Wäller

Hi,

bin im Internet auf die Hunderasse „Wäller“ gestoßen.
Und bin hin und weg. Das ist der ultimative Hund für mich.
Selbst meine Frau stimmt mir zu.
Wer kann mir mehr über diese Hund berichten ?
Platzbedarf ?
Treppen ?
mfG
friedrich

bin im Internet auf die Hunderasse „Wäller“ gestoßen.
Und bin hin und weg. Das ist der ultimative Hund für mich.
Selbst meine Frau stimmt mir zu.
Wer kann mir mehr über diese Hund berichten ?
Platzbedarf ?
Treppen ?

Hallo Friedrich,

Auf der Seite http://www.hundehomepage.de/waeller/waeller.htm findet sich: „Die Hunderasse „Wäller“ entstand aus der Kreuzung französischer und australischer Hütehunde …
Der Grundgedanke zur Gründung dieser neuen Hunderasse war die Erhaltung der positiven Charakter- und Arbeitseigenschaften…“

Daraus folgt, daß es Arbeits- und keine Stadt- oder Sofa-Wohnungshunde sind. Wer diese Hunde mag, sollte sie nur auf dem Land mit Auslauf ohne Ende halten. Das ist mit Sicherheit kein Hund, für den der Sonntagsspaziergang ausreicht. Übrigens ist ein so langhaariger Hund nie pflegeleicht. Wer dann auch noch eine Teppichboden-Wohnung hat, lernt sehr schnell die Grenzen der Staubsaugertechnik kennen.

Eine nicht zu unterschätzende Gefahr liegt darin, daß die Rasse noch sehr jung ist. Als Folge zu geringer Population gab es schon bei vielen Rassen genetische Schäden durch Inzucht. Wenn in den ersten Jahrzehnten nicht genauestens Buch geführt und eiserne Disziplin seitens der Züchter gewahrt wird, ist die Inzucht vorprogrammiert. Beim Wäller sind mir keine Schäden bekannt, dafür ist die Rasse einfach noch nicht ausreichend verbreitet. Bei anderen Rassen traten immer wieder kommerzielle Züchterinteressen in den Vordergrund, die verhinderten, daß schwere Genschäden überhaupt rechtzeitig öffentlich wurden. Ich meine nicht die berüchtigten Qualzüchtungen; dazu gehört der Wäller nicht, sondern z. B. oft erst nach Jahren gehäuft auftretende Anfallsleiden. Von engagierten Privatleuten und Tierärzten geführte Register, die Rückschlüsse auf die Ursachen solcher Schäden zulassen, werden regelmäßig von einem Teil der Züchter unterlaufen und in der einschlägigen Presse diskreditiert, weil es ihren wirtschaftlichen Interessen schadet.

So kann ich nur dringend empfehlen, jede neue Züchtung mit Vorsicht zu betrachten, weil zunächst rein wirtschaftliches Interesse dazu führt, sich durch eine neue Züchtung von der Masse des übersättigten Marktes abzuheben. Man erkennt durchaus, wes Geistes Kind ein Züchter ist. So wird ein seriöser Hundezüchter niemals auf Ausstellungen an ihm unbekannte Personen verkaufen und auch sonst nicht unbesehen an jedermann ein Tier abgeben. Er wird einen Welpen nie vor der 9. Lebenswoche abgeben, wird sich vertraglich zusichern lassen, daß das Tier nicht beliebig weiterverkauft werden darf und wird sich um die Vermittlung kümmern, wenn das Tier aus welchen Gründen auch immer nicht mehr gehalten werden kann. Solche Forderungen sind für viele Züchter (nicht für alle!) rote Tücher. Sie wollen das Geld und ansonsten „Weltmeister“-Pokale auf Ausstellungen erhalten. Ein ordentliches Tierheim läßt sich aber genau diese Dinge unterschreiben.

Ich will Dir die Wäller nicht ausreden, weiß ja auch rein nichts über Deine z. B. räumlichen Gegebenheiten. Überlege vor dem geschilderten Hintergrund, ob Du Dich für so eine junge Rasse entscheidest, die noch nicht einmal so alt ist, wie ein einziges Hundeleben dauert. Und schließlich überlege, ob Du nicht auch in eine absolut reinrassige Collie-Schäferhund-Terrier-Boxer-Pudel-Dackel-Bracke aus dem Tierheim vergucken willst. Diese liebenswerten Viecher haben garantiert keine Inzucht-Schäden.

Gruß
Wolfgang

Huhu Wolfgang!

Collie-Schäferhund-Terrier-Boxer-Pudel-Dackel-Bracke aus dem
Tierheim vergucken willst. Diese liebenswerten Viecher haben
garantiert keine Inzucht-Schäden.

Inzuchtschäden vielleicht nicht, aber rassebedingte Krankheiten können die genauso haben, und leicht zu handhaben sind sie auch nicht immer.
Das nur nebenbei, zur so oft gelobten Gesundheit bei Mischlingen.

Liebe Grüsse
Bine *die selbst zwei Wald-Wiesen-Hunde hat*

Nachfrage
Hallo Zusammen!

Werden hier nicht einige Begriffe falsch verwendet? Inzucht bedeutet zB. doch Fortpflanzung unter engen Blutsverwandten, nicht automatisch aber die Rassezucht!?

Finde Züchter übrigens auch nicht gerade berauschend. Meine Eltern haben seit gut sechs Monaten ihren zweiten Rauhaardackel. „Der muß von einem anerkannten Züchter sein!“ meinte Muttern, man liest sich halt was an. (Natürlich ausschließlich in den züchtergesponsorten Zeitschriften.)

Jetzt hat man als Rentner einen extrem auf Jagdhund gezüchteten Wirbelwind an der Leine und das auch noch in der Stadt. (Von zweien seiner Brüder wissen wir, das die beiden Jäger sehr zufrieden sind.)
Welpenschule pp. haben auch nicht viel geholfen.
Ich will damit sagen, egal wie „gut oder schlecht“ ein Hund vom Züchter kommt, allein die Tatsache das der Hund an meine Eltern verkauft wurde, zeugt von Verantwortungslosigkeit. Da spreche ich meine E. auch nicht frei.

Ich hoffe ich bin nicht zu weit abgeschweift,

tschüs, Sven.

Hallo Wolfgang,

zu nächst herzlichen Dank ! Deine Antwort war ja ausführlicher als ich es je hier erwartet habe.
Wir suchen eine neue Wohnung, die sollte dann auch „hundegerecht“ sein. Was mich faszinierte war das Erscheinungsbild u n d die beschriebenen Charaktereigenschaften. Sicher könnte das auch ein Hund aus dem Tierheim sein. (Rennt’s bei meiner Frau offene Türen ein)
Wir, sollte alles passen, suchen einen Hund vom Format (Grösse)eines Boxer oder Irish Setter. Es muß so groß sein das ich keine angst haben muß ihn zu verletzen, aber nicht so groß und kräftig
das ich angst haben muß. Und angst haben muß um meine Tochter und die Nachbarn. Er muß halt familientauglich sein und kein Problemfall der extremer Aufmerksamkeit bedarf. Mein Großvater hatte einen Dackel, den er mit zur Jagd nahm, die „Hexe“ war einfach da und gehörte zur Familie. So einfach war das. So sollte es auch bei uns sein.
Und ausgeredet hast du uns gar nichts, nur noch mal richtig bewußt gemacht.

Danke.
MfG
friedrich + Anhang

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Huhu Sven!

Werden hier nicht einige Begriffe falsch verwendet? Inzucht
bedeutet zB. doch Fortpflanzung unter engen Blutsverwandten,
nicht automatisch aber die Rassezucht!?

Nene, ich meinte das schon so, dass zwar Mischlinge kaum ingezüchtet sind, aber die Probleme der Rassehunde trotzdem in sich tragen können und auch ohne Inzucht mit so einigen gesundheitlichen Mankos aufwarten können.

Finde Züchter übrigens auch nicht gerade berauschend.

Es kommt halt immer drauf an, dein Beispiel ist sicher eins für einen verantwortungslosen Züchter. Andererseits wussten Deine Eltern scheins, dass der Hund aus einer Jagdlinie stammt…aber viele Leute rechnen gar nicht damit, dass sich das ziemlich extrem äussern kann.

Welpenschule pp. haben auch nicht viel geholfen.

Steckt halt im Hund drin…

Ich hoffe ich bin nicht zu weit abgeschweift,

Finde ich nicht :smile:

Bine :smile: