Labradorhündin zieht wie wild an der Leine!

Hallo Experten!

Wir haben selbst keinen Hund, betreuen aber ab und zu die Nachbarshündin. Das größte Problem –abgesehen davon, dass sie gar nicht erzogen ist- ist, dass sie nicht vernünftig an der Leine laufen kann! Sie zieht dermaßen an der Leine, dass nur eine wirklich kräftige Person sie überhaupt bändigen kann, und das während des gesamten Spazierganges. Ist eine große Labradorhündin, 4 Jahre alt. Was kann man jetzt noch machen? Erstens kriegt der Hund kaum Luft beim Gehen, keucht wie bekloppt, zweitens kriegt sie davon auch Rückenprobleme, wie ich gelesen habe.

Abgesehen von Erziehung, was wäre eine gute Leinenlösung? Ich weiß, dass schon mal kurz diese Art Stachelhalsband probiert wurde, da sie aber genauso gezogen hat, wurde es sofort wieder weggelassen. Der Hund tut mir leid, vielleicht gibt es eine relativ einfache Lösung?

Gruß
Jeanny

Hallo Jeanny!
Ich glaube zwar nicht, daß ich ein „Experte“ bin, kann aber ein wenig was aus meiner Erfahrung dazu sagen.

  1. Nachbarshund: Erkennt der Hund Dich als Autorität an? Wenn nein, wird es schwierig.
  2. Erziehung ist ein ewig währender Prozess- Ein Hund wird immer abchecken, ob sein Frauchen/Herrchen stark genug ist, der Alpha- Rüde zu sein- wenn nicht, muss der Hund die Führung übernehmen, es geht dem Hund um das Überleben des Rudels!! Das ist nicht „ungezogen“ sein, das ist pure Natur!
  3. Stachelhalsband: Na ja, ich halte es für Tierquälerei, eine gute Erziehung ist da mehr wert!!!

Meiner Meinung sollte der Hund mal auf den Hundeplatz, dort lernt er zu gehorchen und Frauchen/Herrchen sich durchzusetzten.
Einen schlecht oder garnicht erzogener Hund kann man nicht frei rumlaufen lassen, und das ist weniger schön- für den Hund und für den Hundeführer.

Wenn unsere Töle *g* mal wieder meint, ziehen zu müssen, wird entweder ganz heftig zurückgezogen, so daß er bald abhebt (keine Sorge, das sieht schlimmer aus als es ist) oder er bekommt mehrere kurze „Zupfer“ (kurze heftige Rucke mit der Leine direkt hintereinander) und dazu den entsprechenden, energischen Kommentar. Und wenn er dann auch nur für ein paar Sekunden nicht zieht: Loben was das Zeug hält. Bis zum nächsten Ziehen…

Aber auf Dauer hilft nur: Konsequente Erziehung, auch wenn es Zeit und Überwindung kostet. Man muss seinem Hund auch mal „die Zähne“ zeigen, ich habe meinen auch schon in die Kehle „gebissen“, danach war er kusch!
Und bevor jetzt die Tierschützer losschießen: Das mit dem Beissen habe ich mir bei den Hunden abgeschaut, da kann man viel lernen…aber geschmeckt hat es nicht, halt wie Hund*g*

Gruß und viel Spaß mit Eurer Hündin

Weikko

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Hi!
Wie oft führt ihr denn den Hund aus? Denn ich bin nicht sicher, ob Erziehungsmethoden Erfolg versprechen, wenn nur Ihr „erzieht“, und zuhause alles wie gewohnt weiter läuft. Gegen das Ziehen hab ich in der Hundeschule folgendes gelernt: Immer wenn unsere Beiden ruhig neben uns gehen, gibt es eine Belohnung. Wenn der Hund zieht, bleibe ich >sofort

Hallo Jeanny!

Es erfordert zwar viel Geduld, ist aber sehr wirksam. Bleib einfach stehen, wenn der Hund zieht, beachte ihn nicht (woanders hinschauen), Spannung der Leine erhalten - nicht zupfen, warten bis der Hund einen Schritt auf Dich zu macht, dann weiter laufen, sobald er wieder zieht das ganze Spiel von vorne.

Es wird wohl etwas dauern, aber der Hund wird so lernen, dass er nicht ziehen soll. Die „Bestrafung“ ist das Stehen bleiben. Rede nicht mit dem Hund so lange Du stehen bleiben musst. Kommt er in Richtung zu Dir - loben!

Hilde

Es gibt tatsächlich eine einfache Lösung: Erziehung…und zwar konsequent.
Dere Rest hilft alles nicht: Stachelhalsbänder und Geschirre die unter den Achseln des Hundes durchgezogen werden sollen über Schmerz wirken…kannste knicken
Ebenso Lösungen die bei Zug an der Leine ein Etherisches Öl versprühen oder eine Pfeife betätigen. Die mit Stromschlägen sind zum Glück verboten worden…

Hallo Jeanny,

daß das Stachelhalsband wieder weggelassen wurde ist super! Es gibt, wie einige Vorredner bereits sagten, längerfristig nur die Lösung einer guten, konsequenten Erziehung, natürlich durch die eigentlichen Besitzer. Hierzu kann ich allerwärmstens das Buch von Eric Aldington: Was tu ich bloß mit diesem Hund, empfehlen. Ich habe selten so etwas gutes gelesen. Mittelfristig hilft in der von Dir geschilderten Situation eigentlich nur das Halti. Also ab in eine gute Fachhandlung und dort anprobieren. Bitte um Himmels Willen nicht auf die Größenangaben verlassen. Meine weiße Schäferhündin hat z.B. „Dackelgröße“. Das Halti darf dann aber nicht sofort eingesetzt werden. Die Hündin würde das fremde Gefühl nicht mögen und unentwegt versuchen es sich von der Schnauze zu streifen. Bitte, bitte unbedingt mindestens eine Woche lang kurz vor jeder Futtergabe anlegen, damit fressen lassen und dann wieder abmachen. Wenn sich der Hund so daran hat gewöhnen können, muß eine Leine mit zwei Befestigungskarabinern gekauft werden. Ein Ende kommt an die Leine, das andere Ende an das Halti. Beim Spaziergang hat ab jetzt die Leine keinen Zug mehr, soll immer locker durchhängen. Der Hund wird mit dem Halti korrigiert und immer wenn sie (die Labradorhündin) wieder beginnt zu ziehen, wird ihr Kopf mittels des Halti zum Hundeführer hingezogen, so daß (wichtig!!) wieder Augenkontakt entsteht. Zusätzlich ist ein entsprechendes Kommando, wie „Nein“ oder „Pfui“ zu geben wenn sie zieht. Sobald sie locker läuft, kann auch das Leinenstück mit dem Halti locker durchhängen. Um das Halti nicht zu einem Dauerinstrument zu machen, muß es in dieser Form einige Wochen eingesetzt werden. Also Halsbandseite immer locker lassen und mit der Haltiseite korrigieren. Wir konnten auf diese Weise bereits einer großen Anzahl von Hunden das Leinenziehen abgewöhnen. Optimal ist eine solche, hier von mir gegebene schriftliche Anleitung natürlich nicht, besser wäre es, das Haltitraining in einer Hundeschule unter fachlicher Anleitung zu lernen und dabei am besten gleich die restliche Erziehung des Hundes ebenfalls.

Liebe Grüße und viel Erfolg

Angelika

Hallo Jeanny, Hallo Hilde,

genauso, wie von Hilde beschrieben, habe ich meiner Labrador-Hündin das Ziehen auch abgewöhnen können. Hat zwar auch etwas gedauert, aber jetzt klappt es. Wenn sie es zwischendurch mal wieder versucht, reicht es meist, wenn ich nur einmal stehenbleibe, und dann zieht sie schon nicht mehr.

Viel Erfolg

Gerd

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Danke und Text
Danke schonmal allen, wie ich befürchtet habe gibt es keine einfache Lösung. Natürlich können wir den Hund nicht erziehen, das muss schon die Besitzerin machen, deshalb hatte ich an eine Leinenlösung gedacht.

Das Problem ist, dass der Hund auch unter der Woche immer mind. 8 Stunden täglich alleine ist und bei einer Einzelperson wohnt, also total unterfordert und gelangweilt ist. Sie macht auch sonst nichts, außer mit ihr spazierengehen. Beim Spazierengehen, oder auch sonst wenn man da ist, will sie dann wohl immer alles auf einmal machen und ist hyperaktiv. Die ganze Haltung ist Tierquälerei und ich tröste mich nur damit, dass der Hund geliebt wird und dass es sicher Hunde gibt, denen es noch schlechter geht. Übrigends ist sie nicht dominant, ich denke es ist alleine die Langeweile, die das Problem ist.

Das mit dem Stehenbleiben, wenn sie zieht habe ich mir auch schon angelesen, ist aber so überhaupt nicht praktikabel, sie zieht die ganze Zeit -ungelogen-, so würden wir nicht einen Meter weiterkommen!! Ist sehr schade, denn man kann ja nichts mit ihr machen, nirgendwo mit hinnehmen, nicht mit ans Fahrad nehmen etc., obwohl sie viel mehr Bewegung bräuchte.

Wir werden uns wohl noch eine Woche ziehen lassen und dann mach ich drei Kreuze, wenn Frauchen wieder da ist!

Mit dem Stehenbleiben, weil der Hund an der Leine zieht sollte man erst einmal ausprobieren, bevor man ein Urteil abgibt. Denn ein Hund lernt schneller als man denkt - aber klar, es macht ja Arbeit und ist ja nicht Dein Hund …

Wenn Du das Gefühl hast, der Hund werde schlecht behandelt oder wird nicht so gefordert, wie es sein sollte, solltest Du doch mit den Besitzern darüber sprechen können.

Hilde

Hallo Jeanny!

Ein Labrador ist ein sehr ruhiger pflegeleichter Hund.
Aber - er hat seinen eigenen Kopf und läßt sich sehr schlecht „erziehen“.

Eigentlich wollte ich nur zu der Methode des an der Leinereißens etwas sagen. Wurde hier ja auch vorgeschlagen.
Hunde, welche beim Laufen zuviel an der Leine ziehen, sollte man niemals zurückreißen, diese Hunde brauchen einen Brusthalfter, also eine Doppelleine, die um Brust und Bauch befestigt wird.
Das reißen an der normalen Halskette verursacht in den meisten Fällen eine Kehlkopfverletzung, zumindest eine Kehlkopfentzündung.
Gruß Werner

Kurz haben wir das tatsächlich schon probiert, aber wie gesagt, ich denke, ihr könnt euch kein Bild davon machen, wie wild der Hund beim Spaziergang ist. Sie zieht nur, rennt dauernd von links nach rechts, immer wieder auf die andere Straßenseite etc… Dabei wird wie wild geschnüffelt, schneller schnüffeln geht wirklich nicht mehr :wink:! Ist auch ziemlich groß und schwer, schätzungsweise 35 kg. Ich selbst trau mich gar nicht, sie zu halten, macht nur mein Mann, die Besitzerin ist schon mehrfach umgezogen worden und bös gefallen, die Hündin rennt dann auch sofort ins Unendliche und ist weg.

Mit der Nachbarin zu sprechen ist zwar eine gute Idee, nur wird sie nicht viel daran ändern können, dass sie ganztags berufstätig ist, und das ist meines Erachtens das Schlimme. Sie hätte sich den Hund erst gar nicht anschaffen dürfen, aber dafür ist es nun zu spät. Sie liebt ihren Hund auch über alles.

Außerdem ist sie in einer Art Lebenskrise, hat sie uns auch gesagt, und ist jetzt tatsächlich für 2 Wochen in Urlaub geflogen. Das ist ja wohl schon ein Zeichen. Ihr erwachsener Sohn geht jetzt zwischendurch mit dem Hund, er wohnt aber auch ca. 10 km weg und ist eben auch berufstätig. Das ist natürlich absolute Quälerei und macht mich selbst ganz schön fertig. Wir haben einen Schlüssel und gehen eben zwischendurch auch mal mit ihr, aber das ist auch keine Lösung, wir sind auch den ganzen Tag weg!

Am Samstag hat sie mir so leid getan, da hat sie bei uns übernachtet, hat wider Erwarten auch gut geklappt, nur bin ich allergisch und muss deshalb sehr aufpassen. Außerdem kommt der Hund bei uns tagsüber nicht zur Ruhe und will zwar immer wie bekloppt mit zu uns rein, aber nach kurzer Zeit auch immer wieder nach Hause (Türkratzen etc.)

Ich denke, dass ich der Nachbarin schon nochmal sage, dass sie mit dem Urlaub Mist gebaut hat, aber das grundsätzliche Problem lässt sich eigentlich gar nicht lösen.

Gruß
Jeanny

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Das mit dem Stehenbleiben, wenn sie zieht habe ich mir auch
schon angelesen, ist aber so überhaupt nicht praktikabel, sie
zieht die ganze Zeit -ungelogen-, so würden wir nicht einen
Meter weiterkommen!!

Doch Jeanny, das ist die Lösung. Damit es funktioniert sind Konsequenz und Geduld gefragt. Wir haben einen Dalmatiner, ein ganz lieber Wildfang mit Kraft und Bewegungsdrang ohne Ende. Würger- und Stachelhalsbänder sind sinnlose Quälerei. Du brauchst eine superstabile Leine, möglichst breit und dick, ein Hundegeschirr oder ein breites Halsband, das fest sitzt, aber nicht scheuert und nicht würgt. Fehlt nur noch ein eindeutiger Befehl, „Fuß“ zum Beispiel.
Sobald der Hund zieht und zwar schon bei leisestem Ziehen, sagst Du „Fuß“ , bleibst stehen und übst Dich jetzt in viiiiiieeel Geduld. Du mußt „einfach nur“ mehr Ausdauer haben als Dein Hund. Irgendwann hört er auf zu ziehen, Deine Beine sind schon lahm vom Stehen, Termine und Ziele kannst Du vergessen, trotzdem lobst Du ihn. Jetzt gehst Du weiter, aber schon nach dem ersten Schritt zerrt er sofort wieder. Also gibst Du das Kommando „Fuß“ und bleibst stehen.
Du mußt ihm mit letzter Konsequenz zeigen, daß er mit dem Zerren nicht durchkommt. Dafür brauchst Du unendlich viel Geduld, aber nach ein paar Tagen bemerkst Du den ersten Erfolg, weil er nämlich beginnt, auf das Kommando zu hören und irgendwann hat er begriffen, wie es läuft.
Unser Dalmatiner läuft immer noch nicht so toll an der Leine, aber vor Monaten war’s noch schlicht katastrophal. Jetzt ist deutlich zu merken, daß er das Stehenbleiben überhaupt nicht mag und er hat kapiert, wie er das vermeiden kann. Trotzdem probiert er natürlich laufend aus, was gerade noch geht.
Im kommenden Frühjahr ist er bestimmt so weit, daß er am Fahrrad laufen kann. Und dann kann dieses Lauftier endlich Gummi geben, so viel es will.

Gruß
Wolfgang

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hallo angelika und natürlich jeanny,

den vorschlag von dir angelika kann ich am meisten begrüssen. da ich selber einen labbimix habe, der anfänglích meinte, er müsse mich wie eine fahne hinter sich herflattern lassen, habe ich den einsatz des haltis mit erfolg durchgezogen.

ganz wichtig und erwähnenwert wäre mir hierbei auch noch, die absolut positive bestärkung, welche der hund in jedem falle braucht, um zu erkennen, dass er JETZT alles richtig macht.

damit meine ich natürlich einsatz der stimme (gelobt wird nur in einer sehr hohen fröhliche stimmlage), spiel und sich selber interessant machen - z.b. durch plötzliche richtungswechsel oder tempiwechsel der gangart.

der hunde wird irgendwann kapieren, dass es bei dir als hundeführerin einfach immer nur super ist und das man dich besser im auge behalten sollte um nur ja nichts von diversen schönen aktionen zu verpassen.

nur leider wirst du das der hundebesitzerin nicht begreiflich machen können :frowning:((((

mein hund ist mittlerweile ein geprüfter belgleithund und wird im hundesport intensiv von mir gearbeitet - und dies alles ohne starkzwangmittel.

liebe grüsse und viel erfolg
iris + gonzo