Boden sank um über 1 cm ab

Hallo ihr Experten!

Bei uns zu Hause wurde das Haus (Alter ca. 30 Jahre) erweitert.

Dabei wurde die Garage und das darüber liegende Wohnzimmer vergrößert. Im neuen Teil vom Wohnzimmer wurde auch eine Fußbodenheizung installiert.
Nach ca. 7 Jahren ist nun der Boden des Anbaus (Wohnzimmer) um über 1 cm abgesunken.
Frage: Ist das bei solchen Anbauten üblich?
Die Rohre der Fußbodenheizung sind auf Styropor verlegt. Kann das vielleicht nachgegeben haben?
Oder kann man von Pfusch am Bau sprechen?

Danke für entsprechende Infos

Sigi

Hallo Sigi,

beim Einbau von Styropor ist das normal und auch allen Bauleuten bekannt. Das heißt, die Baufirma hätte Dir vorher sagen können, daß so etwas passiert. Deshalb finde ich den Einbau von Styropor in Fußböden auch totalen Pfusch. Nicht zum Absinken des Fußboden kommt es beim Einbau von Styrodur. Das ist zwar erheblich teurer, sollte aber unbedingt das Material der Wahl sein, denn der Mehrpreis ist durchaus bezahlbar und die Sockelleisten hängen nachher nicht in der Luft. Ich glaube Styropor kostet ca. 5,-DM und Styrodur 18,-DM je qm im Einkauf, bei 70mm Dämmstärke. Korrigiert mich bitte, aber die Größenordnung sollte stimmen.

Zur Verteidigung der Baufirma muß ich allerdings sagen, das heute im Privatsektor mindestens 90% der Auftrage nur über den Preis vergeben werden. Hinterher wundert sich mancher Bauherr dann auch noch, wieso der billigste Anbieter nicht das hochwertigste Material benutzt. Ich hole mir in der Regel 3 Angebote, lasse den billigsten wegfallen und verhandle mit den anderen beiden über die Qualität (alles schriftlich festhalten). Ist im nachhinein immer die billigere Lösung.

Gruß Tilo

Zur Verteidigung der Baufirma muß ich allerdings sagen, das
heute im Privatsektor mindestens 90% der Auftrage nur über den
Preis vergeben werden. Hinterher wundert sich mancher Bauherr
dann auch noch, wieso der billigste Anbieter nicht das
hochwertigste Material benutzt. Ich hole mir in der Regel 3
Angebote, lasse den billigsten wegfallen und verhandle mit den
anderen beiden über die Qualität (alles schriftlich
festhalten). Ist im nachhinein immer die billigere Lösung.

hi Tilo,

alle achtung vor diesem vorgehen, wenn alle so denken würden wie du dann würde es der branche nicht so schlecht gehen, die deutsche bauqualität wäre auch wirklich die die sie sein könnte -aber aus den bekannten günden nicht „darf“ und ich würde immer noch gerne bauen und meine „alte“ firma haben

uwe

könnte -aber aus den bekannten günden nicht „darf“ und ich
würde immer noch gerne bauen und meine „alte“ firma haben

uwe

Hallo Uwe,

ich sollte auch die Firma von meinem ehemahligen Chef übernehmen, als der in Rente ging, nachdem ich dort 3 Jahre lang technischer Leiter war. Wegen den o.g. Gründen wollte ich das jedoch nicht und die Firma wurde auf meine Ablehnung hin aus Frust dicht gemacht und alle entlassen.
Jetzt arbeite ich als Programmierer, was schon immer mein Hobby war. Das macht in der derzeitigen Situation wesentlich mehr Spaß.
Als vorletzten Auftrag durfte ich eine Heizung (für 2 Hausreihen a 3 Häuser) einbauen mit den Vorgaben: Der Preis allein spielt keine Rolle, sondern Preis und Betriebskosten der Anlage werden betriebswirtschaftlich auf die Lebensdauer der Anlage umgerechnet. Die Ausschreibung habe ich mit großem Abstand gewonnen, obwohl ich die teuerste Anlage hatte. Ansonsten wurde immer nur billig - billig - billig gefordert. Hat keinen Spaß mehr gemacht, leider.
Da ich jetzt nicht mehr in der Branche bin, macht es erst richtig Freude Tips an Bauherrn zu geben, die auf die Nase gefallen sind. Ist vieleicht ein kleiner Beitrag dafür, daß sich mal was ändert.

Gruß Tilo