hallo wolfang,
Nur ein Argument
mag ich nicht gelten lassen: Das ist der Preis. Lebensmittel
sind gemessen an der Kaufkraft im Verlaufe der letzten
Jahrzehnte immer billiger geworden. Der vom verfügbaren
Einkommen für die Ernährung aufgewendete Teil wird seit langer
Zeit immer kleiner und sinkt weiter.
das ist mir durchaus bekannt. die ‚freizeitgesellschaft‘ etc. möchte ich hier auch gar nicht diskutieren. dass der für die ernährung aufgewandte teil des verfügbaren geldes immer kleiner wird, liegt aber teilweise (wohlgemerkt: teilweise! ich kann nur für mich selber sprechen) daran, dass ein immer grösserer teil für andere grundbedürfnisse oder schlichtweg erfordernisse aufgewandt werden muss, zum beispiel mieten, fortbildungskosten (um nicht rauszufallen aus dem system), fortbewegung (nicht freizeit, einfach um zur arbeit zu kommen), kinder etc. aber du hast schon recht, bei den meisten menschen sind es wohl eher andere gründe.
Es kann nicht sinnvoll sein, für den Einkauf von 10 Eiern 20
km mit dem Auto zu fahren. Aber genau das passiert. Eier und
praktisch alle Lebensmittel vom Joghurt bis zum Fleisch werden
kreuz und quer durch die Republik kutschiert.
auch bekannt… ich meinte eher MEINE zusätzlichen fahrten, nicht die, die die lebensmittel eh schon hinter sich haben. diese diplomarbeit, in der nachgewiesen wurde, dass ein joghurt 3500 km (?) insgesamt ‚zu verantworten‘ hat, ist ja weithin bekannt. ich habe zum beispiel die anfänge der hermannshöfe südlich von münchen mitbekommen. biologische landwirtschaft, artgerechte tierhaltung etc… alles super, aber die münchner reichen sind die 50 km nach draussen gefahren um einzukaufen. DAS meinte ich damit, das kanns ja wohl nicht sein. (mittlerweile gibt es so weit ich weiss einen laden in der stadt)
so… was nun? irgendwie ist das müssig zu diskutieren. also:
a) ich esse weiterhin wenig aber ‚gutes‘ fleisch vom biometzger und vertraue darauf, dass das schon so sein wird, wie er etikettiert
b) ich hole mein gemüse auf dem markt vor dem büro und mache den drahtseilakt zwischen ‚umweltverträglich erzeugt‘ und geldbeutel
c) und ich gehe weiterhin zu aldi, weil wenn ich a) und b) mache, dann muss ich woanders einsparen und vor allem:
d) ich akzeptiere, dass ich nur mit gutem beispiel vorangehen kann, ich kann nichts grundlegendes
schönes wochenende!
claudia
(ps: ihres zeichens ökologin von beruf und mittlerweile von der ideologin zur zwangs-pragmatikerin geworden)