Ich bin Heizungsingenieur. Als solcher war ich nur mit
Sondergenehmigung in der Lage eine Heizungsfirma zu führen
(weil nach deutschem Recht zu blöd, nämlich kein Meister).
Hallo Tilo,
dafür darfst Du aber an Meisterschulen Meister ausbilden 
…den Unfug gesehen habe,…kann ich vor solchen Firmen nur :warnen.
Bei mir läuft es wie folgt: Die Sanierung meiner alten Schmiede (faktisch ein Neubau, nur die Außenhaut bleibt stehen) habe ich für das nächste Jahr (oder auch mehr) zu meinem Hobby erklärt. Nur so kann ich den Irrwitz rechtfertigen, weil mich alle möglichen Leute angesichts des Zustands des Gemäuers glatt für meschugge halten. Macht aber nichts. Von außen ist’s 'ne über 100 Jahre alte Hütte, von innen ein - nein kein einfacher Neubau - ein Architektenhaus vom Feinsten. Soll es jedenfalls werden und ist es vor meinen begeisterten inneren Augen schon. Was auch immer ansteht, ich mache mich selbst schlau, egal mit welchem Aufwand. Ich bin mir nach etlichen Versuchen und vielen Gesprächen ziemlich sicher, daß außer Stilbrüchen, Murks und bauphysikalischen Katastrophen nicht viel dabei heraus käme, wenn ich einfach irgendwelche Firmen beauftrage. Ob es die speziellen Fensterkonstruktionen sind, die leider gezwungenermaßen innen liegende thermische Isolierung mit kritischer Taupunktberechnung, die großflächige Wandheizung, Lager, Fördertechnik und Kessel für die Hackschnitzelheizung, Trockenlegung, Behandlung frostgeschädigten Sichtmauerwerks, Deckenkonstruktionen, eine tragfähige Zwischendecke als Galerie, Vorbereitung für Lifteinbau, eine anpassungsfähige Hauselektrik bis hin zu solchen Kleinigkeiten wie einer Rutsche für Schmutzwäsche aus dem Bad direkt vor die Waschmaschine ein Stockwerk tiefer - von den Fachfirmen höre ich zuerst immer nur „Häääh?!? Ham wa aber noch nie…“. Also informiere ich mich aus allen erreichbaren Quellen, sauge alles auf und plane - jetzt schon mehrere Monate. Die so entstehenden Skizzen und Dateien gebe ich einer Architektin, die ganz offensichtlich Freude daran hat, Ideen zu realisieren. Ich hab also grundsätzlich sachkundige Beratung. Übrigens habe ich bisher auch gute Erfahrungen mit den Mitarbeitern des Denkmalamtes gemacht. Das reichte von zeitintensiver Beratung mit Ortsterminen bis zur Hilfe bei der Beschaffung alter Materialien, z. B. Ziegelformate, die es heute nicht mehr gibt. Und die komplette Beratung zum Nulltarif.
Viele Dinge muß ich handwerklich selbst ausführen. Es gibt hier im weiten Umkreis z. B. keinen Heizungsbauer, der etwas von Hackschnitzel- und Wandbeheizung versteht. Dabei ist es nämlich nicht möglich, nach der try-and-terror-Methode mal eben einen größeren Heizkörper zu installieren, weil die Daumenpeilung nichts taugte. Der Rückgriff auf Erfahrungswerte ähnlicher Gebäude funktioniert auch nicht. Raumhöhen von EG 3,5m, OG 2,5m und Galerie 5m sowie ein Lichthof in voller Gebäudehöhe - da laß ich keinen örtlichen Heizungsmonteur ran. Da will ich unbedingt selbst mit den einflußnehmenden Größen auf dem Papier gespielt haben.
Etwa mit Arroganz hat das nichts zu tun. Ich lasse nichts auf den redlich schaffenden Handwerker kommen. Aber hier gehts nicht ohne Planung und viel Rechnerei. Es entspricht nicht meinem Naturell, alles an spezialisierte Planungsbüros und dann über Ausschreibungen an Firmen zu vergeben. Außerdem hätte der so zustande kommende Betrag viel zu viele Nullen vor dem Komma. Das hatte ich nämlich ganz am Anfang schätzen lassen. Heraus kam eine knappe Mio und das ist einfach die falsche Größenordnung für meine Möglichkeiten.
Gruß
Wolfgang