Hallo,
wir stehen kurz davor, ein Haus zu bauen und haben die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Baustoffen:
Kalksandstein
Ytong
Ziegel
Liapor
Es finden sich im Internet seitenweise Eigenschaften und Vorteile zu den Baustoffen (wie Schall/Wärmeschutz), aber wir finden keinerlei Kritikpunkte o. ä. Kennt jemand solche Seiten? Wir sind auch sonst für Hinweise und Erfahrungen, die ihr vielleicht mit den Baustoffen gemacht habt, dankbar. Wie z.B. beeinflussen die Mauern das Raumklima?
Noch einige Hinweise zu unserem Haus:
DHH aufleichter Hanglage, Keller aus WU-Beton, 1. Stock mit schrägen Wänden, mit Spitzbodenausbau.
Kurz:
Wärmedämmsysteme haben keine Energieeinsparung, weil sie einstrahlende Wärmeenergie aussperren und statt nutzbar zu machen. Daher mein Wort gegen Gasbeton.
Wir haben vor wenigen Jahren einen Anbau aus Gasbeton erstellt (36er Wand).
Vorteil: Als Laien haben wir die Steine selbst gesägt und aufeinandergeklebt.
Nachteil: Wärmebilanz ist ungünstig.
Wir hatte nur nach den Isolationswerten gesehen, aber sehr wichtig ist neben der Dämmung das Wärme speicher vermögen!
Selbst auf der Nordseite eines Hauses treffen noch 33% der Wärmestrahlung der Südseite ein. Wärmedämmung (Extrem: Polystyrol) verhindert deren Nutzung. Man muß also rascher nachheizen, als es sonst nötig wäre.
„Nur der Massivbau garantiert hohe Temperatur amplitudendämpfung und Phasenverschiebung beim „Durchschlagen“ einseitiger Temperaturänderungen auf die andere Seite. Genau das spart Heiz- und Kühlenergie.“
…
„Speicherfähiges Material schluckt bei einer Temperaturerhöhung zunächst einmal Wärme weg, ehe nachfolgende Wärme weitergegeben und damit die Temperatur angehoben wird. So kommt es, daß speicherfähiges Material (Holz, Holzfaserplatte und Ziegel)langsamere Temperaturveränderungen, dagegen nichtspeicherfähiges Material (Mineralwolle und Polystyrol) schnelle Temperaturveränderungen nach sich ziehen.“
Es finden sich im Internet seitenweise Eigenschaften und
Vorteile zu den Baustoffen (wie Schall/Wärmeschutz)… Wie
z.B. beeinflussen die Mauern das Raumklima?
Hallo Jörg,
nur mit den Angaben für Schall- und Wärmeschutz springt man in voller Normgerechtigkeit zu kurz. Man kann aus Leichtbaustoffen z. B. Niedrigenergiestandard erreichen und hat trotzdem ein Haus, das nach dem Öffnen eines Fensters sofort ungemütlich kühl wirkt.
Nach Durchsicht zahlloser Internetseiten und viel einschlägiger Literatur bemerkte ich, daß dieses Gebiet natürlich mit Geschäftstüchtigkeit, aber auch mit Ideologie, Leidenschaft und einseitigen Betrachtungsweisen durchwoben ist.
Bei mir festigt sich langsam folgender Kenntnisstand: Kein Leichtbau-Haus, egal wie gut thermische Dämmwerte auch sein mögen. Massive Außenmauer, Klinker, Backstein oder Kalksandstein mit Putz. Dann eine Schicht zur thermischen Isolation, z. B. aus Mineralwolle, aber wg. Brandgefahr kein Polystyrol. Innenschale (der Außenmauern) aus Ytong oder Gips. Damit hat man eine Kombination aus hoher Wärmekapazität, guter thermischer Dämmung und Speicherfähigkeit für Feuchtigkeit.
Es gibt natürlich noch etliche andere Bauweisen. Ich habe mich nur mit den für mein Vorhaben relevanten Bauweisen beschäftigt und z. B. Fachwerk- und Lehmbau überhaupt nicht betrachtet.
ich empfehle Ziegelbau (36er Mauern), aussen mit Kalk-Zement-Putz, innen mit Gipsputz wegen dem Wasserspeichervermögen. Dazu eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (im Winter mußt Du Dir allerdings Gedanken über die Luftbefeuchtung machen).