Schimmel hinterm Wohnzimmerschrank

Liebe Leute,
wir haben gestern hinter unserem Wohnzimmerschrank (Massiv holz, steht ca 3 cm von der Wand entfernt) schwarzen Schimmel entdeckt. Wir hatten das Problem an einer Ecke des Zimmers schon mal, es aber einigermaßen durch Lüftung und höhere Temperatur im Zimmer in den Griff bekommen. Das Haus ist ein 70er-Jahre-Bau, durch neue Fenster gut gedichtet, aber nicht besonders gut wärmemäßig isoliert: 24 cm Mauerwerk mit 12 cm Steinverblendung.
Der Schrank steht an der Außenwand (da kann er auch nicht weg). Der Schrank selbst ist (noch) nicht befallen.
Welche Möglichkeiten gibt es, das in den Griff zu bekommen. (Kälte-Isolierung der Aussenwand partiell wäre optisch wohl fürchterlich, eine Ganzisolierung ist finanziell nicht zu leisten (großer Flachdachbungalow) mit 150 qm Wohnfläche.
Meine Idee ist nun, nach der Beseitigung des Befalls (Tipps willkommen) den Schrank an der Rückseite mit Styropor zu bekleben (ca. 2-3 cm) und dann den Schrank lückenlos an die Wand zu schieben, sodaß keine Luft mehr hinkommt. Neben und über dem Schrank ist kein Schimmel, da die Luftzirkulation dort wohl ausreicht.
In der Küche hatten wir das Problem auch. ABer da ist es immer gut warm, und durch 5 cm Abstand Schrank/Wand und einen Isolieranstrich mit Lackfarbe auf dem Putz haben wir da das Problem im Griff. Das Wohnzimmer können wir nicht immer voll heizen und für einen größeren Abstand ist der Schrank zu groß.
Sind unsere Gedanken sinnvoll/richtig? Ist die Idee praktikabel?
Ich bin um jeden Hinweis auf intelligente Lösungen dankbar.
Vielen herzlichen Dank für jede Antwort!!!
Reinhard Billmeier

Hallo Reinhard!

Meine Idee ist nun, nach der Beseitigung des Befalls (Tipps
willkommen) den Schrank an der Rückseite mit Styropor zu
bekleben (ca. 2-3 cm) und dann den Schrank lückenlos an die
Wand zu schieben, sodaß keine Luft mehr hinkommt.

Das wird eine Schimmelpilzzucht vom Allerfeinsten. An die Wände muß Luft, sonst schimmelt es ganz sicher. Vermeide Verkleidungen und vermeide unbedingt Innendämmung.

Das Problem ist die Temperaturdifferenz zwischen Raumluft und Wandoberfläche. Die Wandoberfläche ist aufgrund unzureichender thermischer Isolation zu kalt, so daß die Feuchtigkeit der Raumluft daran kondensiert.
Die Problemlösung heißt Fassadendämmung. Nur mit Dämmmaterial ist es aber nicht getan. Die Fenster müssen innerhalb der Wand in die Ebene des größten Temperaturgefälles versetzt werden und die Wände müssen unbedingt trocken sein, brauchen also intakte Feuchtigkeitssperren im Keller bzw. am Fundament.

Als Notbehelf kannst Du Schränke von Außenwänden ein paar Zentimeter abrücken.
Das ist vermutlich nicht die Auskunft, die Du gerne hören wolltest, aber andere Möglichkeiten fallen mir nicht ein.

Das schlecht gedämmte Haus wird durch den hohen Energiebedarf auf die Dauer sehr teuer. Du mußt mit weiter steigenden Heizkosten rechnen. Heute kostet die kWh aus Öl oder Gas ca. 6 Cent. Ich wette mit Dir um eine Kiste guten Wein, daß der Preis binnen 2 Jahren auf deutlich über 8 Cent pro kWh angestiegen sein wird. Außerdem ist Schimmel der Gesundheit abträglich und kalte Wandoberflächen vermitteln kein angenehmes Wohnklima. Dazu kommt, daß Schimmel der Substanz des Hauses zusetzen kann.

Eine nachträglich und fachlich einwandfrei ausgeführte Dämmung geht ins Geld. Es gibt aber ein neues Kreditprogramm der KfW, aus dem Hauseigentümer das Geld für die Dämmung fast umsonst bekommen, jedenfalls zu unschlagbar günstigen Konditionen.

Bevor ein Handwerker beauftragt wird oder bevor irgendwas in Eigenleistung passiert und Material gekauft wird, sollte sich ein Statiker /Bau-Ing. den Fall vor Ort ansehen und genau festlegen, was, wie und mit welchen Materialien gemacht wird. Kostet auch wieder Geld, ist aber allemal billiger, als Handwerker nach Gutdünken machen zu lassen oder sich mit ungeeigneten Maßnahmen und ungeeigneter Ausführung eine Schimmelhöhle zu bauen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Reginardus,

eigentlich hat der Kollege recht, und noch eigentlicher wäre es, die Bude wegzuschmeißen und dafür ein superschniekes Niedrigenergiehaus hinzustellen - doch Du hattest das alles schon berücksichtigt und nach einer billigen Notlösung gefragt.

Mein Vorschlag für eine Notlösung wäre, die Rückseite des Schrankes tatsächlich gegen die Außenwand abzudichten, aber ein bißchen anders. Der Abstand zur Außenwand bleibt (so groß wie machbar), und abgedichtet wird der Luftspalt nur an den Seiten und nötigenfalls unten z.B. mit Streifen aus Styropor etc. Oben bleibt frei. Zwischen dem Schrank und der Außenwand hast Du dann eine oben offene Tasche voller trockener Kaltluft. Das könnte gegen den Schimmel ausreichen. Der stirbt ab und kann weggewischt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Paul Berger

Hallo,

ich bin zwar nicht vom Fach, hatte aber das gleiche Problem mit Schimmel hinter dem Bett.
Also habe ich mir hier ein paar gute Ratschläge eingeholt, beherzigt und es wieder in den Griff bekommen.

  1. Du sagst, ihr habt gute, neue Fenster. Genau da liegt schon das erste Problem, denn wenn die Aussendämmung nicht mit erneuert bzw angepasst wird, dann kann das zu Schimmel führen. Naja, nu isses ja zu spät, aber dann hilft nur noch eines: dringend STOSSLÜFTEN.
    D.h. 4-10 min (je nach Jahreszeit) die Fenster ganz weit auf, am besten in mehreren Zimmern, damit Durchzug entsteht. Das Ganze einmal morgens, einmal abends. Hört sich zwar gruselig an (bei der Kälte), aber man hat kaum Wärmeverlusst, weil sich die frische Luft viel schneller wieder aufwärmt als die alte, verbrauchte. Ich stelle mir hierfür die Eieruhr, denn fünf min sind schneller um, als man denkt. :wink:

  2. Du solltest den Schrank etwa 10cm von der Wand abrücken, glaube mir, es hilft! So kann dahinter die Luft zirkulieren.

  3. Den Schimmel habe ich abgewischt und zwar mit Essig Essenz. Es gibt wohl auch Schimmel, der sich dafür bedankt…unseren aber hat es den Gar aus gemacht.( er war auch ganz schwarz)

  4. Schimmelbildung wird oft dadurch hervorgerufen, wenn man einen Raum (zB Schlafzimmer) deutlich weniger heizt, als angrenzende. Verstärkt wird das Ganze, wenn dann noch tagsüber die Türen offen stehen(zB wegen der Kinder). Tipp: die Heizung voll aufdrehen, bzw den anderen Zimmern angleichen und alle Türen offen stehen lassen. Oder: die Tür grundsätzlich geschlossen halten.Dann hat man aber immer noch das Problem, dass das Nachbarzimmer viel wärmer ist, wei die Innenwände ja selten isoliert sind.

  5. Ist das Badezimmer in der Nähe? Wird dort nach dem duschen oder baden die Tür geöffnet, damit es schneller trocknet? Dann könnte es sein, dass sich der Dunst in dem wesentlich kälteren Raum, an der Aussenwand, insbesondere an schlecht belüfteten Stellen, ablagert.
    Tipp: Noch bevor man das Badezimmer verlässt oder zb während man die Haare föhnt, das Fenster auf kipp stellen. Wenn man raus geht, das Fenster ganz weit auf und die Tür hinter sich schliessen. Nach etwa 10 min wieder schliessen. Hat der Raum kein Fenster, dann muss die komplette Wohnung stossgelüftet werden.

  6. Das Gleiche gilt für die Küche. Beim Kochen stets die Tür geschlossen halten un Fenster schon vor entstehendem Wasserdampf auf kipp stellen. Offene Küche? =stoßlüften nach dem Kochen.

So, das sind so die Dinge, die man ohne Kosten erst einmal ausprobieren kann. Ich war anfangs auch erst skeptisch, weil ich der Meinung war, dass ich genügend lüfte und heize . Aber wenn ich ehrlich bin…es hat echt geholfen. Ich habe seit dem nie wieder Probleme gehabt. Übrigens wohnen wir auch in so einem " Bunker" aus den s
Siebzigern.
Also erstmal viel Glück

Hallo Paul!

Mein Vorschlag für eine :Notlösung wäre…

Man sollte bei solchen Vorschlägen erwähnen, daß unklar bleibt, wo sich der Taupunkt einstellen wird. Es kann durchaus passieren, daß nach einiger Zeit die Wand, der Schrank und/oder sein Inhalt verschimmelt sind.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Wolfgang,

handwerklich korrekt wird eine Schrankwand so aufgestellt, daß hinter ihr nur oben offen ist. Nun streicht keine feuchte Warmluft an kalten Flächen entlang, obwohl der Schreiner keine Taupunktberechnung durchgeführt hat.
Das genügt normalerweise.
Bei hohem Feuchtigkeitseintrag und extremen Lüftungsverhalten der Bewohner kriegt man Schimmel auch bei korrekt ausgeführtem Vollwärmeschutz mit akademischer Taupunktberechnung, aber davon war hier nicht die Rede.

mit freundlichen Grueßen

Paul Berger