Hallo Wolfgang,
Holzpelletheizungen (auch Stückholz) arbeiten nicht nur CO²- neutral, sondern bieten den Hausbesitzer ähnlichen Komfort, wie eine Gas- oder Ölheizung. In Deutschland sind mittlerweile ca. 600 solcher Anlagen instaliert.
Es sind ca. 10 gute bis sehr gute Hersteller am Markt, davon die meisten „Östreicher“. Unsere deutsche Elite der Kesselhersteller kauft nicht nur die Gasbrennwertgeräte und Wohnungslüftungsgeräte in Holland, sondern auch die Holzkessel aus Tschechien und Östereich.
Wichtig ist hier eine sorgfältige Planung der Anlage.
Lagerung, Raumgröße, Ausstattung, Einrichtungen zum Befüllen, Silo oder Tank, usw.
Tagesbehälter und Wochenbehälter sind am biligsten, zugleich aber unkomfortabel. Förderschnecken und Vauum-Saugsysteme dafür um so teurer.
Einzusetzen ist die Anlage auch für alle Haustypen, vom Altbau Umbau, Neubau bis hin zum Passivhaus, nur wichtig ist die Abstimmung.
Regelungstechnisch ist kaum ein Unterschied zu anderen Anlagen.
Klar ist jedoch eines: Bei einem relativ großen Haus und somit auch großen Anlage ist eine Pufferung unumgänglich. Dann ist das Problem der Überhitzung der Räume auch gelöst.
Die Frage, ob Scheitholz nicht preiswerter ist, dürfte sich erübrigen, wenn es Ofenfertig gekauft wird. Mann kann ja selbst Hand anlegen, ist übrigens ein gutes Fittnessprogram.
Pro kW Heizlast sollte für Pellets 0,9 m³ Lagerraum zur Verfügung stehen. Ein Raum mit 2x3x2,5 m können somit ca. 6,5 t Pellet (entspricht ca. 3250 ltr. Heizöl) gelagert werden. Brandschutzbestimmungen sind ab 15t einzuhalten.
Diese Technik (Stückholz- und Pelletkessel) wurde in der DIN V4701-10 schlicht weg vergessen.
Z.Z. wird im Normenausschuß ein Verfahren erarbeitet und soll als Beiblatt zur DIN im Herbst 2002 herausgebracht werden.
Bis dahin gilt: Holzpelletkessel unterliegen nicht der Begrenzung des Primärenergiebedarfs nach EnEV, da sie überwiegend mit regenerativen Energien befeuert werden, denn die Begrenzung der Jahres-Primärenergiebedarfs nach EnEV „gilt nicht für Gebäude, die beheizt werden… mindestens zu 70 von Hundert durch erneuerbare Energien mittels selbsttätig arbeitender Wärmeerzeuger“.
Solange noch keine Werte des Normenausschusses vorliegen muß mit einer Erzeugeraufwandzahl nach DIN von 1,2 und dem Primärenergiefaktor 1,1 gerechnet werden.
Das bedeutet, daß diese Heizungsarten energetisch schlechter sind als andere Systeme.
Vom Umweltaspekt sieht das allerdings ganz anders aus. Doch der CO²- Aspekt ist in der Norm nicht verankert.
Da Holzpellets nur aus Sägespänen bestehen und somit Abfall sind, wäre eine Faktor 0,3 wünschenswert, doch der Normenausschuß will da nicht mit (Lobby der Energiewirtschaft).
Andere Energielieferanten- vor allem die Stromwirtschaft- hatte auf die Entwicklung der EnEV und den begleitenten Normen großen politischen Druck ausgeübt und dabei z.T. erhebliche Vergünstigungen ausgehandelt.
Die Freunde der Heizung aus nachwachsenden und CO²- neutralen Energie- Rohstoffen sind aufgefordert da Druck auszuüben, sonst kann es bald ein böses Erwachen geben, die Großkonzerne würden sich freuen.
Gute Artikel über die Holzheizung gibt es in der SBZ/ 11-2002 und
12/2002 vom Genther Verlag Stuttgart, sowie in der Quadriga 1-2002 und 2-2002.
Gruss Helmut
der mit Stückholz, Solar und Wärmerückgewinnung heizt.
Zur Überbrückung der „faulen Tage“ steht noch eine Gasheizung zur Reserve.
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