Ich habe mal eine allgemeine Frage,
ich habe seit einigen Monaten ein paar größere Handwerksarbeiten, die ich in Auftrag geben möchte. Darunter sind z.B. Schlosserarbeiten, Gartenarchitektur, Schreinerarbeiten etc. Üblicherweise gehe ich dabei so vor:
Ich beschreibe die Leistung, die ich benötige, im Detail inklusive Skizzen und Bilder, faxe das Zeug an verschiedene Handwerksbetriebe und fordere ein Angebot an.
Das erstaunliche Resultat: In den meisten Fällen erhalte ich nicht mal eine Antwort auf meine Anfrage. Wenn in Ausnahmen doch mal einer antwortet, darf ich dem Betrieb wochenlang hinterhertelefonieren, bis ich endlich mal ein Angebot erhalte.
Meine Frage: Woran liegt das? Haben es die Handwerksbetriebe nicht mehr nötig, Geld zu verdienen? Sind die alle so ausgelastet? Oder wissen die nicht, wie man ein Fax bedient?
Mich würde wirklich mal interessieren, was der Grund für das geringe Interesse ist, zumal ich das wirklich wiederholt erlebe. Aktuell versuche ich, einen Schlosser zu finden, der mir Edelstahlarbeiten erledigt - seit 4 Wochen vergeblich!
Ciao
Andreas
Hallo !
Ein Handwerker hat einen Horror vor Kunden, die solche Angaben einschicken.
Ein Handwerker kann nur nach eigener Besichtigung den Preis machen.
Es ist heute so, dass ein Klempner für 10 cm Dachrinne einen Kostenvoranschlag machen soll. Der Verdienst wäre geringer, als die Farbe des Druckers, mit der er das Angebot schreibt.
Ruf den Handwerker an und bitte ihn sich alles anzusehen, dann kommt er.
Das ist der normale Weg. Die Kunden, die von Anfang an alles in die Hand nehmen, sind die Kunden, die auch gleich Reklamieren und dann nicht bezahlen.
Frag nach bei den Innungen!
mfgConrad
Hallo Conrad,
ich gebe dir Recht, dass es dem Handwerker allgemein sicher ein Graus ist sich mit Kunden zu beschäftigen, die sich mit der Problematik auseinandergesetzt haben und eine gewisse Vorstellung zur Problemlösung als auch vom zeitlichen und preislichen Aufwand haben. Ich könnte nun lange aus dem Nähkästchen plaudern zum Thema Handwerker, aber das gehört nicht hier hin. Man kann allerdings nicht für jedes „Problemchen“ sich 3 Handwerker kommen lassen, um sich Angebote einzuholen. Dann muss man für jede Leistung ungefähr 3 Monate warten. Und Kunden, sie selber versuchen was in die Hand zu nehmen sind nicht pauschal Motzbüggel die auch dann auch noch nicht zahlen wollen. Das sind einfach Kunden, die schon mal viel Geld für eine mangelhafte Leistung bezahlt haben oder denen von vornherein Mist erzählt wird. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass 8 von 10 Handwerkern mich mit den Worten begrüßen „Oh, das wird teuer“, obwohl sie noch gar keinen Fuß ins Haus gesetzt haben. Mag vielleicht auch daran liegen, dass ich weiblich bin. Ich bin davon überzeugt, dass viele Kunden gerne ein bisschen mehr Geld ausgeben würden, wenn sie entsprechende Qualität bekommen würden. Und dazu gehört auch der Service zeitnah ein Angebot zu unterbreiten.
Daher kann ich Andreas nur raten sich im Fachhandel genau zu erkundigen, viel in Foren zu fragen und dann über Undertool oder Let´s work it den Auftrag (möglichst detailliert) einzustellen. Ich habe es bisher zweimal probiert und werde es zukünftig nur noch so machen. Und der beauftragte Schreiner kennt bestimmt einen Schlosser…
Gruß,
Lotte
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Danke Conrad, das ist ein brauchbarer Hinweis! Konnte ich ja nicht ahnen, dass ich damit Handwerker verschrecke. Ich dachte eher, ich tue ihnen damit einen Gefallen, weil sie dann nicht erst vorbeikommen und lang rumdiskutieren müssen, sondern gleich loslegen können.
Schade, dass solche Vorurteile kursieren. Dadurch gehen den Handwerkern bestimmt viele Kunden verloren.
Ciao
Andreas
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Danke Conrad, das ist ein brauchbarer Hinweis! Konnte ich ja
nicht ahnen, dass ich damit Handwerker verschrecke. Ich dachte
eher, ich tue ihnen damit einen Gefallen, weil sie dann nicht
erst vorbeikommen und lang rumdiskutieren müssen, sondern
gleich loslegen können.
Du wolltest doch einen Preis wissen! Und kein Handwerker macht einen Kostenvoranschlag für eine Arbeit, die er selbst nicht gesehen hat. Die er selbst nicht beurteilt hat.
mfgConrad
Hallo Andreas,
Danke Conrad, das ist ein brauchbarer Hinweis! Konnte ich ja
nicht ahnen, dass ich damit Handwerker verschrecke. Ich dachte
eher, ich tue ihnen damit einen Gefallen, weil sie dann nicht
erst vorbeikommen und lang rumdiskutieren müssen, sondern
gleich loslegen können.
Schade, dass solche Vorurteile kursieren. Dadurch gehen den
Handwerkern bestimmt viele Kunden verloren.
Der Teufel steckt oft im Detail und hier liegt das Problem.
Je nach Umständen gibt es unterschiedliche optimal Lösungen für eine Arbeit.
Dann stelle ich immer wieder fest, dass Kunden irgendeine bestimmte Lösung im Kopf haben, weil ihnen irgendeiner auf dem Golfplatz gesagt hat, dass man das nur so und so lösen kann, es aber wesentloch einfachere Lösungen gibt. Allerdings stellt sich das immer erst dann heraus, wenn man mit dem Kunden über das eigentliche Problem spricht.
Wenn es dann teurer als in der Offerte wird, weil wichtige Angaben nicht gemacht wurden, hat man dann immer ein grosses Problem mit dem Kunden.
Dann gibt es noch so eine Gruppe von Leuten, welche nur Offerten einhohlen um ihren Handwerker im Preis zu drücken, oder, in meiner Branche üblich, weil sie zu faul sind die Kalkulation selber zu erstellen.
MfG Peter(TOO)
Hallo Andreas
Das „Angebote abgeben“ ist auf jeden Fall nicht unsere Stärke, deshalb sind wir ja auch Handwerker und nicht Kaufleute geworden.
Wenn dann noch ersichtlich ist, das einige Mühe auf die Ausschreibung verwandt wurde, kann ich doch mit Sicherheit von einiger Konkurrenz ausgehen.
Ich trage das Risiko, weil ich blind die Baustelle einschätze, und muss auch noch Mitbewerber unterbieten. Und wenn ich den Zuschlag nicht bekomme, war die Arbeit des Angebot schreibens umsonst.
Ich kann ja verstehen, das man sich mehrere Angebote einholen will, aber so findest du auch nur den billigsten heraus.
Mir sind am liebsten Bauherren, die mich wollen, weil ich ihnen emfohlen wurde und sie mir daraufhin vertrauen.
Ich gebe dann mein Bestes, den Arbeitsumfang im vorraus einzuschätzen und nach ihren Möglichkeiten und Wünschen auszuarbeiten.
So rate ich dir, keine kleinen Betriebe mehr mit unnötigem Papierkram zu „belästigen“, sondern lieber mal im Bekanntenkreis den Handwerker deines Vertrauens ausfindig zu machen. Oder gucke dir andere Schlosserarbeiten oder Gartengestaltngen an, und wenn dir eins/er besonders gefällt, erkundige dich nach dem Schöpfer.
Gruss Dengel Else