Hallo Andreas,
ich will jetzt mal nicht ganz in das Horn der anderen Antworter stoßen, auch wenn diese sicherlich nicht ganz falsch sind. Es gibt aber eine grundsätzliche Überlegung gleich zu Anfang: Um was für eine Küche geht es überhaupt? Willst du einfach nur möglichst billig zu einer "rustikalen" und funktionalen Kücheneinrichtung kommen, wie man sie oft in Studi-WGs findet, dann kann Selbstbau auch für den ungeübten Bastler wirklich eine Alternative sein. Arbeitsplatten und Kanthölzer gibt es im Baumarkt oder beim Holzhändler, Verbindungsprofile auch. Man kann recht schnell einige Platten aufständern und aus den Kanthölzern und einigen Tischlerplatten Regale und passende Einsätze für die Elektrogeräte mit wenig Aufwand und ohne großes Spezialwerkzeug bauen. Will man Türen davor haben, kann man diese fertig ebenfalls im Baumarkt bekommen, wo es auch die passenden Beschläge gibt. Hat man vorher richtig gemessen, passen diese auch vor die Grundkonstruktion ;-).Ich habe mir gerade eine entsprechende Konstruktion als Werkbank für den Hobbykeller gebaut und dabei sicher viel Geld gespart und gleichzeitig eine optimale Lösung erzielt, ohne hierfür allzuviel Zeit zu opfern. Allerdings möchte ich die Kantholzkonstruktion mit den sichtbaren Verbindern nicht unbedingt in der Küche stehen haben.
Denkst du aber an die Alternative zu einer echten Einbauküche, die nicht gerade die Qualität und Lebenserwartung des Billigangebots aus der Scheibenwischerreklame haben soll, dürften Aufwand und Kosten in keinem Verhältnis mehr zu einem guten Fertigprodukt stehen. Dies dennoch in Angriff zu nehmen, ist wirklich nur etwas für Liebhaber, die alle Zeit und alles Geld der Welt haben, und zudem noch perfekte Handwerker sind und zig Kontakte im Handwerksbereich haben, wo sie mal ein Spezialwerkzeug ausleihen können, oder über die dann ein spezieller Beschlag beschafft wird.
Es gibt aber durchaus auch noch einen Mittelweg, den ich bei meiner letzten und auch der jetzt anstehenden Küche wieder gegangen bin / gehen werde. Nach zunächst sechs Wochen intensiver Reisetätigkeit durch alle in Frage kommenden Küchenstudios (bei der ersten Küche vor sechs Jahren, jetzt wusste ich ja, wen ich in die engere Wahl ziehen würde und musste mir nur einige neue Studios ansehen), hatte ich neben meinen eigenen Vorstellungen viel Profiwissen rund um Küchenplanung und -bau angehäuft. Damit wurde dann damals eine übrigens recht günstige, aber bis heute 1A Grundküche angeschafft, die ich dann selbst aufgebaut und durch eigene Basteleien ergänzt habe (gerne hätte, wenn mehr Zeit gewesen wäre). Die Küche ist so super geworden, dass mein Vermieter als auch der Nachmieter sie unbedingt übernehmen wollen.
Für die Küche in unseren Eigenheim hätte ich die vorhandene Küche gerne erweitern lassen und mich dann auch wieder entsprechend betätigt, leider ist die Front nicht mehr erhältlich und der damals sehr engagierte Küchenbauer hatte auch kein rechtes Interesse mehr. Jetzt kommt von einem anderen Studio wieder eine (allerdings schon sehr aufwändige) Grundküche ins Haus, die wir dann mit Fremdgeräten, wenigen mitzunehmenden Teilen der alten Küche und wieder geplanten eigenen Basteleien ergänzen werden. Klar, die Sache wird auch nicht billig, aber ich denke mal, dass wir aus den kalkulierten € 20.000,-- durch die eigenen Erweiterungen und die selbst beschafften besonderen Geräte noch eine Menge am "Mehrwert" bekommen werden.
Gruß vom Wiz
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]