wieso kann ich keinen Wasser-Luft-Wärmetauscher verwenden?
Brunnenwasser primär und Frischluft sekundär. Beide Medien
sind doch völlig voneinander getrennt. Wozu willst du einen
zusätzlichen Wasserkreislauf dazwischenschalten? Halte ich für
Unfug.
Nun, diesen Unfug machst Du, wenn Du ein Rorbündel in den
Brunnen (Zisterne) hängst, wie Du geschrieben hast. Und das
hast Du doch oder?
Nein, das habe ich nicht so geschrieben. Ich habe von einem Wasser/Luft-Wärmetauscher geschrieben. Ein moderner Tiefbrunnen hat einen Durchmesser von etwa 110mm. Da wird kein Rohrbündel reingehangen. Es werden zwei Brunnen mit einigem Abstand gebohrt. Aus dem Saugbrunnen wird mit einer kleinen Pumpe kaltes Brunnenwasser durch den im Lüftungsgerät integrierten Wasser/Luft-Wärmetauscher gepumpt. Das dort erwärmte, aber sonst völlig unveränderte Wasser fließt dann zurück ins Grundwasser und zwar in den zweiten, den sogenannten Schluckbrunnen. Bei genügender Wasserleistung der Brunnen werden mir diesem System mittels Wärmepumpe ganze Häuser beheizt. Für das Rinnsal, was für die Luftkühlung benötigt wird, reicht die Wasserleistung überall.
Mit dem Oberflächenbrunnen käme darauf an, wie die
Strömungsverhältnisse im Brunnen sind, also wie hoch der
Wasseraustausch ist.
Der kann doch nur Null sein.
Nein! Grundwasser fließt genauso wie Oberflächenwasser, etwas langsamer, aber es fließt und die Strömung bleibt vor einem Brunnen nicht stehen. Auf diese Weise wird sogar in tieferen Gesteinsschihten nördlich von Berlin Heisswasser erzeugt. Kaltes Wasser in den Schluckbrunnen -> fließt durch heiße Gesteinsschichten und wird sehr heiß aus dem Saugbrunnen gepumpt und über Wärmetauscher werden ganze Siedlungen mit Fernwärme versorgt.
Ich denke aber, wenn sowieso ein
Tiefbrunnen für die Wasserversorgung gebohrt wird, kann man
ein klein wenig (für die Kühlung brauchst du nicht sehr viel)
bei Bedarf für den Wärmetauscher abzweigen und in den
Schluckbrunnen wieder einspeisen. Da hast du auch definierte
Temperaturverhältnisse. Zu beachten wäre nämlich: Wird die
Luft zu weit heruntergekühlt, steigt die relative Luftfeuchte
auf 100% und aus deinem Luftaustritt kommt Nebel. Da müsstest
du dann noch etwas ungekühlte Luft beimischen. Ist nicht ganz
trivial. Wenig Kühlwasser und dadurch nur geringe Kühlung ist
aber keine Problem. Wenn dann in den Räumen die relative
Luftfeuchtigkeit überwacht wird, kann man den Luftstrom noch
ein bischen danach einregulieren.
Na, wie funktioniert dann eine echte Klimaanlge mit vereistem
Verdampfer?? Dort kommt auch kein nebel.
Wasser wird bei einer Klimaanlge tröpfchenweise zugesetzt, um
die Luft zu befeuchten, da der Verdampfer die Luft total
austrocknet.
Das was du da geschrieben hast, vergessen wir ganz schnell wieder.
Im Winter wird kalte Luft erwärmt. Dabei sinkt die relative Luftfeuchtigkeit (siehe Mollier-hx-Diagramm -googeln!) so stark ab, dass es für die Menschen im Gebäude ungesund wird. Deshalb wird nach der Erwärmung die Luft befeuchtet um die relative Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Früher geschah das mit Sprühbefeuchtern (Legionellengefahr!). Heute wird oft gasförmiger Wasserdampf verwendet (keimfrei). Wird kein gasförmiger Wasserdampf verwendet, kühlt sich die Luft durch die bei der Wasserverdunstung entstehenden „Verdunstungskälte“ wieder etwas ab. Jetzt muß erneut nachgeheizt werden. Das Ganze wird durch entsprechende Berechnungen (mit dem Mollier-hx-Diagramm) so optimiert, dass danach sowohl Luftfeuchtigkeit als auch Lufttemperatur für den Anwendungszweck passend sind. Dabei kann (bei Zweikanalklimaanlagen) auch Umluft beigemischt werden.
Im Sommer wir die Lüft gekühlt. Dabei steigt die relative Luftfeuchtigkeit (siehe Mollier-hx-Diagramm) an. Im ungünstigen Fall bis auf 100%. Dann entsteht Nebel. Um dies zu verhindern, kann die Luft weiter heruntergekühlt werden, als erforderlich. Dabei kondensiert Wasser aus. Wird jetzt auf die gewünschte Temperatur wieder erwärmt, geht die relative Luftfeuchtigkeit wieder zurück. Das Ganze wird durch entsprechende Berechnungen wieder so optimiert, dass Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit am Luftaustritt wieder den gewünschten Werten entsprechen.
Ohne Luftentfeuchtung (durch kühlen und anschließendes erwärmen, evtl. z.T. auch durch Umluftbeimischung) kann nur eine begrenzte Kühlung betrieben werden. Es kommt sonst im Gebäude zu erhöhter relativer Luftfeuchtigkeit, bis hin zu Schimmelbildung.
Wie du siehst ist das ganze nicht so trivial wie es aussieht.
Gruß
Tilo