Trinkwasserausdehnungsgefäß - Richtlinien?

Hallo Experten,

gestern hatte ich einen Gas- und Wasserinstallateur bei mir zu Hause.

Als dieser zufällig mein „Trinkwasserausdehnungsgefäß“ gesehen hat, meinte der gleich: So’n ding ist seit 1997 nicht mehr zugelassen!
Es sein kein „durchströmtes“ Gefäß.

Der Grund: ein „nicht“ durchströmtes Trinkwasserausdehnungsgefäß ist der Verkeimung ausgesetzt, weil das Wasser darin nie ausgetauscht würde.

Damit meinte er, dass man entweder ein „durchströmtes“ Trinkwasserausdehnungsgefäß einbauen sollte oder eben ganz darauf verzichten sollte. (Das davor installierte Überdruckventil usw. sei in Ordnung).

Jetzt meine Frage:
Dieses angeblich " falsche" Gefäß wurde bei mir 2002 eingebaut. Und zwar im 1:1-Austausch gegen ein baugleiches defektes Gefäßes, welches schon „immer“ da war.

Laut meinem Installateur, hätte es nicht eingabaut werden dürfen, da es ja nach 1997 eingebaut wurde.

Hat er recht? Und wo finde ich die entsprechende Richtlinie?

Wenn er Recht hat, dann werde ich die Instafirma, die mir das „falsche“ Gefäß installiert hatte ansprechen und um Austausch bitten.

Ich würde mich über Fachkundige Informationen sehr freuen.

Vielen Dank

Jens aus Wolfenbüttel

gestern hatte ich einen Gas- und Wasserinstallateur bei mir zu
Hause.

Als dieser zufällig mein „Trinkwasserausdehnungsgefäß“ gesehen
hat, meinte der gleich: So’n ding ist seit 1997 nicht mehr
zugelassen!
Es sein kein „durchströmtes“ Gefäß.

Der Grund: ein „nicht“ durchströmtes
Trinkwasserausdehnungsgefäß ist der Verkeimung ausgesetzt,
weil das Wasser darin nie ausgetauscht würde.

Damit meinte er, dass man entweder ein „durchströmtes“
Trinkwasserausdehnungsgefäß einbauen sollte oder eben ganz
darauf verzichten sollte. (Das davor installierte
Überdruckventil usw. sei in Ordnung).

Hi
Er hat Recht. Es bildet sich ein Brackwasserbereich, welcher bei Druckschwankungen in das Trinkwasser gelangt (Verfaultes Wasser).
Es stinkt und ist gesundheitsschädlich.
Wer auch immer dir das Gefäß verkauft hat, war entweder dämlich oder wollte selbiges noch loswerden (alter Bestand).
Grüße Vanic.

Hi Vanic

Er hat Recht. Es bildet sich ein Brackwasserbereich, welcher
bei Druckschwankungen in das Trinkwasser gelangt (Verfaultes
Wasser).
Es stinkt und ist gesundheitsschädlich.
Wer auch immer dir das Gefäß verkauft hat, war entweder
dämlich oder wollte selbiges noch loswerden (alter Bestand).

Der Behälter befindet sich aber in der Kaltwasserleitung. Ist das dann auch so?
Weil Legionellen mögen doch eher warmes Wassser, oder)

Kennst du eine Verordnung, die das beschreibt?
Ich muss ja irgendwas dem Installateur vor die Nase halten…

Bis dann

Jens aus Wolfenbüttel

Hallo Jens.

Der Behälter befindet sich aber in der Kaltwasserleitung. Ist
das dann auch so?
Weil Legionellen mögen doch eher warmes Wassser, oder)

Legionellen vermehren sich grundsätzlich auch im Kalten Wasser, die obtimale Wachstumsbedingungen sind bei Temperaturen zwischen 30 und 45 °C, bei niedrigen Temperaturen überleben die Legionellen sie haben aber nur eine außerordentlich geringe Vermehrungsrate, bei Temperaturen zwischen 55 und 60°C überleben sie, bei Temperaturen über 60°C sterben sie ab.
Übrigens wachsen in stehendem Trinkwasser nicht nur Legionellen heran!
Legionellen sind halt nur am bekantesten.

Kennst du eine Verordnung, die das beschreibt?
Ich muss ja irgendwas dem Installateur vor die Nase halten…

In der dem Fachbuch des DVGW, Aktuelle Erläuterungen zur DIN 1988 teil 2 steht,
ZITAT:
Der Einbau von Membrandruckausdehnungsgefäßen im zusamenhang mit Trinkwassererwärmungsanlagen ist nach DIN 1988 nicht vorgesehen, da in die Trinkwasserinstallation nur benötigte Armaturen und Apparate eingebaut werden sollen.
Trotzdem werden nach Aussage des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (SHK) von zalreichen Installationsunternehmen Ausdehnungsgefäße eingebaut, um das Ansprechen des Sicherheitsventils zu verhindern.
ZITAT Ende.

Nur zur Information wenn dein Installateur Sagen sollte daß die DIN 1988 nicht mehr gültig sei, sämtliche DIN Normen werden durch EN Normen ersetzt. Die DIN 1988 ist bereits teilweise durch eine EN Norm ersetzt worden und auch in der entsprechenden EN Norm wird nichts schlechteres stehen als in der DIN 1988, eher das Gegenteil.

Ich hoffe das hilft dir weiter.
Gruß
Norbert

Hi Norbert,

nochmals Dank für deine Antwort :smile:)

[…]
Übrigens wachsen in stehendem Trinkwasser nicht nur
Legionellen heran!
Legionellen sind halt nur am bekantesten.

Aha…na klar, dass sich da noch andere Viecher drin tummeln…

Ich hoffe das hilft dir weiter.

ooh ja, ich denke schon. Aber reicht das, um dem Installateur um Änderung zu bitten?
Denn in dem Norm-Zitat steht anders gesagt, dass es grundsätzlich ja gar nicht vorgesehen sei, überhaupt ein Ausdehnungsgefäß (egal welcher Bauart) einzubauen…dennoch werden welche eingebaut.

Heißt das, dass ich gar keins brauche und das Ding auch rausschmeißen kann?? Aber dann verschwinden doch Unmengen guten Trinkwassers über das Überdruckventil im Gulli, oder?

Wie siehst du das. Was sollte ich deiner Meinung nach tun?

Bis dann

Jens aus Wolfenbüttel

Hi

Das wird dir weiterhelfen: http://www.reflex.de/reflex/html/index.php?lang=1&tp=3 danach auf „Ausdehnungsgefäße in Trinkwasseranlagen“.
Viel Erfolg

Gruß Vanic

Hallo Jens

nochmals Dank für deine Antwort :smile:)

Bitte gern geschehn.

ooh ja, ich denke schon. Aber reicht das, um dem Installateur
um Änderung zu bitten?

Du meinst auf kosten des Installateurs? Ich denke nicht dass der sich so einfach auf sowas einläst und um ein Austausch oder Beseitigen des Ausdehnungsgefässes über einen Anwalt/Gericht einzufordern übersteigt bei weitem die Kosten für den Umbau oder Demontage.

Denn in dem Norm-Zitat steht anders gesagt, dass es
grundsätzlich ja gar nicht vorgesehen sei, überhaupt ein
Ausdehnungsgefäß (egal welcher Bauart) einzubauen…dennoch
werden welche eingebaut.

Heißt das, dass ich gar keins brauche und das Ding auch
rausschmeißen kann??

Ja genau das heißt das.

Aber dann verschwinden doch Unmengen guten Trinkwassers über das
Überdruckventil im Gulli, oder?

So viel ist das nicht aber immer besser als eine Bazillenschleuder denn die Membranen stellen nachweislich ein perfeckten Nährboden für die diversen Bazillen dar. Worauf übrigens kein Hersteller dich aufmerksam macht.

Wie siehst du das. Was sollte ich deiner Meinung nach tun?

Wie gesagt das was ich gestern gepostet hatte ist nicht meine Meinung sondern ein ZITAT aus einem Fachbuch.
Ich persönlich habe einen Trinkwassererwärmer mit 200 Liter Inhalt der von der Zentralheizung beheitzt wird.
Das vorgeschribene Druckminderventil ist gleich nach dem Filter eingebaut und ein Ausdehnungsgefäss war vorhanden, da als ich die Anlage erichtet hatte, es eben so gemacht habe wie ich es in der Schule gelernt hatte. Durch Probleme in der Trinkwasserinstallation auf der Arbeit wurde ich auf die Fehlerstellen aufmerksam.
Ich habe mir einige DIN Normen, Fachbücher und die Trinkwasserverordnung besorgt und „Studiert“.
Nachträglich wurden deshalb bei uns auf der Arbeit und bei mir Zuhause sämtliche Leitungen die Stehendes Trinkwasser enthielten beseitigt oder umgebaut.
Die Verbindung zu sämtlichen nicht Trinkwasserleitungen (zB. die Zentralheizung) wurden getrennt (Flexible Schlauchleitung).
Sämtliche Verbindungen zu Abflussleitungen wurden getrennt (Minestabstand 2cm oder 2XDurchmesser zwichen dem Trinkwasserauslauf und dem Abfluss).
Das Trinkwasserausdehnungsgefäss wurde mitsamt der Zuleitung entfernt.

Mein Sicherheitsventil tropft eigentlich nur wenn der gesamte Trinkwassererwärmer entleert wurde, sonst nicht da der Druckminderer auf 4bar eingestellt ist und das Sicherheitsventil erst bei 6bar öffnet.

Das ist das was ich bei mir Umgeändert habe und stellt somit meine Meinung dar.

Gruß
Norbert

1 „Gefällt mir“

Hallo Norbert,

um Änderung zu bitten?

Du meinst auf kosten des Installateurs? Ich denke nicht dass
der sich so einfach auf sowas einläst

Nein, denke ich auch nicht, aber versuchen kann ich es ja mal…

und um ein Austausch

oder Beseitigen des Ausdehnungsgefässes über einen
Anwalt/Gericht einzufordern übersteigt bei weitem die Kosten
für den Umbau oder Demontage.

Ich will doch keinen verklagen. Blödsinn! Ich will nur mal sehen, ob der anhand der Fakten bereit wäre, mir entgegenzukommen.

Heißt das, dass ich gar keins brauche und das Ding auch
rausschmeißen kann??

Ja genau das heißt das.

Aber dann verschwinden doch Unmengen guten Trinkwassers über das
Überdruckventil im Gulli, oder?

So viel ist das nicht aber immer besser als eine
Bazillenschleuder denn die Membranen stellen nachweislich ein
perfeckten Nährboden für die diversen Bazillen dar. Worauf
übrigens kein Hersteller dich aufmerksam macht.

Klar, die wollren ja ein Ausdehnungsgefäß verkaufen.

Wie siehst du das. Was sollte ich deiner Meinung nach tun?

[…]
Das Trinkwasserausdehnungsgefäss wurde mitsamt der Zuleitung
entfernt.
[…]

Das ist das was ich bei mir Umgeändert habe und stellt somit
meine Meinung dar.

…und dafür bin ich dir sehr dankbar :smile:)
Denn was ich gesucht habe, ist ja genau die Meinung eines Fachmannes.

Also nochmal, vielen Dank für diese ausführlichen Antworten.

Bis dann

Jens aus Wolfenbüttel

Hi Vanic

Das wird dir weiterhelfen:
http://www.reflex.de/reflex/html/index.php?lang=1&tp=3 danach
auf „Ausdehnungsgefäße in Trinkwasseranlagen“.

Vielen Dank für diesewn Link.
Ich hatte sogar den selben von jemanden anderen bekommen.
Das hat mir wirklich geholfen :smile:

Vielen Dank

Jens aus Wolfenbüttel