Hallo, ich habe ein altes Haus, dem ich gerne eine Wärmedämmung verpassen möchte. Da das Haus nur kleine Fenster hat, und um den Höhleneffekt zu vermeiden, würde ich gerne möglichst dünnes Dämmmaterial verwenden. Wer kann mir Hinweise geben, welche Materialien in Frage kommen? Vielleicht kann mir auch jemand einen Tipp geben, wo ich mich prinzipiell über solche Themen erkundigen kann, und wie ich vertrauenswürdige Experten finde?
Hallo Jan-Peter!
Da das Haus nur kleine :Fenster hat, und um den :Höhleneffekt zu vermeiden, :würde ich gerne möglichst :dünnes Dämmmaterial :verwenden.
Wenn der insgesamt beträchtliche Aufwand etwas bringen soll, dann mach’ es richtig. Dünne Schicht und brauchbare Dämmwirkung paßt nicht. Wegen der zu kleinen Fenster würde ich mir keine Sorgen machen. Dann werden die Fenster eben größer gemacht. Raus müssen die alten Teile ohnehin, weil sie innerhalb der Wand in die Ebene des größten Temperaturgefälles versetzt werden müssen. Man kann Fensteröffnungen nur mit einigem Aufwand verbreitern, aber es geht. Denk mal über eine Alternative nach: Verkleinere die Brüstungshöhe der Fenster. Die Fenster werden dann länger, was baulich kein Problem ist. Das Haus bekommt dann ein ungewöhnliches Aussehen, aber „mit Händchen“ gemacht, kann soetwas richtig toll aussehen. Man braucht im ersten Moment nur ein bißchen Mut zu ungewöhnlicher Gestaltung und ungewöhnlichen Formaten. Mit solcher das Gesicht des Hauses verändernden Maßnahme kann man einem Haus aus den 40ern oder 50ern den damals üblichen, etwas - Verzeihung - piefigen Stil nehmen.
Wer kann mir Hinweise
geben, welche Materialien in :Frage kommen?
Solche Auskünfte erteilt kompetent kein Baumarkt, kein Baustoffhändler, kein Handwerker - was, wie und mit genau welchen Materialien gemacht werden muß, sagt Dir nur ein Statiker bzw. Bau-Ing., nachdem er sich das Haus angesehen hat. Solchen Fachmann brauchst Du ohnehin, andernfalls kann das Vorhaben in unnötig hohen Kosten, unsachgemäßer Ausführung und einer üblen Schimmelhöhle enden.
und wie ich vertrauenswürdige
Experten finde?
Gelbe Seiten Deines Wohnortes unter dem Stichwort Statiker.
Gruß
Wolfgang
Hallo allerseits.
Da kann ich dem Wolfgang eigentlich nur zustimmen, bis auf die Kleinigkeit, dass nicht nur Statiker und Bauingeneure (und hier auch nicht alle), sondern auch Architekten und Innenarchitekten in der Regel über solcherlei Kenntnisse verfügen. (Muss hher mal für meinen Berufsstand in die Bresche springen).
Wenn du deinem Haus (und somit dir) etwas Gutes tun möchtest, dann verzichte vielleicht lieber auf die Billig-Verbund-Styropor-Kleberei und verpasse ihm eine hinterlüftete Fassade, zum Beispiel mit sägerauem, unbehandelten Lärchenholz o.Ä. Das ist zwar vom Schichtaufbau noch etwas dicker, aber wenn ohnehin - wie Wolfgang vorgeschlagen hat - Fenstererweiterungen anstehen, aber für das ‚Atmungsverhalten‘ des Gebäudes sehr empfehlenswert. Stichwort ‚Barracken-Klima‘. Als Mittellösung kann ich noch diffusionsoffenen Wärmedämmputz (6 cm) empfehlen.
Gruß, Tom.
Hi Wolfgang,
weil sie innerhalb der Wand in die Ebene des größten
Temperaturgefälles versetzt werden müssen.
könntest Du so freundlich sein und kurz erklären, wo diese Ebene ist? Vielleicht bin ich auf dem Holzweg, aber ich dachte immer, für ein Gefälle bräuchte es zwei Ebenen.
Gruß Ralf
Hallo Jan-Peter,
bei der Planung von Vollwärmeschutz sind viele Dinge zu beachten. Zu allererst, dass es seit längerem eine Energiesparverordnung gibt, die die Erstellung von Energiepässen auch bei Privathäusern beim Verkauf vorschreibt. Du willst die Arbeiten sicherlich für Dich machen, aber der Hinweis sei gestattet. Um die erforderliche Dämmstoffstärke zu ermitteln, bedarf es einer umfassenden Bestandsaufnahme sowohl zum Untergrund, Steinsorte, Stärke des Putzes, Wandstärke ect. Alles hier aufzuzählen, wäre sehr mühselig.
Die Aussage, dünne Platten automatisch gleich geringerer Wärmedämmwert, stimmt so nicht. Wichtig ist bei den Platten die sogenannte Wärmeleitgruppe. Die Platten, seien es nun Mineralwolle-Dämmplatten als auch Polystyrol-Platten, unterscheiden sich generell in WLG 035 und WLG 040, wobei die WLG 035 einen höheren Dämmwert hat, das heißt - grob gesagt 10 cm bei WLG 035 haben eine bessere Dämmung als 10 cm der WLG 040, oder andersherum: Bei gleichem Dämmwert kann bei einer WLG 035-Platte eine geringere Dämmschichtstärke gewählt werden. Was für Dich konkret infrage kommt, kann nur vor Ort abgeklärt werden.
Mein Vorschlag für Dich: www.sakret.de. Das ist einer der größten Anbieter von WDVS-Systemen, deutschlandweit tätig. Dort einen Fachberater anfordern, der mit Dir die Grunddaten Deines Hauses durchgeht und auflistet. Mit diesen Angaben zu einem Architekten (am besten bei der Kammer der Architekten nachfragen - mit Bezug auf die Feinheiten der neuen Energiesparverordnung) und dann die erforderlichen Änderungen auch was die Gestaltung der Fenster und den gesamten Sockelbereich angeht.
Erst wenn das alles klar ist, kann man anfangen zu rechnen, was das ganze kostet.
Das schlimmste wäre, VWS ist dran, alte Fenster sind geblieben, Sockel wurde im Urzustand gelassen, dann kommt es zu sogenannten Kältebrücken und der Schimmel läßt dann nicht mehr lange auf sich warten.
Solltest Du weitere Fragen haben, e-mail genügt. Viel Erfolg. M.P.
Ich stelle fest
daß in diesem Brett, sich einige Profis eingefunden haben, die wirklich was vom Fach verstehen (M.P., Wolfgang und Thomas)
Den Namen von dem Tunnelbauer hab ich vergessen.
Ihr wisst aber schon, daß solch detailierte Auskünfte im normalen Leben teilweise kostenpflichtig sind.
und www soll ja nicht zum „Geiz ist geil“ Forum (was Bauangelegenheiten betrifft)werden. Diesen Eindruck habe ich manchmal, wenn ich die Fragestellungen betrachte.
Salute
Lieber Willi,
es gibt ein altes Sprichwort: „Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten“. Ich habe beobachtet, auch wenn ich hier relativ neu bin, dass bei allzu dreister Fragestellung (wer schreibt mir mein Diplom?) durchaus harsche Antworten kommen, und auch zurecht.
Wenn aber jemand sich allgemeine Tipps und Anregungen holen möchte wie in diesem Fall, dann hat das durchaus seine Berechtigung, denn, wenn ich den Titel über diese Seite richtig gelesen habe, handelt es sich um ein Experten-Forum, gelle?
Und solange die Antwortenden sich nicht ausgebeutelt fühlen und sich morgens mal 5 Minuten Zeit nehmen für ein paar Ratschläge, ist dies doch wohl genau im Sinne der Seite.
Wieviel Zeit jemand darin investieren möchte, bleibt ja jedem selbst überlassen.
Tschö, Tom.
Es sollte ein Kompliment an euch sein
hoffe du hast mich nicht falsch verstanden.
Salute
Hallo,
weil sie innerhalb der Wand in die Ebene des größten
Temperaturgefälles versetzt werden müssen.könntest Du so freundlich sein und kurz erklären, wo diese
Ebene ist? Vielleicht bin ich auf dem Holzweg, aber ich dachte
immer, für ein Gefälle bräuchte es zwei Ebenen.
Es geht dabei um den Temperaturgradienten innerhalb der Wand
von außen nach innen.
Wenn die Wand homogenes Mauerwerk ist, hat man einen recht
gleichmäßigen Temperaturgradienten.
Wenn nun aber eine Dicke Außenisolierung an die Mauer kommt,
ist der Temperaturgradient (Gefälle) innerhalb der Isolierung
deutlich höher als in der nachfolgenden Mauer.
Dann müssen die Fenster bis in die Ebene der Außenisolierung
vorgeschoben werden, sonst hat man an den Fensterbrüstungen
eine prima Kältebrücke mit resultierenden Kondenswasser und
infolgen dessen eine schöne Schimmelzucht.
Gruß Uwi
Moin, Uwi,
besternten Dank! Ich war ein wenig verunsichert, weil W.D. sich im allgemeinen derart präzise ausdrückt, dass gar keine Verwirrung aufkommen kann.
Gruß Ralf