Wozu braucht man den Schornsteinfeger?

Hallo!

Ich brüte an letzten Details meiner Heizung. Als Schornstein habe ich an ein Edelstahlrohr gedacht, das mit etwa einem halben Meter Abstand am Heizhaus steht. Nun habe ich folgendes Problem: Die Schornsteinöffnung (Schlotöffnung oben) ist ohne weiteres für den Schornsteinfeger nicht zugänglich. Nach meinem Wissenstand muß der Schornsteinfeger aber fegen können. Wozu eigentlich? Ein Edelstahlrohr ist glatt und wird nicht undicht. Die Messung der Abgastemperatur ist ein Kinderspiel. Da kann man einen Temperatursensor einbauen und laufend messen. Kraxeltouren sind dafür entbehrlich. Fegen kann man auch automatisch. Eine an einem Edelstahlseil hängende Bürste wird durchs Rohr gezogen und fertig. Auch dafür braucht man keine Klettertouren, der Schornsteinfeger ist schlichtweg überflüssig.

Ich weiß, es gibt u. a. die Feuerstättenverordnung mit allen möglichen Vorschriften. Aber die Technik geht weiter. An einem gemauerten Kamin kann es Schäden geben. Grundsätzlich ist die Kontrolle durch einen Schornsteinfeger gewiß sinnvoll. Wenn aber die zu überprüfenden Parameter ohnehin permanent erfaßt werden, die Kaminreinigung auch noch von alleine abläuft, dann ist der schwarze Mann überflüssig. Hat jemand Erfahrung damit? Gewiß, der Bezirksschornsteinfegermeister will auch leben. Aber doch nicht unbedingt von mir?!

Konkrete Fragen: Ist die unzugängliche Schlotöffnung genehmigungsfähig? Ist die fest installierte und automatisch betätigte Bürste genehmigungsfähig? Ersetzt die laufende Messung von Schadstoffausstoß und Abgastemperatur die Stichprobe durch den Schornsteinfeger?

Gruß
Wolfgang

Problem: Die Schornsteinöffnung (Schlotöffnung oben) ist ohne
weiteres für den Schornsteinfeger nicht zugänglich. Nach
meinem Wissenstand muß der Schornsteinfeger aber fegen können.

Hallo !
Heute setzt man unten eine Klappe ein, dann fegt der Schornsteinfeger von unten. Macht er bei uns nur noch.

Wozu eigentlich?

Auch, um Vogelnester wegzuschieben.

Ein Edelstahlrohr ist glatt und wird nicht

undicht. Die Messung der Abgastemperatur ist ein Kinderspiel.
Da kann man einen Temperatursensor einbauen und laufend
messen.

Er erkennt nur seine geprüften meßgeräte an.

Kraxeltouren sind dafür entbehrlich. Fegen kann man

auch automatisch. Eine an einem Edelstahlseil hängende Bürste
wird durchs Rohr gezogen und fertig. Auch dafür braucht man
keine Klettertouren, der Schornsteinfeger ist schlichtweg
überflüssig.

Diese Art ist in Deutschland nicht erlaubt. Vielleicht später mal.

werden, die Kaminreinigung auch noch von alleine abläuft, dann
ist der schwarze Mann überflüssig. Hat jemand Erfahrung damit?
Gewiß, der Bezirksschornsteinfegermeister will auch leben.
Aber doch nicht unbedingt von mir?!

Schornsteinfegr ist auch Umweltbeauftragter. Also, laß ihn ruhig einmal im jahr kommen, zur eigenen Sicherheit.

Gruß max

Hallo Wolfgang,

Konkrete Fragen: Ist die unzugängliche Schlotöffnung
genehmigungsfähig?

meines Wissens ist alles was mit dem Schornstein zusammenhängt vom Schornsteinfeger zu genehmigen. Er wird Dir sagen, ob z.B. der Querschnitt ausreicht oder nicht (war bei uns das KO für einen Holzofen an einer bestimmten Stelle), ob der Verlauf des Schornsteins so in Ordnung ist oder nicht, weil z.B. zu viele Krümmungen, etc.

Ist die fest installierte und automatisch
betätigte Bürste genehmigungsfähig?

Genau weiß ich es nicht, aber ich schätze ja!

Ersetzt die laufende
Messung von Schadstoffausstoß und Abgastemperatur die
Stichprobe durch den Schornsteinfeger?

mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Wenn, dann dürfte der Aufwand für Dokumentation etc. die Kosten für die jährliche Messung deutlich übersteigen, aber das ist eine Vermutung!

Aber einen dringenden Rat kann ich Dir geben; setz Dich vorher mit dem Schornsteinfeger zusammen und versuch eine Lösung zu finden. Wenn die Anlage gebaut ist und er was zu meckern hat, kann er sie Dir stillegen und Um- oder sogar Abbau vorschreiben.

Schornsteinfeger sind sozusagen Kleinfürsten.

Gandalf

Hallo!

Ich brüte an letzten Details meiner Heizung. Als Schornstein
habe ich an ein Edelstahlrohr gedacht, das mit etwa einem
halben Meter Abstand am Heizhaus steht. Nun habe ich folgendes

Das sollte dann ein Doppelrohr mit zwischenliegender Isolierung sein, sonst kühlt sich dein Abgas zu schnell zu stark ab und der Auftrieb fehlt, sowie Kondenswasser läuft in großen Mengen in den Kessel. Anders beim Brennwertkessel, da werden die Abgase mit einem Lüfter rausgeblasen und der Kessel ist für Kondensatbelastung konstruiert. Dort wäre dann ein Doppelrohr mit Luftspalt sinnvoll. Durch den Luftspalt wird die Verbrennungsluft angesaugt und vom Abgas vorgewärmt (Erhöhung des Wirkungsgrades - Abgaswärmetauscher)

Problem: Die Schornsteinöffnung (Schlotöffnung oben) ist ohne
weiteres für den Schornsteinfeger nicht zugänglich. Nach
meinem Wissenstand muß der Schornsteinfeger aber fegen können.

Über eine Klappe untem am Schornstein kann der Schornsteinfeger den Schornstein prüfen. Das genügt in der Regel. Für den konstruierten Fall, dass er mal fegen müsste, könnte man eine fahrbare Hebebühne vom Baumaschinenverleih besorgen (etwa 125 Euro am Tag).

Wozu eigentlich? Ein Edelstahlrohr ist glatt und wird nicht
undicht. Die Messung der Abgastemperatur ist ein Kinderspiel.
Da kann man einen Temperatursensor einbauen und laufend
messen. Kraxeltouren sind dafür entbehrlich. Fegen kann man

Es wird nicht nur die Abgastemperatur gemessen, sondern auch die Abgaszusammensetzung (Sauerstoffgehalt -> Verbrennungsluftüberschuss). Daraus wird dann der Wirkungsgrad des Kessels berechnet und mit den gesetzlichen Vorschriften verglichen. Den geringsten Aufwand hast du da mit einem Brennwertkessel. Da wird nur alle zwei Jahre gemessen und eine Schornsteinreinigung ist nicht notwendig. Weniger Aufwand geht nur mit Wärmepumpe. Da brauchst du keinen Gasanschluß, keinen Schornstein und auch keinen Schornsteinfeger und die Geräte sind komplett wartungsfrei.

auch automatisch. Eine an einem Edelstahlseil hängende Bürste
wird durchs Rohr gezogen und fertig. Auch dafür braucht man
keine Klettertouren, der Schornsteinfeger ist schlichtweg
überflüssig.

Der Schornsteinfeger kann von der Reinigung der paar Festbrennstoffschornsteine nicht mehr leben. Deshalb überprüft er, ob Heizgeräte den gesetztlichen Bestimmungen entsprechen, was auch sinnvoll ist. Es schont Umwelt und den Geldbeutel des Hausbesitzers, der zur Wartung und damit zum sparsameren Energieverbrauch gezwungen wird.

Ich weiß, es gibt u. a. die Feuerstättenverordnung mit allen
möglichen Vorschriften. Aber die Technik geht weiter. An einem
gemauerten Kamin kann es Schäden geben. Grundsätzlich ist die
Kontrolle durch einen Schornsteinfeger gewiß sinnvoll. Wenn
aber die zu überprüfenden Parameter ohnehin permanent erfaßt

Eine Sauerstoffmessonde kannst du dir bei permanenter Überwachung nicht leisten. Die Lebensdauer ist nämlich begrenzt oder der Preis ist gigantisch.

werden, die Kaminreinigung auch noch von alleine abläuft, dann
ist der schwarze Mann überflüssig. Hat jemand Erfahrung damit?
Gewiß, der Bezirksschornsteinfegermeister will auch leben.
Aber doch nicht unbedingt von mir?!

Kläre alles vorher mit dem Schornsteinfeger, manche sind bei rechtzeitiger Kontaktaufnahme durchaus Kompromissbereit.

Konkrete Fragen: Ist die unzugängliche Schlotöffnung
genehmigungsfähig?

Mit dem Schornsteinfeger abstimmen. Du musst den Zugang bei Bedarf gewährleisten, musst also dem Schornsteinfeger eine Zugangsmöglichkeit zur Verfügung stellen.

Ist die fest installierte und automatisch
betätigte Bürste genehmigungsfähig?

Ich halte sie für überflüssig, falls keine Festbrennstoffe verbrannt werden.

Ersetzt die laufende
Messung von Schadstoffausstoß und Abgastemperatur die
Stichprobe durch den Schornsteinfeger?

Nein, die regelmäßige Überprüfung des Wirkungsgrades ist gesetzlich vorgeschrieben und nützt ammeistem deinem Geldbeutel, weil du Gas einsparst. Wie bereits oben gesagt: Brennwertkessel reduziert den Schornsteinfegereinsatz auf ein Minimum und verbraucht etwa 8-10% weniger Gas.

Falls du genauere Informationen brauchst, gib mal durch, was für eine Heizungsanlage und was für einen Wärmeerzeuger du geplant hast. Da gibt es noch verschiedene Möglichkeiten etwas zu optimieren bzw. Abgaswege zu vereinfachen.

Gruß
Tilo

Hallo Wolfgang,

ganz kurz:

Der Einbau des Kamins sollte, wie schon jemand schrieb, vorher mit dem Schornsteinfeger (SSF) abgeklärt werden.
Du ersparst Dir dadurch, daß er hinterher die Anlage nicht abnimmt und Du nachbessern mußt.
Wobei: Bei einer Brennwertheizung im Einfamilienhaus besteht die Abgasanlage lediglich aus einem Kunststoffrohr, was durch die Außenwand führt (beschrieb mir zumindest ein Klempner so). Das wäre auch bei dem Heizkessel meist mit dabei. Bei einem Mehrfamilienhaus ist es etwas aufwändiger die Kondensatabfuhr zu bewerkstelligen (und es müssen auch speziell zugelassene Rohre verlegt werden).
Der SSF wird auch bei einer abgas"freien" Brennwertheizung jährlich kommen. Hier im Landkreis hat es einer versucht zu verhindern (da er es nicht für nötig hielt).
Der Mann wurde mit körperlicher Polizeigewalt dazu gezwungen, dem Schornsteinfeger Zugang zu gewähren!

Also dann mal viel Spaß beim Heizungsbauen (ich habs hinter mir!)
HylTox

Hallo Wolfgang,

ganz kurz:

Der Einbau des Kamins sollte, wie schon jemand schrieb, vorher
mit dem Schornsteinfeger (SSF) abgeklärt werden.
Du ersparst Dir dadurch, daß er hinterher die Anlage nicht
abnimmt und Du nachbessern mußt.
Wobei: Bei einer Brennwertheizung im Einfamilienhaus besteht
die Abgasanlage lediglich aus einem Kunststoffrohr, was durch
die Außenwand führt (beschrieb mir zumindest ein Klempner so).

Nicht in jedem Bundesland. Die Verordnungen sind da sehr verschieden. Meist müssen auch Brennwertabgasleitungen über Dach geführt werden, wenn die Leistung nicht kleiner als 12 kW(?) ist.

Das wäre auch bei dem Heizkessel meist mit dabei. Bei einem
Mehrfamilienhaus ist es etwas aufwändiger die Kondensatabfuhr
zu bewerkstelligen (und es müssen auch speziell zugelassene
Rohre verlegt werden).

Die Kondensatabfuhr ist einfach. Im Abflußrohr ist ein Behälter mit Neutralisationsgranulat. Das kontrolliert allerdings niemand und genaugenommen hat saurer Regen einen niedrigeren ph-Wert als Brennwertkondensat. Die Neutralisation ist also ohnehin nur Augenwischerei.

Der SSF wird auch bei einer abgas"freien" Brennwertheizung
jährlich kommen. Hier im Landkreis hat es einer versucht zu

Für Brennwertheizungen ist eine Abgasprüfung durch den Schornsteinfeger nur alle zwei Jahre vorgeschrieben. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob einige Bundesländer da unsinnige Sonderregelungen getroffen haben um dem schwarzen Mann zu mehr „Kohle“ zu verhelfen.

verhindern (da er es nicht für nötig hielt).
Der Mann wurde mit körperlicher Polizeigewalt dazu gezwungen,
dem Schornsteinfeger Zugang zu gewähren!

Schau mal in die Feuerungsverordnung deines Bundeslandes, da steht alles drin. Wissen schadet nicht, der Schornsteinfeger ist auch nur ein Mensch. Ich habe bei einer Heizungsanlage die vom Schornsteinfeger verweigerte Genehmigung durch das Bauamt ersetzen lassen, weil der Schornsteinfeger die seine eigenen Vorschriften erlassen wollte.
Grundsätzlich ist aber eine Klärung der Angelegenheit mit dem Schornsteinfeger vor Baubeginn immer die bessere Lösung.

Gruß
Tilo

Hallo Tilo,

Nicht in jedem Bundesland. Die Verordnungen sind da sehr
verschieden. Meist müssen auch Brennwertabgasleitungen über
Dach geführt werden, wenn die Leistung nicht kleiner als 12
kW(?) ist.

Eben, so irgendeine Zahl schwebt mir auch noch im Kopf rum…

Das wäre auch bei dem Heizkessel meist mit dabei. Bei einem
Mehrfamilienhaus ist es etwas aufwändiger die Kondensatabfuhr
zu bewerkstelligen (und es müssen auch speziell zugelassene
Rohre verlegt werden).

Die Kondensatabfuhr ist einfach. Im Abflußrohr ist ein
Behälter mit Neutralisationsgranulat. Das kontrolliert
allerdings niemand und genaugenommen hat saurer Regen einen
niedrigeren ph-Wert als Brennwertkondensat. Die Neutralisation
ist also ohnehin nur Augenwischerei.

Ich meine nicht die Neutralisation, aber pro Tag fallen da angeblich so um die 10 Liter Wasser an, und das wird bei uns mit einer Pumpe ins Abwasser gepumpt (wie das mit einem Swimming-Pool im Keller aussieht, weiß ich nicht. :smile:)

Für Brennwertheizungen ist eine Abgasprüfung durch den
Schornsteinfeger nur alle zwei Jahre vorgeschrieben. Ich bin
mir allerdings nicht ganz sicher, ob einige Bundesländer da
unsinnige Sonderregelungen getroffen haben um dem schwarzen
Mann zu mehr „Kohle“ zu verhelfen.

Danke für die Info, da werd’ ich mich mal gleich noch schlau machen…

vom Schornsteinfeger verweigerte Genehmigung durch das Bauamt
ersetzen lassen, weil der Schornsteinfeger die seine eigenen
Vorschriften erlassen wollte…

Gut , ich habe mit dem Schornsteinfeger eigentlich ein gutes Verhältnis, er hat mich auch bei der Planung der Heizungsanlage unterstützt, und bei der Abnahme gab’s auch nichts zu meckern.

Grüße
HylTox