Schalldämmung im Rohbau

Hallo,
ich möchte auf einem riesigen Dachboden (Höhe ca.6,50m Giebelbreite ca.10m) einen kleinen Verschlag (3x3x3m) zum Schlafraum umnutzen.

In dem Raum soll es mal trotz Kirchenglocke und Kneipen leiser werden als es im übrigen Haus jetzt ist.

Der Raum befindet sich an der ca.0,40 dicken Gibelwand aus Bruchstein und hat ein Fenster. Wenn ich mit dem Abriss fertig bin habe ich noch den Fichtenfußboden und das Fenster, die Giebelwand und 12/12 Balken wie Fachwerk also ca 1qm grosse Löcher.

Hat jemand Ideen wie ich die Wände aufbauen sollte? Was soll ich mit dem Fenster machen? Geld spielt fast keine Rolle.
danke
boris

Wenn Geld keine Rolle spielt…
dann hol dir doch einfach einen Architekten der plant dir das ordenlich und vorallem mit den richtigen Brandschutzzeugs, damit du nicht im Holzhaufen verbrennst. Ich würde dir vielleicht zu etwas härteren als Fichte für den Fussboden raten, Fichte tritt sich sehr schnell aus, bzw verkratzt schnell. Oder du legst Parkett drüber.

Grüße Klaus

Hallo Klaus
Ich bin Bauhandwerker und kenne Architekten meistens als Künstler die nicht unbedingt jede ihrer Ideen vor Auftragsvergabe auf praktische ausführbarkeit prüfen.

In diesem Fall würde ich mich lieber an einen Akustikbauer wenden aber da ich die ausführung ohnehin selbst übernehme und keine Idee habe was bessere Materialien als Steinwolle kosten wollte ich die Kosten nicht schon durch die Planung Explodieren lassen.
Für den Fußboden schwebt mir bisher ein mögligst dicker Teppich vor, da mein Hauptanliegen ja der Schallschutz ist.

Grüße boris

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Masse

Hallo Boris,

um Wände oder Decken Schallundurchlässig zu machen, ist vor allem eines nötig: Masse.

Die 40cm Giebelwand aus Bruchsteinen sind also schonmal nicht schlecht. Holzbalkendecken wurden schwerer gemacht, indem man zwischen den Balken (Zwischen Bretterboden und Fehlboden) Sand oder Steine legte. Um jetzt herauszufinden, wie schwer die innenmauern werden dürfen, damit sich nicht die Balken biegen, werden auch die künstlerischen Architekten die Bauingenieure fragen müssen.

Dämmmaterialien wie Steinwolle sind vor allem zur Wärmedämmung da. Schalldämmend wirken sie nur, wenn sie an der Innenseite der Wand Verbindung zum Raum haben, etwa dorch eine offenporige Platte, oder eine Lochplatte. Aber da verhindern sie nur die Schallreflexionen von Schall, der ohnehin schon im Raum ist. Wenn Du es also beim Schlagzeug Spielen leiser haben willst, dann verwende offenporiges Dämmaterial oder hau nicht so auf die Pauke. Wenn Du es laut haben willst, ohne die Nachbarn zu stören, dann bau massive Mauern. Diese schweren mauer schützen genausogut auch vor Schall von draußen.

Viele Grüße
Stefan

Hi Boris,

war auch nicht so ernst gemeint mit dem Architekten. Die Schalldämmung Steinwolle ist meines Erachtens ziemlich ausreichend. Als Bauhandwerker kennst du dich ja gut genug aus um die Wände staubdicht zu bekommen. Für den Boden würde ich dir lieber Trittschalldämmung empfehlen und dann einfach Laminat oder Parkett drüberlegen. Ein Teppich hat für mich immer den Staubfaktor.

Grüße und viel Spaß beim Planen

Klaus

Hi boris,

hier mein Vorschlag:

Schwere Wände sind gut, wie Stefan schon gesagt hat. Wenn dir der Schall durch die Bruchsteinwand noch zu laut ist setz noch eine „Vorsatzwand“ davor. Gibelwand mit Mineralwolle auskleiden (auf Wasserdampfdiffusion achten!), Ständerwerk vor die Wand (aber nicht direkt mit der Wand verbunden!) und das Ständerwerk mit Gipsplatten ö.ä. auskleiden. Wenns richtig leise werden soll nimmst du einfach doppelte Gipsplatten.

Beim Fenster ist die Frage was schon vorhanden ist?

Kein Fenster:
Neues mit Schallschutzverglasung

Einfachverglast:
Neues Fenster oder
Vorsatzfenster

Mehrfachverglast:
So lassen
(oder zusätl. Vorsatzfenster=bester Schallschutz)

Wenn Geld keine Rolle spielt dann bau dir ein neues Fenster ein. Aber tu dir den Gefallen und nimm kein PVC - Fenster…

Es gibt viele Möglichkeiten, die Frage ist was im Kosten/Nutzen Verh. steht.

Gruß
trigga

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