Kugelhähne vs. normale Ventile

Hallo!

In meinem Keller habe ich folgendes Problem:
An der vor 5 Jahren vom Fachmann eingebauten Cu - Waserleitung gibt es viele Probleme,

  1. kaputte, nicht funktionstüchtige Absperrventile,
  2. tropfen die auch noch,
  3. konisch dichtende Verschraubungen, welche zuerst aussenherum irgend eine weisse Schicht angesetzt haben, und nun auch tropfen.
  4. ist dort alles mit grüner Oxid-Schicht überzogen, da wurde wahrscheinlich die Lötpaste nicht ordentlich entfernt.

Zum Glück konzentrieren sich die ganzen Probleme auf eine begrenzte Stelle.
Dieses Übel will ich nun selbst komplett erneuern, weil ich solchen Müll nicht mag. Und ich habe damals sogar ausdrücklich dt. Wertarbeit verlangt, egal was es kostet…gibt es aber scheinbar nicht mehr.

Da die verwendeten Schrägsitz-Absperrventile DN 22 nur 5 Jahre gehalten haben, hab ich mir überlegt, Kugelhähne einzubauen, und zwar solche, die man direkt einlöten kann.
Es wäre dann auch nur noch eine Verschraubung nötig, soll ich da eine flachdichtende verwenden?

Schreibt mal bitte, was von flachdichtenden Verschraubungen zu halten ist, da gibt es ja auch noch Gummi-und Papierdichtungen zur Auswahl.
Und was man von den Kugelhähnen erwarten kann.

Grüße, Steffen!

Moin

  1. kaputte, nicht funktionstüchtige Absperrventile,
  2. tropfen die auch noch,

Irgendwann tropft jeder Absperrhahn. Die Teile schon nachgezogen ?

Und ich habe damals sogar ausdrücklich
dt. Wertarbeit verlangt, egal was es kostet…

Dann haben die Jungs dich ordentlich verarscht. Kupfer ist billig und einfach zu montieren. Kupfer ist die low-cost-Variante.

Erstmal sollte da anderes Material hin: galvanisiere Rohre oder Plastik (in Leerrohen). Über die Verbindungsarten, Dichtungen und Sperrventile (nimm normale und keine Kugel) kann man sich dann immernoch Sorgen machen. Ausserdem muss das Zeug nach 4-6 Monaten nachgezogen werden. Dann ist es noch sinnvoll alles eine Nummer grösser zu nehmen (Also z.B. Zoll statt Halbzoll).

Wenn die Ventile lange einwandfrei funktionieren sollen müssen sie regelmässig (alle 6 Monate) geöffent und geschlossen werden. Wenn nicht setzt sich innen Dreck ab.

cu

Nachfrage
Hallo!

Irgendwann tropft jeder Absperrhahn. Die Teile schon
nachgezogen ?

Hab nochmal genau nachgesehen, direkt tropfen nur die Verschraubungen.
Dort hat sich schon seit längeren irgendeine weisse Ausblühung gebildet, und nun tropft es halt. Ist auch kein Kondenswasser.

Dann muss ich noch dazu sagen, dass in dem Problembereich Brunnenwaser eingespeist wird. Eigenartigerweise sind nur die Verschraubungen undicht, die mit Brunnenwasser Kontakt haben. Ob das mit dem Wasser zusammenhängen kann? Ein Hahn ist vollig kaputt, da klemmt innen irgendetwas. Das ist ein Schrägsitzhahn, und weil durch die Brunnenpumpe wohl mal entgegen der normalen Fliessrichtung Druck angelegen hat, ist der warscheinlich zerstört wurden.
Die CU-Rohre werden aber bei unserem Wasser nicht angegeriffen, ich hab da schon 10 Jahre Erfahrung damit, und auch schon ausgebaute Rohre interessehalber mal aufgeschnitten.

Dann haben die Jungs dich ordentlich verarscht. Kupfer ist
billig und einfach zu montieren. Kupfer ist die
low-cost-Variante.

Nun ja, es sollte schon Cu sein, das war so vereinbart. Weil es auch teilweise recht eng zugeht, wäre das dort mit Rehau ein ganz schönes Gewurstel…

Erstmal sollte da anderes Material hin: galvanisiere Rohre

was ist denn das?? Hab ich noch nie gehört…

Dichtungen und Sperrventile (nimm normale und keine Kugel)
kann man sich dann immernoch Sorgen machen.

Nun , das muss ich aber jetzt, weil ich diese Woche Urlaub habe, und das selbst erledigen will.
Was spricht denn gegen Kugelhähne??
Ich will auch nicht alle Leitungen erneuern, das Problem konzentriert sich nur auf einen begrenzten Bereich, der Rest ist völlig OK.

Grüße, Steffen!

Moin

Hab nochmal genau nachgesehen, direkt tropfen nur die
Verschraubungen.

Nimm eine Rohzange und zieh sie _vorsichtig_ nach.

Dort hat sich schon seit längeren irgendeine weisse Ausblühung
gebildet, und nun tropft es halt.

Das Weisse dürfte Kalk sein. Kratz mal ein bisschen was ab, zermal es zu Pulver und geb das in Essig. Wenn’s nach 5 min sprudelt war es Kalk, wenn nicht: lass das Wasser mal genauer testen (und benutz es erstmal nicht zum Kochen…)

Eigenartigerweise sind nur die
Verschraubungen undicht, die mit Brunnenwasser Kontakt haben.
Ob das mit dem Wasser zusammenhängen kann?

Klar hängt das mit dem Wasser zusammen. Kupfer verträgt nur reines Wasser. Wenn bestimmte Stoffe (hartes/weiches Wasser,…) dazukommen „rostet“ das Zeug innerhalb von 5-10 Jahren komplett durch.

Ein Hahn ist vollig
kaputt, da klemmt innen irgendetwas.

Im offenen oder geschlossenen Zustand festge"rostet" ?
Offen => Bedingungsfehler, geschlossen => sehr agressives Wasser, halb-offen => Stein/Dreck im Rohr, kein Filter davor gesetzt ?

Das ist ein
Schrägsitzhahn, und weil durch die Brunnenpumpe wohl mal
entgegen der normalen Fliessrichtung Druck angelegen hat, ist
der warscheinlich zerstört wurden.

Wieviel Druck bringt die Pumpe ? Weniger als 2 Bar (am Hahn) ?

Die CU-Rohre werden aber bei unserem Wasser nicht
angegeriffen, ich hab da schon 10 Jahre Erfahrung damit, und
auch schon ausgebaute Rohre interessehalber mal
aufgeschnitten.

Glück gehabt, gutes Wasser erwischt. Normalerweise kommen die Probleme nach 10-25 Jahren und meistens kommt das erste Loch ganz oben.

Erstmal sollte da anderes Material hin: galvanisiere Rohre

was ist denn das?? Hab ich noch nie gehört…

Galvanisiern ist eine Technik bei der auf das normale Metall eine dünne Schutzschicht aufgebraucht wird. Je nach Qualität und Ausführung kann man durch die Rohre auch schärfere Säuren pumpen. Wenn da nur Wasser durchfliest hält sowas ewig. Grösstes Risiko ist das Zusetzen mit Kalk oder Dreck. In einigen Gemeinden muss man sogar vom Hauptanschluss unter der Strasse bis ins Haus mit galvanisiertem Material arbeiten (weil’s ein Sauaufwand ist die Leitungen später auszutauschen)

Was spricht denn gegen Kugelhähne??

Kugelhähne lössen dein Problem nicht. Kugelhähne haben einen einzigen grossen Vorteil: Beim zufrieren überleben sie öfter als normale (weil kein Wasser im Hahn selbst stehen bleiben kann). Bei allem anderen (Dichtigkeit, Betriebsdruck,…) sind die normalen Schieber überlegen. Wie’s mit Steinen im Rohr aussieht kann ich dir so nicht sagen, das Problem ist dafür zu speziell.

Verbau Zeug das auf den 10x Druck ausgelegt ist, besteh auf grossen Durchmessern. Wenn dir der Preis egal ist: galvanisierte Rohre auf engem Raum verlegen ist die Hölle und dauert ewig (Arbeitzeit kostet mehr als Material), ist aber durchaus machbar.

cu

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Hi nochmal!

Nimm eine Rohzange und zieh sie _vorsichtig_ nach.

Ja, gute Idee, das werde ich mal versuchen, so kann ich mir vielleicht viel Arbeit ersparen.

lass das Wasser mal genauer
testen (und benutz es erstmal nicht zum Kochen…)

Nein, das wird eh nur für die Bäder, Garten usw. verwendet, in den Küchen ist Leitungswasser.

Im offenen oder geschlossenen Zustand festge"rostet" ?
Offen => Bedingungsfehler, geschlossen => sehr
agressives Wasser, halb-offen => Stein/Dreck im Rohr, kein
Filter davor gesetzt ?

Nein, unglückliche Konstruktion, in Verbindung mit Bedienungsfehler.
Filter ist vorhanden.
Hier ein Bild:
http://www.arcor.de/palb/alben/33/1914533/1024_31333…

Das ist ein
Schrägsitzhahn, und weil durch die Brunnenpumpe wohl mal
entgegen der normalen Fliessrichtung Druck angelegen hat, ist
der warscheinlich zerstört wurden.

Wenn mal die Brunnenpumpe ausser Betrieb ist, wird nur Leitungswaser verwendet.
Bei der Wiederinbetriebnahme der Pumpe wurde das jetzt def. Ventil geöffnet, warscheinlich hat da der höhere Wasserdruck (entgegen der normalen Fliessrichtung) den Ventilteller des Hahnes irgendwie abgelöst, der verklemmt sich nun manchmal.
daher dachte ich an einen Kugelhahn, weil dem die Durchflussrichtung und unterschiedliche Druckrichtung egal ist.

Galvanisiern ist eine Technik bei der auf das normale Metall
eine dünne Schutzschicht aufgebraucht wird. Je nach Qualität
und Ausführung kann man durch die Rohre auch schärfere Säuren
pumpen. Wenn da nur Wasser durchfliest hält sowas ewig.
Grösstes Risiko ist das Zusetzen mit Kalk oder Dreck. In
einigen Gemeinden muss man sogar vom Hauptanschluss unter der
Strasse bis ins Haus mit galvanisiertem Material arbeiten
(weil’s ein Sauaufwand ist die Leitungen später auszutauschen)

Galv. Rohre sind mir völlig unbekannt, hab ich noch nie gehört. Bei uns war seit 1933 Asbestzementrohr verlegt, (ausserhalb), und vor paar Jahren haben wir clevererweise PE-Rohr durch das alte AZ-Rohr einfach durchgeschoben, bis zum nächsten Schieber in der Strasse. Wir haben da 50 Meter durchgeschoben, sogar durch 2 Bögen…

Grüße, Steffen!

Moin

Nein, unglückliche Konstruktion, in Verbindung mit
Bedienungsfehler.

Ja, die Konstruktion ist wirklich nicht ganz glücklich (Rückschlagventile fehlen…) , aber das ist kein fataler Fehler. Das Ventil ist wahrscheinlich einfach nur festgerotet. Die normalen Ventile für den „Hausgebrauch“ sind auf 10 Bar ausgelegt. D.h. egal aus welcher Richtung der Druck kommt, 10 Bar richten keine Schäden an. Brunnenwasser u.U. aber schon…

Wenn du umbaust: gibt ein bisschen mehr aus und nimm Material das für Meerwasser (kalt) und 25 Bar gedacht ist. Das ist innen mit Edelmetall beschichtet und es werden keine Gummi-dichtungen verwendet. Da passiert sowas nicht.

Bei der Wiederinbetriebnahme der Pumpe wurde das jetzt def.
Ventil geöffnet, warscheinlich hat da der höhere Wasserdruck
(entgegen der normalen Fliessrichtung) den Ventilteller des
Hahnes irgendwie abgelöst, der verklemmt sich nun manchmal.

Baus aus, mach es auf. Ich wette auf Korossionsschäden am Ventil-teller und desen Dichtung. Die Dichtung ersetzen könnte schon helfen.

daher dachte ich an einen Kugelhahn, weil dem die
Durchflussrichtung und unterschiedliche Druckrichtung egal
ist.

Kuck mal hier:
http://www.tlv.com/de/product/fb5/fb5g/fb5g.htm

Schieber, ganz ohne Richtung…

cu

Hallo Steffen.
Zu 1. Alle Hähne, Ventile setzen sich mit der Zeit zu/fest wenn sie nicht regelmässig benutzt/betätigt werden. Die DIN sieht hier ein Zeitraum von 6 Monaten vor.
Zu 2.Am einfachsten sind die von dir benutzten Schrägsitzventile zu Reparieren. Im Fachhandel bekomst du ein komplettes Oberteil, altes Oberteil raus, Ventilsitz abfräsen, neues Oberteil rein und Fertig. Natürlich kanst du das alte Oberteil auch entkalken, neu einfetten, neue Dichtung rein und Fertig.
Zu 3. Die Verschraubungen müssten bei deiner Kupfer Installation doch aus Messing sein!? Dann einfach nachziehen, wie pumpkin schon geschrieben hat.
Zu 4. Wenn dort Wasser heraustropft ist die Grüne Oxidschicht normal. Wie glaubst du sehen deine Rohre innen aus? Das ist die normale Patina die das Kufer vor dem weiterrosten schützt.
Übrigens bist du sicher daß es von der Verschraubung kommt? Kann es nicht sein daß die Lötverbindung undicht ist?
Zu deiner Zeichnung. Das Ventiel das vom Brunnenwasser kommt, da hast du den Ventilteller abgerissen! Das ist nicht mehr zu reparieren und du must ein neues Ventiloberteil einbauen. Nach deiner Zeichnung hast du 6bar auf der Trinkwasserzuleitung und nur 3,8bar auf der Zuleitung vom Brunnen. Du hast also das Ventil gegen den Druck 6 - 3,8 = 2,2 bar aufgezogen. Der Druck von 2,2bar reicht aus um den Ventilteller auf seinem Sitz festzuhalten während du die Spindel davon abgezogen hast. Hier würde ich den Einbau eines Kugelhahnes empfehlen.

Das Galvanisierte Gewinderohr ist/wahr das Leitungsmaterial des 20ten Jahrhunderts, so wie das Bleirohr das Leitungsmaterial des 18ten Jahrhunderts wahr. Es ist jetzt aber meiner Meinung nach überhohlt. Kupfer und Plastikrohre sind nicht nur in der Verarbeitung besser, sondern sie sind auch nicht so anfällig (für Rost zB. gegenüber Kupfer)

Das Trinkwasser Leitungsmaterial des 21ten Jarhunderts ist der Edelstahl. Ist übrigens bei uns in den öffentlichen Gebäuden vorgeschrieben.

Ich hoffe ich konnte dir damit helfen
Gruß
Norbert

Nachtrag zum nachdenken.
Hallo Steffen.
Zu deiner Zeichnung.
Ich nehme an dass du die Leitung vom Brunnen fest mit der Trinkwasserzuleitung verbunden hast!?
Das ist laut Trinkwassergesetz strengstens verboten.
Die eigene Wasserversorgung, sei es jetzt Wasser aus einem Brunnen/Quelle oder aus einem Regenwasserauffangbecken, darf nicht fest mit der öffentlichen Trinkwasserleitung verbunden werden.
Es reicht auch nicht aus einfach eine Schlauchverbindung herzustellen, sondern es muss über einen freihen Auslauf verbunden werden. Dieser mus einen abstand zu dem höchst möglichen Wasserstand (überlauf) von mindestens 2 cm oder 2 X den Rohrdurchmesser.

Fals Wasser aus deinem Brunnen in die öffentliche Trinkwasserleitung gelangt und im schlimsten Fall jemand erkrankt, kann das Teuer werden wenn nicht sogar mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden.

Gruß
Norbert

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Hallo auch!

Ja, es ist tatsächlich so, wie du vermutest.

Es reicht auch nicht aus einfach eine Schlauchverbindung
herzustellen, sondern es muss über einen freihen Auslauf
verbunden werden. Dieser mus einen abstand zu dem höchst
möglichen Wasserstand (überlauf) von mindestens 2 cm oder 2 X
den Rohrdurchmesser.

Das kapier ich nicht ganz,
könntest du das bitte nochmal genauer erklären?
Rückschlagventil ist auch nicht OK?
Und die Leitung komplett trennen, und nur bei Problemen mit dem Brunnen
mittels Schlauch verbinden, das wäre kein Problem für mich, bisher hatte ich auch noch keine Sorgen mit dem Brunnen / der Pumpe.

Und nochmal zum eigentlichen Problem:
Einen hochwertigen Kugelhahn konnte ich heute leider nicht besorgen, der müsse erst bestellt werden.
Dafür habe ich aber einen hochwertigen 3/4 Zoll Absperrschieber mit passenden Verschraubungen angeboten bekommen. (Gas + Wasser)
Wäre das OK?

Grüße, Steffen!

Hallo nochmal,
also ich hab die Bestimmungen zwecks „freien Auslauf“ usw. gesucht und auch gefunden.
Na gut, also lasse ich das, das würde auch baulich garnicht gehen…
Da werde ich es also komplett trennen.

Trotzdem Danke für die Hilfe !

Grüße, Steffen!