Kleinkläranlage

Hallo!

Heute besorgte ich mir ein Angebot über eine biologische Kleinkläranlage. Die Anlage besteht aus einem mehrteiligen Betonkörper und etwas Pumpen- und Steuerungsgedönse. Die Betonteile sollen rd. 800 Euro kosten. Das erscheint mir akzeptabel und ich werde die tonnenschweren Sachen gewiß hier in der Nähe kaufen. Das elektrische Innenleben (Pumpen, Steuerung) soll aber stolze 2.900,-- Euro netto kosten. Mir ist klar, daß die bei Frost und unfreundlicher Umgebung funktionierenden Sachen nicht ganz billig sein können, aber das Zeug ist doch tausendfach eingestzte Massenware und mir kommt der Preis überteuert vor.

Ich wurde auch stutzig, weil mir erst nach mehrfacher Nachfrage die Komponentenpreise genannt wurden. Man wollte mir unbedingt alles im Paket einschließlich Baggerarbeiten, Verrieserung, laufender Wartung etc anbieten. Kommt aber überhaupt nicht in Frage.

Also: Es geht um das ganze elektrische Zeuchs, das an einer Kette in der biologischen Kläranlage hängt, für den Transport der Suppe von einer Kammer in die nächste sowie für die Belüftung sorgt. Dafür suche ich eine Bezugsquelle ohne Goldrandpreise. Kann jemand helfen?

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

unsere Anlage hat nichts Elektrisches, muss das jetzt so sein?
Wir haben eine 3-Kammergrube und eine Überlaufleitung in eine weitentfernte Sickergrube.

Was bei uns teuer ist, ist die Entfernung des Klärschlammes. Seit zwei Jahren macht das die Gemeinde mit extra dafür gegründetem Unternehmen.
Seitdem kostet das Ganze doppelt so viel wie früher.
Der frühere Unternehmer darf nicht mehr entsorgen.

Unsere Bauern dürfen den Dreck einfach auf die Felder fahren, aber nur auf eigenen Grund und eigenen Dreck!!! Lobenswert?
Und wer sitzt im Gemeinderat in einer ländlichen Gegend?

Gruss

Gerd

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unsere Anlage hat nichts Elektrisches, muss das jetzt so sein?
Wir haben eine 3-Kammergrube und eine Überlaufleitung in eine
weitentfernte Sickergrube.

Hallo Gerd,

nach meinem Informationsstand ist der Neubau solcher Anlagen nicht mehr zulässig. Es werden nur noch sog. biologische Kläranlagen genehmigt. Dafür gibt es verschiedene Verfahren, die zunächst sehr ähnlich wie die bekannten 3-Kammer-Anlagen aussehen. Nachgeschaltet ist aber eine wie auch immer geartete Technik der Sauerstoffanreicherung des mechanisch vorgeklärten Abwassers. Diese Anreicherung ermöglicht Mikroorganismen eine weitere Reinigung des Abwassers (laienhaft erklärt). Die biologische Stufe kann z. B. ein Schilfbeet sein. Nach einiger Überlegung habe ich diese Möglichkeit u. a. wegen möglicher Geruchsbelästigung verworfen und mich für eine Lösung entschieden, bei der die Luftanreicherung mit einer Pumpe geschieht.

Ich habe keine Wahl und muß die Anlage bauen. Ein öffentliches Siel wird diese winzige Ansiedlung nach einem Beschluß vom vorigen Jahr nicht erhalten.

Gruß
Wolfgang

Hallo!

hast du ein großes grundstück ?

wie wärs mit nem schwimmteich, mit angeschloßenem BIO-klärteich, funktioniert komplett mit gravitation und sonnenlicht

Gruß
Wolfgang

ciao norbert

funktioniert komplett mit gravitation und sonnenlicht

  • microorganismen

Hi,
frage einen örtlichen Pumpenhändler nach fäkalienfesten Pumpen mit der entsprechenden Kapazität.
Als Steuerung könnte eine der Klein-SPS (oder C-Control) von Conrad herhalten.

Billiger als 2900 EUR wirds auf jeden Fall.

LG
Stuffi

hast du ein großes grundstück ?

wie wärs mit nem schwimmteich, mit angeschloßenem
BIO-klärteich, funktioniert komplett mit gravitation und
sonnenlicht

Hallo Norbert,

das Grundstück ist groß genug, zumal ein Klärteich so riesig nun auch wieder nicht ist. Die Lösung hat allemal den Vorzug, preiswert zu sein. Ich habe aber Bedenken, denn Informationen über Klärteiche stammen entweder von Großanlagen weit ab von jeder Ansiedlung oder von Öko-Freaks, die beteuern, es würde rein nichts zu riechen sein. Über die Brücke gehe ich aber nicht, so lange ich so eine Einrichtung nicht mit eigenen Augen und eigener Nase an einem heißen Hochsommertag mit passend ungünstiger Windrichtung begutachtet habe. Leider sind Klärteiche noch eher selten; hier in der Gegend habe ich nichts in Erfahrung bringen können.

Weitere Bedenken hege ich bei starkem Frost. Die Temperaturen lagen hier längere Zeit zwischen -15 und 20°C. Wenn ich richtig informiert bin, erfolgt der Zufluß nahe an der Oberfläche des Teiches. Es mag sein, daß der biologische Reinigungsprozess zusammen mit dem Schilfbewuchs wärmend wirkt, aber ab irgend einer Minustemperatur wird das nichts mehr nützen und der Teich friert ein. Dann hätte ich buchstäblich ein Scheissproblem, wenn nämlich das Abwasser nicht mehr abfließt.

Die mögliche Geruchsbelästigung und das unbekannte Verhalten des Klärteiches bei Frost, zusammen mit der fehlenden Möglichkeit, mir solche Anlage anzusehen, halten meine Begeisterung in Grenzen. Ich habe schon zu viele euphorische Berichte von Freaks gelesen und gehört, wo mir die Haare zu Berge stehen, wenn die deren offenkundig nicht betriebstauglichen Basteleien bemerke, aber leider noch nie die kühle Analyse eines Ingenieurs oder Technikers zu diesem Thema.

Gruß
Wolfgang

frage einen örtlichen Pumpenhändler nach fäkalienfesten Pumpen
mit der entsprechenden Kapazität.
Als Steuerung könnte eine der Klein-SPS (oder C-Control) von
Conrad herhalten.

Hallo!

Einfach mit einer Pumpe ist es nicht getan. Ich müßte vielmehr ohne einschlägigen Erfahrungshintergrund eine komplette Entwicklung starten, denn schließlich muß am Ende Wasser heraus kommen, daß so weit gereinigt ist, daß man es nach den aktuellen Bestimmungen verrieseln darf. Von den dabei entstehenden Kosten würde ich mir vermutlich Kläranlagen im Dutzend fertig bauen lassen können.

Ich möchte die Technik fertig kaufen, nur eben zu einem akzeptablen Preis.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

mein Opa (Bj. 1905) war da sehr konservativ. Wozu WC? Ist doch pure Verschwendung!
Dafür hatte er immer die besten Kartoffeln…

Wenn man nicht gerade mehrere frische Häuflein auf einer Stelle plaziert, riechen die in der Natur nach kurzer Zeit garnicht mehr. Ist ja schließlich ein heißbegehrtes biologisches Abbauprodukt (bei diversem Kleinviehzeug und Pflanzen begehrt). Giftig kanns auch nicht sein. Eine Versauerstoffung ist ja lediglich zur Beschleunigung des Abbauprozesses, was sinvoll wird, wenn das Zeug täglich kubikmeterweise anfällt. Das würde ich in deinem Fall aber erstmal pauschal ausschließen.
Was Behörden festlegen, muß ja nicht in jedem Fall sinnvoll sein. Gerade mit diesen Kläranlagen wurde ganz übler Schabernack getrieben. Wir haben hier für ca. 7000 EW eine, die für 100.000 gut gewesen wäre. Hat dafür auch 20 statt einer Mio gekostet. Ergo —> Behörden können von sowas keine Ahnung haben.
Irgendwas natürliches mit kleinem Klärteich und ein paar Enten drauf (denk an den Weihnachtsbraten!) wäre bei dir mit Sicherheit am angebrachtesten. Eine hundertprozentige Patentlösung habe ich aber auch nicht.
Eibne Suhler Fa, deren Namen ich leider nichrt mehr weiß, biete komplette Systeme aus Kunststoff an. Vielleicht hilfts weiter.

Gruß
Frank

Hallo Frank.

mein Opa (Bj. 1905) war da sehr konservativ. Wozu WC? Ist doch
pure Verschwendung!
Dafür hatte er immer die besten Kartoffeln…

es bringt rein nichts, über Sinn und Unsinn der einschlägigen Vorschriften zu diskutieren. Ich habe mich daran zu halten, wenn ich mein Haus bewohnen will. Ganz abgesehen davon finde ich den Zwang zur Kläranlage sehr vernünftig.

Die vorgeschlagenen Systeme aus Kunststoff bringen mir keinen Vorteil. Die haben nämlich das gleiche teure Innenleben wie die Betonkonstruktionen. Die schwere (und billige) Betonausführung hat hier im nicht eingedeichten Überschwemmungsgebiet der Elbe den gewaltigen Vorteil, daß sie nicht aufschwimmt. Mein Grundstück ist zwar während der letzten beiden Hochwasserstände trocken geblieben, aber darauf verlasse ich mich nicht blind. Wenige 100 m Luftlinie entfernt stehen viele Quadratkilometer unter Wasser, nur unterbrochen durch Wald und eine Straße. Wenn man selbst keine nassen Füße hat, ist es eine sehr schöne Seenlandschaft. Ich werde nie begreifen, wie man in dieser Gegend auf die Idee kommen kann, leichte Hohlkörper wie Öltanks oder Kläranlagen aus Kunststoff zu vergraben. Das ganze Zeug wird aus dem aufgeweichten Untergrund heraus gerissen und verursacht eine Riesensauerei. Der leere Hohlkörper muß schwerer sein als das von ihm verdrängte Wasser, alles andere ist hier Pfusch.

Gruß
Wolfgang

Tach Wolfgang,

hilft Dir so was weiter?

http://www.mielkesteiche.de/klarteiche.html

http://www.biw.fh-deggendorf.de/alumni/2001/knaus/pp…

http://www.um.mv-regierung.de/doku/abwasser.pdf

http://www.enderle-umwelttechnik.com/2abwe_a.html

Gandalf

http://www.mielkesteiche.de/klarteiche.html
http://www.biw.fh-deggendorf.de/alumni/2001/knaus/pp…
http://www.um.mv-regierung.de/doku/abwasser.pdf
http://www.enderle-umwelttechnik.com/2abwe_a.html

Hallo Gandalf,

besten Dank! Das hilft weiter.

Tausend verschiedene Probleme, Kosten, Vorschriften, Arbeit ohne Ende - manchmal denke ich, die Hütte treibt mich an meine Grenzen. Dann rede ich mir ein, daß es Hobby ist und schon gehts wieder…

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Tausend verschiedene Probleme, Kosten, Vorschriften, Arbeit
ohne Ende - manchmal denke ich, die Hütte treibt mich an meine
Grenzen.

kommt mir irgenwie bekannt vor :wink:

Dann rede ich mir ein, daß es Hobby ist und schon
gehts wieder…

Das Einreden besorgt bei mir meine BAE, das wirkt auch.

Gandalf

Ja, woher denn, Ihr beiden.
Auch ich bin Altbaugeschädigt (vielleicht nicht ganz in dem Ausmaß wie Wolfgang) aber mittlerweile habe ich mich wieder erholt.

Übrigens - nachdem wir unsere Kleinkläranlage installieren ließen (vor der Auftragsvergabe fragten wir im Stadtbauamt an - nix geplant!) wurde ein Jahr später der Abwasserkanal auf unserer Straße verlegt. Die Investition rentierte sich nicht und wir hatten zusätzlich die Anschlußkosten an der Backe.

Die Stadt hatte kurzfristig Fördermittel für den Kanalbau bekommen, die mußten verbraten werden…

Sieh zu, dass es Dir nicht so geht!
Eckard.

Die Stadt hatte kurzfristig Fördermittel für den Kanalbau
bekommen, die mußten verbraten werden…
Sieh zu, dass es Dir nicht so geht!

Hallo Eckard,

bis Ende des vergangenen Jahres bestand tatsächlich Unklarheit, ob dieses Dorf eine Kanalisation erhält. Inzwischen gibt es aber den Beschluß, daß es hier bei dezentraler Entsorgung bleibt.

Aber selbst ohne den Beschluß bestünde nicht der Schatten einer Aussicht, daß Gemeinde oder Kreis plötzlich zu Geld kommen. Die Gegend ist bitterarm.

Gruß
Wolfgang

Hallo Frank.

mein Opa (Bj. 1905) war da sehr konservativ. Wozu WC? Ist doch
pure Verschwendung!
Dafür hatte er immer die besten Kartoffeln…

es bringt rein nichts, über Sinn und Unsinn der einschlägigen
Vorschriften zu diskutieren. Ich habe mich daran zu halten,
wenn ich mein Haus bewohnen will. Ganz abgesehen davon finde
ich den Zwang zur Kläranlage sehr vernünftig.

Das ist richtig. Hierzulande läuft das aber so, daß die lieben Gemeindevorstzeher alles tun, um vor allem sich selbst die Taschen vollzuschlagen. Deshalb bewege ich mich hier prinzipiell nur noch am Rande des legalen, wenn ich sie dadurch schädigen kann. In Sachsen darf man noch nichtmal einen Brunnen auf seinem Grundstück bohren und nutzen (statt Wasseranschluß).

Die vorgeschlagenen Systeme aus Kunststoff bringen mir keinen
Vorteil. Die haben nämlich das gleiche teure Innenleben wie
die Betonkonstruktionen. Die schwere (und billige)
Betonausführung hat hier im nicht eingedeichten
Überschwemmungsgebiet der Elbe den gewaltigen Vorteil, daß sie
nicht aufschwimmt.

Da solltest du dich irren. Erstens werden die Dreikammerplastekammern ebenfalls in Beton gearbeitet, zweitens dächte ich, daß die ohne elektrisch auskommen. Ich habe das bei dir zum erstenmal gelesen, daß es sowas gibt. Kenne hier keinen, der soetwas brauchte.
Zum anderen kann auch bei den bei dir vermutbaren Wasserständen selbst eine KA aus Beton nach oben drücken. Ich habe selbst schon erine Druckerhöhungsstation von 37t gesehen, die ca. 2m nach oben getrieben wurde. Beton ist auch „relativ“ leicht.

Mein Grundstück ist zwar während der

letzten beiden Hochwasserstände trocken geblieben, aber darauf
verlasse ich mich nicht blind. Wenige 100 m Luftlinie entfernt
stehen viele Quadratkilometer unter Wasser, nur unterbrochen
durch Wald und eine Straße. Wenn man selbst keine nassen Füße
hat, ist es eine sehr schöne Seenlandschaft. Ich werde nie
begreifen, wie man in dieser Gegend auf die Idee kommen kann,
leichte Hohlkörper wie Öltanks oder Kläranlagen aus Kunststoff
zu vergraben. Das ganze Zeug wird aus dem aufgeweichten
Untergrund heraus gerissen und verursacht eine Riesensauerei.
Der leere Hohlkörper muß schwerer sein als das von ihm
verdrängte Wasser, alles andere ist hier Pfusch.

Da scheinst du ein wirklich mistiges Problem zu haben. :frowning: Ich hör mich mal mit um.

Gruß
Frank