bitte schaut da nochmal nach
hab da noch einen post geschrieben, scheint aber keiner bemerkt zu haben
wüßte dazu auch gern eure meinung
vielen dank
marc
bitte schaut da nochmal nach
hab da noch einen post geschrieben, scheint aber keiner bemerkt zu haben
wüßte dazu auch gern eure meinung
vielen dank
marc
Hallo Marc,
wie es grundsätzlich gemacht wird, wurde schon gesagt. Das Problem bei jeder Dämmung ist Feuchtigkeit und die kann verschiedene Ursachen haben, etwa von außen eindringendes Regenwasser und Flugschnee, Lage des Taupunkts in der Iso-Schicht und fehlende oder falsch sitzende Dampfsperren. Dabei läßt sich manches vermeintlich billig zurecht basteln und die Sache funktioniert auch im ersten Jahr. Dann aber gibts irgendwo den ersten sichtbaren Schimmel und je nach Witterung muffigen Geruch, langsam und zunächst unmerklich steigen die Heizkosten. Das alles wird nur noch mit viel Aufwand in den Griff zu bekommen sein und es sind wahrscheinlich Folgeschäden am Dachstuhl eingetreten.
Zunächst einmal muß ein Dach dicht sein, wobei man mit „Zustopfen“ von Ritzen und Öffnungen nichts wird. Wenn eine Schornsteinabdichtung defekt ist, muß sie instand gesetzt oder erneuert werden - von außen! Von innen geht da gar nichts.
Früher hatte man der Dacheindeckung vielfältigere Aufgaben als heute zugemutet. Das hat eigentlich nie so richtig funktioniert, aber man konnte damit leben, solange man die Dachböden nicht zu Wohnzwecken nutzte, es wie Hechtsuppe zog und Begriffe wie thermische Isolierung zu den untergeordneten Feinheiten gehörten.
Sieh Dir einen alten Dachboden bei feinem Schneetreiben an. Da glitzern die Schneekristalle in der Luft. Bei anderen Witterungslagen sind die Dachpfannen von innen feucht - Kondenswasser und bei starkem Regen tropft es an verschiedenen Stellen. Das spielt in ein paar hundert Kubikmetern Luftraum keine Rolle, wenn es zugig genug ist und Wasser verdunsten kann. Hunderte Kubikmeter ungenutzten Raumes findet man heute nicht mehr akzeptabel. Wenn es zu kalt ist, geht auch kaum noch jemand in den Schuppen, um ein paar Holzscheite zu hacken, um im einzigen heheizten Raum etwas kräftiger zu feuern. Das waren die Lebensverhältnisse vor nur wenigen Jahrzehnten und danach waren die Häuser gebaut.
Ansprüche und Lebensweise haben sich gewandelt. Man kann nun nicht die alte Bauweise belassen, ihr aber die riesigen Lufträume nehmen, einfach eine Isolierung nachrüsten und dann glauben, alles sei gut. Nichts ist damit gut. Das wird eine Schimmelhöhle, wobei neben den Bewohnern auch noch die alte Bausubstanz übel geschädigt wird.
Früher hatte man alle Dachfunktionen von mit Mörtel verstrichenen Dachziegeln erfüllen lassen. Beim ausgebauten und zeitgemäß isolierten Dach sind die Funktionen getrennt. Die Dachziegel sind nur noch ein mechanischer Grobschutz. Sie werden nicht mehr steif und brüchig von innen verstrichen, sondern mit Pappdocken gedichtet. Falls da noch etwas durchdringt und/oder Kondenswasser entsteht, liegt mit etwas Abstand eine Unterspannbahn aus Kunststoff unter den Pfannen. Damit ist dafür gesorgt, daß der Dachstuhl trocken bleibt. Jetzt kommt eine Iso-Schicht und nach innen schließlich eine Dampfsperre. Damit hat man aber noch keine Speicherschicht für Feuchtigkeit. Deshalb folgt schließlich eine doppelte Beplankung mit Gipskartonplatten. Sodann sorgt man für eine Heizung und im Idealfall für eine automatische Belüftung, die verbrauchte Luft hinaus befördert, ihr mittels Wärmetauscher die Wärme entzieht und damit frische Luft vorwärmt.
Das alles ist viel Aufwand. Mein Rat für handwerklich vorbelastete Leute ist deshalb die Eigenleistung. Wer grundsätzlich mit Werkstoffen und Werkzeugen umgehen kann, braucht nur noch wenige Hinweise und Begründungen, worauf zu achten ist. Daher mein früherer Hinweis auf einschlägige Berufsschulbücher. Die nützen allerdings dem blutigen Laien nur wenig, aber der Handwerker oder Profi-Heimwerker kann auf diese Weise Pfusch vermeiden und muß nicht jede Bauweise für sich neu erfinden. Mit Selbermachen läßt sich der Löwenanteil aller Baukosten einsparen. Das darf aber nicht so weit gehen, daß man z. B. in alte, für ganz andere Bedürfnisse konzipierte Häuser unter Vernachlässigung aller Randbedingungen nur die thermische Isolierung nachrüstet. Solche unqualifizierte Bastelei hat nicht sofort sichtbare, aber in letzter Konsequenz ähnliche Auswirkungen wie Kriegszerstörung; die Gebäudesubstanz wird nachhaltig und oft unrettbar geschädigt.
Dein Dachboden hat es bisher mit großem Luftvolumen vertragen, eindringendes Wasser problemlos buchstäblich verdunsten zu lassen. Nun möchtest Du offenkundige Undichtigkeiten von innen zustopfen, möchtest Flugschnee und Kondensat ignorieren, das Luftvolumen für eindringende Feuchtigkeit dramatisch verkleinern und fragst, wie man das handwerklich bewerkstelligt. Das kann so nicht funktionieren und deshalb kann es auch keinen Dich befriedigenden Rat geben.
Wenn Du trotzdem wie beabsichtigt vorgehst, wirst Du Dein Erfolgserlebnis haben. Neu ausgebaut wird alles frisch nach Farbe riechen. Dem ersten häßlichen Fleck nach dem ersten Winter rückst Du mit Schimmel-Ex zu Leibe. Daß darunter schon viel großflächiger Pilzkulturen wuchern, die sehr bald nach der Substanz des Dachstuhls greifen, sich bald ihre zum Überleben benötigte Feuchtigkeit aus der Luft selbst schaffen, bemerkst Du irgendwann am muffigen Geruch. Wenn dann anläßlich irgendeiner Reparatur festgestellt wird, daß Dachbalken verrottet sind und das Haus ab Oberkante Erdgeschoß neu gebaut werden muß, ist das Erstaunen groß, weshalb das Haus 100 Jahre gehalten und erst in den letzten Jahren so gelitten hat. Du wirst Dich dann erinnern, wie hart das Gebälk war, als Du das Zimmer ausgebaut hattest und Dein Blick fällt auf morsches Holz, eklig schwarz-grau-weiß durchsetzt. Muß wohl an der Luftverschmutzung gelegen haben.
Gruß
Wolfgang