Hallo zusammen,
wir 2 wohnen auf 80qm zur Miete und brauchen ca. ca. 1300l Heizöl pro Jahr. Das ist m.E. O.k, aber…
Der Wärmemengenzähler zeigt umgerechnet ca. nur 800l an, bei 8kwh pro Liter. Wenn man den Rest aufs Warmwasser umlegt (18.000 qm), dann könnte man jeden Liter Wasser damit mehrmals auf 100°C erwärmen.
Ist der Wärmemengen-Messer kaputt, oder kostet die Warmwasser-Umwälzung soviel?
Was sind typische Wert für Heizöl / Liter Warmwasser, Heizöl pro qm?
Gruß
achim
Hallo Achim,
Ist der Wärmemengen-Messer kaputt, oder kostet die
Warmwasser-Umwälzung soviel?
Ob der Wärmezähler defekt ist glaube ich kaum. Habe seit über 25 Jahren mit diesen Geräten zu tun, die wurden immer besser und sind in der Regel „geeicht“. Prüfe zu erst, ob der Zähler nicht schon aus der Eichgültigkeit (6 Jahre) heraus ist. Auch könnte bei älteren Zählertypen die (Magnetit-)Verschmutzung eine Rolle spielen. Die häufigsten Fehler treten aber beim Einbau an falscher Stelle im Heizungskreislauf auf. Der Zähler ist im Rücklauf an einer Stelle zu setzen, an der er die optimale Wassermenge, die durch Deine Wohnung fliesst, erfassen kann; man nennt das auch sekundärer Kreislauf - möglichst mit Pumpenunterstützung, wenn dezentrale Pumpen da sind. Auch der Vorlauffühler muss im selben Kreislauf sitzen. Die Einbaustrecke darf zudem nicht kurz hinter einer Krümmung liegen, da es Verwirbelungen geben kann. Die optimale Grösse des Wärmezählers ist ebenfalls zu prüfen; wenn z.B. nur drei Heizkörper angeschlossen sind, so darf der Zähler nicht mit einer Leistung bis 1,5 Kubikmeter ausgelegt sein, da er bei nur wenig geöffneten Ventilen so wenig Wasser zu zählen bekommt, dass er gar nicht erst anläuft. Ein zu viel Zählen ist allerdings eher selten.
Die Funktion ist ja folgende: der Wärmezähler zählt im Rücklauf des Heizkreises die Wassermenge die durch Deine Wohnung läuft und die ist nun mal abhängig von der Ventilstellung. Zudem misst er, meist intern im Rücklauf die Temperatur und vergleicht über den Vorlauffühler die Temperaturdifferenz; diese ergibt multipliziert mit der Wassermenge, einfach ausgedrückt, den Wärmeverbrauch in diesem Heizkreis. Die Temperaturdifferenz ist um so höher um so mehr Wärme in der Wohnung verbleibt, also verbraucht wurde. Die Anzeige der Wärmeeinheiten ist in der Regel ziemlich exakt, was den Verbrauch angeht. Trotzdem kann man nicht nur den einen Zähler zur Berechnung nehmen; es sind immer alle Nutzer mit jeweils einem Zähler auszustatten. Dann nimmt man den Gesamtenergieverbrauch des Hauses und Teilt ihn durch die Summe der Einheiten aller Zähler. Korrekter weise muss zunächst noch ein Anteil von 30-50 Prozent der Heizkosten auf die Wohnfläche verteilt werden, weil ja auch in ähnlicher Höhe feste Kosten, wie Schornsteinfeger, Wartung und Stillstandsverluste entstehen, die verbrausunabhängig sind und somit von einem Wenig-Nutzer zu wenig bezahlt würde.
Warte also erst mal die Heizkostenabrechnung ab. Die Einzelbewertung war ein Gedankenfehler.
Gruss Rheingold