Hallo !
Wir haben in unserem Keller eine „Partyküche“, die wir, wenn wir gerade nicht feiern, auch als Trockenraum benutzen.
Dort haben wir über der Küchenzeile eine Art Schaumstoffwandbelag angeklebt, in dem sich nun nach ca. 2 Jahren massiv Schimmel gebildet hat (trat natürlich zuerst hinter den Hängeschränken auf). Ich hab das Zeug jetzt wieder runter geschabt.
Der Raum ist komplett gefliest, war früher mal eine Waschküche, und es ist auch eine Heizung drin, die ich nach den schimmligen Erfahrungen auch etwas höher gedreht hab.
Beim Wäschetrocknen war es teilweise so feucht, daß das Wasser die Wand runter lief - da haben wir uns aber keine großen Sorgen gemacht, da der Raum einen Abfluß in der Mitte hat.
Der Raum liegt halb unter der Erde, also von außen dämmen ist nicht so gut möglich …
Das alles trat übrigens erst auf, nachdem wir die alten Fenster und Tür, die ziemlich zugig waren, durch neue dichte ersetzt hatten.
Wie behandle ich die Wände am besten vor, bevor ich sie wieder anstreiche ? Reicht eine Grundierung, die gegen Schimmel ist ? Wir wollen ungern alle Fliesen runterreißen.
Kann ich sicher sein, daß sich keine Schimmelherde mehr z.B. in den Spanplatten der Schränke verbergen, wenn ich diese mit Essigsäure (80%) abwasche ? Die Wände übrigens auch ?
Vielen Dank schonmalund Gruß,
Stefan.
Hi, ihr nehmt also einen offenschtlich ungedämmten Kellerraum als Trockenraum oder beheizt als Partyraum.
An den ungedämmten kalten Wänden kondensiert das Wasser ab und bildet zusammen mit organischem Material die Lebensgrundlage für den Schimmel. Ab einer Luftfeuchte von ca. 60% im Raum wird es auch sonst schimmelgefährlich.
An dieser Tatsache ändert auch Abhacken der Fliesen nichts, nur ausreichende Dämmung der Wand von aussen + ausreichende Belüftung beim Trocknen von Wäsche, damit das Wasser raus kann.
Solange die Wand nur gefliest ist, kann das Wasser wenigstens ablaufen. Da die Fliesen meist am kältesten sind, bleibt die wärmere Decke zu einem beheizten Raum ggf. schimmelfrei.
An schimmelgefährdeten Wänden hab ich reine Kalkbrühe oder auch in Wasser angesetztes altes Karbid getüncht. Diese ist stark alkalisch und enthält keine organische Bestandteile als Nährboden für Schimmel. Einziger Nachteil: kalkt leicht ab, wenn man sich an der Wand reibt.
A.
An schimmelgefährdeten Wänden hab ich reine Kalkbrühe oder
auch in Wasser angesetztes altes Karbid getüncht. Diese ist
stark alkalisch und enthält keine organische Bestandteile als
Nährboden für Schimmel. Einziger Nachteil: kalkt leicht ab,
wenn man sich an der Wand reibt.
hi andreas,
klasse beitrag.
kannst du mir sagen, wie ich
die kalkbrühe mische.
sieht die wand dann weiß aus?
kann man die anderfarbig gestalten?
cu
alex
Hi,
man nimmt Löschkalk, und sumpft den in Wasser ein (dh. Kalk ins Wasser rieseln lassen, und möglichst eine Weile stehen lassen ohne zu rühre, bis der Kalk durchnässt ist. Dann kann man nach Wunsch noch Wasser zugeben, wenn es zu dick ist, oder noch etwas Kalk zum andicken, wenn es zu dünn ist. Aber lieber zu dünn und 2-3 mal streichen. Einzelne dicke Schichten blättern später leicht wieder ab.
Die Brühe hab ich durch eine alte Damenstrumpfhose gefiltert und mit einer Hochdruckblumenspritze an die Wand gesprüht. Man kann es aber auch mit einem Malerquast oder breiten Pinsel auftragen.
Erst sieht es grau aus, nach durchtrocknen hellweiß. Mit Farben ist es so eine Sache. Am ehesten mit Abtönmitteln für Fassadenfarben, da die Pigmente unbedingt alkalibeständig sein müssen, sonst kann sie sich verändern.
Und beim Verarbeiten Handschuhe und vor allem Schutzbrille tragen,da Kalkbrühe doch recht alkalisch ist und damit Haut und vor allem die Augen schädigen kann.
Gruss A.