Kann es sein daß Tiere ohne Menschen interessanter weise
gesünder überlebt haben als mit?
Ist es vorstellbar, daß wenn wir mal die Tiere, unsere
Haustiere einfach machen lassen, und ihnen das Geben was sie
wollen, sie gesünder leben?
Bleiben wir mal bei der Katze:
Wenn die Katze nicht in Obhut eines Menschen wäre, würde sie sich ihre 15 Mäuse (weiß nicht genau, 12 bis 20? ich glaube, so in die Richtung) selbst fangen müsste, wäre es insofern gesünder, als dass sie selten mehr fressen würde als sie für das Überleben muss, weil es seine Zeit und Energie braucht, so viele Mäuse zu fangen. Sie würde alle Nährstoffe kriegen, die sie bräuchte, es sei denn, es besteht großer Nahrungsmangel (es ist ja bekanntlich alles ein Kreislauf). Sie würde sich nicht regelmäßig den Magen mit Milch oder Sahne verderben, weil sie kein Rindvieh ans Euter lassen würde. Auch würde sie kein Rindfleisch oder Schweinefleisch fressen. Das eine ist für eine Katze schwerer zu verdauen, das andere birgt die Gefahr eines Virus. Ausnahmen auf dem Speiseplan wären Insekten, kleinere schwache Vögel, Echsen, mit etwas Glück Karnickel, Getier in dieser Größenordnung.
Sie würde sich aber ständig mit Parasiten und Krankheiten infizieren, würde sich vermehren und wäre all dem Stress ausgesetzt, den so ein wildes Leben draußen mit Rivalen, größeren Raubtieren und Fortpflanzung mit sich bringt, und würde entsprechend früh sterben, oft genug recht qualvoll.
Nehme ich mich einer Katze an, verlängere ich erst einmal ihr Leben, in dem ich sie regelmäßig impfe und entwurme, sie kastrieren lasse und im Krankheitsfall für die Pflege und Hege sorge. Ich sorge für ausreichend Futter und für Spiel, Spaß, Zärtlichkeit und Fellpflege.
Die lebensverlängernden Maßnahmen wird die Katze nun nicht wirklich nett finden, weil sie ja vom möglichen Dahinsiechen nichts weiß. Aber ich glaube, dass die Vorteile für das Tier die Nachteile der lästigen und stressigen Behandlungen aufwiegen. Das Futter, dass ihr vor die Nase gesetzt wird, ohne dass sie irgendwelchen Aufwand außer dem rechtzeitigen Vor-Ort-Sein, gefällt ihr offensichtlich. Die Zuneigung, das Spiel und so fordert sie ebenso oft ein, muss also auch gut sein. Und ungesunde Leckerlies versetzen sie auch in Begeisterung.
Bei dem einen Menschen hat sie täglich ein paar Stunden Freilauf (mal ohne Grenzen durch Zäune, mal mit), bei dem anderen darf sie rein und raus wie sie will, beim nächsten gibt es gar keinen Freilauf. Der eine Mensch verbietet das Rumlaufen auf dem Tisch, der andere nicht. Der eine setzt mehr Grenzen als der andere.
Unsere beiden bekommen ihre Stunden Freilauf am Nachmittag und werden kurz vor unserer Schlafenszeit gerufen. Sie kommen fast immer rechtzeitig zu ihrem Abendbrot, obwohl sie wissen, dass sie danach nicht mehr raus dürfen. Wenn wir draußen rumlaufen, suchen sie oft unsere Nähe und die eine läuft gar neben uns her (Mensch und Katz auf Spaziergang im Wald ohne Halsband und Leine). Kriegen sie einen Schreck, rennen sie auf dem kürzesten Weg zu uns nach Hause (die eine muss mal ins Wasser gestürzt sein, stand plötzlich plitschnass und völlig aufgeregt vor der Tür), sie schenken uns Mäuse oder Mäuseinnereien, präsentieren stolz (mit Höllenlärm), wenn sie einen besonderen Fang gemacht haben.
Obwohl wir Grenzen setzen, sind die Katzen gern bei uns und halten sich freiwillig bei uns auf. Offenbar scheinen die Vorteile der Pflege und des warmen Zuhauses und des Futters die Nachteile der Grenzen aufzuwiegen.
Oder ist es für einen Mensch undenkbar daß ein Tier ohne
Reglementierung besser leben kann?
Ein Wildtier kann in der Regel nicht so alt werden wie Artgenosse beim Menschen. Das liegt vor allem an der medizinischen Versorgung. Ansonsten ist es bei den meisten Tieren so, dass sie besser leben, wenn der Mensch sie in Ruhe lässt. Katzen und Hunde sind schon ideale Haustiere, da die Katze deutlich zeigt, wenn’s ihr zu viel wird, und der Hund als Rudeltier sich gern Regeln und Grenzen beugt.
Ist dies nicht eine gewissen Form von Allmachtsdenken welches
uns die Bibel lehrte(Macht die Welt euch Untertan)?
Hmm, ich will mir meine Katzen nicht Untertan machen. Ich möchte ihre Gesellschaft und ich will, dass es ihnen gut geht. Ich glaube, man sollte eben abwägen. Manche Grenzen sind sinnvoll, anderes ist schlicht übertrieben. Und ansonsten haben wir uns mit dieser Masche unseren Planeten ja schon fast zerstört, und nun versuchen wir mehr oder weniger, zu retten, was zu retten ist.
Wenn ich meine Tiere auf dem Hof beobachte und die auf anderen
Höfen, gehts ihnen dann am Besten wenn man sich soviel um sie
kümmert wie sie es wollen. Wenn ein Hund eine Maus fängt und
frißt… na und?
Nun, bei einem Hofhund, der regelmäßig entwurmt wird, hätte ich da weniger Probleme. Bei einem Wohnungshund, der oft mein Kind abschleckt und wo’s Kind auch mal mit dem Hinterteil kuschelt oder dort das Köpfchen bettet, wo der Hund zuvor saß, schon mehr. Das Kind wird schließlich in der Regel nicht regelmäßig entwurmt.
Wenn eine Katze eine Nacht nicht auftaucht, na und? Dann ist
sie morgen wieder da.
Seh ich auch so, obwohl ich dennoch sehr nervös werde, wenn sie sich nicht blicken lassen.
Je weniger ich z.B. meine Katzen und meine Hunde eingrenze
desto mehr sind sie bei mir. Freiwillig.
Und das obwohl ich mitten im Wald lebe. Sie hauen nicht ab,
sind um mich herum aber können jederzeit gehen wenn sie das
Bedürfnis hätten.
Siehe oben. Trotz meiner Einschränkungen kommen meine Katzen auch immer zu mir, trotz Grundstück mitten im Wald und so. :o)
Für einen Hund gilt das sicher in ähnlicher Weise, nur dass der ein Rudeltier ist, das nicht täglich ein Dutzend Kleingetier, sondern wöchentlich ein größeres Tier vertilgt.
Bis denne
Schnoof