Welche Motorsäge ist empfehlenswert?

Guten Abend!

Leider muß ich Bäume fällen. Stammdurchmesser bis etwa 40 cm. Danach will ich die Bäume in handliche Stücke zerteilen. Welche Motorsäge mit Verbrennungsmotor ist empfehlenswert und leicht zu handhaben?

Für Tipps aufgrund eigener Erfahrung mit Fabrikat und Typ bin ich dankbar.

Gruß
Wolfgang

Hallo !

Dolmar und Stihl sind gleichwertig und gut. Ich habe seit 8 Jahren eine Dolmar, die läuft und läuft.
Husqvuarna ist eine schwedische und etwas für Profis.

Wichtig ist, eine Kettenschleiferei in der Nähe zu haben und immer eine Ersatzkette dabei. Die Ketten müssen täglich geschliffen werden. Egal, welches Fabrikat.

Grüße max

Hi Wolfgang,

eine ähnliche Frage wurde vor etlicher Zeit mal gestellt. Du wirst also auch im Archiv fündig. Dort findest Du auch viele Hinweise auf die Gefährlichkeit der Arbeit mit der Motorsäge.

Da Du Dich mit der Qualität von Motorsägentypen nicht auskennst, schließe ich daraus, dass Du wenig Erfahrung im Umgang mit einer Motorsäge hast. An Deiner Stelle würde ich erstmal einen Motorsägekurs mitmachen, bevor es ans Bäumeausreißen geht.

Gruß
Stefan

P.S.: Bei einem Wintersturm vor etlichen Jahren mit viel Windbruch kam es zu etlichen Todesopfern - nicht durch den Sturm selbst, sondern hinterher bei der Waldarbeit.

Hallo Wolfgang,

kann mich meinem Vorredner nur anschließen: Die Geräte sind heimtückisch! In den Preis für die Säge unbedingt einrechnen:
Helm, Gesichtsschutz, Gehörschutz, Schnittschutzhandschuhe, Forstschuhe mit Schnittschutz, Sägehose - und den Sägekurs!!!

Ich habe vor Jahren auch mal gedacht „Pah! Ich bin handwerklich begabt und passe ja auch auf!“. Seitdem habe ich eine interessante Narbe am Bein und einen Heidenrespekt vor den Dingern!

Wäre es nicht einfacher, jemand diese Arbeit tun zu lassen, der sich damit auskennt und auch die Ausrüstung hat?

Gruß
Stefan

Hallo !

Um mal was zu dem Kursus zu sagen : Ich habe keinen mitgemacht, trage kein Schutzzeug und habe mich noch nie verletzt!

Kursus und Schutzzeug schützen absolut nicht vor Unfällen.

Auf unserem Grundstück wurden vor einigen Monaten einige Eichen und Eschen gefällt, von der Stadt und ganz zufällig kam ein Herr von der Berufsgenossenschaft vorbei. Er war sehr zufrieden mit den schnell von den Arbeitern übergezogenen Schutzsachen.

Auf meinen Einwand, die freilaufende Kette ist und bleibt gefährlich und niemand ist sicher, daß sie ihm nicht das Bein absäbelt, wenn er NICHT AUFPAßT, konnte er nichts sagen.

Ich habe ihn auch gefragt, warum man die Kette frei laufen läßt. Ohne Schutzverkleidung. Daraufhin kam der richtige Einwand, es ginge ja nicht mit Schutzverkleidung. Richtig!
Also redet man von Schutzhosen und Schutzjacken und ist aus dem Schneider. Die Berufsgenossenschaft schreibt etwas vor, bei einem Unfall ohne Schutzkleidung trifft sie keine Haftung.

Das einzige was schützt beim Sägen: Die Kette immer im Auge behalten!! Sägen nicht zur Routine werden lassen!

Grüße max

Schutz oder nicht Schutz?
Hi,

Kursus und Schutzzeug schützen absolut nicht vor Unfällen.

Für den Kursus naja, das Schutzzeug schützt aber sehr wohl! Die heutige Schutzkleidung für Sägearbeiten hat Kevlareinlagen. Die Wirkung beruht also nicht darauf, der Sägewirkung zu widerstehen, sondern diese reissfesten Kevlarfäden verfangen sich in der Kette und bringen diese innerhalb von Sekundenbruchteilen zum stehen.

Ich hab’s noch nicht miterlebt, aber mir hat einer gesagt, dass Schlimmste daran wäre, die Säge wieder betriebsbereit zu bekommen!

In punkto „Routine“ stimme ich Dir zu: meine Narbe habe ich mir auch erst geholt, nachdem ich bereits einige Tage lang einige Festmeter zusammengesägt hatte und „in Übung“ war.

Gruß
Stefan

Hi Wolfgang,

einige Namen wurden schon gesagt:

Husqvuarna, Stihl, Dolmar, Solo

das Adäquat bei Autos wäre in etwa

Volvo, BMW, Mercedes, Audi
also alles gute bis sehr gute Qualität.

Aber eines muß ich aufalle Fälle noch mal wiederholen.
Wenn Du keine Erfahrung mit den Dingern hast, verschaff sie Dir! Kettensägen sind tötliche Waffen, wenn sie falsch benutzt werden. Schutzkleidung ist m.E. auch ein absolutes Muß, vor allen Dingen wenn Du keine Erfahrung hast!

Das ist das eine, die andere Sache ist das Fällen an sich.
Es gibt Menschen, die haben die Erfahrung an/mit einer 110 KV-Leitung zu arbeiten, aber Du würdest sicher sagen einfach mal so dran zu arbeiten wäre mehr als fahrläßig - stimmt
Aber auch das Fällen von Bäuem ist sehr gefährlich und erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Ich hab einige wenige Bäume gefällt und kann aus diesem beschränkten Erfahrungspool heraus sagen, daß Bäume sich häufig anders verhalten, als man vermutet und das bestätigen mir Leute mit viel(!) mehr Erfahrung auch immer wieder. Bäume fällen ist eine Kunst für sich und wenn sie deutlich höher als 5 m sind sollte man das von Leuten machen lassen, die was davon verstehen oder die zumindestens in der Nähe haben. Alles andere wäre unverantwortlich, auch wenn jetzt einige ankommen und sagen ‚hab Dich nicht so‘

Fazit:
Gefährliches Werkzeug + gefährliche Tätigkeit = nichts für Unerfahrene

Vorschlag:
Frag mal bei der örtlichen freiwilligen Feuerwehr nach, ob sie nicht mal wieder einen Kurs ‚Technische Hilfe Wald‘ veranstallten wollen. Stell Deine Bäume als Übungsmaterial zur Verfügung dann hast Du mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Bäume sind weg, Du kannst zuschauen und Fragen stellen und unbeliebter wirst Du dadurch im Ort auch nicht.

Gandalf

Hi Wolfgang,

Du schreibst, daß der Stammdurchmesser der Bäume bis zu 40 cm beträgt. Da drängt sich mir die Frage auf, ob Du bei der Gemeindeverwaltung nachgefragt hast, ob Du diese Bäume überhaupt fällen darfst!
Viele Gemeinden haben Baumschutzverordnungen, die vorschreiben, bis zu welcher Höhe, oder Durchmesser oder sonstwelchen Kriterien Bäume ohne Genehmigung gefällt werden dürfen. Werden sie ohne gefällt, kann der Spaß schnell teuer werden.
Außerdem regeln diese Verornungen manchmal, daß Privatleute(!) nur zu bestimmten jahreszeiten fällen dürfen etc.
Mach Dich lieber vorher kundig.

Gandalf

Hallo !

Bloß nicht nachfragen!! Keine schlafenden Hunde wecken!. Auch wenn die Gemeinde die Verordnung nicht hat, was kommt da auf einen Gemeindeangestellten zu mit dieser Frage! Er muß eine bindende Antwort geben und das, wie wir doch alle bei www wissen, tut kein Angestellter einer Behörde. Er könnte doch nachher Rede und Antwort stehen müßen.
Oder er sagt ganz simpel : Nein !

Grüße Max

Hallo Max,

oder es geht Wolfgang so wie einem Freund meines Vaters, der auf seinem Grundstück eine, seiner Meinung nach, altersschwache Kastanie stehen hat (ca. 60 - 80 Jahre alt), sie fällt und ca. eine Woche später der Gemeindeförster nebst einem Herrn der Gemeindeverwaltung neben dem Stumpf stehen hat. Selbige Herren beschließen, daß der Baum gesund war und verdonnern den Fäller wegen unerlaubten Fällens und ich weiß nicht noch was alles zu insgesamt knapp 15.000,- DM Strafe.
Ne ne, wenn mehrere Bäume gefällt werden müßen, würde ich das nicht ohne Genehmigung machen.

Gandalf

Hallo Gandalf!

Ich könnte jeden Baum auf unserem Grundstück fällen, von der 200 Jahre alten Eiche, bis zur 20 jährigen Birke. Laut Auskunft des Leiters des Gemeindebauhofes.
Nur Bäume, welche unter Naturschutz stehen nicht.

Es gibt in den wenigstens Gemeinden diese Verordnung. Die Städte würden sich selbst damit jede Baumaßnahme blockieren!

Deshalb nur anfragen (eine neutrale Person), ob diese Verordnung besteht.

Grüße max

Hi Wolfgang,
Deine Arbeiten schreiten also voran? Wann ist Richtfest? Wir hoffen alle auf eine Einladung ! Nachdem man Dich jetzt über Baumrechtliches und die Gefährlichkeit der Arbeiten ausreichend informiert hat (so wie ich Dich aus dem Forum kenne, spare ich mir das alles), empfehle ich für gelegentliche arbeiten die Geräte von Dolmar. Die Sägen von Husqvarna sind Spitzengeräte (leider auch im Preis). Ob sich das lohnt, kann Dir wahrscheinlich keiner sagen, da wir den Umfang der arbeiten nicht abschätzen können. Eine lohnenswerte Anschaffung wäre noch ein mechanischer Seilspanner um die Bäume damit in die richtige Fallrichtung zu bringen. Sollte seitens der Genehmigung nichts im Wege stehen, ist die Idee mit der Feuerwehr allerdings nicht schlecht. Für ein paar Euro in die Kaffeekasse und eine Kiste Bier habe ich auch schon den einen oder anderen Dienst in Anspruch genommen. Ich wünsche viel Erfolg und hoffe doch, das wir uns nicht demnächst im Medizinbrett mit dem Thema Beinprothese befassen müssen :wink:
Gruss Sebastian

Hi,
kann kein spezielles Gerät empfehlen. Habe gute Erfahrung mit einer Stihl gemacht. Wichtig: Kettenöl. Und schärfen. Und die Maschine nicht zu schwer wählen. Du mußt sie gut tragen können. Schutzkleidung finde ich nur Brille und Schuhe wirklich wesentlich. Trotzdem immer gut aufpassen. Auch kleinere Maschinen hauen ungeheurer was weg. Schlimmer ist, den ganzen zersägten Kram hinter her wegzuschaffen…
Grüße
Christian

Guten Abend!

Die Fällaktion ging heute über die Bühne. Eine Dolmar leistete beste Dienste, alle Knochen sind noch dran, immerhin spüre ich dieselben jetzt. Es war nämlich eine ziemliche Schufterei.

Für eine Robinie, genauer eine Scheinakazie (Robinia pseudoacacia), mit einem Stammdurchmesser von fast 50 cm hatte ich vorher eine Ausnahmegenehmigung zum Fällen von der unteren Naturschutzbehörde besorgt. Da kam vor ein paar Tagen tatsächlich jemand vom Amt vorbei und überzeugte sich davon, daß der Baum wirklich weg muß.

Demnächst brauche ich einen Bagger. Obwohl sich ansonsten der Kauf von Werkzeug und Maschinen immer lohnt, egal was es kostet, werde ich das Ding wohl leihen. Oder hat vielleicht jemand im Raum Lüneburg/Lauenburg/westliches Mc Pom. so ein Teil, das er für ein paar Tage entbehren kann?

Müde und durchgeschwitzte Grüße

Wolfgang

Hi Christian,

Schlimmer ist,

den ganzen zersägten Kram hinter her wegzuschaffen…

Wem sagst Du das? Ich durfte gestern auch „mal eben“ eine 15m Tanne entsorgen. Schon unglaublich, was da alles zusammenkommt :wink:
Gruss Sebastian

Hi Wolfgang,

leider hab ich erst jetzt den Artikel von Dir gelesen und hab eine Frage dazu

Für eine Robinie, genauer eine Scheinakazie (Robinia
pseudoacacia), mit einem Stammdurchmesser von fast 50 cm

Du hast diesen Baum hoffentlich noch nicht zu Kleinholz verarbeitet?!
Robinie ist nämlich das ideale Konstruktionsholz für den Außenbereich. Zu Kaufen ist es teurer als Eichenholz, wie ich selber feststellen mußte. Ich wollte eine Veranda aus Robinie machen und werd aber ob des Preises auf Eichenholz ausweichen.
Also wenn der Stamm noch existiert, in eine halbwegs trockenen Ecke legen, 5 Jahre dort lagern und dann aufsägen lassen. Das Gezehter des Sägewerkbesitzers ignorieren und sich des perfekten Bauholzes erfreuen.
Wenn er schon zersägt ist - Pech

Gandalf

… und sich des perfekten Bauholzes erfreuen.
Wenn er schon zersägt ist…

Hallo Gandalf,

Bauholz gab der Stamm nach meiner Ansicht nicht her. Der Baum stand unmittelbar am Haus (nur deshalb gabs die Ausnahmegenehmigung zum Fällen) und war schief gewachsen. Er neigte sich vom Haus weg. In ca. 3 m Höhe teilte sich der Stamm.

Robinie ist hart und zäh. So wird es wohl lange dauern, bis ich ich Lust verspüre, mich dem aufgeschichteten Holz mit Säge und Axt zu nähern. Wenn mir aber jemand zeigen will, wie man daraus sach- und fachgerecht Brennholz macht, bin ich ein interessierter Zuschauer :smile:

Gruß
Wolfgang