Huhu Sylvia!
Ich hatte bisher drei Hunde, zweimal Welpen aus der Zeitung, jeweils von Bauernhöfen, und einmal einen aus dem Tierheim.
Der erste Bauernhofwelpe war total vermilbt, hat falsches Futter bekommen (für Welpen total ungeeignet laut Tierarzt), hatte ziemliche Verdauungsprobleme…ist charakterlich aber ein prima Tier geworden, mittlerweile 11 Jahre alt und noch recht fit.
Der zweite Hund, wieder Bauernhof, war gesund, wurde allerdings viel zu früh (schon mit 6 Wochen) abgegeben. Psychisch war Ratte aber auch ok, ob das allerdings auf Dauer so geblieben wäre, weiss ich nicht, sie wurde mit 6 Monaten überfahren.
Der nächste Hund war ein Welpe aus dem Tierheim. Zuerst mussten wir uns durch zig Mitarbeiter durchfragen, ein Teil meinte, es gäbe keine Welpen, die nächsten sagten, irgendwo sind welche, ich müsse mich weiter durchfragen, und einige wussten es überhaupt nicht. Nach einer kleinen Odysee durchs sehr grosse Tierheim landeten wir schliesslich bei den Welpen. Diese waren in der Quarantänestation untergebracht, abgeschirmt von allen Menschen. Es waren zwei Stück da, einer „reserviert“, und der zweite, eine Hündin, wurde meine. Sie ist ein Schäfer-Collie-Mix. Mir wurde (ich war damals 14) gesagt, ich soll sie nicht ins Bett lassen, sonst hätte ich keinen Platz mehr (die haben getan, als würd’s ein Neufundländer werden *g*). Der Hund stank erbärmlich (allerdings kann das auch einfach „Angstschweiss“ gewesen sein).
Die Tierheimleute wollten einen Haufen Angaben von uns, und dann hatten wir den kleinen Wonneproppen.
Dadurch, dass die Welpen im Alter von 7 Tagen ins TH gekommen sind und offenbar nichts ausser dem Zwinger kennengelernt haben, ist die Sozialisierung total in die Hose gegangen.
Fazit: ein Hund, der hypernervös ist, extrem sensibel. Sie hat immernoch Angst vor grossen Lampen, vor generell allem, was an der Decke bzw. am Himmel ist (früher hat sie Kondensstreifen angebellt). Fremde Menschen sind ihr ein Greuel. Andere Hunde kann sie überhaupt nicht haben, obwohl wir sie mit der ersten Hündin bis vor 9 Monaten zusammengelebt hat.
Im Prinzip fehlen ihr halt die wichtigen Schlüsselerlebnisse, die ein Hund in den ersten Wochen haben sollte, z.B. dass Menschen nur Gutes bedeuten, dass andere Hunde Artgenossen sind, mit denen man spielen kann, dass es in einer Wohnung nunmal Lampen gibt…
Übrigens, die Nachkontrollen, die angeblich etwa jedes Jahr seins ollten, fanden genau einmal statt. Dabei wurde nur gefragt, ob der Hund einen festen Schlafplatz hat etc. Den Hund selbst haben die gar nicht gesehen, der pennte nämlich im oberen Stockwerk!
Dafür haben wir aber einen wahren „Knebelvertrag“: Übergabe an andere, Umzug, alles nur mit Genehmigung des TH möglich. Wobei ich bei meinem Umzug denen tatsächlich Bescheid gegeben habe, hat aber kaum interessiert, eher Verwunderung ausgelöst.
Mein Fazit ist, wenn, dann nur einen erwachsenen Hund aus dem Tierheim. Auf keinen Fall mehr einen Welpen. Ich würde generell bei Welpen in Zukunft sehr darauf achten, wie sie aufgewachsen sind, ich liebe meine Hündin zwar, aber nochmal so einen Problemhund brauche ich nicht unbedingt. Man hätte uns damals wenigstens darauf aufmerksam machen können, dass der Hund viel nachzuholen hat.
Also wer hat denn schon mal ein Tier aus dem Tierheim geholt
oder das versucht, und wie waren die Erfahrungen? Wie war das
Tierheim, war die Suche einfach oder schwierig, und gab es
Probleme mit den Tieren, wenn ja welche; was würdet Ihr Leuten
empfehlen, die einen „Second hand“-Hausgenossen haben möchten
(…)?
Das TH war, nachdem wir endlich jemanden gefunden hatten, der direkt für die Welpen zuständig ist, zumindest bis zur vermittlung kooperativ. Nur wei gesagt, kein Wort darüber, dass die Hunde ein Defizit haben könnten, gar nichts.
Die Suche selbst war naja, wir mussten schon viel Initiative zeigen, hätten wir den ersten Aussagen geglaubt, wären ja eigentlich keine Welpen dort gewesen. Aber zumindest hatte man uns ehrlich gesaagt, es sei kein erwachsener Hund da, der zu unsere Hündin passen würde.
Probleme mit dem Hudn hab ich ja oben schon beschrieben, sind so einige.
Empfehlen würde ich bei einem Welpen, zumindest als Hundeanfänger die Finger davon zu lassen.
Bei einem erwachsenen Hund würde ich mich erstmal intensiv mit dem Hund beschäftigen, viel mit ihm spazierengehen, auch mal im Zwinger z.B. gucken, ob er recht lernbegierig ist oder sehr langsam lernt…d.h. einfach sehen, wie der neue Hausgenosse sich verhält. Klar, daheim ist das wieder anders, aber man kann zumindest erahnen, wie der Hund so ist. Gut fände ich auch, wenn man von den Pflegern intensiv „eingewiesen“ wird, das zeigt, dass die Pfleger den Hund auch kennen. Wenn einem das TH nicht zusagt, würde ich die Finger davon lassen.
Evt. kann man den Hund auch „probeweise“, z.B. übers Wochenende, bei sich aufnehmen, um zu sehen, obs auch da klappt.
Ach ja, es gibt Tierheime, die bieten kostenlos Hundeschule für die Tiere aus ihrem Heim an, sowas finde ich super.
Ich würde mich sehr über Erfahrungsberichte freuen, da ich
bisher die Sache nur aus der anderen Perspektive (das heißt
von seiten des Tierheims) kenne.
Leider hab ich keine allzu guten Erfahrungen gemacht, ich würd es mir doppelt und dreifach überlegen, ein Tierheimtier zu nehmen. Aber wenn ich mit dem Hund wirklich prima zurechtkomme, dann spricht für mich nichts dagegen. Ich würde allerdings auch keinen Vertrag mehr unterschreiben, der meine Rechte massiv einschränkt.
Ach ja, gekostet hat uns der Hund genauso viel wie die Bauernhofwelpen, 150DM. Davon waren 50DM Spene fürs TH.
Liebe Grüsse und viel Glück bei der „Partnersuche“ 
Bine