ich habe gerade die Handwerker im Haus, da ich zwei neue Heizanlagen bekomme. Laut Angebot wurden für den ersten Kessel (nur Austausch des Geräts) 10 Stunden veranschlagt (jeweils für Monteur und Helfer), für den zweiten war’s etwas komplexer (Austausch gegen Brennwertgerät mit Rohr im Kamin und Verbindung zweier Etagen), deswegen laut Angebot 25 Monteur- und Helferstunden. Jetzt zieht sich das ganze schon fünf Tage hin (Montag bis Freitag) und noch immer ist nicht alles fertig. Die meiste Zeit waren sogar zwei Monteure in Aktion. Nach meiner Rechnung komme ich heute nachmittag auf 62 Monteur- und 32 Helferstunden. Wenn die am Montag fertigwerden werden also mindestens die doppelten Monteurstunden angefallen sein.
Man kann den Monteuren auch keinen Vorwurf machen, ich hab’ nie einen faul rumstehen sehen. Es gab auch keine unerwarteten Schwierigkeiten oder Änderungen in den geplanten Arbeiten.
Bevor ich dem Chef wegen seiner Schönplanung auf’s Dach steige, wollte ich hier mal ein paar Reaktionen hören.
Darf der das? Er hat mir doch angeboten in 35 Std. fertigzusein?
Wieviel Prozent darf er denn mit seinen Schätzungen „danebenliegen“? Und würden solche Prozente auf klar erkennbar separate Positionen (wie hier Arbeitslohn) bezogen oder nur auf die Gesamtsumme? Ab wann kann ich gegen sowas vorgehen?
Eventuell ist der Oberinstallateur ja kulant und sieht seine Fehleinschätzung ein, aber ich will für alle Fälle Bescheid wissen.
Danke an alle, die mir helfen,
Torsten
PS: bei meinen bisherigen Handwerkern lagen die vielleicht 2 - 3 Std. daneben (natürlich immer zu meinen Ungunsten , aber das hielt sich meiner Meinung nach im Rahmen.
Hast Du ein schriftliches Angebot mit einer festen Auftragssumumme, oder war das nur mündlich und so pi mal Daumen geschätzt. Bei letzterem hättest du von vorn herein abwinken sollen, da unseriös. Solltest du ein schriftliches Angebot haben würde ich sagen, daß der Mehraufwand ohne vorgherige Absprache höchstens 10% betragen sollte - immer voraugesetzt, Du bist an einen seriösen Handwerker geraten. Hast Du den Meister zwischendurch schon mal auf die hohe Stundenzahl angesprochen?
I.d.R. wird, stellt sich ein bedeutend ( also >10% ) höherer Arbeitsaufwand heraus als im Vornherein eingeschätzt, kann der Handwerksbetrieb einen weiteren Kostenvoranschlag erstellen, worauf der Auftraggeber oder aber auch der Handwerker vom Vertrage zurücktreten können, wobei der Auftraggeber für den bislang entstandenen Aufwand in die Pflicht genommen wird.
Wird also vom Vertrage zurückgetreten, muss ein anderer Handwerksbetrieb beauftragt werden. Der allerdings wird eine Arbeit, für die ein anderer 80 Stunden braucht, ebenso nicht in 10 Stunden hinbekommen, es sei den Erstere Firma besteht aus Schneckenarbeitern und die Zweite dann aus „Mach-Schnell-Pfuschern“.
Ich würde auf jeden Fall auch ersteinmal unter Zeugen den Chef auf die Verhältnisse ansprechen.
Kann er jedoch den Mehraufwand plausibel erklären, solltet ihr ihm das einverlangte Entgelt auch entrichten*. Notfalls kann sich die Handwerkskammer schlichtend einschalten und ihr könnt einen weiteren Fachmann zur Bewertung des dann fertigen Werkes beauftragen . Im Zweifelsfalle wird der ortsübliche Lohn für vergleichbare Arbeiten angezogen.
* Ihr wollt ja schließlich irgendwann mal wieder was, auch von anderen Firmen, gemacht haben
HM
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Nach meiner Rechnung komme ich heute nachmittag auf 62
Monteur- und 32 Helferstunden. Wenn die am Montag fertigwerden
werden also mindestens die doppelten Monteurstunden angefallen
sein.
Hi.
Falls mehrere Angebote eingeholt wurden, könnte es sich bei Nachforderung um unlauteren Wettbewerb handeln.
Falls jedoch der Nachsatz „Unvorhersehbares“ (Im Kleingeschriebenen)die Nachforderung geradezu herausfordert, hast du schlechte Karten.
Im Ganzen unsaubere, erschlichene Vorteilnahme.
An Alle: Angebotstexte genau durchlesen.
Hallo Torsten
Wenn Du einen verbindlichen Kostenvoranschlag bekommen hast, darf die Rechnung nur 10 % höher ausfallen, bei einem unverbindlichen Kostenvoranschlag meines wissens bis 30 % mehr.
Dann kommt es noch darauf an, ob unvorhersehbare Arbeitsabläufe dazu gekommen sind. Eine Verbraucherzentrale kann Dir dazu mehr sagen.
Wenns hart auf hart kommt, hat jedes Handwerk eine Schiedsstelle,die man ansprechen kann.
Gruß Ralf
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