Guten Morgen!
Unter „Sonstiges“ findet sich gerade ein Posting wg zu hohen Heizölverbrauchs und in diesem Brett fanden sich in den vergangenen Wochen mehrere Fragen zu elektrischen und thermischen Solaranlagen, die Investitionen in der Größenordnung von 15.000 € erfordern und sich vorhersehbar nicht rechnen werden. Seit vielen Jahren erhalten Heizungsanlagen die angeblich tollsten Regelungen, witterungsgeführt mit Nachtabsenkung, aber das Badezimmer ist am frühen Morgen einfach nur ungemütlich kalt und wird den ganzen Tag lang ganz und gar unsinnig aufgeheizt. In anderen Räumen wird gelüftet und gleichzeitig geheizt - für draußen.
Archtekten, Heizungsbauer und Bauherren scheinen sich keine Gedanken über preiswert realisierbare Lösungen für das individuelle Temperaturprofil jedes einzelnen Raumes zu machen, die sich schon innerhalb weniger Heizperioden amortisieren, lieber wird an unsinniger Stelle geklotzt und zwar so, daß sich am Komfort nichts verbessert und die Betriebskosten auf hohem Niveau bleiben.
Außentemperatursensoren für die Heizung sind Unsinn, sofern es sich um eine moderne Heizung mit kleinem Wasservolumen handelt, die schnell reagiert. Eine generelle Nachtabsenkung ist ebenso unsinnig, heizt sie doch für ein berufstätiges Paar den ganzen Tag das unbenutzte Wohnzimmer und läßt früh um 6 das Badezimmer eiskalt. Ausschließlich manuell einstellbare Thermostatventile sind üble Energievernichter, reißen sie doch den Warmwasserfluß auf, sobald man lüftet.
Um mitten in der Nacht durch das dunkle Haus zu kommen, gibt es als einzige „high-Tech-Lösung“ Wechselschalter, damit man nicht im Dunkeln über den ganzen Flur Richtung Lichtschalter tappen muß. An eine Notbeleuchtung, die kein Zeitunglesen, aber den Gang aufs Klo ohne Festbeleuchtung ermöglicht, denkt kaum einer. Von vielen anderen Gesichtspunkten, die man erst mit fortschreitendem Alter und auftretender körperlicher Einschränkung braucht, etwa breite, schwellenlose Türen, höhenverstellbare Waschbecken, Arbeitsflächen nicht in zu tiefer Rückenschmerzhöhe und mehr, wird überhaupt nicht gedacht. Lieber wird später für ein Vermögen umgebaut.
Ein Kühlschrank, der per Internet an den Getränkehandel meldet, wenn das Minaralwasser zu Ende geht, läßt das Messevolk staunen, aber für einen Blick in den Backofen muß man in den meisten Küchen auf den Knien rutschen.
Immer noch werden Treppen eingebaut, die auf Strümpfen zur lebensgefährlichen Rutschfalle werden. In allen möglichen Tinnef wird Geld gesteckt, aber man muß im durchschnittlichen Neubau immer noch einen Staubsauger durch die Räume schleppen. In jedem Schlafzimmer nimmt ein mehr oder weniger geschmackloser Behälter für Schmutzwäsche Platz weg, aber für eine versenkte Rutsche, auf der die Unterhosen sofort vor der Waschmaschine im Keller landen, fehlt es an Phantasie. Ach ja, Keller: 100 qm Fläche, die im Sommer als muffige Tropfsteinhöhle alles vergammeln läßt, weil niemand an eine ordentliche Lüftungssteuerung dachte.
Bei einem Neubau oder einer Sanierung lassen sich alle erwähnten Dinge kostenneutral realisieren, läßt sich 5-Sterne-Komfort darstellen, lassen sich dauerhaft minimale Betriebskosten erzielen, wenn man das Geld nicht in die unsinnigen Investitionen steckt. Viele Dinge kosten nicht einmal Geld, sondern müssen nur vorher bedacht werden. Warum werden solche Überlegungen praktisch nirgends angestellt und umgesetzt? Warum wird immer noch gebaut wie vor 100 Jahren, obwohl es ohne Mehrkosten praktischer, komfortabler und mit dauerhaft geringeren Betriebskosten geht?
Gruß
Wolfgang
