Re: Warum macht der Schmied das so?
Hallo Peter,
Schmieden,(spanloses Umformen von Eisen) auf dem Ambos ist ein uraltes, leider nicht mehr unbedingt notwendiges Handwerk.
Im Jahr 1947, (Lehre bei Sulzer)lernten wir während 8 Wochen das Schmiedehandwerk, hauptsächlich um Werkzeuge wie Drehstähle, Spitzeisen, Meissel etc, selbst herzustellen.
Also:
Kleine Gegenstände kann der Schmied selbst herstellen.Um rationell zu arbeiten versucht man, mit möglichst wenig Schlägen und nachwärmen in der Esse, die Endform zu erhalten. Durch die Schläge wird die Abkühlung verzögert.Das Werkstück muss ständig gedreht und beurteilt werden, daher lässt man den Hammer auf dem Ambos "ausfedern".
Werden grössere Gegenstände hergestellt, braucht man ein bis zwei Zuschläger. Der Meister zeigt mit seinem "Schlag" nur auf welche Stelle der Zuschläger schlagen muss.Die Aufziehhöhe der Hämmer , bestimmt die Umformkraft und Schlagfrequenz.Zu dritt schmieden ist wie ein kleines Orchester,ähnlich wie beim Handdreschen mit Holzschlegel.Zum "Rhytmus" erlernen, behilft man sich Sprüche wie ;" Schiss - Ross - Dräck ".
Noch ganz speziell noch zu erwähnen ist die Hammerführung des Zuschlägers.Auf dem Bau schlägt man den grossen Hammer wie eine Hake.Diesen schrägen Schlag kann man beim Schmieden nicht brauchen, der Hammer muss senkrecht geführt werden, sonst gibt es eckige Dellen.Beim "Rechtshänder", rechte Hand vorn, linke Hand bewegt sich während der Abwärtsbewegung, kreuzend unter den rechten Arm.
Ich unterscheide "Zweckschmieden" und "Kunstschmieden"( meist Kitsch für Verkauf)Gute Handwerker waren immer "Künstler" (:-))
übrigens "Hammerschlag" klebt nicht am Hammer, der spritz weg.
Als "Gägg",
damals bei Sulzer am Ende der 8 Wochen "Schmiedelehrzeit, mussten jeweils zwei Lehrlinge zusammen mit dem Schmiedemeister, eim kaltes Flacheisen zur "Rotglut" schmieden.
Gruss
Fritz a.d.Uw.