Hauskauf und Kosten

Hallo, ich hab da mal ne ganz simple frage:
ich kaufe ein Haus, mit welchen aufwendungen für reparaturen und renovierungen muß ich rechnen ?
a: im jahr der fertigstellung und B
…wie steigen die kosten in den folge jahren an?
gibt es da eine daumenklausel ähnlich die bei gebrauchtwagen ?
im konkretenfall geht es um ein 35 jahre altes reihenhaus, an einer stark frequentierten Hauptstrasse.
worauf sollte man bei der besichtigung unbedingt achten ?
gibt es irgendwo eine checklist ?
danke für eure antworten

Mike

Nach 35 Jahren ist die Haustechnik entweder erneuert, oder es wird langsam mal Zeit. Also, alles was Strom, Wasser, Heizung ist, wird auf dich zukommen. Das Dach und die Fenster desgleichen. Die Bäder sind mindestens unmodern und häßlich. Holz ist vermutlich mit schadstoffhaltigen Mitteln behandelt worden.

Ich würde dir empfehlen, vor dem Kauf einen Sachverständigen hinzuzuziehen, sonst wird die Hütte schnell teuerer als ein Neubau!

Pop

Hi Mike…

Hab das bei meinen Eltern mitbekommen, waren auch immer der Meinung ein altes Haus kaufen zu müssen.
Aber wie heisst der Spruch:
„Wer viel Geld hat und ist dumm,
kauft ein altes Haus und baut es um.“

Ist zwar weniger eine Antwort auf deine Frage, aber vielleicht ein Denkanstoss, wenn du nicht wirklich unbedingt ein altes kaufen willst, stattdessen zu bauen?

Teufelchen

Hallo Mike,

es gibt Häuser aller Baujahre, die mit Verstand geplant, handwerklich sauber hergestellt, weitgehend zeitlos ihren Zweck erfüllen. An vielen Dingen von Installationen aller Art, über Fenster bis zur Dacheindeckung nagt der Zahn der Zeit. Wurden Instandsetzungen immer mit Sorgfalt ausgeführt, kann ein Haus über viele Jahrzehnte, sogar über Jahrhunderte, wertstabil und uneingeschränkt nutzbar sein. Aber solche Häuser muß man lange suchen.

Den meisten Gebäuden ist die Situation des Entstehungsjahres anzusehen, etwa Baustoffmangel, kurzlebige Modegags, eiliges Hochziehen mit gedankenlosem 08/15-Grundriß, Einbau ungeeigneter Baustoffe und Verwendung gefährlicher Holzschutz- und Dämm-Materialien. Gerade Letzteres war bis in die späten 70er die Regel.

Vor Jahrzehnten waren die Familien durchschnittlich größer als heute. Die Folge war bei begrenzter Gebäudefläche ein Grundriß mit vielen kleinen Kammern, überall Türen, schlecht nutzbare Ecken, verwinkelte Flure, kaum ein Raum größer als 20 qm. Manche Wand läßt sich vermeintlich problemlos entfernen. Dann aber bemerkt man, daß der entstehende größere Raum viel zu niedrig wirkt, daß Fensterflächen zu klein sind und daß sich dort, wo die Wand stand, im Estrich plötzlich Höhenunterschiede von ganzen Zentimetern ergeben.

An vielen Stellen wird man noch nach Jahrzehnten den Bierpegel des ausführenden Handwerkers feststellen können, weil es für den Griff nach der Wasserwaage nicht mehr reichte. Hat man es dann auch noch mit Wänden zu tun, die mit den beliebten Brettern aus dem Baumarkt verkleidet wurden, macht man sich am besten schon mit den Kosten für Bauschuttcontainer vertraut. Das kann man unbesehen alles restlos rausreißen und sollte wissen, daß unter den Brettern der Schimmel lebt.

In den 60ern und 70ern wurden zahllose Siedlungs- und Reihenhäuser von der Neuen Heimat und ähnlichen Gesellschaften gebaut. Gehört das ins Auge gefaßte Haus dazu, dann zahle den Grundstückspreis und ziehe die Abrißkosten vom Kaufpreis ab. Es gibt keinen Pfusch, der an diesen Häusern ausgelassen wurde. Miserabel geplant und mit einer Bauausführung, die jeder Beschreibung spottet, fand nicht einmal eine Bauabnahme statt und falls doch, waren die Behördenherren entweder geschmiert, betrunken oder sahen nicht so genau hin. Vier- und mehrbeinige Mitbewohner wirst Du in diesen Häusern nie haben. Die haben nämlich keine Überlebenschance, so giftgetränkt war alles verbaute Holz.

Glücklich ist dran, wer geschickte Hände hat und etwas vom Bau versteht. Muß man an einem älteren Gebäude alles von Handwerkern ausführen lassen, wird ein neues Gebäude mit Gewährleistung vermutlich preiswerter.

…an einer stark frequentierten Hauptstrasse.

Diese Tatsache wäre für mich unabhängig von Preis und Qualität des Hauses Grund genug, es nicht zu kaufen.

Gruß
Wolfgang

Danke ! Stimmt ! owt

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

so sehe ich das auch, aber sag das mal dem VK. owt
mike

Stimmt nicht immer!!!

Wer ein altes Haus kauft, kann sich die Lage aussuchen.
Wer neu baut, könnte auch in einen Block ziehen, man lebt und schläft über- und nebeneinander mit seinen Nachbarn. Wer sich mal eine Neubausiedling aus nur 500 Metern Entfernung ansieht, fragt sich, warum bezahlt dort jeder sein eigenes Haus, sie könnten sich doch alle zusammen eines bauen. Würde viel billiger!

Wer heute ein altes Haus kauft, hat die Möglichkeit, auch die Lage mit zu berücksichtigen. Und da kann man bei alten Häusern schon noch Waldgrundstücke bekommen.
Nicht das Haus allein ist wichtig, viel mehr macht die schöne Lage!!

Teufel, Du willst nur mit den Neubauten viel Geld verdienen!!

Was wäre Dir lieber, wenn Du morgens verschlafen um 11.00 in die Küche kommst. Nachbars Opa neugierig zum Fenster hineinsehen oder liebste Engel von Kindern einen Fußball durch das Glas hauen oder wäre Dir eine Kuh oder ein Reh lieber, die Dir beim Kaffeeschlürfen zusehen???. Und keine Nachbarn, die meckern!

Die Lage eines Hauses ist wichtiger als die neue Heizung!

Gruß max

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Kommt es nicht ganz allein auf den Kaufpreis an?
Und auf die Zeit, die man hat, das Haus auf den neuesten Stand zu bringen? Wenn man es denn will!

gruß Max

Hallo Mike,

ich selbst habe noch kein Haus ge,- oder verkauft, kann Dir aber bei dem „magischen“ Alter von 35 Jahren DRINGENST raten, die im Haus verwendeten Hölzer auf PCP und Lindan untersuchen zu lassen.

Meine Mutter und ich wohnten 3 JAhre lang in einem Haus von 1967 (heute 35 Jahre alt ??) und dort wurde damals nur „das beste“ zum Anstrich der Dekorlatten in Wohn,- und Schlafzimmerdecke benutzt. Meine Mutter war krank, wenn sie zu Hause war und noch kränker, wenn sie krank zu Hause lag. Nur im Urlaub wenn sie dauerhaft nicht zu Hause war, ging es ihr sporadisch gut, bis ich 1992 auf Premiere die Sendung „0137“ mit Roger Willemsen sah, als gerade der Prozeß gegen die Manager der Firma Desowag (u.a. Herr Steinhaus) losging wegen der Holzschutzmittelgeschichte.

Eine abgebrochene Späne unserer Decke erbrachte im Labor in Heidelberg das Ergebnis: Nervengifte PCP und Lindan !! Diese fanden sich später auch im Blut meiner Mutter wieder.

Auch gabe es im Fernseher in letzter Zeit Berichte über Bauruinen auf RTLII oder K1, die gar nicht so weit her geholt sind.

  • Verseuchtes Holzgebälk
  • verschimmelte Isolierung hinter Wänden
  • feuchtverschimmelte Keller

und und und

am besten Du nimmst einen Sachverständigen für Schadstoffe in der Luft mit.

gruss

dennis

Stimmt nicht—
Ups, Guten Abend, Max

Also, zum Thema aussuchen:
Wenn man bauen will, dann sollte schon soviel Geld übrig sein, dass man nicht das erstbeste Grundstück nimmt.
Meine ELtern haben bald an die 2 oder 3 Jahre gesucht. Und eines gefunden.
Alles zusammen sind 6 neue Häuser (in diesem ‚Neubaugebeit‘ wenn man es so nennen kann). Da sich meine Eltern keinen Garten von zig m² ans Knie nageln wollten, reichte das kleinste Grundstück und das war das oberste, welches direkt am Naturschutzgebiet liegt, will heissen, dadrüber wird nicht mehr gebaut. UND nur wenige Meter darüber beginnt der Wald. Also Rehe und Hasen und solch Kleinzeugs schaut gern mal am Zaun vorbei. Igel im übrigen auch rein…:wink:

Also man kann sich jawohl auch beim Neubau das Grundstück aussuchen, …
Achja und die Nachbarn können gar nicht mehr reinschauen, weil ich Jalusien habe…*kicher*
Und eine funktionierende Heizung und WC ist mir dann auch ganz recht, oder stehst du mehr so auf Donnerbalken?

Tja, Pech gehabt, musste schon mit besseren Argumenten kommen.
Trotzdem schönes WE …

Teufelchen

PS: Das mit dem Verdienen, da könnteste zwar rehct haben, aber wer will einem das zum Vorwurf machen? Und ganz so weit ist es ja noch nicht.

Wenn man bauen will, dann sollte schon soviel Geld übrig sein,
dass man nicht das erstbeste Grundstück nimmt.

Hallo Teufel!

Wer heute baut, hat kein Geld über, eher d.h. ganz bestimmt, hat er zuwenig!!

Meine ELtern haben bald an die 2 oder 3 Jahre gesucht. Und
eines gefunden.

Wo denn? Doch nicht etwa im Westen der Republik? Hier findest Du nichts Gutes. Die guten Grundstücke gehen unter der Hand weg!

Garten von zig m² ans Knie nageln wollten, reichte das

„Knie nageln“ ??!!

Also man kann sich jawohl auch beim Neubau das Grundstück
aussuchen, …

Na, na, hast Du schon mal eines gesucht und warum haben Deine Eltern so lange gesucht und warum führt bei Ihnen dann ein Wanderweg so dicht vorbei, dass Du nicht mal in Ruhe dort auf dem Balkon sitzen kanst? (Denk ich mir mal!!)

Achja und die Nachbarn können gar nicht mehr reinschauen, weil
ich Jalusien habe…*kicher*

In Deinem Kinderzimmer bei ihnen?

Und eine funktionierende Heizung und WC ist mir dann auch ganz
recht, oder stehst du mehr so auf Donnerbalken?

Was spricht denn bei einem alten Haus von 30 jahren gegen eine funktionierende Heizung und WC???

Machs gut, O.

Hi Teufelchen,

Aber wie heisst der Spruch:
„Wer viel Geld hat und ist dumm,
kauft ein altes Haus und baut es um.“

ich hab ein uraltes Haus gekauf und würde es immer wieder tun!
Wenn man die Bausubstanz als gut erkannt hat (und die paar € für einen Gutachter sollte man sich leisten) ist solch eine Investition meist(!) preiswerter als ein Neubau. Zudem kann man meist schneller einziehen, und sieht was man kriegt, hat keine Probleme mit einem Bauträger, der einen nicht immer nur ordentlich behandelt und berät und so weiter. Sachen die repariert werden müssen, können mit und mit gemacht werden und wenn man einigermaßen geschickt ist, kann man viel selber machen. Ich kenn da einen weitaus positiveren Spruch

Altes Haus und junges Weib
ist der schönste Zeitvertreib

Elrond

Eine Lanze …
… für den hier mit einer Ausnahme ach so verschmähten Altbau:

Hallo Mike,

ich bewohne ein Haus Baujahr 1927, gekauft 1982, ein Schmuckstück, vor dem die Leute stehen bleiben und Besucher uns fragen, ob es unter Denkmalsschutz steht. Wolltest du etwas derart Geschmackvolles modernerer Bauart haben, müsstest du ein Designerhaus kaufen. Das ist aber unbezahlbar, wenn du nicht gerade im Lotto oder bei ‚Wer wird Millionär‘ gewonnen hast.

Das Grundstück ist nicht nach dem Quelle Gartenkatalog eingerichtet, sondern hat alten Baumbestand. Bei einem Neubau müsstest du Jahrzehnte warten, bis das Umfeld so aussieht.

Die Bausubstanz, Mauerwerk und Putz sind, derart solide, dass der Vorbesitzer offenbar noch nie etwas daran machen musste und wir in den 20 Jahren, die wir es jetzt haben, auch nicht. Es sieht auch für die Zukunft nicht so aus.

Die Wände sind so dick, das an knallig heißen Sommertagen Besucher irritiert an der Decke herumschauen und fragen: Habt Ihr eine Klimanlage?

Nach dem Kauf haben wir Wasser und Abwasserrohre neu gemacht. Da wir hierfür Kupfer und Keramik verwendet haben, wird das jetzt sicher länger als 100 Jahre halten.

Auch die Elektrik ist komplett neu und wird lange halten. Das ganze Haus hat Leerrohre, so etwas gibt es heute gar nicht mehr: Falls unsere zukünftigen Enkel hier nochmal ran müssen, zieht man die alten Kabel heraus und neue hinein. Ruck, zuck, ohne Wände aufstemmen oder gar Stuck zerschlagen zu müssen.

Die Heizörper sind neu, weil die Heizungsansprüche heutzutage doch höher als damals sind, auch der Heizkessel, um Energie zu sparen. Den wirst du bei einem 35 Jahre alten Haus aber auch austauschen müssen.

Die Sprossenfenster hätten sicher noch Jahrzehnte gehalten, aber wir haben sie durch echte Sprossenfenster mit Isolierverglasung ersetzt. Das hat den Stil gewahrt und die Kosten sind durch Energieeinsparung schon längst wieder drin.

Zehn Jahre nachdem Kauf haben wir das Dach neu decken lassen. Ein Dach hat, las ich mal, eine Lebenserwartung von 60 Jahren, bei uns waren es also 65. Wir hätten es aber noch einige Jahre durchziehen können, wenn wir bereit gewesen wären, nach jedem Winter 500 bis 1000 EU für ein paar zerbröselte Ziegel auszugeben.

Fazit:

Die Anfangsinvestitionen waren hoch, aber jetzt haben wir für Jahrzehnte Ruhe, es kostet uns gar nichts mehr (außer die Zinsen :smile: ). Wenn manche Hausbesitzer klagen, ‚die Nebenkosten fressen mich auf‘, dann wollen sie Neider zum Verstummen bringen. Oder sie haben billig gebaut oder schlecht gekauft.

Ein Fachwerkhaus, so hübsch sie oft auch sind, würde ich aber nie kaufen: Daran ist ständig irgend etwas zu reparieren.

Soo alt ist das von dir ins Auge gefasste Haus aber ja nicht. Aber eine Faustformel zur Kostenberechnung, nach der du fragst, kann es nicht geben. Bei Gebrauchwgen, die du zum Vergleich heranzieht, sind Fahreuge eines Typs und Baujahrs alle gleich, einzelne Ausreißer ausgenommen. Häuser sind aber jedes für sich ein Individuum, wenn es nicht Teil einer Gruppe von Häusern ist, die zusammen errichtet wurden. In dem Fall könntest du die Nachbarn befragen.

Es gibt Perioden, in denen billig gebaut werden musste und deshalb viel gepfuscht wurde: Die Zeit kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, im Krieg (soweit da überhaupt noch gebaut wurde) und die ersten zehn Jahre danach.

Trotzdem kann man nie generalisieren. Es gab und gibt zu jeder Zeit Bauherren/damen, die mehr ausgeben, um auf Nummer Sicher zu gehen, und solche, die sparen, vor allem an Stellen, an denen man es nicht sofort bemerkt. Du wirst deshalb um ein Gutachten nicht herum kommen, dass sollte aber eigentlich der Verkäufer bereitstellen. Wenn das Haus sich dann als reparaturanfällig herausstellt oder einen Reparaturstau hat, drückst du den Preis entsprechend oder lässt die Finger davon.

Liebe Grüße
Peggy

… für den hier mit einer Ausnahme ach so verschmähten
Altbau:

Hallo Peggy,

ich denke nicht, daß prinzipiell ein Altbau schlecht sein muß, aber gerade die Häuser aus dem „Wohlstandsaufschwung“, wo die chemischen Keulen verstrichen, verputzt, und eingebaut wurden, sind meines Erachtens sehr gut zu beäugen vor dem Kauf.

Damals war das Umwelt,- und Gesundheitsbewußtsein noch nicht so scharf und das beste Holzschutzmittel gut genug.

Ich selbst wohne in einem Haus der BAugenossenschaft aus dem Jahre 1929 und da ist eigentlich auch alles solide. Vieles ist noch aus dieser Zeit…

gruss

dennis