zu eins schießt. Kranke, verletzte Tiere müssen nach meiner Meinung geschossen werden. Leider gibt es diese Jäger immer seltener. Es ist doch oft so, daß irgendwelche gelangweilten Bürohocker am Wochenende in den Wald rennen und alles abknallen was ihnen vor die Flinte kommt. Das finde ich verabscheuungswürdig. Bei uns gab es vor ca. 2 Jahren mal einen „von und zu schlag mich tod“ der sich in der Zeitung damit gebrüstet hat in Ungarn einen Rekordhirschen geschossen zu haben (für ca. 60.000,00 €!). Später hat sich dann herausgestellt, daß dieser Wildhirsch in Österreich im Gehege groß gezogen wurde und er liebend gerne Schokolade aus der Hand fraß. Oder die Jäger, die dagegen sind, daß Wölfe wieder in unserer Natur heimisch werden, könnt ja sein das man dann ein paar Tiere weniger schießen kann. Da könnt ich kotzen!

Wenn also meine Katzen(Freigänger,nie in der Wohnung)
Parasiten bekommen, und nur 3-4 Jahre alt werden, abends ihre
Dose Futter und den Rest sich selber erbeuten müssen(dadurch
Parasiten bekommen, ansonsten aber in Freiheit leben, ist das
schlechter als wenn ich sie reinhole und ihnen ihre Freiheit
nehme?

Wenn ich mir Tiere anschaffe, egal welche, dann habe ich dafür zu sorgen, daß es ihnen gut geht. Die Frage welches Futter, ob drinnen oder draußen spielt hier für mich keine übergeordnete Rolle. Aber verdammt noch mal, ich kann doch meine Katze regelmäßig entwurmen und gucken, das es ihr gut geht! Ansonsten darf ich mir halt keine anschaffen!

Was meint wohl die Katze zu der Frage? Wär sie lieber draußen,
hat frei gelebt und dafür früher gestorben…?

Würd mal sagen, kommt drauf an wie sie stirbt, wenn sie zu Tode gequält wird, oder so schwer verletzt wird, daß sie jämmerlich eingeht, wird sie vielleicht damit einverstanden sein drinnen gelebt zu haben. Wie wäre es bei Dir? Versuchst Du nicht den Gefahren größtmöglich aus dem Weg zu gehen?

Gruß

Tina

Ist die Altersfrage ein Beweis für ein artgerechtes Leben und
damit besseres Leben?

Nö, so allein für sich natürlich nicht. Wenn ich das Leben der Katze verlängere, um sie möglichst lange richtig quälen zu können, haben’s die Artgenossen, die nach nur wenigen Jahren von Krankheiten und Parasiten dahingerafft werden, natürlich besser. Ihr Leiden ist oftmals zwar dennoch viel zu lang, aber vermutlich nicht so lang wie das der über zwei Jahrzehnte hinweg gequälten Katze.

Sprichst du damit allen Wildtieren das Recht auf Freiheit
nicht ab, denn im Umkehrschluss bedeutet es ja, daß nur Tiere
die von Menschen gepflegt werden gesund und ein gutes Leben
haben, Wildtiere also nicht.
Ist also Freiheit und damit verbunden evtl. ein früherer Tod
schlechter als in hohem Alter vom Tierarzt von evtl. Leiden
befreit zu werden?

Du machst es dir mit deiner Argumentation zu einfach. Wenn ein Wolf im Rudel krank und schwach wird, wird er verstoßen. Er kriegt kein Futter vom Rudel mehr und muss sich seinen eigenen Unterschlupf suchen. Wenn er es noch schafft, ein bisschen Futter zu sammeln, siecht er sehr langsam dahin, wenn er sich kein Futter mehr besorgen kann, verhungert er etwas schneller. Wenn er Glück hat, wird er relativ schnell von irgendjemand/-etwas anderem erledigt und verspeist. Ansonsten ist das so ziemlich der grässlichste Tod, den man sich vorstellen kann. Ein Wildtier entschläft selten sanft, meistens wird es Opfer von irgendwas. Opfer eines großen Beutegreifers oder eines guten Jägers zu werden, ist dann sicher noch die angenehmste Variante für das Wildtier.

Was hat Alter mit guter Haltung zu tun?
Ist es nicht so daß ein gesundes Tier mit Parasiten besser
umgehen kann als ein geschwächtes. Ist also ein Jäger der ein
schwaches Tier tötet nicht genau das was du beschreibst, ein
Heger und Pfleger des Wildes?
Warum werden dann Jäger als Mörder vom Tierschutz verrufen…

Ich verurteile keinen Jäger, sofern er auch ein Heger und Pfleger ist. Ist er nur ein Trophäensammler, dem es scheißegal ist, wie der Bestand aussieht, find ich ihn doof.
Und ansonsten: Kann ein gesundes Tier besser mit Parasiten umgehen? Nunja, wenn man das Tier nicht entwurmt, krabbeln die Viecher irgendwann aus allen Löchern raus. Wenn es Glück hat, kommt es gesund auf die Welt. In der Regel holt es sich aber schon die ersten Parasiten vom Muttertier. Ein paar Jahre geht es vielleicht gut, es reicht eben, um sich fortzupflanzen und die Art zu erhalten, aber irgendwann sind es zu viele Parasiten, der Körper ist geschwächt, dann kommt noch eine Infektion dazu, und dann siecht das Vieh mehr oder weniger dahin.
Ist das ein besseres Leben?

Dennoch sollten wir natürlich so viel wie möglich an Wildtieren in freier Wildbahn erhalten. Bekanntlich ist es oftmals schwierig, die Tiere in Gefangenschaft zu erfolgreicher Fortpflanzung zu bewegen. Wir haben aber viele Tiere schon ordentlich dezimiert. Und dann muss man abwägen: Wie erhält man die Art am besten? Im Idealfall sollten sie sicher frei und wild bleiben. Wenn man so viel wie möglich der gefährdeten Arten zumindest mit Wurmkur und Impfung versorgen würde, würde man dann schon zu stark in den natürlichen Kreislauf eingreifen? Es ist ein verdammt schwieriges Thema, da hier sehr viel Naturschutz mit reingreift.

Wenn also meine Katzen(Freigänger,nie in der Wohnung)
Parasiten bekommen, und nur 3-4 Jahre alt werden, abends ihre
Dose Futter und den Rest sich selber erbeuten müssen(dadurch
Parasiten bekommen, ansonsten aber in Freiheit leben, ist das
schlechter als wenn ich sie reinhole und ihnen ihre Freiheit
nehme?

Kommt eben an, wie die letzten zwei Jahre aussahen: Wurden sie schnell überfahren oder siechten sie wegen einer Krankheit dahin? Siechten sie dahin, haben es meine mit medizinischer Versorgung und bestimmten Einschränkungen leichter. Ein krankes Tier ist meistens auch ein gequältes Tier.

Was meint wohl die Katze zu der Frage? Wär sie lieber draußen,
hat frei gelebt und dafür früher gestorben…?

Eine Katze denkt nicht über Tod nach. Ich glaube aber schon, dass sie dem Tod, soweit es ihr möglich ist, aus dem Weg geht. Und sie will sich bestimmt nicht quälen. Ist sie gesund, ist sie glücklicher, als wenn sie krank wäre. Außerdem sind Katzen ganz gut in der Lage, sich verständlich zu machen. Sie sagt mir schon, wenn sie lieber raus wollte. Sie meldet sich auch, wenn sie wieder rein will. Manches Mal darf sie raus, aber sie will nicht, manchmal will sie raus, darf aber nicht.

Katzen sind Gewohnheitstiere. Lieber haben sie gewisse Einschränkungen, aber einen regelmäßigen Tagesablauf, als jeden Tag neue Überraschungen.

Ob artgerechte Haltung möglich ist und wie das aussieht, hängt hauptsächlich von der Art ab. Die Haltung von Ziervögeln zum Beispiel ist meiner Meinung nach Tierquälerei, denn das geht gar nicht artgerecht.

Bis denne
Schnoof

1 „Gefällt mir“

Hallo,

diese ganze Argumentation hat einen eklatanten Schwachpunkt. Sie geht davon aus, dass ich mit der üblichen Art der Haustierhaltung dem Tier die Freiheit nehme. Eine solche Freiheit existiert aber nicht. Auch draußen ist das Tier permanent Zwängen unterworfen. Sei es durch die Präsenz anderer Tiere, durch das Erfordernis Nahrung zu suchen etc. Bei einer guten Haustierhaltung (ich spreche jetzt von Hunden und v.a. von Katzen), sind die Zwänge eher gering und sicher auch nicht unnatürlich (im wesentlichen ist es das eigeschränkte Reiver, welches aber auch bei Freigängern und wildlebenden Katzen existiert). Dass die Katze ab und an geschnappt wird um zum TA gebracht zu werden, ist vermutlich der größte Zwang, der ihr auferlegt wird.

Meines Erachtens zielen Argumentationen wie die deine in den meisten Fällen darauf ab, eine Rechtfertigung zu finden, nicht allzuviel für das Tier tun zu müssen.

Gruß, Niels

Hi

Ich kenne keine Suizidaktionen bei Tieren außer Lemmingen.

erstens ist das ein weitverbreiteter Irrglaube, dass sich Lemminge unkontrolliert in den Selbstmord stürzen - das ist nur das Resultat von einem alten ich glaube Walt Disney-Film. In Wirklichkeit ziehen sie in Gruppen von dannen, wenn das Futter durch Überpopulation knapp wird … aber sie suchen nur nach Futter, nicht nach Möglichkeiten sich umzubringen ;o)

zweitens hat mein älteres Pferd durchaus solche Ambitionen entwickelt *augenverdreh*

Gruß Hexerl

lies mal was ulf lang vor dir schrieb

Hi Niels
unterstell mir daß ich eine Ausrede suche um Tiere nicht gut zu betreuen und wir haben ein Problem miteinander.
Vorschlag.
Du wohnst nur 90km entfernt. Komm vorbei und überprüf deine Aussage.

Ich mach mir im Gegenteil es nicht leicht, sehe aber durch die tägliche Arbeit wie Tiere leben wollen und was für Tiere wichtiger ist als all die „liebevolle“ Betreuung die ich erleben muss.
Schon seltsam daß die meisten Hunde(mein Beruf) die zu mir kommen und daheim verhätschelt werden nach dem Aufenthalt nicht mehr weg wollen.
Die aber die Freiheit genießen gehen gern wieder heim.
Auch komisch… warum binden sich die Gasthunde innerhalb von 1-2 Tagen so stark an mich daß die Praktikantin ein Problem hat sie Gassi zu führen wenn ich in der Nähe bin?

Nein ich machs mir nicht einfach. Sondern… ich bin ein Aussteiger aus der Stadt, bin zurück zur Natur und erlebe nun wie gut Mensch und Tier ohne Duzi Duzi-Mist und Überbetreuung miteinander leben können.

Gruß Steffen

1 „Gefällt mir“

Hallo,

unterstell mir daß ich eine Ausrede suche um Tiere nicht gut
zu betreuen und wir haben ein Problem miteinander.

ich unterstelle es Dir nicht, nur spreche ich aus Erfahrung mit anderen Tierhaltern, die eine „natürliche“ Lebensweise der Tiere bevorzugen.

Vorschlag.
Du wohnst nur 90km entfernt. Komm vorbei und überprüf deine
Aussage.

Darüber ließe sich reden, wenn Du eine gute Brotzeit für mich bereit hältst :smile:).

Ich mach mir im Gegenteil es nicht leicht, sehe aber durch die
tägliche Arbeit wie Tiere leben wollen und was für Tiere
wichtiger ist als all die „liebevolle“ Betreuung die ich
erleben muss.
Schon seltsam daß die meisten Hunde(mein Beruf) die zu mir
kommen und daheim verhätschelt werden nach dem Aufenthalt
nicht mehr weg wollen.
Die aber die Freiheit genießen gehen gern wieder heim.
Auch komisch… warum binden sich die Gasthunde innerhalb von
1-2 Tagen so stark an mich daß die Praktikantin ein Problem
hat sie Gassi zu führen wenn ich in der Nähe bin?

Vermutlich haben wir sogar die gleiche Einstellung. Nur ist es aus Deinem ersten Posting missverständlich herüber gekommen.
Für mich steht der Respekt vor dem Tier in seiner Individualität im Vordergrund. Aus diesem Grund versuche ich, die Regeln und Zwänge auf ein notwendiges Maß zu beschränken (zB dürfen die Katzen nun mal nicht auf den Esstisch und damit basta, an den Pflanzen wird nicht herumgezuzelt etc.).

Nein ich machs mir nicht einfach. Sondern… ich bin ein
Aussteiger aus der Stadt, bin zurück zur Natur und erlebe nun
wie gut Mensch und Tier ohne Duzi Duzi-Mist und Überbetreuung
miteinander leben können.

Ich denke, ein bisschen „Duzi-Duzi“ ist nicht schlimm - ich unterhalte mich oft mit meinen Katzen. Ansonsten machen sie eigentlich, was sie wollen. Im Endeffekt hält man sich aber Tiere, weil man auch etwas als Gegenleistung erwartet - im Sinne einer Symbiose. Auch du bist davon nicht frei. Als Stadtausteiger erwartest du vermutlich - vielleicht unbewusst - dass die Tiere dir seelische Ausgeglichenheit schenken. Und ich denke, Du wirst nicht enttäuscht. Problematisch wird es erst, wenn die Erwartungshaltung einseitig wird. Wenn aus der Erwartung eine Forderung wird. Wenn nicht mehr auf die seelischen Bedürfnisse des Tieres eingegangen wird. So wird irgendwann aus der Symbiose ein „Schmarotzertum“.

Viele Grüße,
Niels

Ich mach mir im Gegenteil es nicht leicht, sehe aber durch die
tägliche Arbeit wie Tiere leben wollen und was für Tiere
wichtiger ist als all die „liebevolle“ Betreuung die ich
erleben muss.
Schon seltsam daß die meisten Hunde(mein Beruf) die zu mir
kommen und daheim verhätschelt werden nach dem Aufenthalt
nicht mehr weg wollen.

Deine Argumentation hinkt aber gewaltig. :o) Verhätscheln und Einschränken von Freiheiten hat ja nun so rein gar nichts miteinander zu tun. Verhätschelte Hunde haben oftmals mehr Freiheiten als ihnen gut tut. Sie haben keine klaren Strukturen und schwingen sich zum Rudelführer auf, der sie sonst niemals wären. Bei dir gibt’s Strukturen, dem Hund werden Entscheidungen abgenommen, er kriegt klar seinen Platz in deinem Rudel zugewiesen und kennt ihn genau.

Dass die Hunde bei dir gern bleiben, hat selten damit zu tun, dass sie bei dir auf dem Gelände vielleicht freier rumlaufen können als bei den Besitzern in der Wohnung. Sie wollen klare Rudelstrukturen und damit ganz klare Grenzen und Regeln. Sie wollen Konsequenz. Das ist eigentlich fast das Gegenteil von Freiheit, aber der Hund braucht das.

Die aber die Freiheit genießen gehen gern wieder heim.
Auch komisch… warum binden sich die Gasthunde innerhalb von
1-2 Tagen so stark an mich daß die Praktikantin ein Problem
hat sie Gassi zu führen wenn ich in der Nähe bin?

Weil du dich verhältst, wie ein Rudelführer? Vielleicht geht es dem Hund viel mehr um die Freiheit, sich verhalten zu dürfen wie ein Rudeltier, wie ein Mitglied eines Kollektivs, er will nicht die Freiheit haben, ein unabhängiges Individuum zu sein.

Nein ich machs mir nicht einfach. Sondern… ich bin ein
Aussteiger aus der Stadt, bin zurück zur Natur und erlebe nun
wie gut Mensch und Tier ohne Duzi Duzi-Mist und Überbetreuung
miteinander leben können.

Auch hier: Du unterstellst scheinbar jedem Haustierhalter, der sein Tier einmal im Jahr zum Tierarzt bringt und ansonsten noch zwei bis drei Mal im Jahr eine Wurmkur verabreicht, dass er das Tier überbetreut und Duzi-duzi macht. Das ist falsch. Einige machen das, andere nicht. Gerade die, die ihre Tiere erziehen, schränken ihre Freiheiten vehement ein. Als Rudeltiere ist das den Hunden nur recht, wenn sie dadurch klare Strukturen und Regeln haben.

Servierst du dem Hund jeden Abend 10 Gerichte, damit er sich sein Liebstes aussuchen kann, oder gibt’s genau einen Napf voll, und entweder er frisst’s oder er frisst’s nicht? Was ist das anderes als eine Einschränkung der Wahl, eine Einschränkung der Freiheit? Aber der Hund braucht diese Wahl nicht, in der Natur kann er es sich auch nicht aussuchen, sondern muss dem vorlieb nehmen, was er auch im Rudel jagen und töten kann, oftmals schwache Tiere, d. h. sehr jung oder krank. So lässt sich das auf jeder Ebene des Zusammenlebens von dir und deinen Hunden übertragen.

Bis denne
Schnoof

2 „Gefällt mir“

hallo steffen,

Meine Frage ist einfach: Wieviel muss ich bei meinem Haustier
reglementieren?

das kommt auf das haustier an - und auf den halter/besitzer/eigner/gefährten/partner - wie ich das auch immer sehen möchte.

Doofe Frage??? Nein aus meiner Sicht nicht.
Denn als Dauergast hier les ich immer wieder Fragen wie:
Auslauf bei einer Katze, wie viel Futter, usw. usw. usw.

daran wird sich auch nichts ändern - eben weil jetzt bei mir die frage auftaucht und die vorherigen artikel mich nicht interessierten, weil ich das problem ja eben noch nicht hatte.

ändern wird sich daran nur etwas, wenn jeder user in www auch jede fragestellung verfolgt und für sich abspeichert wenn denn mal so ein problem bei ihm auftaucht.

Kann es sein daß Tiere ohne Menschen interessanter weise
gesünder überlebt haben als mit?

kann ich mir heute und hier in unserer gesellschaft nicht vorstellen.

Ist es vorstellbar, daß wenn wir mal die Tiere, unsere
Haustiere einfach machen lassen, und ihnen das Geben was sie
wollen, sie gesünder leben?

wer weiss denn was die wollen ???

Oder ist es für einen Mensch undenkbar daß ein Tier ohne
Reglementierung besser leben kann?

wir können das rad nicht mehr zurück drehen - die großen fressfeinde fehlen, damit sich nach unten alles normal entwickeln kann - dies gilt jetzt nicht für haustiere.

der mensch muss lenken (reglementieren) - denke mal nur an die vielen kinderlein - wenn da keiner lenkt, läuft alles aus dem ruder.
(ich kann davon ein lied singen - habe sieben kinder, 3 hunde - demnächst 4 hunde - 8-9 katzen (je nachdem die sich mal blicken lassen - davon rassekatzen, welche auch bei mir f r e i draussen sich bewegen können - plus 1 zwergkaninchen - plus ca. 65 - 75 meerschweinchen) - alle haben ihre freiheiten - haus und hof und garten stehen zur verfügung - aber ich muss da schon etwas lenken.

Ist dies nicht eine gewissen Form von Allmachtsdenken welches
uns die Bibel lehrte(Macht die Welt euch Untertan)?

ja , das isses !!!

Wenn ich meine Tiere auf dem Hof beobachte und die auf anderen
Höfen, gehts ihnen dann am Besten wenn man sich soviel um sie
kümmert wie sie es wollen. Wenn ein Hund eine Maus fängt und
frißt… na und?

richtig so - meine katzen fangen die mäuse, sobald sie sich draussen bewegen - im keller lassen sie diese in ruhe - sie haben aber die hunde noch nicht dazu bewegen können, die maus dann auch zu fressen.

Wenn eine Katze eine Nacht nicht auftaucht, na und? Dann ist
sie morgen wieder da.

stimmt - sorgen mache ich mir erst so nach einer woche !

Je weniger ich z.B. meine Katzen und meine Hunde eingrenze
desto mehr sind sie bei mir. Freiwillig.

stimmt - meine katzen sagen mir, wann sie schmusen wollen, und da halte ich mich dann auch nicht zurück. wenn ich die zwingen will zum schmusen, dann habe ich vielleicht pech und ein paar kratzer mehr.

die hunde lieben mich sowieso - sie sind anderst geartet wie die katzen - aber zwingen, eingrenzen - ich weiss nicht.

Und das obwohl ich mitten im Wald lebe. Sie hauen nicht ab,
sind um mich herum aber können jederzeit gehen wenn sie das
Bedürfnis hätten.

das geht bei mir nicht - die katzen jedenfalls können sich das herausnehmen - den hunden kann ich das nicht gestatten.

Ich meine aber nicht daß Hunde nicht erzogen gehören! Das ist
ein anderes Thema.
Aber wenn ich lese, nur Barf ist gesund oder nur das Futter
ist gut und das darfst du nicht füttern… was soll das? Ein
Tier testet einmal und wenn es passt frißt es weiter.

diese sorgen haben viele - das ist nicht gut, da fehlen die vitamine und für mein tier nur das beste - keiner fragt, was das tier will.
dann hab’ ich halt mal mehrkosten, bis das futter gefunden ist.

Sollte ich mir nicht lieber Gedanken machen als Mensch—>

nicht als mensch - um den menschen sollte man sich gedanken machen -

wie lebt mein Tier im Ursprung? Und danach mich ausrichten?

geht nicht mehr - und wie kannst du nur solch eine frage stellen. das tier hat sich nach dem menschen zu richten. der mensch ist es schliesslich, der das alles lenkt.

Geht es dem Tier nicht dann erst gut? Oder ist ein Mäntelchen
mit Strasssteinen wirklich des Hundes größtes Glück?

das kommt immer auf den besitzer an - es soll ja minni-hundies geben mit echten steinen und nicht den strasssteinen.

Bin mal gespannt was ihr meint.
Gruß Steffen

für mich sind das etwas seltsame fragen und versteckte vorwürfe von dir an die tierhalter im allgemeinen. aber du willst ja diskutieren.

  • solange es gesetze gibt, muss man lenken
    und an den gesetzen kommt man nicht vorbei
  • solange es werbung der futtermittelindustrie gibt, muss man teuer bezahlen, denn wer kocht denn noch zu hause für seinen liebling, man ist doch erst wer, wenn man das teuerste und zugleich auch beste futter hat kaufen können (ich muss mir manchmal die zutaten direkt beim metzger kaufen und dann wird gekocht und dann riecht’s laut meinen kindern im hause immer mal nicht so gut - aber es schmeckt.)

viele grüße erst mal