Fußbodenheizung selbst basteln?

Hallo,

ich habe eine Idee, und würde gern mal hören, ob das machbar oder sinnvoll ist.

Wir haben ein altes Haus mit Zentralheizung. Der Hausflur im Erdgeschoß ist 10 m lang und 1,5 m breit und hat einen Steinfußboden. Trotz der beiden Heizkörper gibts da im Winter Eisfüße.

Unter dem Flur läuft im Keller ein genauso langer Flur.

Nun meine Idee: Wenn ich im Keller an dessen Decke über die ganze Länge des Flurs 3 Heizrohre anbringe und dann von unten Isolation draufpappe, muß die Wärme doch eigentlich in den Fußboden des Erdgeschoßflurs gehen und dort den STeinfußboden aufheizen. Das ist zwar eine sehr dicke Schicht, aber nach einigen Tagen müsste der Fußboden ja warm werden, woanders kann die Wärme ja nicht hin. Somit kann sie auch nicht verlorengehn.

Damit es nicht zu heiß wird, dachte ich, den Heizwasserrücklauf durch diese Rohre zu leiten, was so ca. 40 Grad haben dürfte.

Spricht etwas gegen diesen Plan?

Danke
Ludwig

Hallo !

Erst einmal müßte man wissen, was das für eine Decke ist. Aus welchem Material. Du schreibst Stein!
Aber wie ist dieser Stein abgehängt? Vielleicht doch Beton?

Auf jeden Fall ist 40 Grad keine Temperatur für solch eine komplette Decke. Ein Wärmedurchgang wird wahrscheinlich kaum spürbar sein im oberen Raum.
Fußbodenheizungen haben spezielle Beläge, damit überhaupt Wärme abgegeben werden kann. Selbst Teppiche sind Spezialfußbodenheizungsteppiche. Nimmst Du einen geklebten, ist kaum Wärme spürbar.
Sollte Wärme durchkommen, ist eine Regelung nicht möglich. Du kannst die Heizung nicht aufdrehen und erwarten, daß es an einem Frosttag schnell warm wird. Selbst bei normalen Fußbodenheizungen kann die Temperatur nicht oder sehr schlecht geregelt werden, da der Wärmedurchgang viel zu lange dauert und erst nach Tagen eine Veränderung spürbar ist.

Solltest Du diesen Strang wirklich als Rücklauf nehmen, muß er schon im By-pass laufen, da Ihr sonst an wärmeren Tagen immer einen hohen Energieverbrauch habt.

Die Gefahr besteht bei dieser Konsruktion darin, daß durch die große Wärmeentwicklung im Keller im isolierten Kasten, sich der Fußboden verändert. Dass alles austrocknet und die alten gemauerten Steine, die wahrscheinlich in Doppel-T-Trägern lagern, porös werden und dann wie Sand anfangen zu verbröseln. Ich würde auf jeden Fall einen Maurer fragen, was da passieren kann. Keinen Heizungsmenschen, der will nur einbauen.

Grüße Max

Grüße Max

Hallo Saemann,

Wir haben ein altes Haus mit Zentralheizung. Der Hausflur im
Erdgeschoß ist 10 m lang und 1,5 m breit und hat einen
Steinfußboden. Trotz der beiden Heizkörper gibts da im Winter
Eisfüße.
Nun meine Idee: Wenn ich im Keller an dessen Decke über die
ganze Länge des Flurs 3 Heizrohre anbringe und dann von unten
Isolation draufpappe, muß die Wärme doch eigentlich in den
Fußboden des Erdgeschoßflurs gehen und dort den STeinfußboden
aufheizen. Das ist zwar eine sehr dicke Schicht, aber nach
einigen Tagen müsste der Fußboden ja warm werden, woanders
kann die Wärme ja nicht hin. Somit kann sie auch nicht
verlorengehn.
Damit es nicht zu heiß wird, dachte ich, den
Heizwasserrücklauf durch diese Rohre zu leiten, was so ca. 40
Grad haben dürfte.

Naja,
optimal ist das sicher nicht. Nimm nicht den Rücklauf. Nimm einen extra Heizkreis, tue so, als ob die Rohre ein Heizkörper wären. Lass unter der Isolierung ein Thermostatventilunterteil stehen, welches Du zur Voreinstellung des Strömungswiederstandes dieses Rohrheizkörpers und im Bedarfsfall später zur Regulierung verwenden kannst.
Den Raum heizen kannst Du damit auf keinen Fall, aber die Eisfüße kannst Du sicher beseitigen.
Ein bischen Wärme geht auch über die Wände verloren, kommt auf die Materialien an. Wenn mit Stei Beton gemeint ist, spürst Du möglicherweise sogar die Wärme deutlich.
Da der Aufwand gering ist, kannst Du das Ganze ja später auch wieder an dem Thermostatventilunterteil abstellen, falls es sich als nicht so gut erweist.

Gruß Tilo

Danke für Deinen Beitrag!

Erst einmal müßte man wissen, was das für eine Decke ist. Aus
welchem Material. Du schreibst Stein!
Aber wie ist dieser Stein abgehängt? Vielleicht doch Beton?

Von unten sehe ich BAcksteine, die als tragendes leichtes Gewölbe in Eisenträgern liegen, ABstand der Träger ca. 50 cm. Was da drüber ist, weiß ich nicht. Von oben sehe ich Fliesen, zum Teil auch Steinplatten wie auf Gartenwegen.

Auf jeden Fall ist 40 Grad keine Temperatur für solch eine
komplette Decke. Ein Wärmedurchgang wird wahrscheinlich kaum
spürbar sein im oberen Raum.

Das kann ich mir kaum vorstellen, wo soll die Wärme den hin? Wenn ich unten ständig Wärme zuführe, muß doch die ganze Decke irgendwann auch warm sein…

Die Gefahr besteht bei dieser Konsruktion darin, daß durch die
große Wärmeentwicklung im Keller im isolierten Kasten, sich
der Fußboden verändert. Dass alles austrocknet und die alten
gemauerten Steine, die wahrscheinlich in Doppel-T-Trägern
lagern, porös werden und dann wie Sand anfangen zu verbröseln.
Ich würde auf jeden Fall einen Maurer fragen, was da passieren
kann. Keinen Heizungsmenschen, der will nur einbauen.

Ich habe noch keinen Maurer gefunden, aber das mit dem Bröseln hört sich schlimm an. Aber ist es denn wirklich so, daß die beschriebenen Steine sich so verändern, die sind doch schon trocken, und ich kann mir gar nicht vorstellen, daß Backsteine bröseln, wenn sie langsam erhitzt werden, im Extremfall käme doch auch nicht mehr als 60 Grad zusammen.

ABer danke für Deine Hinweise, bevor ich da nichts genaues weiß, fange ich nicht mit dem Projekt an.

Gruß
Ludwig

Naja,
optimal ist das sicher nicht. Nimm nicht den Rücklauf. Nimm
einen extra Heizkreis, tue so, als ob die Rohre ein Heizkörper
wären. Lass unter der Isolierung ein Thermostatventilunterteil
stehen, welches Du zur Voreinstellung des
Strömungswiederstandes dieses Rohrheizkörpers und im
Bedarfsfall später zur Regulierung verwenden kannst.

Danke, ich werde das berücksichtigen, falls ich es in Angriff nehme. Ich muß erst noch rausfinden, ob mir die Decke nicth wegbröselt, siehe den Beitrag von Max.

Gruß
Ludwig

hört sich schlimm an. Aber ist es denn wirklich so, daß die
beschriebenen Steine sich so verändern, die sind doch schon
trocken, und ich kann mir gar nicht vorstellen, daß Backsteine
bröseln, wenn sie langsam erhitzt werden, im Extremfall käme
doch auch nicht mehr als 60 Grad zusammen.

Immer wieder erlebt man bei Kirchen- und Schloßrenovierungen mit nachträglichem Einbau von Heizungen große Veränderungen im Gemäuer.
Alte Gebäude, die Jahrhunderte ohne Heizungen auskamen und in den letzten Jahrzehnten eine Heizung bekamen, erleiden große Schäden durch die jetzt konstante Wärme.
Und wenn Dein Brutkasten, wo die Wärme nicht weg kann, oder nur bedingt nach oben, sich auf 60 Grad erhitzt, bleibt die Decke nicht so, wie sie jetzt ist!!
Da kannst es ja probieren!

Gruß max