Massenschlachtung für die Preisstabilität

Ich kann es mal wieder nicht fassen.

400.000 Rinder sollen sterben um die Preise stabil zu halten und die „Produktion“ muß runtergefahren werden.

„Produktion“ - das hört sich an, als wenn es um Dinge geht und nicht um LEBENDE TIERE.

Wie kann der Mensch so vermessen sein und nur wegen der Preisstabilität so etwas anordnen?!? Wir bekommen jetzt die Quittungen für unsere falschlaufende Tiermast und werden trotzdem nicht klug daraus.

Komplette Rinderherden werden getötet, wenn ein BSE-Fall auftritt. Dadurch gehen ganze Agrarbetriebe pleite. Die Bundesregierung drückt diese Kosten dann auch noch diesen Betrieben auf. Unfassbar.

Unsere Regierung (SPD UND CDU) hat diese Art der Tierhaltung doch jahrelang „unterstützt“.

Ich denke, daß es in den nächsten Monaten/Jahren noch viel, viel schlimmer werden wird.

Ach ja: und angeblich BSE-freies Rindfleisch aus Australien oder Argentinien ist auch nicht so ganz koscher. Ich habe mir sagen lassen, daß oftmals deutsches Rindfleisch in diese Länder exportiert wird, um dann als australisches oder argentinisches Fleisch zurückzukommen. Wenn das stimmen sollte, kann man nur sagen: Verarscht uns nur weiter.

Ich halte den Menschen mehr und mehr für das größte und schlimmste „Raub“-Tier auf Erden.

Viele Grüße
Yvonne

Ich kann es mal wieder nicht fassen.

400.000 Rinder sollen sterben um die Preise stabil zu halten
und die „Produktion“ muß runtergefahren werden.

„Produktion“ - das hört sich an, als wenn es um Dinge geht und
nicht um LEBENDE TIERE.

Wie kann der Mensch so vermessen sein und nur wegen der
Preisstabilität so etwas anordnen?!? Wir bekommen jetzt die
Quittungen für unsere falschlaufende Tiermast und werden
trotzdem nicht klug daraus.

Hallo Yvonne!
Natürlich ist das schlimm!! Aber diese Tiere haben sowieso nur eine sehr gegrenzte Zeit zu leben. Wenn Du Kalbsleberwurst ißt, ist sie aus kleinen Kälbern hergestellt, die auch geschlachtet wurden. Milchkühe leben nur einige wenige Jahre, dann geht ihre Milchleistung zurück und sie kommen in die Wurst.

Komplette Rinderherden werden getötet, wenn ein BSE-Fall
auftritt. Dadurch gehen ganze Agrarbetriebe pleite. Die
Bundesregierung drückt diese Kosten dann auch noch diesen
Betrieben auf. Unfassbar.

Sieh Dir mal dieses Elend in einem ganz normalen Schlachthof an, an einem ganz normalen Tag. Ohne BSE, dann bekommst Du das Grausen. Das ist dort immer so, daß Tiere geschlachtet werden.
Die Stückzahl ist unwichtig.

Bei uns vorm Haus findet zur Zeit eine Demonstration statt. Ein paar hundert Bauern fahren mit ihren Treckern durch den Ort und wir sind alle auf ihrer Seite. Polizei in Hubschraubern und das Fernsehen auch über uns. Ein Höllenspektakel.

Unsere Regierung (SPD UND CDU) hat diese Art der Tierhaltung
doch jahrelang „unterstützt“.

Die Bauern auch, anders hätten sie nicht überleben können. Eine Kuh an der Kette und Lieschen oder Oma zum Aufpassen, wie in Polen, das geht nicht. Heute organisiert ein Bauer mit Frau und Opa einen Riesenbetrieb. Das geht nur in Massentierhaltung.
Und bitte nicht vergessen, die Bauern sind nicht dumm. Sie wissen schon, was sie ihrem Vieh da zu fressen gegeben haben. Das sehen sie allein schon am Preis.

Ich denke, daß es in den nächsten Monaten/Jahren noch viel,
viel schlimmer werden wird.

Ach ja: und angeblich BSE-freies Rindfleisch aus Australien
oder Argentinien ist auch nicht so ganz koscher. Ich habe mir
sagen lassen, daß oftmals deutsches Rindfleisch in diese
Länder exportiert wird, um dann als australisches oder
argentinisches Fleisch zurückzukommen. Wenn das stimmen
sollte, kann man nur sagen: Verarscht uns nur weiter.

Ja, das stimmt, zumindest vor einigen Jahren. Ich habe auf Kühlschiffen Fleisch nach Argentinien gebracht und dann weiter exportiert. Und glaubst Du denn wirklich in einem Land wie USA gibt es kein BSE??? Alles, was in Europa plötzlich erscheint, gibt es schon mindestens 10 Jahre vorher in den USA.

Ich halte den Menschen mehr und mehr für das größte und
schlimmste „Raub“-Tier auf Erden.

Da hast Du Recht!

Und noch etwas zu den Bauern. Diese leben damit, daß ihr Vieh regelmäßig geschlachtet wird. Das ist ihr Handwerk. Das Schlimme für sie ist nicht das Töten irgendwelcher Tiere, sondern sie haben diese Tiere gezüchtet. In den guten Stand gebracht, in dem sie jetzt sind. Das heißt, eine bestimmte Milchleistung zu bringen. Und jetzt müßen sie sich fremde Kälber und Kühe kaufen, ohne zu wissen, ob sie überhaupt von ihnen leben können.

Man muß das alles von zwei Seiten sehen. Einmal die schönen Kuhaugen, denen man nichts zu Leide tun möchte, dann aber auch die Bilder der englischen Kinder, die durch BSE erkrankt sind und ganz langsam zu hirnlosen, sabbernden Wesen werden.
Wer soll da das Richtige entscheiden?.
Gruß Werner

Viele Grüße
Yvonne

Hallo Yvonne!
Natürlich ist das schlimm!! Aber diese Tiere haben sowieso nur
eine sehr gegrenzte Zeit zu leben. Wenn Du Kalbsleberwurst
ißt, ist sie aus kleinen Kälbern hergestellt, die auch
geschlachtet wurden. Milchkühe leben nur einige wenige Jahre,
dann geht ihre Milchleistung zurück und sie kommen in die
Wurst.

Komplette Rinderherden werden getötet, wenn ein BSE-Fall
auftritt. Dadurch gehen ganze Agrarbetriebe pleite. Die
Bundesregierung drückt diese Kosten dann auch noch diesen
Betrieben auf. Unfassbar.

Sieh Dir mal dieses Elend in einem ganz normalen Schlachthof
an, an einem ganz normalen Tag. Ohne BSE, dann bekommst Du das
Grausen. Das ist dort immer so, daß Tiere geschlachtet
werden.
Die Stückzahl ist unwichtig.

Ich habe grundsätzlich nicht unbedingt ein Problem mit dem Schlachten. Ich habe Probleme mit ungerechtfertigter Schlachtung, mieser Tierhaltung etc. Leider kenne ich Schlachthöfe auch von innen und kann Dir in diesem Punkt nur zustimmen. Tiere halten und schlachten zum Essen läuft ja schon seit Jahrhunderten. Ich prangere halt nur die furchtbaren Bedingungen an.

Bei uns vorm Haus findet zur Zeit eine Demonstration statt.
Ein paar hundert Bauern fahren mit ihren Treckern durch den
Ort und wir sind alle auf ihrer Seite. Polizei in
Hubschraubern und das Fernsehen auch über uns. Ein
Höllenspektakel.

Unsere Regierung (SPD UND CDU) hat diese Art der Tierhaltung
doch jahrelang „unterstützt“.

Die Bauern auch, anders hätten sie nicht überleben können.
Eine Kuh an der Kette und Lieschen oder Oma zum Aufpassen, wie
in Polen, das geht nicht. Heute organisiert ein Bauer mit Frau
und Opa einen Riesenbetrieb. Das geht nur in
Massentierhaltung.
Und bitte nicht vergessen, die Bauern sind nicht dumm. Sie
wissen schon, was sie ihrem Vieh da zu fressen gegeben haben.
Das sehen sie allein schon am Preis.

Klar, da ich viele Jahre auf dem Land gelebt und jetzt auch wieder lebe, habe ich da auch genug mitbekommen. Ich habe auch viele Jahre auf einem Bauernhof mitgearbeitet. Dort ging es zum Glück jedoch anders zu als in den großen Mastbetrieben. Dementsprechend schmeckt das Fleisch aber auch um Klassen besser.

Ich denke, daß es in den nächsten Monaten/Jahren noch viel,
viel schlimmer werden wird.

Ach ja: und angeblich BSE-freies Rindfleisch aus Australien
oder Argentinien ist auch nicht so ganz koscher. Ich habe mir
sagen lassen, daß oftmals deutsches Rindfleisch in diese
Länder exportiert wird, um dann als australisches oder
argentinisches Fleisch zurückzukommen. Wenn das stimmen
sollte, kann man nur sagen: Verarscht uns nur weiter.

Ja, das stimmt, zumindest vor einigen Jahren. Ich habe auf
Kühlschiffen Fleisch nach Argentinien gebracht und dann weiter
exportiert. Und glaubst Du denn wirklich in einem Land wie
USA gibt es kein BSE??? Alles, was in Europa plötzlich
erscheint, gibt es schon mindestens 10 Jahre vorher in den
USA.

Hoffen und denken sind oft unterschiedliche Dinge. Es ist irgendwie auch nicht vorstellbar, daß nur Europa BSE hat. Es ist ja auch nicht mit BSE getan. Es gibt noch viel mehr .

Ich halte den Menschen mehr und mehr für das größte und
schlimmste „Raub“-Tier auf Erden.

Da hast Du Recht!

Und noch etwas zu den Bauern. Diese leben damit, daß ihr Vieh
regelmäßig geschlachtet wird. Das ist ihr Handwerk. Das
Schlimme für sie ist nicht das Töten irgendwelcher Tiere,
sondern sie haben diese Tiere gezüchtet. In den guten Stand
gebracht, in dem sie jetzt sind. Das heißt, eine bestimmte
Milchleistung zu bringen. Und jetzt müßen sie sich fremde
Kälber und Kühe kaufen, ohne zu wissen, ob sie überhaupt von
ihnen leben können.

Man muß das alles von zwei Seiten sehen. Einmal die schönen
Kuhaugen, denen man nichts zu Leide tun möchte, dann aber auch
die Bilder der englischen Kinder, die durch BSE erkrankt sind
und ganz langsam zu hirnlosen, sabbernden Wesen werden.
Wer soll da das Richtige entscheiden?.

Wie oben schon gesagt, ich habe kein Problem damit Fleisch zu essen.
Zu den zwei Seiten:
Klar, hier ist aber irgendwo auch die Regierung gefordert und die Landwirtschaft auch. Das Problem ist irgendwo auch, daß wir Verbraucher ja jahrelang zu gutgläubig waren und im Grunde immer Ja und Amen sagen, hauptsache der Preis stimmt. Also ist das die Gesellschaft an sich Schuld. Ich mußte halt vorhin einfach mal diese elendige Wut loswerden, wie wir Menschen mit den Tieren umgehen. Das ich eigentlich mein Hauptproblem und bringt mich immer wieder in Rage.

Gruß
Yvonne

Ich hab da sowieso noch ne Frage…
… die Regierung zahlt doch den Bauern für jedes Tier etwa 500 bis 1000 DM. Rentiert sich das für die Regierung? Woher nehmen die das Geld? Könnte man es nicht evtl. anders einsetzen?
Und wieso werden auch diejenigen Tiere verbrannt, deren BSE-Test negativ ausgefallen ist?? Das Argument, dieser Test sei ja nicht 100% sicher ist ungenügend, finde ich, da wir dann nämlich ALLE Tiere töten müssten! Wie können wir jemals wieder sicher sein, dass ein Tier nicht krank ist??

Diese Massentierhaltung verstößt eindeutig gegen das Tierschutzgesetz, und wenn unter den vielen getöteten Rindern auch nur eins war, das gesund war, dann ist das alles sinnlos und nicht zu verantworten!

Was bin ich froh, dass ich Vegetarier bin!!!
Galli

Unverantwortliche Geldgier
Nach meiner Meinung ist es unverantwortlich Tiere in diesem Ausmaß zu töten um den Preis zu stabilisieren oder sonstige eigennützige Interessen zu stützen.
Obwohl ich auch Fleisch esse bin ich der Meinung, daß wir als Menschen sorgsam mit anderen Kreaturen umgehen sollten. Ein Tier zu töten um seinen Hunger zu stillen oder den Nährstoffbedarf zu decken ist etwas grundlegend anderes als eine Massenvernichtung auszulösen weil sonst der Preis nicht zu halten ist.
Warum sind wir im Dilemma des fehlenden Absatzmarktes? In erster Linie wohl deshalb weil durch staatliche Zuschußpolitik das wirtschaftliche Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage zerstört wird. Manchmal habe ich den Eindruck, daß bestimmte Lobbyisten BSE als vorgeschobenes Argument für Ihre Marktregulierung ganz brauchbar finden. Selbstverständlich erfordert diese Seuche energische Maßnahmen aber wo geht es um BSE, wenn einfach wahllos 400000 Rinder (in der gesamten EU 2000000) geschlachtet werden.
Natürlich ist für einen Bauern ein Rind ein Nutztier und er findet die Schlachtung als etwas natürliches. Das kann ich auch akzeptieren aber nur so lange wie bestimmte oben aufgeführte ethische Grundsätze eingehalten werden.
Dem einzelnen Bauern wurde in den vergangenen 40 Jahren gelernt mit Zuschüßen zu taktieren, die eigentliche Verantwortung für gesunde Nahrung und sorgsamen Umgang mit der Natur hat man ihm aberzogen. Bedauerlich ist, daß so viele Bauern so vorurteilsfrei diese kreaturen- und naturverachtende Bewirtschaftung mitmachen.
Vielleicht ist es etwas extrem aber wie lange dauert es noch bis irgendjemand feststellt, daß es zu viele Krebskranke, Aidskranke oder sonst irgendwelche Menschen gibt denen man einen Makel nachsagen kann.

Helmut

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

*grummel*

ein einziger beitrag (werners) betrachtet zwei seiten. Alle anderen zerbrechen sich den kopf über kosten und subventionen, über habgier und politik. sie sehen ein heutiges ergebnis und keiner denkt darüber nach, wie die katastrophe durch jahrzehnte erst langsam gewachsen ist.

jeder rennt in den supermarkt mit dem billigsten fleischangebot - und wirft dem inhaber gleichzeitig gewinnsucht vor.

Keiner will den apfel mit einem kleinem schorffleck kaufen - und wirft den bauern für schöne äpfel die chemiekeule vor.

Alle schreien auf, wenn über genmais nachgedacht wird - dass dieser aber die futtermittel für das (billige) fleisch noch verbilligt (damit die konsumenten noch mehr einsparen ), dieser zusammenhang wird ignoriert.

Vor jahrzehnten mussten 30 % und mehr eines monatsbudgets für lebensmittel aufgebracht werden. wie hoch ist der anteil heute? Solange die lebensmittelkosten zugunsten von autos, reisen, freizeit weiter reduziert werden, solange wird es den versuch geben, die produktionskosten zu minimieren - ganz egal, wie sehr das schnitzel am ende in der pfanne schrumpft, die spritzmittelrückstände in den tomaten schmecken. Hauptsache, es wurde billig eingekauft.

Jetzt aufzuschreien, weil der überschuss an rindern getötet wird, ist sinnlos. Und ich kann heute schon die konsumenten meckern hören, die nach einer weiterfütterung der rinder sich über das alte zähe fleisch beschweren, das noch dazu um einiges teurer sein muss, weil auch die zusätzliche fütterung geld kostet.

Irrenhaus
An alle, die nicht tatenlos zusehen möchten, wie aus „wirtschaftlichen Gründen“ 400.000 Rinder abgeschlachtet werden sollen.
(Stellt euch die Tiere auf einem Haufen vor, stellt auch vor, wie sie aufs Schafott geführt, getötet, abtransportiert und verbrannt werden. Könnt ihr das?)
Was könnte man als einzelner Mensch dagegen tun? (Wenn man etwas tun wollte…)
Man könnte leise, aber nachhaltig prostestieren. Jeder von uns. Man könnte Emails an Freunde schicken, damit die Botschaft weiterverbreitet wird. Man könnte E-mails an die zuständigen Bundestagsabgeordneten (http://www.bundestag.de/mdb14/bio/a.htm) senden, bis die Mailbox der MinisterInnen überquillt. Man könnte tierfeindlich eingestellten, profitorientierten Bauernverbänden ein wenig auf die Finger klopfen.
Man könnte auch den Tierschutzbund in seiner Klage gegen diese Regierung unterstützen.
Wer hat denn eigentlich den Schaden, wenn die Rinder einfach am Leben bleiben? Die Bauern? Haben die nicht jahrelang die fetten Subventionen dafür kassiert, dass sie es dorthin gebracht haben, wo wir heute sind? Dann wären jetzt wohl auch Subventionen fürs Gnadenbrot angesagt, oder?
Können wir die Überproduktion wirklich einfach wegkippen wie die Tomaten, die Kartoffeln und den Butterberg? Nein, können wir nicht. Ganz entschieden nicht.
Es ist eine Grenze überschritten.
Hier geht es um lebendige Tiere. EU-Recht oder nationales Recht hin oder her.
Stellt euch vor, Gott würde die Tiere eines Tages mit der notwendigen Intelligenz und den notwendigen Werkzeugen ausstatten, und sie zu dem Schluss kommen lassen, dass von den 6 Milliarden Menschen auf der Welt 5 Milliarden zuviel sind. Wehe unseren Kindern und unseren Enkeln, wenn die Tiere dann entsprechend den von den Menschen vorgebenen Analogien handeln. Allein diese Vorstellung müsste doch genug Mut und Kraft geben, um den rot-grünen (!!!) Rindermördern das Handwerk zu legen.
Aber abgesehen davon: Wenn man künftig für DM 4.99 statt einem Kilo nur noch 100 g Hackfleisch bekommen würde, würde das auch noch ausreichen, um den täglichen Eiweissbedarf zu decken. Und keiner von uns würde davon ärmer werden.
Bitte seht diesem Wahnsinn nicht sprachlos zu.
Karin Montag

An alle, die nicht tatenlos zusehen möchten, wie aus
„wirtschaftlichen Gründen“ 400.000 Rinder abgeschlachtet
werden sollen.
(Stellt euch die Tiere auf einem Haufen vor, stellt auch vor,
wie sie aufs Schafott geführt, getötet, abtransportiert und
verbrannt werden. Könnt ihr das?)
Was könnte man als einzelner Mensch dagegen tun? (Wenn man
etwas tun wollte…)
Man könnte leise, aber nachhaltig prostestieren. Jeder von
uns. Man könnte Emails an Freunde schicken, damit die
Botschaft weiterverbreitet wird. Man könnte E-mails an die
zuständigen Bundestagsabgeordneten
(http://www.bundestag.de/mdb14/bio/a.htm) senden, bis die
Mailbox der MinisterInnen überquillt. Man könnte tierfeindlich
eingestellten, profitorientierten Bauernverbänden ein wenig
auf die Finger klopfen.
Man könnte auch den Tierschutzbund in seiner Klage gegen diese
Regierung unterstützen.

Tja, genau hier ist aber das Problem. Der größte Teil der Leute ist auf jeden Fall zu feige, für den Tierschutz einzutreten. Dabei wird leider auch oft vergessen, daß auch kleine Dinge (z.B. Tiere nicht vom Züchter zu kaufen, sondern aus den Tierheimen oder von Tierschutzbunden zu holen) Tierschutz sein können. Aber den Mund aufmachen bedeutet ja auch, plötzlich gehört zu werden und das könnte ja ungemütlich werden, da man ja gegen andere reden muß. Und dann wird lieber gekniffen. Nach dem Motto: da kümmern sich schon andere drum.
Ich hatte vor kurzem einen Beitrag zum Thema Katze einschläfern in einem anderen Forum geschrieben. (ging um jemanden der das herauszögerte, damit jemand anderes die Katze ja noch sehen kann - obwohl zu diesem Zeitpunkt klar war, daß es nur noch Quälerei ist). Ein Aufschrei ging durch die Reihen, wie ich den sowas tun könnte, in so einer Situation auch noch Kritik zu äußern. Und genau da ist das Problem. Alle sehen sich als große Tierschützer- und liebhaber. Doch in Wirklichkeit werden dann die eigenen Belange über die der Tiere gestellt. Ich könnte mich darüber ohne Ende aufregen.

Wer hat denn eigentlich den Schaden, wenn die Rinder einfach
am Leben bleiben? Die Bauern? Haben die nicht jahrelang die
fetten Subventionen dafür kassiert, dass sie es dorthin
gebracht haben, wo wir heute sind? Dann wären jetzt wohl auch
Subventionen fürs Gnadenbrot angesagt, oder?
Können wir die Überproduktion wirklich einfach wegkippen wie
die Tomaten, die Kartoffeln und den Butterberg? Nein, können
wir nicht. Ganz entschieden nicht.
Es ist eine Grenze überschritten.
Hier geht es um lebendige Tiere. EU-Recht oder nationales
Recht hin oder her.

Für die großen Agrarbetriebe und für die Regierung sind das irgendwie keine lebenden Tiere. Nur Nummern und Geld. Kleine Betriebe die die Sache vielleicht ökologischer angehen wollen, scheitern an genau diesen Großen. Der Verbraucher ist oft nicht bereit (und davon abgesehen: manche können es wirklich nicht) den höheren Preis zu zahlen.

Stellt euch vor, Gott würde die Tiere eines Tages mit der
notwendigen Intelligenz und den notwendigen Werkzeugen
ausstatten, und sie zu dem Schluss kommen lassen, dass von den
6 Milliarden Menschen auf der Welt 5 Milliarden zuviel sind.
Wehe unseren Kindern und unseren Enkeln, wenn die Tiere dann
entsprechend den von den Menschen vorgebenen Analogien
handeln. Allein diese Vorstellung müsste doch genug Mut und
Kraft geben, um den rot-grünen (!!!) Rindermördern das
Handwerk zu legen.

Es ist nicht nur unsere jetzige Regierung. Die CDU gibt ja so gerne denen die Schuld. Aber wer war den Bitte vorher dafür zuständig?!? Klar ist doch auch, daß die Leute in der Regierung nur an sich selbst denken. Das sieht man in vielen Dingen.

Aber abgesehen davon: Wenn man künftig für DM 4.99 statt einem
Kilo nur noch 100 g Hackfleisch bekommen würde, würde das auch
noch ausreichen, um den täglichen Eiweissbedarf zu decken. Und
keiner von uns würde davon ärmer werden.
Bitte seht diesem Wahnsinn nicht sprachlos zu.
Karin Montag

1 „Gefällt mir“

Hallo!

Diese 400 000 Rinder sind natürlich eine gewaltige Masse. Aber ist es denn nicht eigentlich etwas anders??
Diese Rinder wären ohne BSE längst unterm Messer.
Diese Rinder haben durch die BSE-Sache eine viel höhere Lebenserwartung. Für die Tiere ist BSE ein Glück! Sie können einige Monate, wenn nicht Jahre länger leben.

Die Bauern können eine Versicherung abschließen, gegen BSE. Wird ein BSE-Rind bei ihnen festgestellt und die gesamte Herde geschlachtet, erhalten sie von der Versicherung den Ausfall der täglichen Einnahmen durch Milch.
Diese Versicherung hat natürlich eine Anlaufzeit, das heißt, man kann nicht heute abschließen und ist versichert. Wie bei vielen anderen Vers. muß man erstmal einige Zeit versichert sein. Bei der BSE-Versicherung 4 Wochen. Diese Zeit muß überbrückt werden, ohne ein Rind zu verkaufen. Denn kommt es vorher zu BSE-Fällen im Stall, kommt die Versicherung nicht zum Tragen.

Es ist schlimm das Ganze, aber die Tränen um die 400 000 Rinder sind doch nur Krokodilstränen. Wenn uns wirklich so viel an den Erhalt der Rinder liegt, laßt uns aufhören Fleisch zu essen.
Der einzige Unterschied jetzt zu vorher ist, diese 400 000 kommen nicht in den menschlichen Verzehr, sie werden verbrannt. Den Kühen ist das sicher angenehmer!

Gruß Werner

Grundsätzlich denke ich, daß viele nicht das Problem haben Tiere zu essen (das ist eine völlig natürliche Sache, die schon seit Ewigkeiten praktiziert wird) sondern das es um die Art und Weise der Haltung und die Folgen daraus geht. Das sollte unbedingt getrennt werden. Fleisch zu essen ist von daher nicht falsch.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,
ich habe ein fürchterlichen Schrecken bekommen, als ich die Nachricht von der Absicht der Bundesregierung erfuhr, 400.000 Rinder töten lassen zu wollen.
Ich habe einerseits ohnehin rechtliche Bedenken, weil es sich um einen klaren Verstoß gegen des Tierschutzgesetz handelt.
Der Deutsche Tierschutzbund hat eine entsprechende Klage bereits eingereicht.
Aber vielmehr noch habe ich ethische Bedenken. Hier geschehen Dinge, die mit Leben, Natur, Religion, Glaube absolut nichts mehr zu tun haben. Die Politiker handeln nur noch als Gehilfen der Wirtschaft, Industrie, Banken und Handel. Das geht, wie in unserem Fall, bis hin zur Perversion.
Ich denke, dass hier die Grenzen dessen überschritten werden, was wir Bürger hinnehmen wollen und können. Was soll ich meinen Kindern erzählen, wenn sie Bilder von Kühen auf sattgrünen Wiesen grasen sehen? Soll ich ihnen auch Bilder von 400.000 Rindern zeigen, die getötet werden, weil es der Marktregulierung dient?
Pervers, so was!
Ich werde jede Gruppe unterstützen, die sich aufmacht, diese Mißstände zu ändern.
Gruß,
Francesco

Hi,
laß dir doch nicht von den Bauernverbänden und Wirtschaftsbonzen dieses Gesülze aufschwatzen.
Die Bürger in Deutschland sind bereit, auch viel mehr für Fleisch zu bezahlen, ich betone viel mehr!
Die Fehler wurden in Brüssel gemacht, wo man den Großbauern wahnsinnige Subventionen in den Hintern schob, und sie wurden auch da gemacht, wo geldgeile Bauern alle Skrupel verloren haben und Tiere wie Produkte behandeln, ohne Rücksicht auf Verluste, im wahrsten Sinne des Wortes.
In Sachsen-Anhalt trat ein Bauern vor die Kamera und sagte, es täte ihm um jedes Tier leid, das getötet werden müßte, er habe jedes einzelne Rind ja so lieb. In diesem Stall standen bis vergangene Woche über 1000 Rinder! Bin ich denn blöd, oder was?
Im übrigen können wir zur Zeit nachweisen, dass die Bürger auch teureres Fleisch kaufen. In vielen Metzgereien in Deutschland wird zur Zeit Straussen-Fleisch angeboten, kostet im Kilo ca. 30,- DM. Ein absoluter Renner. Was soll also die Augenwischerei, die Bürger, die jetzt schreien, hätten Mitschuld an diesem Zustand. Das ist schlichtweg falsch und gelogen.
Gruß,
Francesco

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

1 „Gefällt mir“

Kinder im Kindergarten wegen BSE gemieden
Hallo Yvonne!

Ich bin es noch mal.
Da gibt es etwas, was eigentlich nicht hier hergehört, aber ich muß das unbedingt loswerden.
Bei uns in der Nähe (Apen) ist der letzte große BSE-Fall aufgetreten. Die Kühe wurden vor ein paar Tagen abgeholt.
Der Bauer hat zwei kleine Kinder im Kindergarten.
Jetzt kommt der Hammer:
Mehrere Eltern haben ihre Kinder aus diesem Kindergarten zurückgezogen, mit den Worten : Unsere Kinder sollen nicht mit den BSE-Kindern zusammen spielen!

Gruß Werner

ganz schön blauäugig
Hi francesco,

(ich sollte meine visitenkarte ändern … *g*)

tut mir leid. Du argumentierst einseitig und blauäugig.

Zunächst einmal eine gemeinsamkeit: auch mich ärgert das argument der „preisstabilisierung". Doch was blüht uns im falle einer „nicht-stabilisierung"? - eine noch wesentlich höhere subventionserfordernis zum durchfüttern der rinder. Da aber alte tiere auch niemand kaufen will, braucht es noch eine weitere subvention, um diese dann irgendwohin zu verscherbeln. EINE LEBENDE KUH LÄSST SICH NICHT WIE EIN FÖRDERBAND STILLLEGEN. Und du kannst keinen bauern zwingen, tiere zu füttern, wenn er kein geld mehr für futter hat, weil er die tiere nicht verkaufen kann.

Das rad würde sich weiterdrehen. Er würde seine tiere verschleudern, was einen weiteren preisverfall zur folge hätte, was ein paar bauern wiederum zur aufgabe zwingen würde, diese wiederum …

wie blauäugig du die bauernlandschaft siehst, beweist mir dein argument des armen bauern mit den tausend rindern. Ja solche gibt es auch, das gros aber hat ein paar, wenn es hochkommt ein paar dutzend im stall stehen. Diese nun stellvertretend für einige schwarze schafe zu brandmarken, beweist ja nun nicht gerade gute recherche. Und sätze wie geldgeile bauern und subventionen im hintern, na ja.

Aber du sagst ja auch etwas ganz wahres: nun plötzlich kann fleisch um dm 30,-- und ohne sonderangebot verkauft werden. kannst du mir vielleicht erklären, warum auch nur annähernd solche preise nicht auch bei (gutem) rindfleisch machbar sind? Also ist es doch nicht schlichtweg falsch und gelogen, wenn ich behaupte, konsumenten hätten einen guten teil der misere mitverursacht.

welche garantie hast du bei straussenfleisch, dass dieses nicht mit tiermehl gefüttert wurde??? - ich halte übrigens straussenzucht für ein verbrechen. Tiere, die es gewohnt sind, kilometerlang zu laufen, werden auf kleinsten flächen gezogen. Wäre hier nicht auch ein eingreifen des tierschutzes notwendig?

Hi Werner,

doch es gehört schon irgendwie zum Thema. Ich finde das echt super hart. Gut, die Bauern sind auch Schuld an den ganzen Massentierhaltungen - doch die Kinder können nun wirklich nichts dazu und zu solchen Eltern kann man nur sagen: engstirnig - wahrscheinlich essen gerade diese Leute aber noch BSE-Rindfleisch.

Daran sieht man auch mal wieder, wie weit solche Dinge reichen. Und das ist gerade erst mal der Anfang. Schlimm.

Gerade die Kinder sind doch nun eigentlich diejenigen, die es in der Zukunft besser machen sollen. Doch mit solchen Eltern ist das von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Viele Grüße
Yvonne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,
es ist kein akzeptables Argument in der Diskussion um die beabsichtigte Ermordung von 400.000 Tieren, dass das auf Subventionen aufgebaute Wirtschaftssystem in der Landwirtschaft zusammen brechen würde, wenn dieses Vorhaben gestoppt würde.
Wie anders kann man ethisch und moralisch falsche Entscheidungen verwerfen.
Selbst eine Güterabwägung bringt nicht volle Zufriedenheit für alle Beteiligten. Die Frage, was ist mehr wert, Tierschutz oder das Eigentum der betroffenen Landwirte oder unser marodes Wirtschaftssystem, ist kaum zu beantworten.
Wir müssen nach Lösungen suchen, die den Tierschutz angemessen berücksichtigt. Es ist ethisch nicht vertretbar, 400.000 Rinder wegen zugunsten der Marktregulierung zu töten!
Das Subventionssystem der EU muß überdacht werden und hier, wie in anderen Wirtschaftszweigen auch, Regularien gefunden werden, die eine direkte Subventionierung überflüssig machen.
Deiner Theorie, die Verbraucher hätten durch ihr Marktverhalten eine Mitschuld an der Misere, muß ich energisch widersprechen.
Du hast bisher keinen einzigen plausiblen Beweis angeführt, nur eben diese Behauptung.
Der Verbraucher an sich bemüht sich, preiswert einzukaufen, weil er nur begrenzte Mittel zur Verfügung hat.
Wenn Rindfleisch billig verkauft wird, werden die Verbraucher vermehrt Rindfleisch kaufen. Wenn Rindfleisch teuer verkauft wird, müssen wir davon ausgehen, dass die Nachfrage sinken wird.
Ist das ein Dilemma? Müssen wir jeden Tag Rindfleisch auf dem Tisch haben?
Jeder wird sagen: Nein, das ist nicht notwendig.
Aber der Handel bringt das Rindfleisch in Massen zu kleinen Preisen in seine Theken. Die Nachfrage steigt, die Fleischbetriebe stellen mehr Methger und Schlachter ein, und sie fordern bei den Bauern mehr Tiere zur Schlachtung an.
Ist das so richtig?
Wenn ja, dann wird der Markt doch nicht durch den Verbraucher manipuliert, sondern durch Handel und Großbetriebe, die ihre Umsätze steigern wollen. Und, und, und, wir wollen es nicht außer Acht lassen, auch durch die Bauern, die allzu bereitwillig mehr Tiere züchten, um mehr Kohle zu machen. Diese Geldgier hat doch letztlich das ganze Problem BSE und seine Folgen verursacht.
Billigeres Tierfutter und Futter, das die Tiere schneller schlachtreif werden läßt, bedeuten mehr Geld in das Portemonnaie des Bauern. Also ran mit dem Tiermehl. Das war ein billiges Futter und hat die Rinder in kürzester Zeit hochgemästet.
Wer hat daran verdient? Die Industrie und die Bauern. Der Verbraucher reagiert doch nur auf die Angebote. Er hätte genauso ein Schweinekottelett gegessen als ein Rindersteak. Oder jetzt Straussen-Steak.
Wenn wir jetzt darüber nachdenken, was passiert, wenn die 400.000 Rinder nicht getötet werden, tja, das ist zunächst einmal das Problem der Verantwortlichen. Wenn ich als Geschäftsmann Ware produziere, die ich nicht absetzen kann, binn ich pleite. Warum gilt dieses Unternehmerrisiko nicht auch in der Landwirtschaft? Müssen die Bauern, die sich ja mittlerweile selbst als Industriebetriebe bezeichnen, nicht genauso das Betriebsrisiko tragen?
Und dein Einwand, es seien in der Regel ja Kleinbetriebe, die darunter leiden, ist falsch. Es ist genau anders herum. Kleinbetriebe leben heute durch regionalen Verkauf direkt an Metzgereien, haben vielfach schon Zugang zur ökologischen Bio-haltung von Tieren gefunden, und werden auch nicht pleite gehen, da sie fast durchweg Nebenerwerbsbetriebe sind.
Es geht ganz besonders um die Großbetriebe. Die fangen mit 300 Tiereinheiten an. Besuche mal einen solchen Betrieb. Du hast das Gefühl, in einer Fabrik zu sein und nicht auf einem Bauernhof. Und diese Betriebe bestimmen den markt. Der kleine romantische Bauer mit einer oder zwei Kühen hat mit all diesen Problemen nichts zu tun.
Gruß,
Francesco

hi francesco,

mich stört dein durcheinanderwürfeln von argumenten, ihre verknüpfung zu dingen, die miteinander nichts zu tun haben. Sollte journalismus nicht ein wenig mehr detailarbeit bedingen?

Du bemängelst den fehlenden TIERSCHUTZ bei der beabsichtigten tötung überschüssiger rinder. diese wurden zu keinem anderen zweck als zur tötung bzw. zum verzehr gezüchtet, und gäbe es jetzt keine absatzkrise durch die zurückhaltung der konsumenten, wären sie alle längst auf tellern gelandet. Keine sekunde würdest du an die traurigen kuh-augen denken, wenn das steak vor dir duftet. Wo also willst du hier die ethisch-moralische verantwortung ansetzen? (und deshalb bleibt der aufschrei nach dem tierschutz unsinn)

Ich höre aber nichts von dir, wenn es um die ethisch-moralische verantwortung für die VERNICHTUNG von LEBENSMITTELN geht. Ich verurteile die fleischvernichtung genauso wie die entsorgung von überschüssigen tomaten, salat oder sonstigen nahrungsmitteln. (allerdings fällt mir für den jetzigen zustand in der landwirtschaft ganz allgemein auch keine bessere alternative ein)

Wir leben in einer verkehrten welt und es wird höchste zeit, umzudenken. Und dieses umdenken kann nur mit detaillierten informationen über die summe der faktoren, die zur heutigen katastrophe geführt haben, beginnen - deine schlagworte sind kontraproduktiv und führen in weiteres verderben.

Warum sind sie kontraproduktiv? Weil du eine berufsgruppe in den ruin treiben willst, deren probleme andere mitverursacht haben wie - zweifellos - auch die bauern selbst. Aber du willst dieser gruppe scheinbar nicht den lohn ihrer arbeit gönnen, du meinst, sie hätten kein recht auf gewinn? Und warum bitte sollte es keine grossbauern geben. ob ein rind sein leben lang mit hunderten anderen in hellen ställen steht oder einzeln im alten stall, es dürfte für das leben des tieres keinen unterschied machen.

es gibt doch auch schuster und schuhfabriken? Beide haben ihren entsprechenden kundenkreis, der handmade-schuh allerdings kostet das zehnfache des fabriksschuhs. Kein umlegbares beispiel für fleisch?

Warum füttern bauern tiermehl, warum werden antibiotika, hormone und sonstiges zeugs angewandt? Du wirst es nicht für möglich halten: es ist die industrie, die diese produkte ersinnt (um neue absatzmärkte zu schaffen), es kommen die „berater" auf die bauernhöfe, die landwirtschaftskammern „empfehlen" und die bauern „wenden an", wenn gewinnmaximierung versprochen wird. Selbstverständlich. Sollen sie vom gewinn ausgeschlossen werden? (ich nehme jetzt einmal illegale anwendungen und die subventionen aus)

Echter tierschutz (um beim ausgangsthema zu bleiben), verlangt die artgerechte haltung. Das heisst, die rinder grasen friedlich auf der weide, schweine schnüffeln im boden, hühner scharren den regenwurm aus der erde. Keinerlei subventionen mehr, freie marktwirtschaft für die bauern. Das möchtest du? Kein problem für bauern - aber sehr schnell ein problem für dich!

Es gibt nämlich nicht genug weideflächen, um auch nur annähernd die mengen fleisch zu produzieren, die bei heutigem verbrauch notwendig wären. (na gut, vielleicht könnte man noch ein paar tiere auf den bleiverseuchten grünstreifen neben den autobahnen unterbringen …). ergo, fleisch würde knapp und teuer. (ach ja, ist ja kein problem, es wird ja auch straussenfleisch um 30,-- gekauft, von jedermann???) - siehst du das haar in der tierschutzsuppe? siehst du jetzt, warum der tierschutz auch vom verbraucher ausgehen MUSS?

dein argument mit den nebenerwerbsbauern, die biologisch wirtschaften, stellt mir die nackenhaare auf. Was denkst du, warum diese auf den nebenerwerb ausweichen? Weil deren biologische landwirtschaft sooooo profitabel ist?

und noch letztes: frag doch einmal einen bwl-er, ob die industrie bzw. der handel dem konsumenten „einredet", was er kaufen soll - oder ob nicht am ende doch der konsument der stärkere vertragspartner ist, dem der handel das anbieten muss, was er wünscht… oder kaufst du schuhe, die dir ein verkäufer einreden möchte, obwohl sie dir nicht gefallen?

So, ich hoffe, du recherchierst das nächste mal ein bisschen besser.

Hi,
die Einleitung deines Postings möchte ich einmal übergehen, sie ist wohl etwas flach und billig geraten.
Du schreibst sodann von Tierschutz. Das deutsche Tierschutzgesetz sagt in § 1, dass einem Tier ohne vernünftigen Grund kein Schmerz, Leid oder Schaden zugefügt werden darf.
Dieser Grundsatz des Tierschutzes schlechthin ist im Sinne der ethischen Vorstellungen der Tierschützer ein Minimalgrundsatz. Hier gibt es keine Kompromisse!
Du kannst dem natürlich entgegen setzen, ein Rind zu schlachten sei keine Zufügung von Schmerz, Leid oder Schaden. Irrtum! Eine Tötung geht nicht ohne Schmerz (man kann ihn gering halten durch die vorgeschriebene Betäubung) und nicht ohne Schaden (es ist in unserem gesellschaftlichen Kontext immer noch der größte Schaden, tot zu sein).
Du könntest auch entgegnen, es sei ein vernünftiger Grund, das Einkommen und den Gewinn der Bauern und der Agrarindustrie zu schützen. Irrtum!
Leben, auch das von Tieren, stelle ich aus eben diesen ethischen und moralischen Gründen höher, als das Bedürfnis der Wirtschaftsbonzen, ihre Gewinnerwartungen erfüllt zu sehen.
Das hat doch wahrlich nichts mit „traurigen Kuh-Augen“ zu tun.

Im übrigen globalisierst du das Thema, wenn du von der Kuh auf die Tomate kommst. Selbstverständlich verabscheue ich die Vernichtung jeder Art von Lebensmittel und bedauere es zutiefst, dass diese Lebensmittel nicht den Ärmsten der Armen auf dieser Erde gegeben werden, damit sie nicht verhungern.
Die Politik wehrt sich dagegen. Es sei nicht praktikabel, es fehle an Infrastruktur und wer soll die Transportkosten bezahlen? Ich bin dagegen und gleichzeitig der Meinung, dass es möglich ist, überschüssige Lebensmittel an die Armen zu verteilen. Aber das ist, wie gesagt, ein anderes Thema.

Du wirfst mir vor „Schlagworte“ zu benutzen und mich „kontraproduktiv“ zu verhalten.
Das müsstest du mir zu meinem Verständnis bitte erklären.
Was ist an meinen letzten Postings Schlagwort und was kontraproduktiv.
Ich werfe der Politik und der Wirtschaft ein eklatantes Fehlverhalten vor. Nämlich die Förderung von großen Agrarunternehmen auf Kosten der kleinen Bauern. Dabei meine ich jetzt nicht den Nebenerwerbsbetrieb. Diese Kaste habe ich angeführt, um aufzuzeigen, wie in der Landwirtschaft ein jahrtausend altes System der Lebensmittelerzeugung zugunsten der Interessen des Kapitals und der Großindustrie zerstört worden ist trotz aller Warnungen von Experten.
Das hat doch zu den Folgen geführt, dass heute Schlachtrinder tausende von Kilometern durch Europa transportiert werden und auf diesen strapaziösen Fahrten viele Rinder elendig verrecken, dass viele Landwirte ihre Betriebe stillegen mußten, weil die Großbetriebe die Preise gedrückt haben und sich der Kleinbetrieb dann nicht mehr rechnete, und nicht zuletzt ist durch den Größenwahn in der industriellen Behandlung der Landwirtschaft erst BSE aufgetreten. BSE ist kein Naturprodukt, sondern das Ergebnis des Versuchs, durch Verarbeitung von Kadavern mit Dreck und Kot zu Tiermehl im wahrsten Sinne des Wortes aus Scheisse Geld zu machen.

Noch eins. Es gibt genug Weideflächen für eine artgerechte Haltung. Es gibt nur zuviele Rinder. Denn es ist nicht notwendig, soviel Rindfleisch zu produzieren, wie gehabt.
Daraus hat ja eben die Bundesregierung auf Anraten der Verbände (Agrarindustrie, nicht Kleinbauern) die Idee entwickelt, 400.000 Rinder schlachten zu lassen.
Wenn die geschlachteten Rinder dem Verbraucher zugute kommen, gibt es nach dem Tierschutzgesetz keine Bedenken gegen eine Tötung. Das Fleisch könnte z.B. kostenlos an die Armen in Afrika und Asien verfüttert werden. Wäre das nicht eine Lösung?

Gruß,
Francesco
P.S.: Lassen wir das mit den persönlichen Angriffen. Haben wir beide nicht nötig, oder?

Geht es um BSE oder um Geld ?
Hallo,

also wenn ich mir die ganze Chronologie so betrachte dann stellt sich mir die Frage: Haben wir ein Problem mit BSE oder haben wir ein Problem, daß die Bauern ihre Rinder nicht verkaufen können ?
Ja natürlich, die Bauern können wegen BSE nicht verkaufen. Und jetzt müssen diese armen nahe am Existenzminimum lebenden Bürger ihre Rinder schlachten lassen und bekommen dafür von verschiedenen Versicherungen Entschädigungen die zwar niedriger sind als der Verkaufserlös aber dafür sicher.
Meine Firma stellt Maschinen her und zur Zeit stagniert der Markt. Sollten wir vielleicht auch beim Staat ansuchen, daß er unsere Überproduktion kauft und dann verschrottet. Bauern sind Unternehmer und werden steuerlich als solche behandelt mit allen Vorteilen der Abschreibungen nur das Risiko wollen sie nicht tragen.
Ich will den Bauern allgemein nicht die Schuld an dem ganzen Debakel zuschieben, schließlich machte der Staat die Gesetze und die Industrie verkaufte ihnen das miese Futter, also sind sie unschuldig.
Bleibt bloß eine Frage. Der Staat erlaubt auf den Autobahnen höchste Geschwindigkeiten und die Industrie verkauft mir Autos die 250 km/h schnell sind. Wenn ich einen Unfall baue bin ich nach dieser Theorie doch auch unschuldig oder ?

Diese ganze Diskussion ist langsam unerträglich weil viele klugen Menschen wichtige Kommentare und Begründungen abgeben. Eines aber bleibt - 400000 Rinder müssen grundlos sterben weil sie wirtschaftlich nicht tragbar sind. Abgesehen von Kriegen und Gewalttaten die ich in meinem bisher 50 jährigen Leben erlebt habe ist das der größte Frevel an lebenden Kreaturen.

Helmut

Hi Helmut

Wie ich eben in den Nachrichten gehörte habe sind die 400.000 Rinder nur der Anfang. Es wird gerade darüber beraten, ebenfalls eine entsprechende Zahl Kälber zu töten sowie die Zahl der zu tötenden Rinder auch noch mal zu erhöhen. Wie tief sind die Menschen eigentlich gesunken :frowning:.

Grüßle
Frank K.