Holzvergaser oder Pelletsheizung

Von: , Frage gestellt am Di, 30. Aug 2005

Hallo,

wir sind gerade dabei eine alte Hofreite zu renovieren - volles Programm.
Wir wollen auf alle Fälle eine Holzheizung einbauen. Da wir uns nicht einigen können (Holzvergaser oder Pellets) waren wir überglücklich, als wir sahen, daß es auch Kombikessel gibt. Jetzt kam mein Freund (Holzvergaserbefürworter) und hat von irgendwem gehört, daß die Kombigeräte wohl nicht so gut sein sollen. Inwiefern weiß ich nicht. Wohl in der Hinsicht, daß wenn einer der beiden Brenner den Geist aufgibt, man diesen nicht reparieren kann. Allerdings funktioniert der andere ja weiterhin.
Hat jemand Erfahrungen mit einem Kombigerät gemacht?
Das Problem ist halt echt, daß wir in dieser Beziehung uns nicht einigen können; er ist und bleibt vom Holzvergaser überzeugt (will das Holz auch selber machen) und ich von den Pellets.
Und so ein Kombibrenner ist doch eigentlich das Ideale, denn wenn man da ist und Holz hat, kann man den Brenner mit Scheitholz bestücken und ist man mal außer Haus oder ist das Holz aus, werden automatisch Pellets nachgefördert.
Welche Geräte sind zu empfehlen?

Mit lieben Grüßen

Heike

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Holzvergaser oder Pelletsheizung

    Hallo Heike! Da wir uns nicht einigen :können (Holzvergaser oder :Pellets) waren wir
    überglücklich, als wir sahen, :daß es auch Kombikessel gibt.
    Jetzt kam mein Freund :(Holzvergaserbefürworter)...
    Was beim Holz mit hoher Temperatur verbrennt, ist immer Holzgas. Insofern ist sowohl ein Pellets- als auch ein Scheitholzbrenner stets ein Holzvergaser. Schließlich sind Holzpellets nichts anderes als getrocknete und gepresste Holzspäne/Holzschnitzel.

    Automatisch beschickte Pellets- und Spänebrenner sind im gewerblichen Bereich seit Jahrzehnten ein alter Hut. Um diese Art Brenner für den Privathaushalt wird seitens der Hersteller ein Riesenbrimborium veranstaltet. Was es für derartige Kessel an staatlicher Förderung gibt, greifen die Hersteller mit nach meiner Einschätzung deutlich überhöhten Preisen wieder ab. Gerne benutztes Argument für Holzpellets sind steigende Preise für Öl, Gas und Kohle. Dabei wird aber unterschlagen, dass die Pellets keineswegs preisgünstiger zu haben sind. Es darüber hinaus ganz sicher nicht damit zu rechnen, dass irgendein Energieträger den billigen Jakob am Brennstoffmarkt macht. Vielmehr führt das Marktgeschehen für alle Energieträger zu einem ähnlichen Preisniveau pro kWh. Der in Heizungsanlage und Brennstoffbevorratung zu treibende räumliche und technische Aufwand ist bei Pellets und Hackschnitzeln jedoch höher als bei Öl und Gas. Bitte fasse das nicht als Statement gegen Pellets auf. Es sind einfach nur Fakten, die man vor der Entscheidung für eine Brennstoffart kennen sollte.

    Scheitholz kann erheblich billiger sein als Öl, Gas, Kohle oder Holzpellets - jedenfalls auf den ersten Blick. In einer Gegend mit bewirtschafteten Wäldern ist es zumeist kein Problem, sich die Holzladung eines kompletten Lkw-Zuges mit 100 Festmetern für kleines Geld auf den Hof karren zu lassen. Dem Fahrer zugesteckte ein oder zwei Hunderter können schon reichen. Wenn das Holz aus 2 bis 3 Meter langen Stücken abgeladen ist, Du Dich tage- und wochenlang mit Motorsäge, Spaltaxt und Kreissäge damit amüsiert hast, Brennholz daraus zu machen, das nach Aufschichtung mindestens 2 Jahre lagern muß,
    wirst Du verstehen, weshalb diese Art der Heizung nur auf den ersten Blick billig ist. Was Du an Bargeld sparst, zahlst Du in Form von Knochenarbeit und hohem Zeitaufwand. Wenn Du tatsächlich nachrechnest, kommst Du auf einen Stundenlohn, für den Du sonst keinen Job annehmen würdest. Falls Du auf die Idee kommst, das Holz per vom Fortamt gekauften Flächenlos selbst mit der Motorsäge zu ernten und zu transportieren, explodieren Knochenarbeit und Zeitaufwand und Du wirst plötzlich der Meinung sein, dass Öl und Gas unglaublich preiswert sind. Zu dieser Überzeugung wirst Du vermutlich schon nach dem ersten selbst geernteten Festmeter kommen, der dem Heizwert von 100 Litern leichtem Heizöl entspricht. Ich hacke seit Jahren Holz, was mir körperlich keineswegs schadet, aber mich wissen läßt, wovon bei Holzheizungen die Rede ist. Am Rande: Ich habe eine Nummer parat, die für "Wetten dass" reif ist. Am Hackklotz stehend, kann ich mit der rechten Hand mit der Axt Holz spalten und die zerhackten Stücke mit der linken Hand in etwa 2 Meter Entfernung so hinwerfen, dass eine sauber aufgeschichtete runde Holzmiete entsteht. Na, ist das was? :-)

    Wenn Du den hohen finanziellen und technischen Aufwand für eine Pelletsheizung treiben willst, dann mach es, aber verknüpfe damit nicht die Hoffnung auf einen gegenüber Öl oder Gas billigeren Brennstoff. Wenn für die Aufbereitung von Scheitholz genügend Zeit und ein Mensch mit gesunden Knochen vorhanden sind, beschaffe einen Kombibrenner, dessen Brennraum sowohl automatisch mit Pellets, als auch manuell mit Scheitholz beschickt werden kann. wenn einer der beiden Brenner :den Geist aufgibt, man diesen
    nicht reparieren kann. :Allerdings funktioniert der :andere ja weiterhin.
    Ein Kombigerät hat nur einen Brennraum, der entweder automatisch per Förderschnecke über eine aus Feuerschutzgründen vorgeschaltete Kammer mit Pellets oder manuell mit Scheitholz beschickt wird. Wenn am Heizungskessel etwas defekt ist, bleibt die Bude kalt. Ist etwas an der Pelletsförderung defekt, kann man immer noch mit Scheitholz heizen. Aber: An einer Holzheizung kann schon mal ein Defekt auftreten.... der automatische Aschenaustrag der Pelletsheizung funktioniert nicht, die Förderschnecke klemmt... die elektrische Zündung (zumeist ein Heißluftgebläse) hat ihren Geist aufgegeben oder was auch immer. Bei solchem Kleinkram sollte man sich selbst helfen können.

    Gruß
    Wolfgang

    • Antwort von nach 7 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Holzvergaser oder Pelletsheizung

      Danke für die Antwort,
      aber weritergeholfen hat sie nicht wirklich.

      Wollte keine Argumente für Öl oder Gas, denn die gibt es nun mal nicht. Wenn dann noch eher Gas, aber Öl??? Nein. Denn es gibt nun mal nun einen Weg und der heißt: Weg vom Öl!!!
      Das hat nicht nur mit den Preisen zu tun, sondern ganz einfach mit der Umwelt. Öl ist ein zu kostbarer Stoff, um einfah verbrannt zu werden. Und nochdazu verbrennt Holz CO2-neutral.
      Aber das geht jetzt zu weit ins Umweltpolitische.
      Es gibt keine Alternativer für uns und deswegen wollte ich einfach nur wissen, ob Pellets, Scheitholz oder Kombigerät und wenn ja evtl. von welchem Hersteller...

      Trotzdem Danke

      Heike

      • Antwort von nach 8 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Wahl des Brennstoffs

        Hallo Heike! Danke für die Antwort,
        aber weritergeholfen hat sie nicht wirklich.

        Wollte keine Argumente für Öl oder Gas, denn die gibt es nun
        mal nicht.
        Tut mir leid, wenn meine Antwort nicht hilfreich war. Falls Du aber ein Statement für Öl herausgelesen hast, liegst Du daneben. Heizöl liefert anschauliche Vergleichswerte, wenn es um die Beurteilung anderer Brennstoffe hinsichtlich Kosten der Heizungsanlage, Betriebskosten, Heizwert, Lagervolumen und Komfort geht. Das gilt besonders beim Vergleich mit Holzbrennstoffen, weil diese wie Öl Lagervolumen brauchen (nur viel mehr) und weil man runde und sofort anschauliche Zahlen erhält.

        Ich halte es aus vielerlei Gründen für sinnvoll, den wertvollen Rohstoff Mineralöl nicht einfach durch den Schornstein zu blasen. Sinnvolle Veränderungen brauchen aber Zeit. Bis dahin sind Übergangslösungen allemal besser als Untätigkeit. So braucht ein durchschnittliches Einfamilienhaus 20.000 bis 30.000 kWh p. a. und größere Anwesen kommen schon mal in die Größenordnung von 100.000 kWh. Das entspricht dem Heizwert von rund 10.000 Litern Heizöl EL. Die erste Anstrengung hat deshalb nicht der Suche nach Alternativen für Heizöl zu gelten, sondern der Minderung des Energiebedarfs. Andernfalls wird die Suche nach praktikablen und bezahlbaren Alternativen erfolglos bleiben. Wenn Du nämlich das erwähnte Anwesen mit Holz heizen möchtest, brauchst Du 100 Festmeter Holz oder 200 m³ Hackschnitzel. Holz braucht 2 Jahre Lagerzeit zum Trocknen, was im Beispiel bedeutet, 200 Festmeter Holz oder 400 m³ Hackschnitzel einzulagern. Viel Spaß! Scheitholz und Hackschnitzel wachsen nicht kesselfertig im Wald, sie müssen vielmehr aus zuvor zu fällenden Bäumen hergestellt werden. Das muss man gemacht haben, um zu wissen, wovon überhaupt die Rede ist!

        Umwelt, Ressourcen und Portemonnaie ist mit Ideologie nicht zu helfen. Bei einem Gebäude mit zeitgemäßer Wärmedämmung, Haustechnik und moderner Heizungsanlage läßt sich der Wärmebedarf auf eine Größenordnung senken, bei der es weitgehend egal ist, was als Brennstoff dient. 3 bis 5 Liter Heizölbedarf pro Quadratmeter und Jahr sind erreichbar, für 100 qm Wohnfläche also 500 Liter Heizöl pro Jahr. Mit Scheitholz als Brennstoff bräuchte man 5 fm und wegen der Lagerung 10 m³ Lagervolumen. Für das Holz für ein ganzes Jahr zahlt man ab Waldweg 25 € (bei üblichen 5 €/fm für Kleinmengen). Das bißchen Zeug paßt noch auf einen erwachsenen Pkw-Anhänger.

        Was ich sagen will: Überlegungen zur Wahl des Brennstoffs halte ich zunächst für nachrangig. Hirnschmalz und Geld sollte man in Wärmedämmung und eine moderne Niedertemperatur-Heizungsanlage investieren. Sodann wartest Du im zeitgemäß ausgestatteten Haus einfach ein paar Jahre ab. Sobald Du Meldungen über serienreife Saisonspeicher hörst, installierst Du Solarkollektoren auf dem Dach, die im Sommer den Saisonspeicher laden, aus dem Du im Winter Dein Haus heizt. Der Saisonspeicher wird nicht ganz billig sein, aber dafür brauchst Du nie wieder Brennstoff, kein Holz, kein Öl, kein Gas, rein gar nichts, nur ein bißchen Strom für Umwälzpumpen und Regelungstechnik.

        Die Energiedichte der in nicht so ferner Zukunft zur Verfügung stehenden Saisonspeicher ist ungefähr einschätzbar und deshalb läßt sich prognostizieren, dass der größte Teil des vorhandenen Gebäudebestands erst ordentlich gedämmt und technisch aufgerüstet werden muss, um für die Speichertechnik geeignet zu sein. Grundsätzlich läßt sich jedes noch so alte Gebäude mindestens auf Niedrigenergiestandard bringen. Der Aufwand kann aber beträchtlich sein. Ein penibel rechnender und die Maßnahmen im Detail überwachender Architekt oder Bau-Ing. ist dringend zu empfehlen.

        Der umweltfreundlichste Brennstoff ist der, der nicht verbrannt wird. Die Botschaft dieses Postings lautet deshalb nicht: "Heize mit Öl!", auch nicht "Heize mit Holz!",sondern "Dämme Dein Haus und installiere eine Niedertemperaturheizung und moderne Haustechnik!".

        Gruß
        Wolfgang

  2. Antwort von nach 8 Tagen 0 hilfreich
    Re: Holzvergaser oder Pelletsheizung

    Hallo Heike,
    in erster Linie ist das erst mal eine Frage des Platzes, den du für die Heizung zur Verfügung hast. Auf 2m² wirst du den ganzen Krempel sich nicht unterbringen. Dann hängt das natürlich auch von der Größe der zu beheizenden Fläche ab, wie groß die Anlage ausfallen muß.
    Auf jeden Fall solltest du berücksichtigen, eine Holzheizung mit einem entsprechenden Pufferspeicher zu betreiben. Bei Anlagen unter 15kW ist das zwar nicht vorgeschrieben, aber auf jeden Fall empfehlenswert.
    Wenn du genug Platz hast, ist das nächste Kriterium, was du in die Heizungsanlage investieren willst. Die Variante mit Kombikesseln, die sowohl Stückholz als auch Pellets verheizen sind wohl etwas günstiger, eine Aufteilung auf 2 seperate Kessel ist jedoch die bessere Wahl.
    Du hast dadurch jeweils den Heizkessel, der für diesen Brennstoff konzipiert ist (Und denk jetzt nicht: Ist doch beides Holz. Einer meiner Kunden hat in seinem Holzkessel einmal versucht, Pellets zu verheizen und damit den Kessel schwer beschädigt) und außerdem kann dir zur Not mal ein Kessel kaputt gehen, ohne dass du im Kalten sitzt.
    Einen kleinen Überblick über Pellet-Kesselhersteller findest du hier:
    http://www.eva.ac.at/service/poppelletkessel_tabelle...
    Für welche Marke du dich entscheidest, solltest du auch ein wenig von dem Heizungsbauer abhängig machen, der dir die Anlage installiert. Mein persönlicher Favorit ist hier die Firma Biotech. Dass ein führender Kesselhersteller wie Buderus deren Kessel in Lizenz vertreibt, spricht für sich ;-)

    Frohes Heizen.
    Franz

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