Re: Holzvergaser oder Pelletsheizung
Hallo Heike!
Da wir uns nicht einigen :können (Holzvergaser oder :Pellets) waren wir
überglücklich, als wir sahen, :daß es auch Kombikessel gibt.
Jetzt kam mein Freund :(Holzvergaserbefürworter)...
Was beim Holz mit hoher Temperatur verbrennt, ist immer Holzgas. Insofern ist sowohl ein Pellets- als auch ein Scheitholzbrenner stets ein Holzvergaser. Schließlich sind Holzpellets nichts anderes als getrocknete und gepresste Holzspäne/Holzschnitzel.
Automatisch beschickte Pellets- und Spänebrenner sind im gewerblichen Bereich seit Jahrzehnten ein alter Hut. Um diese Art Brenner für den Privathaushalt wird seitens der Hersteller ein Riesenbrimborium veranstaltet. Was es für derartige Kessel an staatlicher Förderung gibt, greifen die Hersteller mit nach meiner Einschätzung deutlich überhöhten Preisen wieder ab. Gerne benutztes Argument für Holzpellets sind steigende Preise für Öl, Gas und Kohle. Dabei wird aber unterschlagen, dass die Pellets keineswegs preisgünstiger zu haben sind. Es darüber hinaus ganz sicher nicht damit zu rechnen, dass irgendein Energieträger den billigen Jakob am Brennstoffmarkt macht. Vielmehr führt das Marktgeschehen für alle Energieträger zu einem ähnlichen Preisniveau pro kWh. Der in Heizungsanlage und Brennstoffbevorratung zu treibende räumliche und technische Aufwand ist bei Pellets und Hackschnitzeln jedoch höher als bei Öl und Gas. Bitte fasse das nicht als Statement gegen Pellets auf. Es sind einfach nur Fakten, die man vor der Entscheidung für eine Brennstoffart kennen sollte.
Scheitholz kann erheblich billiger sein als Öl, Gas, Kohle oder Holzpellets - jedenfalls auf den ersten Blick. In einer Gegend mit bewirtschafteten Wäldern ist es zumeist kein Problem, sich die Holzladung eines kompletten Lkw-Zuges mit 100 Festmetern für kleines Geld auf den Hof karren zu lassen. Dem Fahrer zugesteckte ein oder zwei Hunderter können schon reichen. Wenn das Holz aus 2 bis 3 Meter langen Stücken abgeladen ist, Du Dich tage- und wochenlang mit Motorsäge, Spaltaxt und Kreissäge damit amüsiert hast, Brennholz daraus zu machen, das nach Aufschichtung mindestens 2 Jahre lagern muß,
wirst Du verstehen, weshalb diese Art der Heizung nur auf den ersten Blick billig ist. Was Du an Bargeld sparst, zahlst Du in Form von Knochenarbeit und hohem Zeitaufwand. Wenn Du tatsächlich nachrechnest, kommst Du auf einen Stundenlohn, für den Du sonst keinen Job annehmen würdest. Falls Du auf die Idee kommst, das Holz per vom Fortamt gekauften Flächenlos selbst mit der Motorsäge zu ernten und zu transportieren, explodieren Knochenarbeit und Zeitaufwand und Du wirst plötzlich der Meinung sein, dass Öl und Gas unglaublich preiswert sind. Zu dieser Überzeugung wirst Du vermutlich schon nach dem ersten selbst geernteten Festmeter kommen, der dem Heizwert von 100 Litern leichtem Heizöl entspricht. Ich hacke seit Jahren Holz, was mir körperlich keineswegs schadet, aber mich wissen läßt, wovon bei Holzheizungen die Rede ist. Am Rande: Ich habe eine Nummer parat, die für "Wetten dass" reif ist. Am Hackklotz stehend, kann ich mit der rechten Hand mit der Axt Holz spalten und die zerhackten Stücke mit der linken Hand in etwa 2 Meter Entfernung so hinwerfen, dass eine sauber aufgeschichtete runde Holzmiete entsteht. Na, ist das was? :-)
Wenn Du den hohen finanziellen und technischen Aufwand für eine Pelletsheizung treiben willst, dann mach es, aber verknüpfe damit nicht die Hoffnung auf einen gegenüber Öl oder Gas billigeren Brennstoff. Wenn für die Aufbereitung von Scheitholz genügend Zeit und ein Mensch mit gesunden Knochen vorhanden sind, beschaffe einen Kombibrenner, dessen Brennraum sowohl automatisch mit Pellets, als auch manuell mit Scheitholz beschickt werden kann.
wenn einer der beiden Brenner :den Geist aufgibt, man diesen
nicht reparieren kann. :Allerdings funktioniert der :andere ja weiterhin.
Ein Kombigerät hat nur einen Brennraum, der entweder automatisch per Förderschnecke über eine aus Feuerschutzgründen vorgeschaltete Kammer mit Pellets oder manuell mit Scheitholz beschickt wird. Wenn am Heizungskessel etwas defekt ist, bleibt die Bude kalt. Ist etwas an der Pelletsförderung defekt, kann man immer noch mit Scheitholz heizen. Aber: An einer Holzheizung kann schon mal ein Defekt auftreten.... der automatische Aschenaustrag der Pelletsheizung funktioniert nicht, die Förderschnecke klemmt... die elektrische Zündung (zumeist ein Heißluftgebläse) hat ihren Geist aufgegeben oder was auch immer. Bei solchem Kleinkram sollte man sich selbst helfen können.
Gruß
Wolfgang