Liebe wissenden,
ich weiss, das thema wird öfter behandelt, aber für mich noch nicht erschöpfend genug.
wir haben eine 6jährige kleine (6kg) mischlingshündin, die noch nicht sterilisiert/kastriert ist. ich habe mich umgehört, was zu tun ist, da bei nichtoperierten hündinnen angeblich die krebsgefahr stark steigen soll. auf der anderen seite berichten aber auch hundehalter, dass sich das tier nach der op wesensmässig völlig (und meist negativ) verändert hat. was also ist zu tun?? wir lieben unsere süsse wirklich sehr und möchten ihr auf alle fälle das thema krebs ersparen, aber andererseits wollen wir auch nicht, dass sie sich ändert.
bitte helft!
vielen dank für jeden ernstgemeinten ratschlag
karin
Hallo Karin,
es gibt wohl kaum ein Thema über das sich Hundehalter so streiten und widersprüchliche Meinungen verbreiten wie über Kastration.
Ich kann Dir aus privater und tierschutzerfahrung nur sagen, es ist so gut wie ausgeschlossen, daß eine Hündin sich nach einer Kastration verändert. Auch beim Rüden verändert sich nicht der Charakter an sich, es wird einfach der Trieb gedämpft und das wirkt sich je nach Tier auf viele Bereiche aus.
Meine eigene Hündin, die mit einem Jahr kastriert wurde, ist im letzten Jahr mit 17 gestorben. Sie war außergewöhnlich fit und nie ernsthaft krank. Natürlich weiß man nie, wie es gewesen wäre, wenn sie nicht kastriert worden wäre. Aber ich würde es immer wieder machen lassen, unabhängig vom Geschlecht (mein jetziger Hund wurde schon im tierheim kastriert).
Komisch ist, daß die Vorurteile unter Katzenhaltern nicht kursieren. Dabei müßten sich, wenn es denn stimmen würde, doch auch deren Tiere nach einer Kastration verändern.
Aber man behauptet ja auch gern, daß die Tiere danach fett werden. Auch dies hat nix mit der Kastration sondern ganz einfach mit dem falschen Verhältnis Ernährung/Bewegung zu tun.
Gruß
Wilma
Hallo Karin!
Meine beiden Hündinnen waren schon erwachsen, als sie kastriert wurden, und bei beiden hat sich das weder auf das Aussehen (Gewicht) noch auf den Charakter ausgewirkt.
wir lieben unsere süsse wirklich sehr und
möchten ihr auf alle fälle das thema krebs ersparen, aber
andererseits wollen wir auch nicht, dass sie sich ändert.
Das Thema Krebs werdet ihr eurem Mädchen aber mit einer Kastration nur teilweise ersparen. Die Gebärmutter bleibt ja drin, da kann sich also trotzdem noch etwas entwicklen. Die hormonproduzierenden Eierstöcke sollten im Normalfall komplett rauskommen, es kommt aber immer wieder mal vor, dass versprengte Zellen bleiben (die kann der Tierarzt nicht sehen). So ist es bei meiner Hündin, die seit einiger Zeit ihre Blutungen wiederhat. Die Hormonproduktion bleibt also in dem Fall zum Teil bestehen.
Zudem gibt es ja viele andere Krebsarten. Die Hunde, die ich mit Krebs kenne, haben Knoten am Gesäuge (meine alte Hündin) bzw. einen Knoten an der Flanke. Sind beide kastriert.
Also, teilweise schützen kanns zwar, aber das Krebsrisiko verringert sich nur wenig.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.
Liebe Grüsse
Bine 
Hallo Loussy,
Meine beiden Hündinnen waren schon erwachsen, als sie
kastriert wurden, und bei beiden hat sich das weder auf das
Aussehen (Gewicht) noch auf den Charakter ausgewirkt.wir lieben unsere süsse wirklich sehr und
möchten ihr auf alle fälle das thema krebs ersparen, aber
andererseits wollen wir auch nicht, dass sie sich ändert.
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Das Thema Krebs werdet ihr eurem Mädchen aber mit einer
Kastration nur teilweise ersparen. Die Gebärmutter bleibt ja
drin, da kann sich also trotzdem noch etwas entwicklen. Die
hormonproduzierenden Eierstöcke sollten im Normalfall komplett
rauskommen, es kommt aber immer wieder mal vor, dass
versprengte Zellen bleiben (die kann der Tierarzt nicht
sehen).
Hallo Loussy,
Hallo Belria!
Hallo Loussy,
Hall Belria!
Hall0 Loussy,
Ich beschäftige mich schon einige Zeit damit. Mein neuer Hund
wurde vor der 1. Läufigkeit sterilisiert. Hier wurden nur die
Eileiter durchtrennt. DAs geht nur wenn der Hund noch nicht
läufig war, um dieses zu unterbinden. So findet auch keine
Hormontätigkeit statt, denn die Hormontätigkeit fängt erst an
, mit der 1. Läufigkeit. Nachzulesen in jedem guten Hundebuch.Da kann ich nichts zu sagen, für Sterilisation habe ich mich
nie wirklich interessiert, sie ist eigentlich auch kaum mehr
üblich.
Huhu Belria!
… eine Kastration bedeutet die Entfernung der Keimdrüsen und sonst nix. Das ist übrigens beim Menschen überhaupt nichts anderes.
Bei der Entfernung der Ovarien kann versprengtes Gewebe übrigbleibe und nachher noch Brunstsymptome (siehe Bluten) auslösen. Die Eileiter werden mit den zugehörigen Blutgefäßen jedoch abgebunden, so dass die ‚Gefahr‘ einer Trächtigkeit mehr als klein ist.
Sterilisation bedeutet im eigentlichen Sinne nur Unfruchtbarmachung. Dabei werden (wieder Mensch wie Tier) die Keimleitenden Wege durchtrennt. Die verschiedenen Methoden (ob und wieviel vom Eileiter auch herausgenommen wird) variieren von Tierarzt zu Tierarzt.
Die Entfernung von Ovarien und Gebärmutter (Totaloperation) nennt man im Fachchinesisch Ovariohysterektomie. Viele Tierärzte führen sie getreu dem Motto wo nichts ist, kann auch nichts krank werden standardmäßig durch ohne groß zu fragen.
Die vielbeschworene Senkung des Krebsrisikos ist zwar wissenschaftlich nachgewiesen, diese Studien haben aber auch ergeben, dass die ‚Schutzfunktion‘ am größten ist, wenn das Tierchen noch gar keine Läufigkeit durchgemacht hat. Außerdem bezieht sich das nur auf das Risiko an Gesäugetumoren zu erkranken. Für mich rechtfertigen diese Gründe den Eingriff nur zum Teil. Schließlich sind die Ovarien nicht einfach irgendein überflüssiges Gewebe. Warum sonst kommt kaum eine Frau (oder Mann 
auf den Gedanken, sich kastrieren zu lassen, nur weil kein Kinderwunsch besteht. Dann müßten ziemlich viele Kastraten herumlaufen hihi.
Ich hoffe, ich habe nicht noch mehr Verwirrung gestiftet. Von Rechts wegen ist die Kastration eigentlich sogar illegal (fällt unter Amputation) und mit dem vernünftigen Grund ist das ja immer so ein Problem… es kürzlich in einem Tierärzte-Blatt einen Artikel gegeben, wo darüber diskutiert wurde.