Fensterisolierfolie sinnvoll?

Von: , Frage gestellt am Mi, 10. Nov 2004

Hallo,

bin gerade an tüffteln, wie ich meinen Energievebrauch optimieren kann. Im Web bin ich auf Tipps mit Fensterisolierfolie gestoßen. Klingt erstmal interessant, aber ist die auch sinnvoll und nützlich? Wie kann ich mir diese Folie vostellen (Sichtbeeinträchtigung)?

Wenn ihr mir Tipps dazu geben könntet, wär ich dankbar.


Viele Grüße
Vince

7 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 5 Minuten 0 hilfreich
    Re: Fensterisolierfolie sinnvoll?

    Hallo Vince,

    was genau soll die Folien bewirken. Das einzige was ich mir vorstellen kann, ist eine selektive Beschichtung für Lichtdurchlässigkeit. So z.B. dass Infrarotstrahlung rein, aber nicht raus kann. Das verhindert etwas Wärmeabstrahlung und fängt Sonnenwärme ein (auch im Sommer!). Der Transmissionswärmedurchgang wird davon aber nicht beeinflußt. Da bräuchten wir sonst keine Wärmedämmung mehr auf die Wände zu kleben, sonder könnten dünne Folien benutzen.

    Gruß
    Tilo

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Fensterisolierfolie sinnvoll?

      Hallo Tilo,

      diese Folie wurde AFAIK mal von Tesa angeboten. Es würde sich eine Luftschicht bilden, die den gewünschten Effekt bringen soll. Wie ist auch mir schleierhaft. Deshalb die Frage an die Experten ;-)

      Bin eben am suchen, wie ich die unnötigen Wäreverluste minimiere.

      Grüße
      Vince [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Fensterisolierfolie sinnvoll?

        Hallo, diese Folie wurde AFAIK mal von Tesa angeboten. Es würde sich
        eine Luftschicht bilden, die den gewünschten Effekt bringen
        soll. Wie ist auch mir schleierhaft. Deshalb die Frage an die
        Experten ;-)
        diese Folie macht bei Einfachverglasung richtig Sinn.
        Die wird dann normalerweise auf den Rahmen aufgezogen, so daß ein
        Luftpolster zwischen Glas und Folie entsteht.

        Das hat natürlich einen Effekt, weil der Übergang von Luft
        auf Festkörperoberflächen recht schlecht ist und viel mehr
        islolierend wirkt als der Wärmedurchgang durch das Glas.

        Mit der Folie hat man also zusätzlich 2 Grenzflächen
        (Raumluft - Folie und Folie - Luftpolster).

        Zusätzlich wirken noch folgende Effekte:

        1. Außen am Fenster wird der Wärmeübergang durch Luftbewegung 
        (Wind/Sturm) erheblich verbessert. Verlustwärme wird so 
        also noch besser abgeführt (-> Vernbsserung durch Jalousien
        oder Fensterläden). 
        2. Innen ist auch oft noch ein Luftzug, von Heizkörpern, der 
        an den kalten Festern entlang streicht und Warmluft zuführt.
        (-> Gardinen reduzieren diesen Effekt). 
        3. Die relativ dünne Luftschicht zwischen Scheibe und Folie 
        kann bei geringem Abstand kaum strömen. Der Wärmetransport
        von Folie zu Glas mittles Luft wird also verschlechtert
        (gegenüber freier Konvektion).
        


        Fazit: Fensterflächen mit einfacher Einscheibenverglasung geben
        recht viel Wärme ab.

        Faustformel für Übergang Luft-Festkörper
        P = (5,6 + 4*v)W/(m²*K) mit v in m/s (bis ca. 5m/s)

        Bei Wind außen und Konvektionluftstrom innen kann also pro
        m² und 1grd ca. 10W Wärmeleistung weggehen.
        Bei -10°C außen zu 22°C innen sind das also ca. 300W/1m².
        -> 0.3KW * 24h = 7,2KWh pro 1m² Glasfläche.

        Mit ca 8Cent pro KWh (Gas/Öl) sind das täglich ca. 0,58€ oder
        ca. 15€ pro Monat, die dieses 1m² Glasfläche im kalten
        Winter kostet.
        Mit der Folie kann das auf ca. 1/3 gesenkt werden.

        Dabei sollten natürlich andere Wärmebrücken (z.B. Fensterrahmen)
        nicht übersehen werden.
        Noch schlimmer wirken natürlich Undichtigkeiten mit direktem
        wärmetransport über die Luft.
        Gruß Uwi







        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Fensterisolierfolie sinnvoll?

          Hallo,
          was kostet diese Folie? Kann man diese auch auf relativ grossen Glasbausteinflächen anbringen (evtl. mittels einem selbst gezimmerten Holzrahmen?)?.
          Wäre dankbar für Antwort. Glasbausteinfläche im Treppenhaus 1 x ca. 5 m2 und 1 x ca 3 m2.

          Gruss

          Volker Krack

          Hallo, diese Folie wurde AFAIK mal von Tesa angeboten. Es würde sich
          eine Luftschicht bilden, die den gewünschten Effekt bringen
          soll. Wie ist auch mir schleierhaft. Deshalb die Frage an die
          Experten ;-)
          diese Folie macht bei Einfachverglasung richtig Sinn.
          Die wird dann normalerweise auf den Rahmen aufgezogen, so daß
          ein
          Luftpolster zwischen Glas und Folie entsteht.

          Das hat natürlich einen Effekt, weil der Übergang von Luft
          auf Festkörperoberflächen recht schlecht ist und viel mehr
          islolierend wirkt als der Wärmedurchgang durch das Glas.

          Mit der Folie hat man also zusätzlich 2 Grenzflächen
          (Raumluft - Folie und Folie - Luftpolster).

          Zusätzlich wirken noch folgende Effekte:

          1. Außen am Fenster wird der Wärmeübergang durch Luftbewegung
          (Wind/Sturm) erheblich verbessert. Verlustwärme wird so
          also noch besser abgeführt (-> Vernbsserung durch
          Jalousien
          oder Fensterläden).
          2. Innen ist auch oft noch ein Luftzug, von Heizkörpern, der
          an den kalten Festern entlang streicht und Warmluft
          zuführt.
          (-> Gardinen reduzieren diesen Effekt).
          3. Die relativ dünne Luftschicht zwischen Scheibe und Folie
          kann bei geringem Abstand kaum strömen. Der Wärmetransport
          von Folie zu Glas mittles Luft wird also verschlechtert
          (gegenüber freier Konvektion).
          


          Fazit: Fensterflächen mit einfacher Einscheibenverglasung
          geben
          recht viel Wärme ab.

          Faustformel für Übergang Luft-Festkörper
          P = (5,6 + 4*v)W/(m²*K) mit v in m/s (bis ca. 5m/s)

          Bei Wind außen und Konvektionluftstrom innen kann also pro
          m² und 1grd ca. 10W Wärmeleistung weggehen.
          Bei -10°C außen zu 22°C innen sind das also ca. 300W/1m².
          -> 0.3KW * 24h = 7,2KWh pro 1m² Glasfläche.

          Mit ca 8Cent pro KWh (Gas/Öl) sind das täglich ca. 0,58€ oder
          ca. 15€ pro Monat, die dieses 1m² Glasfläche im kalten
          Winter kostet.
          Mit der Folie kann das auf ca. 1/3 gesenkt werden.

          Dabei sollten natürlich andere Wärmebrücken (z.B.
          Fensterrahmen)
          nicht übersehen werden.
          Noch schlimmer wirken natürlich Undichtigkeiten mit direktem
          wärmetransport über die Luft.
          Gruß Uwi

          • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
            Re^5: Fensterisolierfolie sinnvoll?

            Hallo, was kostet diese Folie?
            keine Ahnung, ich habe ein Niedrigenergiehaus und brauche
            deshalb sowas nicht. Kann man diese auch auf relativ
            grossen Glasbausteinflächen anbringen (evtl. mittels einem
            selbst gezimmerten Holzrahmen?)?.
            Sicher, warum nicht. Man kann natürlich auch andere Folie
            oder auch beliebiges transparentes Material (Glas,Akryl usw.)
            verwenden (und wenn es nicht auf den Lichteintritt ankommt
            geht auch anderes nichttransp. Mat.).

            Wenn möglich sollten große Flächen aber segmentiert werden,
            weil dadurch die Konvektion und damit der Wärmetransport
            innerhalb der Pufferluftschicht noch besser unterdrückt wird.

            Gruß Uwi

          • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
            Re^5: Fensterisolierfolie sinnvoll?

            Hallo,
            was kostet diese Folie? Kann man diese auch auf relativ
            grossen Glasbausteinflächen anbringen (evtl. mittels einem
            selbst gezimmerten Holzrahmen?)?.
            Wäre dankbar für Antwort. Glasbausteinfläche im Treppenhaus 1
            x ca. 5 m2 und 1 x ca 3 m2.

            Gruss

            Volker Krack

            Hi,

            einen Anbieter habe ich bis jetzt auch nicht gefunden. Bei Tesa find ich auch nix mehr. Wenn es aber so sein sollte, dass es jedes Jahr erneuert werden muss, hat es sich in meinem Fall schon wieder erledigt.


            Grüße
            Vince

  2. Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
    Re: Fensterisolierfolie sinnvoll?

    Hallo Vince,

    den technischen Aspekt hat Dir Uwi bereits erklärt.

    Zum praktischen Aspekt:

    Sichtbeeinträchtigung ist vernachlässigbar. Die Folie wird mit doppelseitigen Klebestreifen am Rahmen befestigt und dann mit dem Haarföhn erhitzt, wodurch sie schrumpft und sich völlig glatt zieht, dadurch ganz transparent wird. Damit man hier nicht stundenlang herumföhnt (und dadurch als Strom verbrät, was man später als Öl sparen will), ist etwas Übung notwendig. Beim Anbringen das Fenster mit der kleinsten Fläche zuerst bearbeiten, dann gehts bei den größeren leichter.

    Die Folie bringt wesentlich mehr als die klassischen vor einfach verglaste Fenster gehängten Winterfenster, weil bei diesen die Scheiben so weit voneinander entfernt sind, dass durch die Zirkulation der dazwischen eingeschlossenen Luft an beiden Scheiben ein flotter Wärmeaustausch stattfindet.

    Bei alten Rahmen mit blätterndem oder bröseligem Lack darf man die Folie vergessen. Durch die Spannung beim Glattziehen kommt auf die halb abgelösten Lackschichten eine seitliche Belastung, die sie überhaupt nicht abkönnen.

    Zum finanziellen Aspekt: Da man die Folie sinnvoll jede Wintersaison neu anbringt (man kann sie, entgegen den Angaben des Herstellers, nicht besonders gut sauber machen), wird sich hier kaum ein Ertrag ergeben. Hängt natürlich davon ab, mit was Du heizt und welches Temperaturgefälle Innen/außen herrscht. Rechnen tut sich die Anbringung je nach Situation nur bedingt. In ohnehin kühleren Räumen (Küche, WC) lass ich sie weg.

    Räume, die nicht oder nicht sehr geheizt werden, wenn niemand da ist (Einzelofen), kühlen etwas weniger aus.

    Ich habe die Folie seit 1986 in verschiedenen Altbauwohnungen mit einfach verglasten Fenstern benutzt und dabei festgestellt, dass sich durch das Luftpolster zwischen Scheibe und Folie auch eine gewisse Schalldämpfung als Nebeneffekt ergibt.

    Schöne Grüße



    MM

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