Wie kann ich meinem Kater

…erfolgreich und ohne große Gewaltanwendung „Medizin“ verabreichen.

Bis jetzt lief das immer so:

  1. Spritze aufgezogen - möglichst so, daß Kater nix mit bekommt.
  2. Kater fest in ein Handtuch eingewickelt.
  3. Spritze mit Gewalt zwischen die Zähne geklemmt
  4. Kater befreit sich aus dem Handtuch und zerfetzt erst mein T-Shirt und dann mich.
  5. Kater eine halbe Stunde durch die Wohnung gejagt, eingefangen und wieder eingewickelt.
  6. Medizin verabreicht
  7. Wunden versorgt.

Da ich keine Lust habe, daß auf Lebenszeit bei meinem Dicken jeden Tag zu machen, brauche ich eine Alternative.

Er muß jeden Tag einen halben Teelöffel Distelöl bekommen, da er eine Immunschwäche hat und ihm ungesättigte Fettsäuren bekommen. Als Alternative hätte ich noch Olivenöl, aber das kriegt er sofort spitz, da das intensiver riecht.

Übers Futter brauche ich es ihm nicht zu gießen, da er dann lieber vor dem vollen Napf verhungert oder einfach drum herum frisst.

Ich habe das Öl auch schon in Milch eingerührt und der kann er eigentlich nicht wiederstehen! Neuerdings aber schon…:c(

Ich bin wirklich verzweifelt! HELFT MIR!!!

Grüße

eine zerfetzte Tanja

sanfte Gewalt
Hallo Tanja!
Das altet leidvolle Lied… *feix*
Gewalt…um sanfte Gewalt wirst Du nur schwerlich herumkommen. Wenn die Katze nicht will, dann will Sie nicht. Siehe Medizin in Futter…
Sei froh, dass Du Ihm ‚nur‘ Flüssigzeugs verabreichen musst, bei Tabletten oder sonstigen Pillen ist das noch nervenaufreibender.

Da flüssig=rutschtschnell musst Du Dich an eins halten: Schnelligkeit. (leicht gesagt…)

-Spritze ausserhalb von Miezi’s Sicht-und Riechweite wie gehabt präparieren
-such Dir eine zweite Person! (möglichst jemanden, den die Katze kennt, sonst kommt nur noch mehr Panik auf)
-Miez schnappen, wenn möglich Streicheleinheiten verpassen, wenn die Katze allerdings schon Lunte gerochen hat, ist das eh sinnlos
-Dein Helfer packt die Katze mit einer Hand an den Vorderläufen,
und mit der anderen an den Hinterläufen, die Katze sollte sich im Stehen befinden; der Griff sollte beherzt sein, aber keine Gelenke auskugeln lassen, hauptsache, die rutschige Haut/Fell kann sich nicht mehr bewegen (der Trick den Katzen erfolgreich anwenden, um sich aus einer misslichen Lage heraus zu winden&zu drehen)
-Du, mit Spritze im Anschlag, hebelst mit einer Hand das Mäulchen auf (Daumennagel zwischen Backenzähne, das tut nicht so weh), neigst das Köpfchen leicht nach hinten, Spritze an den Rachen ansetzen, vertikal in den Rachen spritzen, das muss natürlich blitzschnell gehen!

Wenn Du allein bist, versuch mal die Garage:
-Du hockst auf den Boden, Becken anheben, bis Katze drunter passt (=Garage), sanft auf Ihren Rücken herunter lassen, Oberschenkel ebenso an den Katzenkörper randrücken
-zieh Dir über eine Hand einen gummierten Gartenhandschuh, einen, wo Du noch Gefühl in der Hand hast
-dann verfahren wie oben beschrieben: Köpfchen hinter neigen, Spritze tief rein (nicht so, dass Miez würgen muss!), und abdrücken, evtl. Kehle reiben
-Katze schnell loslassen
Im Handtuch könnte sich die Katz schnell wieder loswinden, deshalb versuche es erstmal ohne.

Wenn geglückt, wird sich die Katze nur trotzig lecken, und Dich 2Stunden nicht anschauen. Aber dann hat sie es hinter sich, und muss nicht verhungern. :smile:

Weniger erfolgversprechend: gekochtes, ungewürztes Geflügel breiig mit dem Öl vermengen, vielleicht hast Du Glück, und die Gier nach dem Leckerli ist grösser, als die Abscheu gegen das Öl.

Viel Erfolg!

Nicole

Hallo Nicole,

danke für die schnelle Antwort. Leider bringt mich das auch nicht viel weiter. Das bedeutet ja, daß ich trotzdem JEDEN Tag mit dem armen Tier eine Tortur durchmachen muß.

Ich hatte gehofft, daß jemand das ultimative Leckerli kennt. Aber da kann ich wohl lange drauf warten! :c)

Mit gekochtem Geflügel brauche ich es nicht auzuprobieren. Er kann das nicht leiden (Erfahrungen gesammelt, wenn der Dicke Durchfall hatte).

Aber trotzdem vielen Dank! Ich werde es mit der „Garage“ probieren und dann Bericht erstatten über meine neuesten Wunden. :c)

Gruß
Tanja

Hallo Tanja,

versuch es mal damit:
da Katzen sehr reinlich sind, mögen sie kein verdrecktes Fell und putzen es sauber - daher: wenn die Menge nicht allzu groß ist einfach auf die Pfötchen damit (am besten allerdings im Bad, da manche Katzen dazu neigen erst mal ein bischen damit rumzulaufen was dann tolle Flecken gibt - ich mußte meinen drei Katzen mal eine schwarze Durchfallpaste geben. Nun habe ich gesprenkelte Türen und Wände, da ich gar nicht so schnell schauen konnte wo das Zeug alles hinflog.

Viel Erfolg
Yvonne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

aber immer wieder witzig
Liebe Grüße#
Birgit

Gebrauchsanweisung:
Wie man einer Katze Tabletten verabreicht

  1. Nehmen Sie Ihre Katze in Ihren Arm. Legen Sie ihren Kopf auf Ihren Ellenbogen, so als würden Sie einem Baby halten. Murmeln Sie vertrauensvoll etwas wie „Braves Kätzchen, liebes Kätzchen…“. Lassen Sie die Tablette in das Maul der Katze fallen.
  2. Holen Sie die Katze von der Lampe herunter und die Tablette unter der Couch hervor.
  3. Folgen Sie dem gleichen Verfahren, wie unter Punkt 1., aber halten Sie die Vorderpfo-ten der Katze mit Ihrer linken Hand nieder, und die Hinterpfoten mit den Ellenbogen Ih-res rechten Arms. Stossen Sie die Tablette mit dem rechten Zeigefinger leicht in das Maul.
  4. Holen Sie die Katze unter dem Bett hervor. Nehmen Sie eine neue Tablette. Widerste-hen Sie dem Impuls, sich eine neue Katze zu holen.
  5. Fahren Sie fort wie unter Punkt 1., nur setzen Sie sich diesmal auf die vordere Stuhl-kante. Beugen Sie Ihren Oberkörper über die Katze, halten Sie Ihre rechte Hand über Ihren linken Ellenbogen. Öffnen Sie das Maul der Katze indem Sie den Oberkiefer hochheben und stoßen Sie die Tablette hinein - schnell. Da Ihr Kopf auf Ihren Knien liegt, können Sie nicht sehen, was Sie tun, aber das macht nichts.
  6. Lassen Sie die Katze im Vorhang hängen. Lassen Sie die Tablette in Ihren Haaren.
  7. Wenn Sie eine Frau sind, weinen Sie sich aus.
  8. Wenn Sie ein Mann sind, weinen Sie sich aus.
  9. Jetzt reißen Sie sich zusammen! Wer ist denn hier eigentlich der Chef?! Nehmen Sie die alte Katze und eine neue Tablette. Nehmen Sie Position 1. an und sagen Sie streng: „Wer ist denn hier eigentlich der Chef?!“. Öffen Sie das Maul der Katze, neh-men Sie die Tablette und… Hoppla!
  10. Das funktioniert so nicht, nicht wahr? Brechen Sie zusammen und denken Sie nach: Aha! Diese blitzenden Krallen sind es, die dieses Chaos verursachen.
  11. Ignorieren Sie die ironischen Blicke Ihrer Katze. Kriechen Sie zu Ihrem Wäsche-schrank. Ziehen Sie ein grosses Badetuch heraus. Breiten Sie das Badetuch auf dem Fussboden aus.
  12. Holen Sie die Katze vom Küchenschrank herunter und die Tablette aus der Topfpflan-ze.
  13. Legen Sie die Katze auf das Badetuch in der Nähe einer Ecke mit dem Kopf ausser-halb der längeren Kante.
  14. Falten Sie die Vorder- und Hinterbeine der Katze vor ihren Bauch zusammen. Wider-stehen Sie dem Impuls, die Katze zusammenzufalten.
  15. Rollen Sie die Katze in das Badetuch ein. Arbeiten Sie schnell. Die Zeit und Miezen warten auf niemanden.
  16. Nehmen Sie wieder Position 1 ein. Drehen Sie Ihre linke Hand zum Kopf der Katze. Ein leichter Druck auf beiden Seiten des Kiefers, so, wie man auch das Maul einer Gift-schlange öffnet.
  17. Lassen Sie die Tablette ins Maul der Katze fallen und stossen Sie sanft nach. Voila! Das war’s.
  18. Staubsaugen die lose Haare auf (von der Katze). Legen Sie einen Verband an die Verletzungen (Ihre).
  19. Nehmen Sie 2 Aspirin mit etwas Wodka ein, und legen Sie sich hin.

aber immer wieder witzig
Liebe Grüße#
Birgit

Da muß ich Dir recht geben. So fühle ich mich jedes Mal. Aber mein Kater ist genauso fertig. Wir liegen dann beide auf der Couch. Er hächelt und ich kühle meine Wunden!

Dabei ist er ansonsten so friedlich!!!

Gruß
Tanja

Das ultimative Leckerli…
…gibt es leider nicht.

Katzen haben einen geradezu übernatürlichen Sinn dafür, wenn etwas anders ist als sonst. Sie erkennen an der Art, wie Du auf sie zugehst, ob Du sie streicheln oder einfangen willst, auch wenn Du glaubst, man sieht Dir Deine Absichten nicht an. Sie wittern Zusätze in jedem Leckerchen.

Als letzen Versuch kannst Du ja mal Thunfisch in Öl verfüttern…natürlich nur ganz wenig. Zuerst „normalen“ Thunfisch in Pflanzenöl und dann Thunfisch ohne Öl + Distelöl.

Wenn das auch nicht funktioniert, wirst Du um den täglichen Ringkampf wahrscheinlich nicht herumkommen. Ein paar Tipps:

  1. Idealerweise macht man das zu zweit: einer hält das Monster fest, der andere verabreicht das Öl
  2. am besten das Monster auf den Tisch setzen, das klappt meist besser als auf dem Boden
  3. wichtig ist es, dass das Tier NICHT entkommt und die Sache beim ersten Versuch klappt. Wenn man Katerchen erst mal durch die Wohnung jagen musste, ist i.d.R. alles zu spät und Panik bricht aus
  4. wenn Du Glück hast, wird es mit der Zeit einfacher, da Dein Kater sich daran gewöhnt und Du mehr Routine bekommst

Viel Glück!

Myriam
*diedreiKatzenhatdieallenochnichtmalhochgehobenwerdenwollen*

Hallo Myriam,

Anton (nicht der aus Tirol, sondern der von Pünktchen) ist schon meine dritte Katze und auch gleichzeitig der schwierigste. Er nimmt nämlich keine Leckerlis an. Außer die Malzpaste und die Milchdrops von Gimpet!! Verwöhntes Monster.

Bei meiner zweiten Katze ging das damals auch ganz einfach. Spritze aufgezogen, Katze auf den Arm genommen, Spritze zwischen die Zähne geklemmt und ab dafür.

Aber dieser hier ist wirklich widerspenstig. Ich will ihm auch nicht die Malzpaste leidlich machen, da er durch die Immunschwäche mehr Haare verliert als eine „normale“ Katze und die dadurch für ihn sehr wichtig ist. Und bei den Drops funktioniert das nun wirklich nicht gut mit dem Öl… :c)

Leider muß ich mich auch mit ihm alleine rumschlagen, da ich nicht jeden Tag meine Freundin aus der Nachbarstadt zu mir scheuchen kann, damit wir der Katze das Öl verabreichen.

Also werde ich mich wohl auf einen täglichen Ringkampf einstellen müssen.

Da fällt mir gerade ein, ich muß noch Verbandszeug kaufen…

Schönes Wochenende

Tanja

PS: Danke für Eure Tipps!

Da fällt mir gerade ein, ich muß noch Verbandszeug kaufen…

… und dann die Lederhandschuhe gleich mitkaufen,
solche wie sie der Falkner benutzt. Da gib’s weniger
Wunden.

Vielleicht mag der Tiger ja auch das Einwickeln ins
Handtuch nicht?
Gruß Uwi

Tipp von meiner Freundin (Tierärztin bzw. auf Weg dahin):
Den Kater langsam „immunisieren“. Der Thunfisch ist schon OK, Lachs noch besser. Lebertran könnte auch klappen. Einfach (ja, ich weiß, leichter gesagt als getan) die Öldosis wochenweise leicht bis zur gewünschten Dosierung anheben. Nichts anmerken lassen, normal füttern. Kannst es auch unter intensiv riechendes Futter langsam steigernd unterheben.
Ferner gibt es dieses Öl im Reformhaus in Kapseln. Kapsel in Leberwurst pachen und hinein. Oder sonstwas leckeres.
Das mit dem Fangen und zwangsfüttern ist Mist, da kriegt Ihr auf Dauer beide den Koller.

Euch grüßt,

Marcus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Tanja,

eine der einfachsten Methoden (mehrfach von mir getestet, sogar mit richtig eklig-bitterer Medizin): träufel ihm das Öl ins Fell! Dann muß er sich putzen, ob er will oder nicht. Am besten, wenn er vorher und hinterher jede Menge Streicheleinheiten bekommt und sein Lieblingsleckerli als Belohnung. Ich habe meiner Katze damit das halbe Fell „verseucht“, da sie auch so ein Extremfall bei der Eingabe von Medikamenten ist. Was nicht beim ersten Mal klappte, war eh’ vorbei.

Also, nutz den Putzzwang der Katze aus, es lohnt sich und schont Nerven, Mensch, Katze und Bekleidung!

Miau, Marion

Vielleicht mag der Tiger ja auch das Einwickeln ins
Handtuch nicht?

Hallo Uwe,

wenn ich das Handtuch nicht nehme, zerfetzt er mich direkt. Schon alles ausprobiert!

Gruß
Tanja