Tapezieren/Ränder der Tapeten lösen sich beim Stre

Hi zusammen,
Jetzt dachte ich, dass ich alles so klasse tapeziert (Raufaser, Erfurt 75 oder so) hatte… und nun das:
Beim Streichen löst sich an einigen Stellen (Ränder) die Tapete wioder etwas ab (sieht dann blasen-aehnlich aus).
Untergrund: Beton / Gipswände(Verspachtelt und gegipst).
Vorarbeit: Tapeziergrund

Was habe ich falsch gemacht?? (also: es ist ein Keller, also alles halb so wild - und nach dem Trocknen der Farbe ( ich hatte mit einer kleinen Rolle die Uebergange zwischen den einzelnen Bahnen vorgestrichen) sah es schon wieder besser aus.

Wie kann ich jetzt verhindern, dass es beim Endanstrich wieder soweit kommt. Mit einem kleinen Spachtel oder Spritze mit Kleister ausbessern? Oder erst wenn alles gestrichen ist?

Danke für euren Rat!
b.

Hallo,

wenn sich Tapete beim Streichen stellenweise vom Untergrund löst, gibst Du mit dem Nischenpinsel (das ist ein gekröpfter Pinsel, im Malerjargon auch „Kuttenlecker“ genannt) etwas Farbe unter die Stelle. Das ist ein einziger Handgriff während des Streichens. Wenn die Tapete dabei etwas einreißt, macht es nichts. Auch der Riß wird mit Binderfarbe geklebt und ist nach dem Trocknen unsichtbar.

Btw: Tapeten-Reparaturstellen nie schneiden, nur reißen. Schnitte bleiben sichtbar, gerissene Reparaturstellen verschwinden.

Grundsätzlich ist das Tapezieren von Kellerwänden keine besonders gute Idee. Kellerwände sind von wenigen Ausnahmen abgesehen thermisch schlecht isoliert. Und obwohl es seit 1000 Jahren Keller gibt, hat sich noch nicht herumgesprochen, wie man mit einem Keller umgeht und ihn sachgerecht lüftet. Kurz und gut: Auf Kellerwände gehört Kalk- oder Binderfarbe und sonst nichts. Keine Bretter, keine Verkleidungen, keine Tapeten. Wer das ignoriert, leistet Schimmelnestern und muffigem Geruch Vorschub.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,
Das ging ja fix - Danke!
Okay - das klingt nach einer Lösung. Wird so gemacht!
Zu Tapete/Keller generell:
Der Keller soll so gut isoliert sein, dass es kein Problem geben soll. Es ist auch nur eine „Aussenwand“ vorhanden; das ganze ist in einem Reihenhaus und die zweite Stirnwand liegt „mitten im Haus“, das Haus ist 2/3-unterkellert.
Trotzdem Frage: Kann ich einen weiteren Raum (nur Beton/Gipswämde) mit Dispersionsfarbe streichen? Oder was ist der Unterscheid zu Kalk- oder Binderfarbe?

Danke & Grüsse,
b.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Der Keller soll so gut isoliert sein, dass es kein Problem
geben soll. Es ist auch nur eine „Aussenwand“ vorhanden; das
ganze ist in einem Reihenhaus und die zweite Stirnwand liegt
„mitten im Haus“, das Haus ist 2/3-unterkellert.
Trotzdem Frage: Kann ich einen weiteren Raum (nur
Beton/Gipswämde) mit Dispersionsfarbe streichen? Oder was ist
der Unterscheid zu Kalk- oder Binderfarbe?

Hallo!

Farben werden nach den Bindemitteln unterschieden. Bei Kalkfarben ist es eben Kalk das Bindemittel. Kalkfarben sind i. d. R. sehr preiswert und wenig abriebfest. Im Keller sind sie aber gut geeignet. Kalkfarbe hat nur geringe Neigung zum Verschimmeln und läßt die Wand „atmen“. Nachteilig können Kalkfarben sein, wenn man später auf die Idee kommt, mit Dispersionsfarbe zu streichen. Dann lösen sich beim Überrollen große Flecken und wickeln sich um die Rolle. In solchem Fall hilft nur komplettes Abwaschen der Kalkfarbe.

In Dispersionsfarben können je nach Anforderung alle möglichen natürlichen oder künstlichen Stoffe fein verteilt als Bindemittel vorhanden sein. Da gibt es ganz billiges Zeug, das letztlich auch nicht hochwertiger als Kalkfarbe ist, bis hin zu wasserdichten Farben. Letztgenannte sind aber ungeeignet für Innenwände und allemal für Kellerräume. Abgesehen von z. B. dem Badezimmer dürfen in Innenräumen keine wasserdichten Beschichtungen verwendet werden. Lies das Etikett des Farbenherstellers. Da steht, wofür die Farbe geeignet ist. Ausdrücklich warnen möchte ich vor angeblich ach so umweltfreundlichen Dispersionsfarben mit Zucker oder Mehl als Bindemittel. Alle möglichen vielbeinigen Viecher kommen in dunklen Ecken schnell auf den Geschmack und binden sich die Lätzchen um.

Über die Brücke mit der thermisch gut isolierten Reihenhaus-Kellerwand gehe ich nicht. Reihenhäuser sind die typischen Bauträger-Objekte. Man muß froh sein, wenn die Bauwerksteile, die hinterher keiner sieht, wenigstens die einschlägigen Regeln der Technik mit Minimalanforderungen erfüllen. Eine brauchbare thermische Isolierung von Kellerwänden gibt es in eher seltenen Fällen individuell geplanter Gebäude und dann auch nur, wenn der sachkundige Bauherr und/oder der Architekt jeden Arbeitsschritt (besonders die, die später von Erde gnädig zugedeckt werden) mit eigenen Augen kontrolliert. Im Reihenhausbau wird eine Hilfskraft in die Baugrube geschickt, um die Kellerwände anzustreichen, damit es schwarz aussieht. Danach kommt die Planierraupe und schiebt alles zu. Da opfert keiner zig Euro pro Quadratmeter für eine thermische Isolation.

Wenn Du von Gipswänden im Keller sprichst, ist hoffentlich Gipsputz gemeint und nicht etwa wie auch immer befestigte Rigipsplatten. Platten bilden dahinter nämlich immer Hohlräume, sei es durch ein Lattengerüst oder Klebepunkte. Dort bildet sich Kondenswasser und kommt nicht wieder heraus. Schimmel und Gestank sind über kurz oder lang die Folge.

Gruß
Wolfgang

1 „Gefällt mir“

Hallo Wolfgang,
nochmal Danke für die schnelle Antwort und den Kurs in Sachen Farbe. Ich hatte mich für eine „Marken Farbe“ entschieden (mit Test „sehr gut“) und hoffe, dass mir die nun nicht zu gut den Keller abdichtet…
Mit den Rigipsplatten hattest du natürlich recht… Das macht ja Hoffnung…;-( Allerdings ist für mich Lüftung kein Fremdwort und ein Teil des Kellers (der jetzt tapezierte Raum) wird als eine Art Hauswirtschaftsraum genutzt werden und somit ehregelmaessig beheizt und gelüftet werden.
Zur Isolierung: Hier habe ich etwas mehr Hoffmung: Das wurde nachträglich, also zumindest für die Seitenaussenwand gemacht - und ich habe dafür nicht wenig bezahlt, das war nicht blosses streichen mit schwarzer Farbe…! Ich vertraue dem Bauträger schon etwas: es ist eine (Klein-) städtische Wohnbaugesellschaft (keine windige Gesellschaft) und das Haus ist ein Niedrigenergiehaus-50%, der Architekt will damit einen Preis gewinnen und mein Eindruck vom Bauleiter ist recht gut. Okay, das alles sind keine Garantien…
Schaun’mer mal…:wink:

Viele Grüsse, b.

Farben werden nach den Bindemitteln unterschieden. Bei
Kalkfarben ist es eben Kalk das Bindemittel. Kalkfarben sind
i. d. R. sehr preiswert und wenig abriebfest. Im Keller sind
sie aber gut geeignet. Kalkfarbe hat nur geringe Neigung zum
Verschimmeln und läßt die Wand „atmen“. Nachteilig können
Kalkfarben sein, wenn man später auf die Idee kommt, mit
Dispersionsfarbe zu streichen. Dann lösen sich beim Überrollen
große Flecken und wickeln sich um die Rolle. In solchem Fall
hilft nur komplettes Abwaschen der Kalkfarbe.

In Dispersionsfarben können je nach Anforderung alle möglichen
natürlichen oder künstlichen Stoffe fein verteilt als
Bindemittel vorhanden sein. Da gibt es ganz billiges Zeug, das
letztlich auch nicht hochwertiger als Kalkfarbe ist, bis hin
zu wasserdichten Farben. Letztgenannte sind aber ungeeignet
für Innenwände und allemal für Kellerräume. Abgesehen von z.
B. dem Badezimmer dürfen in Innenräumen keine wasserdichten
Beschichtungen verwendet werden. Lies das Etikett des
Farbenherstellers. Da steht, wofür die Farbe geeignet ist.
Ausdrücklich warnen möchte ich vor angeblich ach so
umweltfreundlichen Dispersionsfarben mit Zucker oder Mehl als
Bindemittel. Alle möglichen vielbeinigen Viecher kommen in
dunklen Ecken schnell auf den Geschmack und binden sich die
Lätzchen um.

Über die Brücke mit der thermisch gut isolierten
Reihenhaus-Kellerwand gehe ich nicht. Reihenhäuser sind die
typischen Bauträger-Objekte. Man muß froh sein, wenn die
Bauwerksteile, die hinterher keiner sieht, wenigstens die
einschlägigen Regeln der Technik mit Minimalanforderungen
erfüllen. Eine brauchbare thermische Isolierung von
Kellerwänden gibt es in eher seltenen Fällen individuell
geplanter Gebäude und dann auch nur, wenn der sachkundige
Bauherr und/oder der Architekt jeden Arbeitsschritt (besonders
die, die später von Erde gnädig zugedeckt werden) mit eigenen
Augen kontrolliert. Im Reihenhausbau wird eine Hilfskraft in
die Baugrube geschickt, um die Kellerwände anzustreichen,
damit es schwarz aussieht. Danach kommt die Planierraupe und
schiebt alles zu. Da opfert keiner zig Euro pro Quadratmeter
für eine thermische Isolation.

Wenn Du von Gipswänden im Keller sprichst, ist hoffentlich
Gipsputz gemeint und nicht etwa wie auch immer befestigte
Rigipsplatten. Platten bilden dahinter nämlich immer
Hohlräume, sei es durch ein Lattengerüst oder Klebepunkte.
Dort bildet sich Kondenswasser und kommt nicht wieder heraus.
Schimmel und Gestank sind über kurz oder lang die Folge.

Gruß
Wolfgang

… ein Teil des Kellers (der jetzt tapezierte Raum)
wird als eine Art Hauswirtschaftsraum genutzt werden und somit
ehregelmaessig beheizt und gelüftet werden.

Hallo und eine kleine Ergänzung:

Die kalte Jahreszeit ist für den Keller und seine Belüftung eher unkritisch. Die Schäden mit Schimmelbildung gibts im Sommer. Kellerwände haben i. d. R. ungefähr die Temperatur des Erdreichs. Gelangt wärmere Luft von außen in den Keller, kühlt sie sich an den Kellerwänden ab und verliert dabei einen Teil ihrer Fähigkeit, Wasserdampf zu binden. Das in der Luft gebundene Wasser kondensiert deshalb an den kühlen Bauwerksteilen. So wird ein Keller im Sommer feucht und muffig. Dem kann man durch geeignetes Lüften entgegen wirken: Tagsüber alle Schotten dicht und nur lüften, wenn es draußen kühler ist als im Keller. Das konsequent durchgezogen, bringt keine Feuchtigkeit in den Keller, sondern bewirkt im Gegenteil sogar eine sehr wirksame Trocknung. Außerdem riecht nichts mehr muffig und es gibt keinen Schimmel. Damit das alles funktioniert, darf man die Wände nicht restlos zustellen. Es muß eben überall Luft heran. Teppiche und Polstermöbel haben in einem Keller auch nichts verloren. Wenn man das alles beachtet, vergammeln die im Keller eingelagerten Winterstiefel nicht. Der Keller wird geradezu zum Luftkurort :smile:

Gruß
Wolfgang

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Grundsätzlich ist das Tapezieren von Kellerwänden keine
besonders gute Idee. Kellerwände sind von wenigen Ausnahmen
abgesehen thermisch schlecht isoliert. Und obwohl es seit 1000
Jahren Keller gibt, hat sich noch nicht herumgesprochen, wie
man mit einem Keller umgeht und ihn sachgerecht lüftet. Kurz
und gut: Auf Kellerwände gehört Kalk- oder Binderfarbe und
sonst nichts. Keine Bretter, keine Verkleidungen, keine
Tapeten. Wer das ignoriert, leistet Schimmelnestern und
muffigem Geruch Vorschub.

Hallo Wolfgang,

gilt das auch für einen Kellerraum, der das ganze Jahr über (auch im Sommer) beheizt wird? (Hobbyraum).

Gruß
Nelly

gilt das auch für einen Kellerraum, der das ganze Jahr über
(auch im Sommer) beheizt wird? (Hobbyraum).

Hallo Nelly,

ja, das gilt immer, es sei denn, der Keller ist von außen(!!) rundherum thermisch isoliert. Außerdem habe ich weiter unten in diesem Thread noch etwas zum Thema „Richtige Kellerbelüftung“ geschrieben. Auch das ist immer zu beachten.

Mit intelligenter Kellerbelüftung leistet man darüber hinaus einen wertvollen Beitrag für ein gesundes Raumklima im ganzen Haus. Oft lassen sich damit hohe Heizkosten vermeiden. In die Kellerwände eingebrachtes Kondeswasser macht nicht an der Kellerdecke halt, sondern führt u. U. auch zu erhöhter Feuchtigkeit im darüber liegenden Stockwerk.

Gruß
Wolfgang