Bei den Büchern habe ich eine andere Meinung. Ich bin IN der
Uni-Klinik München auf eine falsche Diagnose eines fertigen
Tierarztes BEINAHE hereinfallen („der Hund hat nur etwas
erhöhten Kali-Wert“ - zwischen den Zeilen nahm ich zur
Kenntnis, daß offenbar das Herrchen spinnt und der Hund
pumperlmunter ist). Zuvor hat schon ein Tierarzt eine falsche
Diagnose („der Hund hat Epilepsie“) gestellt, die ich in der
Tierklinik nachprüfen lassen wollte. Die Wirklichkeit sah
grausamer aus. Der Hund hatte eine Urämie mit massiv
geschädigtem Herzen. Die erste fehlerhafte Diagnose der
Tierklinik München (wir haben einige humanmedizinsche
Kenntnisse) ließ ich kurz darauf von einem anderen Tierarzt
der Tierklinik nachprüfen; auch der Chefarzt der Tierklinik
München konnte nicht verstehen, warum der „Kollege“ so einen
Schmarrn verzapfte. Vier Wochen später mußte der Schäferhund
nach 5 Lebensjahren eingeschläfert werden.
Seit dem Vorfall, lasse ich mir alle wichtigen Daten geben und
schau im Schettler & Co. nach, was die Diagnose für uns
Zweibeiner und dann ggf. für den Hund zu bedeuten hat. Mit
dieser Einstellung, Vertrauen ist gut, Kontrolle schadet
nicht, komme ich mit den Tierärzten klar.
Sicher kommst Du mit allen Tierärzten klar, wenn Du mit einer
fertigen Eigendiagnose in der Praxis auftauchst. Dem Arzt dann
schilderst, wie der Hund mit seiner, von Dir dagnostizierten,
Krankheit umgeht .
so schlau bin ich auch, daß ich nicht mit der fertigen Diagnose zum Arzt gehe. Ich weiß ganz genau, daß das nicht gerade die feine englische Art ist, ihm vorher zu sagen, was Sache ist! Wenn aber ein Arzt (der Betreffende schied kurz danach aus der Uni aus, weil er sich selbständig machte), aus den Laborwerten die falschen Schlüsse zieht, dann werde ich aber sauer!
Was soll der Tierarzt anders machen, als Dir glauben? Du
kennst den Hund am besten und keiner wird glauben, daß Du
absichtlich etwas schädliches für den Hund aussagst.
Man geht auch nicht unbedingt zu einem „fertigen“ Tierarzt in
eine Uniklinik. Ich gehe grundsätzlich zu erfahrenen, lange
praktizierenden Ärzten. Und bin damit immer gut gefahren.
Ich war vorher bei einem - vielleicht - erfahrenen Tierarzt in Dachau. Doch dessen Diagnose erschien mir so aberwitzig, daß ich sie in der Uni-Klinik „nachprüfen“ lassen wollte.
Warum empfiehlst Du dann aber für so eine Allerweltsoperation
eine Spezialklink?? Das war vollkommen unnötig und erschreckt
die Hundebesitzer. So eine Krebsoperation an der Milchleiste
ist heute überhaupt nichts für einen Arzt.
Wieso erschrecke ich damit andere Hundehalter? Es gibt Tierärzte, die eine solche OP nicht ausführen wollen oder können.
Aber, natürlich kann sich auch mal ein Arzt täuschen, denn der
Hund kann nicht reden und für ihn macht das der Hundehalter.
Und wenn der die Symptome ganz fachmännisch aus einem Buch
holt, kann so eine Aussage eines Arztes schon mal falsch sein.
Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, daß ich mir, wenn nötig, die Laborwerte genauestens erklären lasse und durch Nachfragen versuche ich herauszubekommen, ob der Herr Doktor sich seiner Sache sicher ist, oder nicht. Desgleichen gilt bei Medikamenten; auch hier wollen wir genau Bescheid wissen (in der Familie ist eine Apothekerin).
Ich halte grundsätzlich erstmal den Mund und laß den Arzt
untersuchen. Dann vergleichen wir.
Siehste, das mache ich auch. Du wirst es nicht für möglich halten, es ist aber so, mit dem derzeitigen Tierarzt kommen wir schon seit vielen Jahren gut aus. Desgleichen galt auch für einen Kollegen, bei dem wir, an einem anderen Wohnort, dessen Fähigkeiten ich bei anderen Ärzten sehr stark vermisse (er rettete meine Hündin vor dem Erblinden; einen schwer verletzten Kater flickte er sehr gut zusammen).