Hallo Heike,
eine endgültige Antwort kann ich dir nicht geben, aber einen Rückschluss aus den beiden Antworten, die schon da sind:
Nic schreibt von einem Strohmattenunterbau.
In dem Link, den Drambeldier gibt, gibt es neben dem direkt aufgerufenen Beitrag über Lehmputz auch solche mit den Titeln Lehmverputz, Lehmgipsputz, Lehmunterputz und Lehmstreichputz, leider nicht alphabetisch sortiert, deshalb leicht zu übersehen.
Ich habe alle nur kurz überflogen. Vom Strohmattenunterbau habe ich dabei nichts gesehen, kann also nicht sagen, ob der erforderlich ist.
Was ich aber sagen kann, ist:
Mein Haus, Baujahr 1928, hat Ziegelwände und Betondecken, ist also so gesehen schon neuzeitlich. Aber die Decken, mit ebenso neuzeitlichem Kalk-Zement-Unterputz, haben alle solch einen Mattenunterbau, wie Nic ihn erwähnt. Aus ca 2 x 2 mm starken Holzleisten, Stroh, und viel Draht, der das Ganze zusammenhält.
Absolut überflüssig, denn wenn man den Deckenputz direkt unter die Betondecke anwirft, hält der problemlos. Das weiß jeder, der in einem Neubau wohnt. Der Unterbau hat bei der Herstellung sicher viel Geld gekostet, ist aber lästig und macht das Aufhängen von Lampen oder anderen von der Decke hängenden Objekten schwierig.
Bisher habe ich gedacht, dass die Leute in der damaligen Zeit, als Betondecken noch etwas Neues waren, befürchtet haben, dass der Beton den Putz nicht hält.
Wenn Nic aber nun schreibt, er kennt diesen Unterbau aus Lehmbauhäusern, schließe ich daraus: Vielleicht war das nur Gewohnheit aus früheren Zeiten? Die Leute hatten noch nicht geprüft, dass das nicht mehr erforderlich ist?
Oder war es schon bei den Lehmbauern ein Irrtum? Der Putz hätte auch dort ohne Unterbau gehalten?
Ob du hier noch verlässliche Antworten bekommst, weiß ich nicht. Könnte ja nur von Leuten kommen, die in lehmverputzen Häusern wohnen und beide Methoden kennen oder erprobt haben. Solche Leute gibt es sicher wenig.
Du schreibst, es gibt Firmen, die liefern fertigen Lehmputz. Dann sollten die auch wissen, wie man den fachgerecht verarbeitet. Frag die doch!
Gruß
Peter