Wasserleitung oder Brunnen

Hallo,
ich bin mir nicht sicher, ob ich in diesem Forum richtig bin oder ob es überhaupt ein Forum für meine Frage gibt:

kennt jemand eine Stelle im Internet an der man eine Kalkulation finden kann, ob der Bau eines Brunnens zur Trinkwasserentnahme oder eine ca 1100m lange Leitung zum Anschluß an die Gemeindeleitung günstiger ist.

Das i-Düpferl wäre noch eine Aufstellung der Folgekosten gegeneinander.

Ich meine natürlich keine exakte Kalkulation, sondern Größenordnungen um beides überhaupt miteinander vergleichen zu könne.

Danke für alle Hinweise

Th. Weidlich

Hallo,

als „Hausnummer“ wurde mir gerade genannt 150 Euro pro Meter. Nötig für einen Tiefbrunnen 15 - 20 Meter - oder auch mehr in anderen Gegenden?

Wenn ich mir anschaue, was die anderen hier bezahlt haben, ist der Preis okay, aber nicht soo billig, vielleicht findet man auch was günstigeres.

Ich würde - sofern die Wahl möglich - immer für den Brunnen plädieren, vor allem auch im Bezug auf die laufenden Wasserkosten.

Gruß,
Martin

Hallo doc,

Martin hat das schon gut beschrieben. Ich bevorzuge den Brunnen. Damit brauchst du keinerlei Wasserbezogene Gebührenbescheide zu befürchten. Es gibt auch keine Grundgebühren und ähnliches. Trinkwasserpreisentwicklungen interessieren dich nicht. Wenn du eine zweite Bohrung bohren lässt (als Schluckbrunnen), kannst du sogar dein Haus im Sommer fast kostenlos kühlen.
Folgekosten beim Brunnen: Regelmäßige Wasseranalyse ist vorgeschrieben. Ich glaube alle zwei Jahre. Die ist aber kostenmäßig recht günstig. Die Energie für die Tiefbrunnenpumpe kannst du im Verhältnis zu den Wasserkosten komplett vernachlässigen, liegt von den Kosten her fast noch im Fehlertoleranzbereich eines Wasserzählers. Eine Tiefbrunnenpumpe sollte für etwa 500€ im Austausch zu bekommen sein. Halten tun die allerdings Jahrzehnte, wenn Qualität zum Einsatz kommt (Grundfoss Tiefbrunnenpumpen aus Edelstahl). Ansonsten ist alles wartungsfrei.

Gruß
Tilo

Hallo,
die aktuelle Rechtslage kenne ich nicht, aber früher mußte man alle Jahre das Wasser amtlich untersuchen lassen, was nicht ganz billig ist, und dazu führen kann, daß der Brunnen ziemlich schnell stillgelegt wird, falls das Wasser nicht den Vorschriften entspricht (jedenfalls erzählt mein Vater gerne eine solche Geschichte).

Cu Rene

Hallo Rene,

die aktuelle Rechtslage kenne ich nicht, aber früher mußte man
alle Jahre das Wasser amtlich untersuchen lassen, was
nicht ganz billig ist, und dazu führen kann, daß der Brunnen
ziemlich schnell stillgelegt wird, falls das Wasser nicht den
Vorschriften entspricht (jedenfalls erzählt mein Vater gerne
eine solche Geschichte).

Das ist so richtig, allerdings kostet die Untersuchung relativ wenig. Ausserdem gibt es oft auch einen Bauern, der mit den Stoffen im Grundwasser in Verbindung gebracht werden kann. Der bezahlt dir dann in Zukunft Wasserleitung und Trinkwasser. Da brauchst du aber vorab einen guten Anwalt.

Gruß
Tilo

Kühlung des Hauses mit Brunnenwasser
Hallo,

mit der Kühlung des Hauses hab ich mir auch schonmal überlegt.
Hast Du da Erfahrungswerte zu? Wie groß muß ich denn den Brunnen dafür auslegen, um auch das „Kühlwasser“ abziehen zu können? Wie bekomme ich die Kälte ins Haus, muß doch eher über Gebläse laufen?
Oder reicht es, wenn ich einfach ein paar Rohrschleifen als Wärmetauscher in meinen Oberflächenbrunnen hänge (9 Meter tief) und das Wasser zum Kühlen benutze?

Praxis-Erfahrungen wären da wirklich mal hilfreich :smile:

Gruß,
Martin

Oder reicht es, wenn ich einfach ein paar Rohrschleifen als
Wärmetauscher in meinen Oberflächenbrunnen hänge (9 Meter
tief) und das Wasser zum Kühlen benutze?

Hallo !

Stehendes Wasser???

Wasser muß in zwei getrennten Kreisläufen fließen. Primärkreislauf vom Wärmeaustauscher zum Haus und Abgabe über Lüfter.
Sekundär aus dem Brunnen durch Wärmeaustauscher und zurück in die Erde (das ist das größte Problem).

Anders geht es nicht!!

Das stehende Wasser in einer Zisterne würde nach kurzer Zeit heiß sein.

Gruß max

Hallo,

Das stehende Wasser in einer Zisterne würde nach kurzer Zeit
heiß sein.

Sicher? Das Wasser im Oberflächenbrunnen steht doch auch im mehr oder weniger direkten Kontakt und Austausch zum Grundwasser.

Sicherlich nicht so effektiv wie immer „frisches“ kühles Wasser aus der Erde zu holen, aber ein gewisser Kühleffekt dürfte sich doch einstellen.
Wenn ich auch nicht wage, das Ausmaß des Wärmeaustausches des Brunnen mit der Umgebung abzuschätzen - dazu frage ich ja hier :wink:

Aber immerhin kommt ordentlich Wasser nach, wenn man anfängt den Brunnen auszupumpen… Grundwasser ist also genug da :o)

Gruß,
Martin

Sicher? Das Wasser im Oberflächenbrunnen steht doch auch im
mehr oder weniger direkten Kontakt und Austausch zum
Grundwasser.

Wie das? Kontakt schon, aber nicht Austausch. Vor allem, wenn es erwärmt ist, bleibt das erwärmte Wasser oben.

Sicherlich nicht so effektiv wie immer „frisches“ kühles
Wasser aus der Erde zu holen, aber ein gewisser Kühleffekt
dürfte sich doch einstellen.

Für ein paar Minuten!

Wenn ich auch nicht wage, das Ausmaß des Wärmeaustausches des
Brunnen mit der Umgebung abzuschätzen - dazu frage ich ja hier
:wink:

Aber immerhin kommt ordentlich Wasser nach, wenn man anfängt
den Brunnen auszupumpen… Grundwasser ist also genug da :o)

Eben, Du müßtest auch hier das Wasser durch Pumpen in Bewegung halten. Und wohin damit? Wasser wieder verrieseln würde große Flächen erfordern.

Gruß max

Stehendes Wasser???

Wasser muß in zwei getrennten Kreisläufen fließen.
Primärkreislauf vom Wärmeaustauscher zum Haus und Abgabe über
Lüfter.
Sekundär aus dem Brunnen durch Wärmeaustauscher und zurück in
die Erde (das ist das größte Problem).

Hallo Max,

wieso kann ich keinen Wasser-Luft-Wärmetauscher verwenden? Brunnenwasser primär und Frischluft sekundär. Beide Medien sind doch völlig voneinander getrennt. Wozu willst du einen zusätzlichen Wasserkreislauf dazwischenschalten? Halte ich für Unfug.
Mit dem Oberflächenbrunnen käme darauf an, wie die Strömungsverhältnisse im Brunnen sind, also wie hoch der Wasseraustausch ist. Ich denke aber, wenn sowieso ein Tiefbrunnen für die Wasserversorgung gebohrt wird, kann man ein klein wenig (für die Kühlung brauchst du nicht sehr viel) bei Bedarf für den Wärmetauscher abzweigen und in den Schluckbrunnen wieder einspeisen. Da hast du auch definierte Temperaturverhältnisse. Zu beachten wäre nämlich: Wird die Luft zu weit heruntergekühlt, steigt die relative Luftfeuchte auf 100% und aus deinem Luftaustritt kommt Nebel. Da müsstest du dann noch etwas ungekühlte Luft beimischen. Ist nicht ganz trivial. Wenig Kühlwasser und dadurch nur geringe Kühlung ist aber keine Problem. Wenn dann in den Räumen die relative Luftfeuchtigkeit überwacht wird, kann man den Luftstrom noch ein bischen danach einregulieren.

Gruß
Tilo

wieso kann ich keinen Wasser-Luft-Wärmetauscher verwenden?
Brunnenwasser primär und Frischluft sekundär. Beide Medien
sind doch völlig voneinander getrennt. Wozu willst du einen
zusätzlichen Wasserkreislauf dazwischenschalten? Halte ich für
Unfug.

Nun, diesen Unfug machst Du, wenn Du ein Rorbündel in den Brunnen (Zisterne) hängst, wie Du geschrieben hast. Und das hast Du doch oder?
Ein Rohrbündel ist dann in der Zisterne geschlossen. Nimmt kein Wasser auf und gibt nichts ab. Spült nur einen anderen kreislauf durch das Bündel. Das eigentliche Brunnenwasser muß aber bewegt bzw verändert werden.

Mit dem Oberflächenbrunnen käme darauf an, wie die
Strömungsverhältnisse im Brunnen sind, also wie hoch der
Wasseraustausch ist.

Der kann doch nur Null sein.

Ich denke aber, wenn sowieso ein

Tiefbrunnen für die Wasserversorgung gebohrt wird, kann man
ein klein wenig (für die Kühlung brauchst du nicht sehr viel)
bei Bedarf für den Wärmetauscher abzweigen und in den
Schluckbrunnen wieder einspeisen. Da hast du auch definierte
Temperaturverhältnisse. Zu beachten wäre nämlich: Wird die
Luft zu weit heruntergekühlt, steigt die relative Luftfeuchte
auf 100% und aus deinem Luftaustritt kommt Nebel. Da müsstest
du dann noch etwas ungekühlte Luft beimischen. Ist nicht ganz
trivial. Wenig Kühlwasser und dadurch nur geringe Kühlung ist
aber keine Problem. Wenn dann in den Räumen die relative
Luftfeuchtigkeit überwacht wird, kann man den Luftstrom noch
ein bischen danach einregulieren.

Na, wie funktioniert dann eine echte Klimaanlge mit vereistem Verdampfer?? Dort kommt auch kein nebel.
Wasser wird bei einer Klimaanlge tröpfchenweise zugesetzt, um die Luft zu befeuchten, da der Verdampfer die Luft total austrocknet.

Gruß max

wieso kann ich keinen Wasser-Luft-Wärmetauscher verwenden?
Brunnenwasser primär und Frischluft sekundär. Beide Medien
sind doch völlig voneinander getrennt. Wozu willst du einen
zusätzlichen Wasserkreislauf dazwischenschalten? Halte ich für
Unfug.

Nun, diesen Unfug machst Du, wenn Du ein Rorbündel in den
Brunnen (Zisterne) hängst, wie Du geschrieben hast. Und das
hast Du doch oder?

Nein, das habe ich nicht so geschrieben. Ich habe von einem Wasser/Luft-Wärmetauscher geschrieben. Ein moderner Tiefbrunnen hat einen Durchmesser von etwa 110mm. Da wird kein Rohrbündel reingehangen. Es werden zwei Brunnen mit einigem Abstand gebohrt. Aus dem Saugbrunnen wird mit einer kleinen Pumpe kaltes Brunnenwasser durch den im Lüftungsgerät integrierten Wasser/Luft-Wärmetauscher gepumpt. Das dort erwärmte, aber sonst völlig unveränderte Wasser fließt dann zurück ins Grundwasser und zwar in den zweiten, den sogenannten Schluckbrunnen. Bei genügender Wasserleistung der Brunnen werden mir diesem System mittels Wärmepumpe ganze Häuser beheizt. Für das Rinnsal, was für die Luftkühlung benötigt wird, reicht die Wasserleistung überall.

Mit dem Oberflächenbrunnen käme darauf an, wie die
Strömungsverhältnisse im Brunnen sind, also wie hoch der
Wasseraustausch ist.

Der kann doch nur Null sein.

Nein! Grundwasser fließt genauso wie Oberflächenwasser, etwas langsamer, aber es fließt und die Strömung bleibt vor einem Brunnen nicht stehen. Auf diese Weise wird sogar in tieferen Gesteinsschihten nördlich von Berlin Heisswasser erzeugt. Kaltes Wasser in den Schluckbrunnen -> fließt durch heiße Gesteinsschichten und wird sehr heiß aus dem Saugbrunnen gepumpt und über Wärmetauscher werden ganze Siedlungen mit Fernwärme versorgt.

Ich denke aber, wenn sowieso ein

Tiefbrunnen für die Wasserversorgung gebohrt wird, kann man
ein klein wenig (für die Kühlung brauchst du nicht sehr viel)
bei Bedarf für den Wärmetauscher abzweigen und in den
Schluckbrunnen wieder einspeisen. Da hast du auch definierte
Temperaturverhältnisse. Zu beachten wäre nämlich: Wird die
Luft zu weit heruntergekühlt, steigt die relative Luftfeuchte
auf 100% und aus deinem Luftaustritt kommt Nebel. Da müsstest
du dann noch etwas ungekühlte Luft beimischen. Ist nicht ganz
trivial. Wenig Kühlwasser und dadurch nur geringe Kühlung ist
aber keine Problem. Wenn dann in den Räumen die relative
Luftfeuchtigkeit überwacht wird, kann man den Luftstrom noch
ein bischen danach einregulieren.

Na, wie funktioniert dann eine echte Klimaanlge mit vereistem
Verdampfer?? Dort kommt auch kein nebel.
Wasser wird bei einer Klimaanlge tröpfchenweise zugesetzt, um
die Luft zu befeuchten, da der Verdampfer die Luft total
austrocknet.

Das was du da geschrieben hast, vergessen wir ganz schnell wieder.
Im Winter wird kalte Luft erwärmt. Dabei sinkt die relative Luftfeuchtigkeit (siehe Mollier-hx-Diagramm -googeln!) so stark ab, dass es für die Menschen im Gebäude ungesund wird. Deshalb wird nach der Erwärmung die Luft befeuchtet um die relative Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Früher geschah das mit Sprühbefeuchtern (Legionellengefahr!). Heute wird oft gasförmiger Wasserdampf verwendet (keimfrei). Wird kein gasförmiger Wasserdampf verwendet, kühlt sich die Luft durch die bei der Wasserverdunstung entstehenden „Verdunstungskälte“ wieder etwas ab. Jetzt muß erneut nachgeheizt werden. Das Ganze wird durch entsprechende Berechnungen (mit dem Mollier-hx-Diagramm) so optimiert, dass danach sowohl Luftfeuchtigkeit als auch Lufttemperatur für den Anwendungszweck passend sind. Dabei kann (bei Zweikanalklimaanlagen) auch Umluft beigemischt werden.
Im Sommer wir die Lüft gekühlt. Dabei steigt die relative Luftfeuchtigkeit (siehe Mollier-hx-Diagramm) an. Im ungünstigen Fall bis auf 100%. Dann entsteht Nebel. Um dies zu verhindern, kann die Luft weiter heruntergekühlt werden, als erforderlich. Dabei kondensiert Wasser aus. Wird jetzt auf die gewünschte Temperatur wieder erwärmt, geht die relative Luftfeuchtigkeit wieder zurück. Das Ganze wird durch entsprechende Berechnungen wieder so optimiert, dass Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit am Luftaustritt wieder den gewünschten Werten entsprechen.

Ohne Luftentfeuchtung (durch kühlen und anschließendes erwärmen, evtl. z.T. auch durch Umluftbeimischung) kann nur eine begrenzte Kühlung betrieben werden. Es kommt sonst im Gebäude zu erhöhter relativer Luftfeuchtigkeit, bis hin zu Schimmelbildung.

Wie du siehst ist das ganze nicht so trivial wie es aussieht.

Gruß
Tilo

Da hab ich dann wohl 30 jahre an den Klimaanlagen alles falsch gemacht.

Da hab ich dann wohl 30 jahre an den Klimaanlagen alles falsch
gemacht.

Das hab ich nicht gesagt. Ich hab aber dein Zeugs noch mal durchgelesen. Wenn du mit Verdampfer den Kältemittelverdampfer und nicht den Wasserverdampfer (zur Luftbefeuchtung) meinst, dann ist es schon richtig, dass der die Luft trocknet. Was anderes habe ich aber auch nicht geschrieben. Wir wären also einer Meinung.
Die Frage ist, hast du 30 Jahre Klimaanlagen projektiert, oder montiert, oder repariert und um was für Klimaanlagen (Gebäude?) hat es sich dabei gehandelt.

Ich habe technische Gebäudeausrüstung studiert und nach anfänglicher Projektierung einige Jahre als technischer Leiter in einem ausführenden Betrieb gearbeitet. Weil mich die kaputten Preise und der damit einhergehende Qualitätsverlust am Markt gestört habe, arbeite ich seit zwei Jahren als Softwareentwickler bei einem amerikanischen Konzern.
Ich gebe aber jedem Kunden, der mit dem kaputten Markt so seine Probleme hat gern Tips, ohne damit die Handwerker schädigen zu wollen. Mir ist nur aufgefallen, dass sehr viele Handwerker unterwegs sind, die sich mit modernen technischen Anlagen einfach völlig überfordert sind. Die Leidtragenden sind oft die Kunden, die sich noch weniger auskennen.
Ich will auch dich nicht belehren. Gern habe ich mich von deinem Hundeposting letzte Woche überzeugen lassen, da war mein Wissen einfach falsch. Falls du mal was dazulernen kannst, solltest du das auch tun.
Falls ich mal übers Ziel hinausschieße, dann entschuldige, ich neige halt dazu.

Gruß
Tilo

Hallo
an alle die geantwortet haben,

es ist interessant, wie sich das Thema verselbstständigt.
der Preis von € 1500,00 für einen Meter ist sehr niedrig. Mir wurden Angebote zwischen € 2000,00 und € 2500,00 pro Meter gemacht.

Es wird auf einen Brunnen hinauslaufen, vor allem weil ich ein Angebot einer Baufirma für 1100m Wasserrohrverlegen von € 40.000,00 !! erhalten habe.

Danke,

Th. Weidlich