Welcher Bohrhammer ist der richtige?

Hallo!

Ich bin handwerklicher Laie, möchte aber in meiner Wohnung mit Wänden aus edlem und steinigem Beton gern eine Reihe von Löchern bohren. Erste Versuche mit einer einfachen Schlagbohrmaschine waren zwecklos, so dass ich mich in den Baumarkt begeben habe. Im Dschungel der Pneumatik-Bohrhämmer verliert man aber leicht den Überblick: Einerseits gibt es erstaunlich billige Angebote von monströs anmutenden Bohrhämmern mit Winkelgetriebe und Gussgehäuse, andererseits die etwas teureren bohrmaschinenähnlichen Modelle.

=> Für das gelegentliche Bohren von Löchern für Regale und Bilder (Dübel) erscheinen mir die zuerst genannten Maschinentypen irgendwie unzweckmäßig. Vielleicht kann jemand einen Tipp geben, was am besten geeignet ist. Danke!

Ciao!
Nemo

Hallo!

Der Handwerker würde für den Dauereinsatz z. B. eine Hilti oder Makita kaufen. Dann spielen die 500 - 1000 Euro oder auch mehr für ein kleines Maschinchen keine Rolle. Immerhin werden solche Werkzeuge hart 'rangenommen. Ich habe an meiner Hütte demnächst ca. 500 Bohrungen zu machen, jede 16 mm Durchmesser und 40 cm tief. Dabei würden eine billige Kaufhausmaschine und die eigenen Knochen nach kurzer Zeit schlapp machen. Für ein paar Dübellöcher zum Bilderaufhängen ist ein derart teurer Bohrhammer aber hoffnungslos überdimensioniert. Kaufe dafür eine beliebige Maschine aus dem Baumarkt, die Dir handlich und preiswert erscheint. Du kannst nicht viel falsch machen. Es gibt grundsätzlich 2 Jahre Gewährleistung und bei nur gelegentlicher Benutzung hält jedes Kaufhaus-Gerät eine Ewigkeit.

Gruß
Wolfgang

Sprenglöcher ?

Ich habe an meiner Hütte
demnächst ca. 500 Bohrungen zu machen, jede 16 mm Durchmesser
und 40 cm tief.

Leihe statt kaufen?
Hallo,
wenn Du nur mal gelegentlich paar Löcher bohren willst,
dann reicht es vielleicht auch, wenn Du Dir einen
Bohrhammer mal ausleihst. Bei OBI bekommt man z.B. diverse
Maschinen für paar € pro Tag.
Gruß Uwi

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Ich habe an meiner Hütte
demnächst ca. 500 Bohrungen zu machen, jede 16 mm Durchmesser
und 40 cm tief.

Hallo Uwi,

eigentlich gehen meine Planungen eher in Richtung Aufbau und Sanierung. Sprenglöcher sollen von mir aus spätere Generationen bohren, wenn denen mein Machwerk nicht gefällt. Jetzt ist Mauerwerksabdichtung angesagt. Dafür wird das Fundament rund ums Haus alle paar Zentimeter mit schräg nach unten gerichteten Bohrungen fast durchgebohrt, um dann in die Bohrungen eine Verkieselungsflüssigkeit einzufüllen, die in den Stein einsickert und eine dauerhaft wasserdichte Sperrschicht bildet. Ein sicheres und durch Selbermachen sehr billiges Verfahren, aber mit viel Arbeit verbunden. Man verbraucht die Bohrer im Dutzend und die Maschine kann man hinterher wohl auch wegschmeißen.

Gruß
Wolfgang

richtiger Bohrer!
Hallo Nemo,

kauf dir aber nicht die billigen Bohrer. Es gibt da riesige Unterschiede im Schliff und in der Härte des Bohrers. Mit Bohrern für Beton wirst du beim Bohren in Stein keine guten Erfolge erzielen. Also, gehe wegen den Bohrern lieber in ein Werkzeuggeschäft und gib die paar Euro mehr aus. Was die Maschine angeht, nimm eine im mittleren Preissegment, es gibt preiswertere pneumatische Bohrhämmer, die einem Betrieb im Haus vollkommen gerecht werden. Oder eben leihen, wie unten schon gesagt.

Gruß, André

Danke! (owt)
.

Hallo!

Darüber hatte ich auch schon nachgedacht, aber meist ist es so gewesen, dass alles greifbar war, nur gerade keine Maschine. Und der Baumarkt in meiner Nähe ist aus dem Verleih ausgestiegen.
Daher wollte ich etwas Preisgünstiges kaufen, ohne hinterher feststellén zu müssen, dass es „Müll“ ist.

Ciao!
Nemo

Hallo Nemo,

ist der Beton armiert, will meinen, gibt es Metallverstärkungen?
Wenn ja, kannst Du Pech haben und es geht mit dem besten Bohrer und dem besten Bohrhammer nichts, außer die Serienproduktion stumpfer kaputter Bohrer. Dann hilft nur vorsichtig bohren und wenn es nicht weitergeht ein anderes Loch beginnen. Wenn Du bei Widerstand weiterbohrst, hast Du innerhalb von Sekunden einen Bohrer (auch sehr gute und teuere) gehimmelt.
So ist es mir vor wenigen Tagen mehrfach passiert, als ich in einem Sturz bohren mußte, der vom Gefühl her zur Hälfte aus Moniereisen bestand.
Ansonsten kann ich das weiter unten gesagte unterstützen.
Bei gelegentlichem Gebrauch reicht ein einfacher Bohrhammer, aber an den Bohrern sollte nicht gespart werden.

Gandalf

Hi Gandalf,

Eisen im Beton merkst du sofort an den Vibrationen der Maschine. Einfach dann aufhören, Metallbohrer einspannen und bohren. Natürlich himmelst du den (billigen) Metallbohrer. Dann, nach dem Stahl weiter mit dem Hartmetallbohrer. Wo ist das Problem?

Gruß, André

Hallo Nemo,

ist der Beton armiert, will meinen, gibt es
Metallverstärkungen?

Man Gandalf. Du als chemiker müßtest aber wissen, daß Beton keinerlei Zugbelastung aushält und somit immer armiert ist :smile:
Auf den Bohrer kommts tatsächlich an. Es gibt das Patent von Hilti mit dem Kronenbohrer, der zwei separate Spitze nochmal vorn dran hat (ich weiß den korrekten Namen nicht). Jedenfalls halten die Dinger ne Unmenge mehr aus als ein 08/15 SDS-Bohrer, welcher nach rund hundert Löchern in Beton ca. 1-2 mm schmaler ist.
Durch Metall kommste auch damit, dauert nur ein Weilchen - und Maschine schoön festhalten!

Gruß
Frank

Hi André,

Wo ist
das Problem?

wenn Du ein oder zwei Löcher auf diese Art bohrst kannst Du das so machen, aber wenn Du eine komlette Holzverschalung bzw. die Verbalkung auf hochgradig armierte Stürke machen mußt und dazu noch vorran kommen willst, ist diese Vorgehensweise nicht so doll. Zumal ich dann einen größeren Posten HSS-Bohrer kaufen müßte, was auch nicht so billig ist.

Gandalf

Hi Frank

Du als chemiker müßtest aber wissen, daß Beton
keinerlei Zugbelastung aushält und somit immer armiert ist :smile:

es ist aber eine Frage, was angebohrt wird. Ne einfache Wand, wo recht wenig Eisen drin ist, oder ein Sturz, der zur Hälfte aus Eisen besteht.

Auf den Bohrer kommts tatsächlich an. Es gibt das Patent von
Hilti mit dem Kronenbohrer, der zwei separate Spitze nochmal
vorn dran hat (ich weiß den korrekten Namen nicht). Jedenfalls
halten die Dinger ne Unmenge mehr aus als ein 08/15
SDS-Bohrer, welcher nach rund hundert Löchern in Beton ca. 1-2
mm schmaler ist.

Also ich hab mehrere Fachhändler gefragt und mich auch bei Leuten umgehört, die so was beruflich machen. Nach deren Meinnung gibt es kein Patentrezept zum Bohren von dick armiertem Beton. Immer mit viel Gefühl bohren und wenn nötig eine andere Stelle für das Loch suchen.
Ein Freund, der Fenster montiert, kauft die SDS-Bohrer immer im Hunderterpack. Wenns ne andere Lösung gäbe, auch wenn sie teurer wäre als ein üblicher SDS-Bohrer, wäre er der erste, der sie haben würde. Er hat übrigens Hilti Maschinen im Einsatz.

Gandalf

Hi Gandalf

wenn das Zeugs nicht extremen Zugbelastungen ausgesetzt ist, eignet sich auch Heißkleber für Montagezwecke sehr gut an Betonteilen. Plasteschellen für Kabel wurden zu Lehrlingszeiten von uns nur geklebt - hielt bestens. Ich mußte die dinger mal wieder abreißen, da kam immer en Stück Beton hinterher.

Gruß
Frank

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Hi Wolfgang,

Ich habe an meiner Hütte
demnächst ca. 500 Bohrungen zu machen, jede 16 mm Durchmesser
und 40 cm tief.

Man
verbraucht die Bohrer im Dutzend und die Maschine kann man
hinterher wohl auch wegschmeißen.

für solche Anwendungen lohnt sich sicher der Einsatz eines Bohrhammers mit SDS- max Aufnahmen. Die sind für solche Belastungen ausgelegt und auch die Bohrer halten deutlich länger als die mit SDS-Plus Aufnahmen.
Da diese Hämmer immer auch Stemmen können, bist Du mit solchen Geräten für alle Fälle gewappnet.

Gandalf

für solche Anwendungen lohnt sich sicher der Einsatz eines
Bohrhammers mit SDS- max Aufnahmen. Die sind für solche
Belastungen ausgelegt und auch die Bohrer halten deutlich
länger als die mit SDS-Plus Aufnahmen.
Da diese Hämmer immer auch Stemmen können, bist Du mit solchen
Geräten für alle Fälle gewappnet.

Hallo Gandalf,

danke, den Tipp mit der SDS-max-Aufnahme werde ich beherzigen, denn mein Black&Decker-Billigbohrhammer - die Hilti wurde mir geklaut :frowning: spielt da nicht mehr mit. Zum Meißeln und Stemmen wollte ich mir aber zusätzlich ein möglichst leichtes Druckluftgerät anschaffen, damit mir nicht bald die Arme abfallen. Hast Du damit Erfahrungen?

Leider muß ich alles selbst machen. Es gucken zwar immer wieder neugierige Nachbarn vorbei und versprechen was von „…also wenn mal Hilfe gebraucht wird…“. Hilfe kann ich immer gebrauchen und erzähle, daß mir mit den 500 Bohrlöchern schon sehr geholfen wäre. Nützlich wäre auch das Wegmeißeln von 200 qm Putz oder Rausstemmen von 160 qm Betonsohle oder 50 lfd Meter Fundament aufgraben. Tja und kaum habe ich das gesagt, haben die Besucher mein Bier weggesüffelt und weg sind sie. Versteh’ ich gar nicht :smile:.

Gruß
Wolfgang

Tach Frank,

fürs nächste mal werd ich das in Erinnerung behalten, aber inzwischen bin ich mit der Verbalkung fertig und es hat mich insgesammt nur vier Bohrer gekostet; irgendwann kriegt man das Gefühl raus, wenns auf Eisen geht :wink:

Gandalf

Hallo Wolfgang,

Hast Du damit Erfahrungen?

leider nein, aber mach mal ne Rechnung auf. Für einen Meißel brauchst Du einen ziemlichen Trümmer von Kompressor.
Leihen wäre bei einmaligem Gebrauch sicher preiswerter.
Um leichte Stemmarbeiten oder Putzwegstemmen zu bewerkstelligen, gibt es von Makita einen sog. Kratzer. Der wiegt wesentlich weniger als ein durchschnittlicher Stemmhammer leistet aber sehr gute Dienste. So was hab ich mal gebraucht gekriegt und er wird immer erst mal belächelt (wächst der noch). Beim arbeiten erzeugt er aber immer wieder ein ‚hätt ich nicht gedacht, daß der so viel Wumm hat‘
So als Tip am Rande.

Tja und kaum habe ich das
gesagt, haben die Besucher mein Bier weggesüffelt und weg sind
sie. Versteh’ ich gar nicht :smile:.

tja, woher kenn ich das blos :wink:

Gandalf

Hallo Wolfgang,

paar Gedanken:
Putz: jeh nachdem, wie er beschaffen ist, kommt man meist um Arme und Maurerhämmer nicht drum rum, man will ja auch mal fertig werden :smile:
Betonboden: Da gibts auch Kaltsprengverfahren zum abtragen. Das ist eine sich ausdehnende Masse, welche in vorher gebohrte Löcher gefüllt wird. Über Preidse weiß ich nix.
Bohrhämmer zum meiseln: empfehlenswertes Werkzeug mit SDSmax gibts elektrisch auch von Kress - habe ich gute Erfahrungen mit. Sind Hilti-ähnlich und nicht besonders schwer.

Frank

Hi Wolfgang,
jetzt bin ich aber neugierig geworden, auch wenn’s OT ist.

Ich habe an meiner Hütte
demnächst ca. 500 Bohrungen zu machen, jede 16 mm Durchmesser
und 40 cm tief.

Hallo Uwi,

eigentlich gehen meine Planungen eher in Richtung Aufbau und
Sanierung. Sprenglöcher sollen von mir aus spätere
Generationen bohren, wenn denen mein Machwerk nicht gefällt.
Jetzt ist Mauerwerksabdichtung angesagt. Dafür wird das
Fundament rund ums Haus alle paar Zentimeter mit schräg nach
unten gerichteten Bohrungen fast durchgebohrt, um dann in die
Bohrungen eine Verkieselungsflüssigkeit einzufüllen, die in
den Stein einsickert und eine dauerhaft wasserdichte
Sperrschicht bildet. Ein sicheres und durch Selbermachen sehr
billiges Verfahren, aber mit viel Arbeit verbunden. Man
verbraucht die Bohrer im Dutzend und die Maschine kann man
hinterher wohl auch wegschmeißen.

Das Verfahren kenn ich (schon mal gesehen in Werbung oder so). Das macht man doch von innen, wenn man von außen nicht drankommt?
Oder ist das eine echte Alternative zu rundrum aufgraben und Drainage neu etc.?
Geht das nur in Beton oder auch in Kalksandstein u.a.?
Was heißt denn billig ungefähr? Was die Bohrer in Summe kosten, ist ja kalkulierbar, was rechnet man für die Verkieselungsflüssigkeit?

Timbo, dem der Keller „stinkt“.