Doofe Frage über Hühner

Hallo,

ich habe gehört, dass Hühner im Winter nicht so gut Eier legen. Macht ja auch biologisch Sinn. Aber wo kommen im Winter die Eier her? Besonders die aus Freilandhaltung? Oder ist das im Endeffekt gar keine Freilandhaltung. In den Lege-KZ´s kann ich mir es vorstellen, da nur künstliche Beleuchtung. Kann mich jemand aufklären??

Danke
Patricia

Hallo Patricia!

Ich glaube, Du gehst von einer falschen Annahme aus. Hühner legen auch im Winter Eier, so viel, wie im Sommer. In Legebatterien. Sie merken nicht, ob es Winter oder Sommer ist. Sie legen auch nur eine sehr begrenzte Zeit, dann wird aus der Legehenne ein Suppenhuhn. Nach etwa 18 Monaten Legezeit. (Nicht Lebenszeit!). Also, für den Eiermarkt ist es ohne Bedeutung, ob Winter oder Sommer.
Nur kurz vor Ostern ändert sich die Angelegenheit.
Eier dürfen laut Gesetz etwas vordatiert werden, d.h. heute gelegt, für nächste Woche gestempelt. Wenn Du in den Wochen vor Ostern in die Hühnerfarmen gehst, siehst Du dort tausende von Eierkisten, vollgefüllt mit Eiern, gestempelt für eine Woche, die erst noch kommt. Sie gehen dann auf den Markt, wenn es ihre Datierung erlaubt. Wenn Du also Eier, datiert auf die 33. Woche, in der 33. Woche kaufst, könnten diese schon einige Wochen alt sein!!

Freilandeier auf dem Markt? Kaum möglich. Ein Landbewohner, der echte glückliche Hühner hat, hat nur sehr wenige und die nur für den Eigenbedarf und für event. Kunden aus der Nachbarschaft oder wenn seine Kinder im Ort oder in der Stadt arbeiten, nehmen die sie mit für Arbeitskollegen.
Freilandhaltung heißt, das Hun hat eine bestimmte Anzahl m² für sich zur Verfügung und sitzt nicht in Batterien. Das ist es dann aber auch schon. Sie leben dann in großen Hallen, wie die Sardinen in der Dose.

Wenn es nur Eier aus echter Freilandhaltung gäbe, würde der Eiermarkt zusammenbrechen. Und die Preise hochgehen. Könnte man ja akzeptieren.
Aber dann kommen sie eben aus dem Osten und die bauen im Moment Legebatterien um den gesamten europ. Markt damit einzudecken.
Gruß Werner

kleine Differenzierung

Freilandhaltung heißt, das Hun hat eine bestimmte Anzahl m²
für sich zur Verfügung und sitzt nicht in Batterien. Das ist
es dann aber auch schon. Sie leben dann in großen Hallen, wie
die Sardinen in der Dose.

Da gib’s noch den feinen Unterschied zwischen „Freilandhaltung“
und „Bodenhaltung“.
Bodenhaltung heißt eben nur, daß die Hühner nicht im Käfig leben.
Statt dessen meist zusamengefercht in einer Halle mit extrem
schlechten Bedingungen (keine m², eher paar dm²).

Wenn es nur Eier aus echter Freilandhaltung gäbe, würde der
Eiermarkt zusammenbrechen. Und die Preise hochgehen. Könnte
man ja akzeptieren.

Dann gäbe es Eier der Saison *grins* oder Eier aus Südafrika.
Gruß Uwi

Hallo,

das Standard Huhn, welches in Deustchland gezüchtet wird, legt das ganze Jahr über Eier (das sind diese großen weißen Hühner). Die sind einfach so gezüchtet. Eine Bekannte von mir hat Zwerghühner, die sind weniger überzüchtet und näher an der Wildform dran und legen deswegen im Winter keine Eier.
Aber blöd finde ich diese Frage keineswegs, denn darüber habe ich auch noch nie nachgedacht!

viele Grüße

dickie

Freilandhaltung

Hallo,

wenn ich es recht verstehe, dann ist Freilandhaltung keine Freilandhaltung? Unter Bodenhaltung denke ich, ist diese Zusammenpferchung vieler Hühner in einer Halle. Dann sind Freiland-Hühner keine glücklichen Hühner. Oder muss das dann artgerecht heissen?

Danke
Patricia

Hallo Patricia!
Freilandhaltung wäre für Legehennen unmöglich.(Oder für sehr kleine private Bestände). Freilandhaltung gibt es nur für Mast.
Mit der Bodenhaltung hast Du recht. Dichtgedrängt leben sie in einer Scheune.

Gruß Werner

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ich habe gehört, dass Hühner im Winter nicht so gut Eier
legen. Macht ja auch biologisch Sinn. Aber wo kommen im Winter
die Eier her? Besonders die aus Freilandhaltung? Oder ist das
im Endeffekt gar keine Freilandhaltung. In den Lege-KZ´s kann
ich mir es vorstellen, da nur künstliche Beleuchtung. Kann
mich jemand aufklären??

Hallo Patricia,

Deine Frage ist keineswegs doof. Wir müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen, daß man nicht alles gleichzeitig haben kann, nämlich:

  • jederzeit beliebige Verfügbarkeit
  • Niedrigpreise
  • artgerechte Tierhaltung
  • minimierte Umweltbelastung.
    Diese Erkenntnis ist keineswegs auf Hühner beschränkt, sondern gilt für die gesamte Landwirtschaft. Im Moment werden 3 der aufgeführten Punkte zu Lasten der artgerechten Tierhaltung erreicht oder sind erreichbar. Die Tiere werden bei minimalem Platzbedarf automatengerecht gehalten.

Freiwillig legt kein Huhn das Ei auf ein Laufband. Wenige Hühner wirklich frei gehalten, heißt, jemand muß die Eier suchen und im Winter gibts eben keine. Freilandhaltung einer großen Zahl von Tieren auf stets begrenztem Platz kommt den Tieren entgegen, belastet aber das Grundwasser. Das kann auch niemand wollen.

Man kann Kompromisse suchen und finden, aber letztlich ist die Massentierhaltung immer mit irgendwelchen Übeln verbunden. Zugespitzt wird die Situation durch die Ferne von Verbraucher und Erzeuger. Das ist nicht rein geograpfisch zu verstehen. Die meisten Menschen leben nun einmal in der Stadt und haben keine Ahnung, daß das verzehrte Schnitzel Teil eines dafür gestorbenen Tieres ist. Die Leute wollen ins Regal greifen und die Ware jederzeit für wenig Geld mitnehmen. Davor liegen mehrere Stufen des Zwischenhandels, der den weitaus größten Teil der Erlöse schluckt. Die fehlende Bereitschaft der meisten Verbraucher, viele Dinge direkt beim Erzeuger zu kaufen und dafür einen angemessenen Preis zu zahlen, hält das jetzige System am Leben.

Daß es jahreszeitlich etwas nicht gibt, kennt man nur von Mon Cheri. Wenn jemand zu Weihnachten unbedingt ein Frühstücksei haben will, dann ist ihm entweder unklar, woher ein Ei kommt oder er nimmt die vorherrschende Art der Tierhaltung in Kauf.
Gruß
Wolfgang

Danke für alle Antworten. Ihr habt mir genug Stoff zum nachdenken gegeben. Das ist ja alles furchtbar. Und ich hab gedacht, dass wenigstens die sog. Freilandhaltung in Ordnung ist. Es ist halt nicht so wie es auf der Verpackung steht.

Patricia

hallo wolfgang und alle anderen,
interessant… wusst ich alles jetzt auch noch nicht bis ins letzte detail.
aber meine anschlussfrage… was mache ich als jemand, der keinen menschen kennt, der ein paar artgerecht gehaltene hühner nebenher durch den garten rennen hat?
wo kann ich ‚richtige‘ eier herkriegen?
davon abgesehn, ich wüsste schon höfe, wo die hühner über die obstwiesen rennen, aber ist es ökologisch korrekt, für den erwerb von 10 eiern 20 km zu fahren? ich denke doch eher nicht.
klar, der verbraucher ist schuld, aber der verbraucher sieht in erster linie das geld bzw. MUSS auch in erster linie das geld sehen, nicht jeder hat die notwendigen mittel, nur noch ‚korrekte‘ lebensmittel zu kaufen.
fazit des threads für mich: da steh ich nun, ich armer thor … und bin so klug als wie zuvor … hm
dennoch ein schönes wochenende! claudia

Hallo Claudia,

Du beschreibst die Sicht der meisten Konsumenten bestimmt zutreffend. Es macht auch tatsächlich keinen Sinn, mit erhobenem Zeigefinger auf eine bestimmte Gruppe in der Kette vom Erzeuger bis zum Verbraucher zu zeigen. Fehler und ignorantes Verhalten sind überall erkennbar. Nur ein Argument mag ich nicht gelten lassen: Das ist der Preis. Lebensmittel sind gemessen an der Kaufkraft im Verlaufe der letzten Jahrzehnte immer billiger geworden. Der vom verfügbaren Einkommen für die Ernährung aufgewendete Teil wird seit langer Zeit immer kleiner und sinkt weiter.

Es kann nicht sinnvoll sein, für den Einkauf von 10 Eiern 20 km mit dem Auto zu fahren. Aber genau das passiert. Eier und praktisch alle Lebensmittel vom Joghurt bis zum Fleisch werden kreuz und quer durch die Republik kutschiert. Das geschieht ohne böse Absicht. Logistisch ist es kaum zu machen, daß jeder Aldi-Markt z. B. seine Eier vom nächsten Bauern beschafft.

Ich kann nicht erkennen, wie mit Einzelmaßnahmen den Mißständen beizukommen sein soll. Produkte tierischen Ursprungs werden bedenkenlos in viel zu großen Mengen verbraucht. Auch in gesundheitlicher Hinsicht ist der Konsum allgemein zu hoch. Der gesamte Verbrauch muß deutlich reduziert werden. Jeder Verbraucher müßte seine Gewohnheiten überdenken und sich verdeutlichen, was der jeweils eigenen Gesundheit zuträglich ist und daß das Stück Fleisch eben nicht aus der Fabrik „Nordfleisch GmbH“ kommt, sondern Teil eines dafür gestorbenen Tieres ist. Solche Zusammenhänge sind viel zu vielen Stadtmenschen fremd oder sie werden verdrängt. Solange sich daran nichts ändert und weiterhin erwartet wird, daß Fleisch und Eier gleich neben Senf und Konservenbüchsen zu Dumpingpreisen verfügbar sind, wird alles bleiben, wie es ist.

Gruß
Wolfgang

hallo wolfang,

Nur ein Argument
mag ich nicht gelten lassen: Das ist der Preis. Lebensmittel
sind gemessen an der Kaufkraft im Verlaufe der letzten
Jahrzehnte immer billiger geworden. Der vom verfügbaren
Einkommen für die Ernährung aufgewendete Teil wird seit langer
Zeit immer kleiner und sinkt weiter.

das ist mir durchaus bekannt. die ‚freizeitgesellschaft‘ etc. möchte ich hier auch gar nicht diskutieren. dass der für die ernährung aufgewandte teil des verfügbaren geldes immer kleiner wird, liegt aber teilweise (wohlgemerkt: teilweise! ich kann nur für mich selber sprechen) daran, dass ein immer grösserer teil für andere grundbedürfnisse oder schlichtweg erfordernisse aufgewandt werden muss, zum beispiel mieten, fortbildungskosten (um nicht rauszufallen aus dem system), fortbewegung (nicht freizeit, einfach um zur arbeit zu kommen), kinder etc. aber du hast schon recht, bei den meisten menschen sind es wohl eher andere gründe.

Es kann nicht sinnvoll sein, für den Einkauf von 10 Eiern 20
km mit dem Auto zu fahren. Aber genau das passiert. Eier und
praktisch alle Lebensmittel vom Joghurt bis zum Fleisch werden
kreuz und quer durch die Republik kutschiert.

auch bekannt… ich meinte eher MEINE zusätzlichen fahrten, nicht die, die die lebensmittel eh schon hinter sich haben. diese diplomarbeit, in der nachgewiesen wurde, dass ein joghurt 3500 km (?) insgesamt ‚zu verantworten‘ hat, ist ja weithin bekannt. ich habe zum beispiel die anfänge der hermannshöfe südlich von münchen mitbekommen. biologische landwirtschaft, artgerechte tierhaltung etc… alles super, aber die münchner reichen sind die 50 km nach draussen gefahren um einzukaufen. DAS meinte ich damit, das kanns ja wohl nicht sein. (mittlerweile gibt es so weit ich weiss einen laden in der stadt)

so… was nun? irgendwie ist das müssig zu diskutieren. also:
a) ich esse weiterhin wenig aber ‚gutes‘ fleisch vom biometzger und vertraue darauf, dass das schon so sein wird, wie er etikettiert
b) ich hole mein gemüse auf dem markt vor dem büro und mache den drahtseilakt zwischen ‚umweltverträglich erzeugt‘ und geldbeutel
c) und ich gehe weiterhin zu aldi, weil wenn ich a) und b) mache, dann muss ich woanders einsparen und vor allem:
d) ich akzeptiere, dass ich nur mit gutem beispiel vorangehen kann, ich kann nichts grundlegendes

schönes wochenende! :smile: claudia
(ps: ihres zeichens ökologin von beruf und mittlerweile von der ideologin zur zwangs-pragmatikerin geworden)

Die Lösung
…des Problems kann doch zwangsläufig nur sein, einfach keine Eier und Produkte, in denen Eier enthalten sind, zu essen, oder?
Damit hast Du tierschützerisch wie ökologisch den besten Weg gewählt!

Tanja

PS: Ob jetzt wohl eine krasse Diskussion beginnt, die man dann ins Ernährungsforum verlegen muß? :wink:

Nein, so ist das nicht!

das Standard Huhn, welches in Deustchland gezüchtet wird, legt
das ganze Jahr über Eier (das sind diese großen weißen
Hühner). Die sind einfach so gezüchtet.

Natürlich sind diese „großen“ Hühner so ausgewählt und
weitergezüchtet, daß sie möglichst viele „große“ Eier legen
können. Völlig unabhängig von der Jahreszeit legen sie Ihre Eier
aber nur, weil sie in einer warmen Halle mit gleichbleibendem
Kunstlicht nicht wissen können, daß draußen gerade Winter ist.
Die Zwerghühner würden das unter diesen Umständen auch machen.

Eine Bekannte von mir
hat Zwerghühner, die sind weniger überzüchtet und näher an der
Wildform dran und legen deswegen im Winter keine Eier.

Ob diese Zwerghuhnform näher an einer Wildhuhnart dran ist, muß
erst mal nachgewiesen werden. Züchter vergewaltigen die Natür
schon seit Jahrhunderten, nur um einen gewünschten Standard zu
erreichen. Da ist oft noch nicht mal reeller Nutzen zu sehen,wie
eben bei der Nutztierzucht.
Da ist die Größe auch kein Maß für Urtümlichkeit.
Gerade die Liebhaberei führt bei der Zucht auch zu extremen
verwerfungen. -> am besten bei Hundezüchtungen zu sehen.
Gruß Uwi

Frage über Hühner :smile:
Hallo Patricia,

wir essen nur Eier von glücklichen Hühner, das heißt das man in Winter fast ganz drauf verzichten. Das stimmt schon das die wenig legen, aber ganz aufhören tun sie damit nicht :smile:.
Die Hühner, die Eier für uns legen kenne ich persönlich und weiss dass die optimal gehalten werden, die haben Wiese und Mist und können ein und ausgehen wie es denen beliebt.

Du kannst dich ja auf dem Markt nach Biobauern umschauen, die haben auch solche Eier, oder zum Beispiel hier nachschauen, ob du einen Lieferanten ausfindig machen kannst:

http://www.oekonetzwerk.de

Bodenhaltung heißt, so viel ich weiß 7 Hühner auf 1m², ist auch viel zu wenig und Freilandhaltung bedeutet dass die auch jederzeit Auslauf haben können.
Wir hatten früher auch Hühner und die ahben im Winter genauso selten Eier gelegt, das schadet aber einem auch nichts wenn man Zeitlang verzichtet, nicht war?

Alles über Hühner erfährst du auch hier:

http://www.payer.de/entwicklung/entw08712.htm#8.2.1.

Die Studie ist zwar für Hühnerhaltung in Entwicklungsländern gemacht, ist aber trotzdem sehr lehrreich und interessant.

Gruß,
Maja