Heizungsradiatoren

Hi
wie werden diese dimensioniert?
Per qm X Watt Leistung oder so?
Wo finde ich Preisinformationen?
Welche Arten gibt es (ich habe Öl und die
Heizungsleitung oder der Anschluss ist schon ins Dachgeschoss
verlegt)?
Kann ich auf derselben Flurebene mehrere hintereinander in
verschiedenen Räumen anschliessen?
Danke

Hi,

so was verrät Dir der Sanitärinstallateur Deines Vertrauens :wink:

Im Ernst, eine solche Sache solltest Du vernünftig machen, sonst gibt es kalte Füße. Und vernünftig kannst Du das als Laie kaum hinkriegen.

Aus der Ferne läßt sich außerdem kaum was zur Dimensionierung sagen, weil ich nicht sehen kann, wie die Wände aussehen, welchen k-Wert sie haben, wie das Dach aussieht, welchen k-Wert das hat etc.

Ein guter Heizungsfritze kann das schon eher.

noch mal viel Spaß

Gandalf

Hi,

so was verrät Dir der Sanitärinstallateur Deines Vertrauens
:wink:

Im Ernst, eine solche Sache solltest Du vernünftig machen,
sonst gibt es kalte Füße. Und vernünftig kannst Du das als
Laie kaum hinkriegen.

Aus der Ferne läßt sich außerdem kaum was zur Dimensionierung
sagen, weil ich nicht sehen kann, wie die Wände aussehen,
welchen k-Wert sie haben, wie das Dach aussieht, welchen
k-Wert das hat etc.

Ein guter Heizungsfritze kann das schon eher.

Danke
der kommt morgen
Ich will einfach nicht wie ein Laie dastehen sondern wenigstens
ein bischen verstehen was er sagt.

So was hab ich mal 9 Semester studiert. Erzähl mal, was dein Heizungsfritze dir eingeredet hat, dann können wir hier ein bischen daran herummäkeln.
Im Ernst: Ich habe in dieser Beziehung kein Vertrauen zu Heizungsmeistern. Die beherrschen das handwerkliche, keine Frage, aber mit optimaler Auslegung, Energieeinsparung, Design u.s.w sind die allermeisten hoffnungslos überfordert.

Lass noch zwei weitere Heizungsfritzen kommen und nimm den teuersten, sonst bekommst du nur Schrott.

Gruß
Tilo

Hi Tilo,

mag sein, daß ich bisher unverschämtes Glück hatte, aber auch bei Fragen der Auslegung (nicht nur von Heizungen) habe ich mit Handwerkern gute Erfahrungen gemacht.
Man sollte allerdings in der Lage sein ein paar vernünftige Fragen zu stellen (und deren Antwort grob kennen).
Mit akademisch gebildeten Menschen hab ich dagegen schon einiges Übel erlebt (ein Statiker z.B. wollte viel Geld für eine nicht ganz so gute Arbeit).

Ein guter(!) Meister, aber auch ein versierter Geselle, ist heutzutage durchaus in der Lage auch halbwegs komplexe Projekte gut zu projektieren und durchzuführen.

Gandalf

Hallo Gandalf,

ich muß mich ein bischen korrigieren. Ich beziehe mich auf die Meisterbetriebe, die ohne Ingenieur arbeiten. Die bekommen das zu 95% auch nicht vernünftig hin. Wie soll das auch gehen. Das Wissen eines Studiums kommt nicht eben mal so von allein. Sicher gibt es da Ausnahmen. Die Meisterbtriebe, die gute Arbeit leisten, haben in der Regel einen Ingenieur angestellt. Der macht mindestens die Planung, meist auch die Bauleitung (obwohl da für die rein handwerkliche Kontrolle der Meister gefragt wäre). Bei größeren Projekten, wo Projektierungsleistungen überprüft und Ausführungszeichnungen vom ausführenden Betrieb geliefert werden müssen, ist der Meister immer überfordert.

Ich behaupte, daß eine Heizung auch für ein Einfamilienhaus so komplex ist, das die Auslegung nicht in die Hände eines Heizungsbaumeistung gehört. Dies Montage jedoch sehr wohl. Die meisten Heizungen funktionieren trotzdem. Der Energieverbrauch oder der Heizkomfort oder beides sind jedoch (ohne das der Bauherr davon etwas bemerkt) völlig unbefriedigend.

Ich beheize mein privates Haus (Ziegel massiv, 365er Aussenwände) mit maximal 450 Euro im Jahr, Warmwasserbereitung für fast tägliches Baden (jeweils 200 Liter) eingeschlossen. Dabei heize ich rund um die Uhr (keine Absenkzeiten) und die Raumtemp. beträgt zwischen 21 und 24 Grad (ausser Schlafzimmer).

Da ich mir keine Arbeitszeit berechne und das Material zum Einkaufspreis beziehe, sind die Kosten kein Problem. Für einen Kunden gebaut kostet eine solche Anlage etwa 30.000 Euro. Eine Solaranlage habe ich übrigens nicht. Holt sich ein Kunde 10 Angebote von diversen Heizungsbaumeistern bekommt er eine ebenfalls funktionstüchtige Anlage mit jährlichen Heizkosten von bis zu 2500 Euro schon für 7000 Euro optisch perfekt gebaut (genau für diese Konstellation habe ich anschließend für den Anwalt des Bauherrn eine Jahresenergiebedarfsberechnung gemacht).
Mache ich einem Kunden ein solch hochpreisiges Angebot, verschreit er mich anschließend überall als Betrüger, obwohl er eine Mercedes und keinen Fiat Punto fährt und bei den Autos die Unterschiede eher geringer ausfallen als bei der Heizung.

Trotzdem gebe ich dir recht. Ich sollte nicht alle Handwerksmeister über einen Kamm scheren, es gibt solche und solche. Ich jedenfalls habe diesen Beruf an den Nagel gehängt. Die Deutschen sind ein Volk von Billigeinkäufern, deshalb gibt es auch so viel Schrott zu kaufen.

Gruß
Tilo

Holt sich ein Kunde 10
Angebote von diversen Heizungsbaumeistern bekommt er eine
ebenfalls funktionstüchtige Anlage mit jährlichen Heizkosten
von bis zu 2500 Euro schon für 7000 Euro optisch perfekt
gebaut (genau für diese Konstellation habe ich anschließend
für den Anwalt des Bauherrn eine
Jahresenergiebedarfsberechnung gemacht).

Hallo Tilo,

in Deiner Kritik an Heizungsbauern stimme ich Dir grundsätzlich zu.
Als Heizungsbauer ist man aber in der Zwickmühle zwischen den Verordnungen und dem Wohlbefinden der Kunden, ganz besonders bei Erneuerungen.In dem Bereich werden einige Kompromisse gemacht, um Reklamationen zu vermeiden.

Was ich nicht so recht nachvollziehen kann sind Deine Zahlen.
450 - 2500 EU Heizkosten für das selbe Objekt??
Würde mich freuen, wenn Du mir das erklären würdest.

Schöne Grüße

Andreas

Hallo Andreas,

Was ich nicht so recht nachvollziehen kann sind Deine Zahlen.
450 - 2500 EU Heizkosten für das selbe Objekt??
Würde mich freuen, wenn Du mir das erklären würdest.

Nicht für das selbe Objekt, aber für zwei ungefähr vergleichbare Einfamilienhäuser.
Das mit 2500 EU hat neu eingebaut bekommen einen zwar neuen aber technisch veralteten (deshalb sehr billigen) Heizkessel. Dort wo man es nicht sah (z.B. im Keller-Fußboden) wurde mit Isolierung gespart. Dazu kam eine umständliche Rohrleitungsführung, falsche Dimensionierungen, unsinnige Regelungseinstellung (mit zentralem Innenfühler, der höher eingestellt war als die Thermostate im Referenzraum, was zu einer ganzjährigen Kesseltemperatur von 90 Grad führte) und zu guter letzt teures Flüssiggas, obwohl Erdgas zur Verfügung stand und Heizöl möglich gewesen wäre. Also totale Unwissenheit beim Heizungsbauer gepaart mit spitzenmäßiger Vertreterschulung hat dem Kunden solchen Mist als günstigstes Angebot aufs Auge gedrückt. Da die Kunden meistens dem billigsten Heizungsbauer oder dem redegewandesten vertrauen, ist so was schon fast normal.

Das mit 450 Euro ist mein Haus. Tieftemperaturfußbodenheizung (10cm Rohrabstand - 18mm Polybutenrohr; bei max. 38 Grad Vorlauftemperatur bei -16 Grad Außentemperatur; sehr geringe Fußbodenübertemperatur außer im Bad macht die Fußbodenheizung nicht mehr spürbar) mit Einzelraumregelung (sowieso vorgeschrieben) und einer Siemens-Wärmepumpe (steht hinterm Haus im Freien), die ihre Energie aus zwei 85 Meter tiefen Bohrungen entnimmt. Für die Warmwasserbereitung kann die Wärmepumpe auch 55 Grad Vorlauftemperatur abgeben. Zusätzlich habe ich eine Lüftungsanlage von Viessmann mit max. 96% Wärmerückgewinnung, also fast keinen Wärmeverlust durch Lüftung und dabei ständig Frischluft im Haus.
Vorteil der Tieftemperaturfußbodenheizung ist der Selbstregeleffekt. Angenommen 22 Grad im Wohnzimmer bei 25 Grad Fußbodentemperatur. Jetzt scheint die Sonne rein und heizt den Raum auf 24 Grad auf. Die Fußbodenübertemperatur beträgt statt 3 jetzt nur noch 1 Grad. Das heißt, der Fußboden kann, obwohl aufgeheizt kaum noch Wärme an den Raum abgeben.
Die Wärmepumpe erzeugt im Jahresdurchschnitt aus 1 kWh Strom etwa fast 5 kWh Heizenergie. Selbst wenn die Primärenregie bei mir als Strom nur zu 30 % ankommt, habe ich, bezogen auf die Primärenergie im Kraftwerk immer noch über 100% Wirkungsgrad.
Nachteil der Lüftungsanlage ist die relativ trockene Innenluft bei tiefen Aussentemperaturen (erfordert jede Menge Zimmerpflanzen, fast wie im Tropenhaus).

An der Anlage habe ich über zwei Wochen Arbeitszeit gerechnet und Material zusammengestelt. Welcher Kunde will das bezahlen?

Zugegeben, die Mehrzahl der Menschen hat einfach auch nicht genug Kohle und muß irgendwo den Rotstift ansetzen. Warm wird es mit einer billigen Heizung und auch mit einer teuren. Da liegt das bessere Auto schon näher (würd ich ja auch so machen, wenn ich es nicht zufällig besser wüsste). Hier fehlt es erheblich an neutraler Fachberatung für den Kunden.

Gruß
Tilo

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Hi Tilo,

es gibt sicher grottenschlechte Handwerker, die einem durchschnittlichen Heimwerker nicht das Wasser reichen können, aber wenn man sich im Laufe der Zeit ein Netzwerk baut klappt es schon.
Meine Erfahrung ist, daß gute Handwerker meist auch gute Kollegen empfehlen und so kann man im Laufe der Zeit eine Liste guter Handwerker zuzsammenstellen.

Zu meiner Heizunug:
Die wurde von einem langjährig erfahrenen Gesellen, der zwar mal die Meisterschule angefangen hatte, es aus Zeitgründen (Familie) wieder drangegeben hat, konzipiert und gebaut und läuft seit 7 Jahren ohne Probleme.
Allerdings hab ich beim Einholen der Angebote auch einige Knallköppe (auch Meister) dabeigehabt.
Aber wie ich oben schon erwähnt habe, wurde mir besagter Installateur von einem anderen vertrauenswürdigen Handwerker empfohlen und meine Weisheit hat sich mal wieder bestätigt.

Gandalf

An der Anlage habe ich über zwei Wochen Arbeitszeit gerechnet
und Material zusammengestelt. Welcher Kunde will das bezahlen?

Zugegeben, die Mehrzahl der Menschen hat einfach auch nicht
genug Kohle und muß irgendwo den Rotstift ansetzen. Warm wird
es mit einer billigen Heizung und auch mit einer teuren. Da
liegt das bessere Auto schon näher (würd ich ja auch so
machen, wenn ich es nicht zufällig besser wüsste). Hier fehlt
es erheblich an neutraler Fachberatung für den Kunden.

Hallo Tilo,
danke für die ausführliche Antwort.

Du hast fast alles getan, um Deine laufenden Kosten zu minimieren.
Aber so eine Anlage kann sich nun wirklich kaum Einer leisten.
Wielange braucht es, bis sich die Investition amortisiert?
Wenn ich alleine an die Bohrung denke… .

Schöne Grüße

Andreas

Hallo,

also, für micht amortisiert sich die Anlage ab dem ersten Tag, nämlich für die Umwelt.
Die Bohrung hat mich übrigens sehr wenig gekostet, über den Preis haben wir stillschweigen vereinbart. Einen Brunnen habe ich als Zugabe bekommen (wenn die Bohrtechnik einmal dasteht, ist der Brunnen in 1 bis 2 Stunden gebohrt). Falls du aber mal ein preisgünstiges Bohrunternehmen benötigst, da kann ich weiterhelfen. So eine Bohrung dauert einen Tag, 2 Bohrungen 2 Tage. Mit 2 Arbeitskräften. 1 Tag Vor-und Nachbereitung, Maschienenabschreibung für 2 Tage und 30 % Gewinn. Wenn du das mal ausrechnest, hast du die Schmerzgrenze für Verhandlungen erreicht. Ostdeutsche Unternehmen können das erheblich günstiger als westdeutsche. Sie kommen mit alten Bohrgeräten aus, die man im Westen längst verschrottet hätte und zahlen weniger Lohn. Dabei sind die Leute umgänglicher und nicht so bürokratisch bei der Auslegung von Vorschriften.
(Gilt auch für andere Branchen).

Wenn du die Anlage selbst einbauen kannst, melde einfach einen Heizungsgroßhandel an (ein paar Euro Gewerbeanmeldung), und zehn Minuten später wieder ab. Mit der zwischenzeitlich angefertigten Kopie der Gewerbeurkunde verkauft dir jeder Hersteller sein Zeug zum Großhandelseinkaufspreis. Die Lieferverträge machst du auf einer Messe, da stehen die unter Abschlusszwang.

Notfalls baut dir das ein arbeitsloser Heizungsmonteur aus dem Osten (Gebiete mit fast 30% Arbeitslosigkeit) mit Freude ein.
Gegen offizielle Bezahlung, versteht sich.

Gruß
Tilo