Holzboden auf Terrasse - welches Holz nehmen?

Hi Experten,

ich möchte auf meiner Terrasse die hässlichen grauen Betonplatten mit einem Holzboden überdecken. Der soll aber nicht nur schön sondern auch langlebig und robust sein…
Welches Holz muss ich für Traglatten und Bodenpaneelen nehmen?

Gibt es eigentlich auch für solche Böden dann Imprägniermittel wie zB Öl wie es das auch für Garten-Holzmöbel gibt?

Dank vorab für Tipps und Hinweise,

Gruss,

-Martin-

Hallo Martin,

momentan in aller Munde und tatsächlich meiner Meinung nach auch die beste Wahl ist Bankirai. Das soll ohne weitere Behandlung 20-30 Jahre halten, und sieht gepflegt schön rötlich braun, ungepflegt trotzdem elegant hellgrau aus. Leider ist der Spaß nicht ganz billig, und stellt die Verarbeitung einige Anforderungen. So darf Bankirai nur mit Edelstahlschrauben verarbeitet werden und ist extrem hart und schwer, kostet also gerne mal einen Bohrer, und man darf sich schnell mal über abgedrehte Schrauben freuen, wenn die Löcher nicht sauber vorgebohrt wurden und das Drehmoment der Maschine zu stark war.

Für die Terrasse bieten sich ggf. Holzfliesen an, die es z.B. bei McGarden zu bezahlbaren Konditionen gibt. Diese werden auf Konstruktionshölzern (ebenfalls aus Bankirai) festgeschraubt. Ich habe gerade vor einer Woche bei uns am Teich ein entsprechendes Deck fertiggestellt. Mein Bruder hat an unserem Elternhaus (allerdings mit Bankirai Dielen) genau so ein Projekt vorletztes Jahr gemacht, wie Du es jetzt vorhast. Beide Anlagen gefallen uns und den Besuchern sehr gut.

Alternativ (und ggf. billiger) kann man auch auf Lärche oder Douglasie bzw. Robine (Achtung giftig, z.B. Sägestaub nicht einatmen, Kinder nicht mit Resten spielen lassen!) zurückgreifen. Ganz billig kommt man bei kesseldruckimprägnierten heimischen Nadelhölzern weg, aber da hätte ich bei der Haltbarkeit doch meine Bedenken.

Geh doch einfach mal in die nächstgelegenen Holzhandlungen und Holzfachmärkte. Da bekommst Du jede Menge Beratung und Anregungen.

Gruß vom Wiz, der gerade eine große aufgeständerte Terrasse direkt am Haus aus Bankirai als nächstes Projekt plant und vorbereitet.

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Hi Martin,

ich hab eine kleine Terasse vor unserer Küche aus Douglasienholz gebaut. Douglasie vergraut mit der Zeit, wenn es nicht lackiert wird, hält aber ohne jede Behandlung problemlos mehrere Jahrzehnte.
Meine Hausverkleidung hab ich auch damit gemacht, ohne das Holz zu behandeln und die hält jetzt schon ettliche Jahre.

Dann gibts noch Lärche, aber die ist etwas weicher als Douglasie.

Als ultimatives Holz für den Außenbau empfehle ich Robinie.
Da gibt es aber nur schwer lange Brettware, sodaß ich hier auf quadratische Elemente hinweisen möchte (Holzfliesen).
Auch Robinie ist ohne jede Behandlung jahrzehnte wetterfest und vergraut nur. Dazu kommt das sie ein sehr hartes Holz liefert, daß auch sehr gut mit mechanischen Belastungen klarkommt.

Allerdings ist konstruktiv darauf zu achten, daß es keine Staunässe gibt, aber das gilt auch für behandelte Bretter.

Gandalf

Hallo!

momentan in aller Munde und :tatsächlich meiner Meinung :nach auch die beste Wahl ist :Bankirai. Das soll ohne :weitere Behandlung 20-30 :Jahre halten…

Ebenso lange hält unbehandelt einheimische Lärche. Als Alternative bietet sich Robinie an. Das Holz ist sehr widerstandsfähig und hart, hält unbehandelt problemlos Jahrzehnte bei freier Bewitterung aus.

Ich empfehle die einheimischen Hölzer, weil Sorten wie Bankirai oft aus Raubbau z. B. aus Indonesien stammen. Damit tun wir uns keinen Gefallen und es gibt i. d. R. keinen vernünftigen Grund, Holz über den halben Globus zu transportieren. Lärche und insbesondere Robinie stehen den Hölzern aus tropischen Gegenden bezüglich Haltbarkeit nicht nach.

Ich lagere erhebliche Mengen verschiedener Hölzer. Fast alle Sorten neigen zum Schädlingsbefall, Robinie aber nicht. Ist wohl zu hart. Bei Lärche ist Wurmfraß völlig unbekannt. Deren Holz wurde über Jahrhunderte für Pfahlgründungen benutzt. Bis heute werden Fußgängerbrücken aus Lärche gebaut, die ohne jede Pflege ein Menschenleben überdauern. Das Holz ist zähelastisch, neigt nicht zum Splittern und hat eine attraktive rötliche Färbung.

Für Lärche und erst recht für die noch härtere Robinie braucht man gute Bearbeitungswerkzeuge. Ich mußte vor Jahren eine Robinie zu Feuerholz machen, weil sie so drehwüchsig, krumm und astig war, daß sich nichts anderes damit anfangen ließ. Meine riesige, selbstfahrende Dieselsäge merkt von Eiche oder Buche mit einem halben Meter Durchmesser nichts. In der Robinie biß sie sich fest. Einige Baumscheiben hab ich noch. Ich müßte sie maschinell knacken, per Spaltaxt ist nichts zu machen. So viel zu Dauerhaftigkeit und Festigkeit einiger einheimischer Holzarten. Deshalb sehe ich überhaupt keinen Grund, Tropenhölzer zu verwenden.

So manche Holzkonstruktion segnet nicht etwa das Zeitliche, weil das Holz nicht ausreichend wetterfest ist, sondern aufgrund handwerklich ungeeigneter Verarbeitung und weil immer noch viele Leute Holz im Außenbereich lackieren.

Gruß
Wolfgang

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DANK an alle!! owT
.

hallo martin,

also als resüme der ganzen artikel:
billig und haltbar - lärche
teuer und ulitmativ - bankirai
und der rest liegt dazwischen…

zu der frage mit dem öl: gibt es für jede holzsorte und ist speziell im aussenbereich auf die einzelnen holzsorten zugeschnitten (chemische zusammensetzungen des holzes). mehr gibts im fachmarkt…

gruß

markus

hallo,

also als resüme der ganzen artikel:
billig und haltbar - lärche

na ja billig ist relativ :wink:

teuer und ulitmativ - bankirai - Robinie
und der rest liegt dazwischen…

zu der frage mit dem öl: gibt es für jede holzsorte und ist
speziell im aussenbereich auf die einzelnen holzsorten
zugeschnitten (chemische zusammensetzungen des holzes). mehr
gibts im fachmarkt…

Bei Robinie kannst Du irgendwelche Behandlung vergessen weil nicht nötig!
Die Oma meiner Frau hatte Gartenmöbel aus Robinie, die rund fünfzig Jahre in Gebrauch waren, bevor sie verbrannt wurden. Sie standen fast immer drausen (auch im Winter) und haben nie auch nur einen Tropfen Öl, Lack oder sonstewas gesehen.
Sie standen allerdings auf Gehwegplatten, damit con unten keine Feuchtigkeit hochziehen konnte.

Gandalf

gruß

markus

Hallo!

Ich empfehle die einheimischen Hölzer, weil Sorten wie
Bankirai oft aus Raubbau z. B. aus Indonesien stammen.

Kann man aber sicher nicht alles über einen Kamm scheren.
Z.B. hier:

http://www.latinwood.de/Trittplatten.htm

Gruß
Peter

http://latinwood.de/Schwierige-Holzarten.htm

Bankirai gilt aus deren Sicht als gefährdete Holzart

Gruß
Peter

Hallo Peter!

Kann man aber sicher nicht alles über einen Kamm scheren.
Z.B. hier:

http://www.latinwood.de/Trittplatten.htm

Ich wollte nicht verallgemeinern.

Wir haben aber mit Lärche und Robinie einheimische Hölzer, die frei bewittert, unbehandelt und ohne jede Imprägnierung Jahrzehnte durchhalten, nicht von Schädlingen befallen werden und den Einsatz von Tropenhölzern überflüssig machen.

Die Möglichkeit, Lärche zu verwenden, hatten wir hierzulande schon immer. Lärche wird seit Jahrhunderten verbaut. Aus mir unbekannten Gründen wurden statt dessen in den letzten Jahrzehnten mangelhaft resistente und wurmfraßanfällige Hölzer wie Kiefer und Fichte mit Imprägnierungen und oft sogar Lackbeschichtungen verwendet oder teure Tropenhölzer. Es müssen alljährlich Millionen Arbeitsstunden sein, die dafür drauf gehen, um für den Zweck ungeeignetes Holz zu reinigen und mit allerlei giftigem Zeugs zu bepinseln.

Etwas anders sieht es bei Robinie aus. In älteren Konstruktionsbüchern für das Bau- und Holzgewerbe taucht Robinie überhaupt nicht auf, obwohl sie in praktisch jeder Menge zur Verfügung steht, etwa bei mir in der Gegend wie Unkraut wächst und nach DIN (genaue Bezeichnung hab ich gerade nicht zur Hand) in der gleichen Beständigkeitsklasse wie die tropischen Harthölzer liegt. Die Verwendung von Robinie als Bau- und Konstruktionsholz war früher kaum möglich, weil nur selten Langmaterial anfällt. Die Bäume sind zumeist so drehwüchsig, daß man nur kurze Stücke erhält, aber kaum 5 oder 6 m lange Balken. Die Herstellung von Möbeln und Bodenbelägen ist ohne weiteres möglich, aber lange Stücke müssen als Leimbinder hergestellt werden. Damit erhält man praktisch beliebige Formen, Querschnitte und Längen mit enormer Festigkeit. Grund zum Jammern hat dabei nur die chemische Industrie, denn Pflege, Imprägnierungen und Farbe sind entbehrlich - einfach hinstellen und ein Leben lang vergessen - da rottet nichts. Für Schädlinge ist das Holz zu hart. Buche, Eiche, Kiefer und Fichte wird gefressen, aber Robinie nicht.
Dazu kommt, daß Robinie (Scheinakazie) nicht Generationen oder gar hunderte Jahre braucht, um zum stattlichen Baum zu werden. Robinien wachsen vergleichsweise schnell.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Wolfgang!

danke, daß Du mir die Lärche so ans Herz gelegt hast.
Es ist schon verrückt, in Baumärkten (pfui) findet man sie aber leider nicht.
Zur Robinie, na ja.

Da sollte man sicher folgende Aussage zur Kenntnis nehmen:

http://www.holz.de/holzartenlexikon/de_zeigeholzart…

„…Heilkunde: In allen Pflanzenteilen der Robinie sind die Toxalbumine Robin und Phasin enthalten. Zusätzlich wurden die Glykoside Syringin und Piperonal, Gerbstoffe, Harz und in den Blüten Flavonglykoside entdeckt. Der Gehalt an Robin ist in der Rinde am höchsten. Die ganze Pflanze, vor allem die Rinde und die Früchte, sind stark giftig. Es wird sogar von Intoxikationen mit letalem Ausgang durch die Inhalation von Holzstaub bei der Verarbeitung des Holzes berichtet…“

Gruß
Peter

die holzöle haben bei diesen hölzern ja eigentlich den zweck die optik zu erhalten. dass robinie unter fachgerechten bedingungen kaum kaputt zu kriegen ist, ist hier schon lang kein geheimnis mehr.

gruß

markus

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Hallo Peter,

Da sollte man sicher folgende Aussage zur Kenntnis nehmen:

dann sollte auch zur Kenntniss genommen werden, daß Holzstaub von z.B. Buche und Eiche zu den krebserzeugenden Arbeitsstoffen gehören.
Quelle: Merkblätter der BG-Chemie (hab sie leider nicht online)

Der Holzstaub von Fichte, Kiefer und Tanne ist ein Stoff, der bekanntermaßen sensibilisierend wirkt.

Man kann alles übertreiben.

Gandalf

Nur noch eines, was hier nicht erwähnt wurde, aber für einen Heimwerker sicherlich nicht uninteressant:

http://ralf.rebmann.bei.t-online.de/robinie.htm

Ich meine vor allem den Punkt mit der Vergiftung…

Also Obacht, wenn man damit seine Terasse ausstatten will.
ich würde da doch eher auf Lärche zurückgreifen.

Grüße

Chris