wir haben einen amerikanischen Kühlschrank mit Wasser- und Eisspender gekauft. Meine Frau meint, Leitungswasser wolle sie nicht trinken und auch unserem kleinen Sohn nicht anbieten, dabei haben wir im Hunsrück eigentlich ganz gutes Wasser.
Um aber allem vorzubeugen (und um ihre Wünsche liebevoll zu erfüllen) gedenke ich nun, uns einen Wasserfilter anzuschaffen.
Es hat mich aber fast umgehauen, dass man für ganz kleine Geräte schon 150 Euro zahlen muss.
Weiter gibt es noch ein Problem, da der Filter ständig unter Druck steht, und dies auch aushalten soll. Ich habe ein Schnäppchen gemacht, und für 8 Euro einen Aktivkohlefilter gekauft, der war aber nur zusammengesteckt, und als ich ihn in die Leitung eingebaut habe, hat er sich in einen Springbrunnen umfunktioniert.
bevor man einen Filter beschafft, sollte man eine Vorstellung haben, was denn überhaupt aus dem Wasser heraus gefiltert werden soll. Außerdem sollte man sich darüber im klaren sein, daß man sich mit einem Filter, das nicht ständig überwacht und erneuert wird, eine Keimquelle erster Güte in die Trinkwasserversorgung einbaut.
Von Ausnahmefällen abgesehen (da wären aber vorher Analysen fällig), rate ich im Privathaushalt von der Verwendung irgend welcher Filter ab. Du kannst das Leitungswasser nicht mehr verbessern, Du kannst es nur mit Schadstoffen und Keimen belasten. Immerhin gehört das Trinkwasser der öffentlichen Versorgung zu den am besten überwachten Lebensmitteln überhaupt.
Versuche Deine bessere Hälfte davon zu überzeugen, daß nur eine Verschlimmbesserung möglich ist und daß Leitungswasser den Vergleich mit feinstem Mineralwasser aus der Flasche stand hält.
Gruß
Wolfgang
Wie schon beantwortet : Filter sind Brutstätten für Bakterien!
Denn, hat man erstmal eines eingebaut, ist es schnell vergessen, wie zu teuer, dauernd die Filtereinsätze zu erneuern.
Wer einmal ein solches Filter gewechselt hat, denkt oft mit Grausen daran zurück!
hi easy,
leitungswasser ist zumindest eines der am besten und vor allem auch regelmässig untersuchten lebensmittel, werte bekommst du beim wasserwerk.
vielleicht überzeugen die deine frau ;o) … vor was konkret HAT sie überhaupt bedenken?
ansonsten kann ich dir auch nur sagen: die werte brauchst du sowieso, denn du musst ja wissen WAS du rausfiltern willst. und du musst das gefilterte wasser - wegen der auch erwähnten bakteriologischen risiken - auch wiederum überwachen, wenn du es schon SO genau nehmen willst, dass leitungswasserqualität nicht reicht.
viele grüsse muschel
noch 'ne kleine Ergänzung: als „Beweis“, wie „schlecht“ unser Leitungswasser ist, wird gerne die Verkalkung in Wasserkesseln und Ähnlichem angeführt - nun sind wir aber keine Maschinen und wir brauchen eben diese Mineralien, die in der Wasserfilterwerbung so gerne als schädlich angeführt werden. Wenn man die rausfiltert, muß man sie irgendwo anders wieder zuführen - Die Nahrungsmittelergänzungswirtschaft freut sich.
leitungswasserschlürfenden Gruß
Sibylle
über die prinzipiellen Probleme der Wasserfilter wurde schon geschrieben (Tip, laß Deine Frau mal einen Filter wechseln, der einige Zeit, am besten im Sommer, nicht gewechselt wurde, z.B. nach eurem Sommerurlaub. Dann hat sich das Thema meist von selber erledigt).
Das das Mineralwasser, speziell das aus PET-Flaschen nicht soooo besonders ist, hat die Stiftung Warentest neulich berichtet. Fast alle PET-Flaschen waren mit Acetaldehyd (ein naher Verwandter der ach so furchtbaren Formaldehyd) belastet.
Ich bin Chemiker und trinke gerne und oft reines Leitungswasser. Nicht weil ich zu kniepig wäre Mineralwasser zu kaufen (das haben wir auch im Programm, allerdings in Glasflaschen), sondern weil die Trinkwasserverordnung um einiges strenger ist als die Mineralwasserverordnung, speziell z.B. bei Nitrat, was Deine Frau bezüglich Eures Kindes speziell interessieren wird.
Beim Trinkwasser handelt es sich um den klassischen Fall eines schlechtgeredeten Produktes von vorzüglicher Güte (von in den Medien dann immer genüßlich ausgeweideten AUsnahmen abgesehen).
ich bin vom Fach, bitte bekommen Sie aber keine Panik, wenn Sie folgendes lesen. Der Genuß von Trinkwasser ist unbedenklich.
Trinkwasser ist das am besten untersuchte Lebensmittel. Was aber viele nicht wissen. Ca. 60 % der Trinkwasserleitungung sind in Asbesthaltigen Rohren verlegt (Stand vor ca. 5 Jahren) Es ist bisher allerdings nichts Nachteiliges über Asbest im Verdauungssystem bekannt.
Chlor ist im Trinkwasser nur gelegentlich, um Verkeimungen zu stoppen. Regelmäßiger Genuß von gechlortem Trinkwasser läßt das Darmkrebsrisiko lt. einer amerik. Studie um 80 % steigen.
Chlor, Asbest und Schwebstoffe wie Schwermatallt bekommt man nur mit einem Kohlefilter oder Umkehrosmose aus dem Wasser, wobei letzteres nur für Industriebetriebe sinnvoll ist.
Vorsicht ist bei offenen Kohlefiltern geboten, bei denen man das Wasser einfüllt. Diese neigen sehr stark zur Verkeimung, mann sollte das Wasser nur abgekocht trinken. (steht auch so in der Anleitung, also für Eiswürfel nicht geeignet!!!)
Ich selbst habe über einen Getränkeautomatenhersteller für die Gastronomie einen geschlossenen Aktivkohlefilter bei mir eingebaut und auch bereits mehrfach bei Kunden installiert.
Bei Interesse melden, ich möchte hier keine Werbung machen.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
ich bin kein Aquarianer, weiß deshalb auch nicht Bescheid über diese Geräte. Es gibt Umkehr-Osmose-Geräte für Trinkwasser, die in die Leitung eingebaut werden und deshalb eine hohe Leistung haben müssen. Bei der Anfrage war ein preisgünstigesFiltersystem gefragt. Die Geräte für Trinkwasserbereich liegen im 4-stelligem Euor-Bereich. Umkehrosmose „filtert“ zudem Mineralien heraus, für Trinkwasser nicht sinnvoll. Es gibt meines Wissens auch „Einfüll-Geräte“ mit Umkehr-Osmose. Dieses Wasser sollte aber auch nur nach dem Abkochen verwand werden.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
die Geräte die ich meine werden an der Wasserleitung angeschlossen und bewegen sich so zwischen 120 EUR (bei 30 l/Tag) und >3000 EUR für Leistungen um die 1000 l/Tag.
Ich stimme Dir allerdings zu, dass das für Trinkwasser wirklich übertrieben ist. Aquarianer verwenden diese Dinger bei sehr empfindlichen Fischen oder bei extrem harten Wasser.
Trinkwasserfilter vs Leitungswasser|Kohle vs Chlor
Hi Georg,
habe gelesen, das Chlorproblem existiert mehr in Amerika, als hier, da dort ein vielfaches an Chlor ins Leitungswasser gegeben wird, gegenüber Germania. Und das sei auch das Hauptanwendungsgebiet für Aktivkohlefilter, die damit in den USA besser geeignet seien als hier.
Da Du vom Fach bist: Wie kann man sein ‚eigenes‘ Leitungswasser denn sinnvoll und ohne imensen Aufwand testen? Gibt es da so Indikatorstreifen?
Hält der Filter, von dem Du redest (schreibst) auch ständigen Druck aus (Einbau in der Wasserzuleitung zum Kühlschrank)?
Wasser marsch
Easy
Hallo,
ich bin vom Fach, bitte bekommen Sie aber keine Panik, wenn
Sie folgendes lesen. Der Genuß von Trinkwasser ist
unbedenklich.
Ich selbst habe über einen Getränkeautomatenhersteller für die
Gastronomie einen geschlossenen Aktivkohlefilter bei mir
eingebaut und auch bereits mehrfach bei Kunden installiert.
Bei Interesse melden, ich möchte hier keine Werbung machen.
kurze Info:
Die hygienischen Anforderungen an Trinkwasser sind erheblich schärfer als die an Mineralwasser aus der Flasche. Wenn Deine Frau also Bedenken hat, dann sollte sie es vor Mineralwasser haben, Trinkwasser ist in jedem Fall sauberer (an manchen Orten schmeckt es bloß nicht und der Geschmack ist die beste Qualitätsprüfung).