Liebe® Michi,
wenn Du nicht bereit bist, morgens und abends - und das jeden Tag - mit Deinem Hund rauszugehen, dann solltest Du die Finger davon lassen. Es reicht nicht aus, den Hund „in den Garten zu schicken“. Und es genügt auch nicht, zweimal täglich eine Viertelstunde um den Block zu spazieren. Wenn Du Dich so wenig um das Tier kümmerst, sind Verhaltensprobleme fast vorprogrammiert (Schuhe ankauen, ständiges Bellen, eventuell auch Weglaufen aus dem einsamen Garten und ähnliches).
Collies sind als Hütehunde gezüchtet worden, soll heißen sie sind Arbeitshunde, die stundenlang arbeiten können und Beschäftigung brauchen. Wenn Du einen solchen Hund zum Nichtstun verdonnerst, wird er kaum glücklich sein. Es sei denn, Du legst Dir eine „Hundeoma“ zu, die schon acht, neun oder zehn Jahre alt ist und nicht mehr so viel Auslauf braucht. Dann mußt Du Dich aber trotzdem um das Tier kümmern, weil dann eben andere Dinge auf die Bildfläche treten können, zum Beispiel altersbedingte Erkrankungen.
Was das Fell angeht: täglich eine Stunde bürsten ist wirklich nicht nötig, aber zweimal wöchentlich eine halbe Stunde sollte es schon sein. Wenn Du die Zeit dafür nicht hast, wirst Du unter anderem mit sehr viel Haaren in Deiner Wohnung belohnt werden: ein langhaariger Hund, der nicht regelmäßig gebürstet wird, hinterläßt seine ausfallenden Haare eben überall. Aber: auch wenn Du ihn regelmäßig bürstest, wirst Du um regelmäßiges Staubsaugen nicht herumkommen…
Insgesamt würde ich Dir eher von einem Hund abraten, wenn Du Deine Mail wirklich ehrlich gemeint hast. Die Pflege eines Hundes besteht nicht nur im Bürsten. Dazu gehören Tierarztbesuche (zur Kontrolle und wenn der Hund krank ist), Zeit und der Willen, auch bei Sturm und Regen oder im Sommer bei Hitze regelmäßig rauszugehen. Dazu gehört, den Futternapf und den Wassernapf auszuwaschen und evtl. auch mal eine Pfütze wegzuwischen. Dazu gehört, daß man sich überlegt, was im Urlaub mit dem Hund werden soll. Dazu gehört viel Verantwortung auch anderen Leuten gegenüber. Und dazu gehören viele andere Sachen. Ein Hund ist kein Spielzeug, das sich bei Bedarf abstellen und wegräumen läßt.
Falls Du noch überlegst, ob Du das Aufstehen auf Dich nehmen willst: geh doch mal vier Wochen lang jeden Tag morgens und abends eine Dreiviertelstunde (mindestens - aber nicht Schummeln!) raus, und dann überleg Dir, ob Du das für die nächsten Jahre möchtest. Ein Hund bringt viel Freude, aber er fordert auch Zuneigung und Zeit. Wenn Du das nicht geben kannst, laß es.
Viele Grüße
Sylvia