Hallo!
Ich schaffe meinen Haushalt neben der Arbeit nicht mehr und möchte eine Putzhilfe beschäftigen.
Ich wohne in einem wirklich kleinen Dorf, habe aber kaum Verbindungen zu den „Ureinwohnern“, Gesuche sprechen sich also zu mir nicht durch udn umgekehrt. Wo und wie finde ich am besten jemanden, der zuverlässig ist? Worauf muss ich bei der Auswahl achten, welche Fragen stellen? Probeputzen???
Bringt eine Annonce was? Melden sich da auch Leute von der Sozialversicherung (ich habe nicht vor, die Putzhilfe anzumelden, oder sollte ich das besser??)
Was zahlt man üblicherweise bei euch so für die Putzstunde?
Für ein paar erhellende Antworten bin ich sehr dankbar!
Gruß und schönen Abend,
Ally
Hi
häng nen Zettel da auf wo alle hinmüssen ab und an in dem Dorf 
HH
Friseur, Metzger, Bäcker owT
.
lebensmittelladen/frisör (die erfahren doch alles*g)
wobei zettel aushängen und dann nicht anmelden…weiss nicht…
(geschehen nicht die meisten unfälle im haushalt bei der hausarbeit?)
Hallo,
(ich habe nicht vor, die Putzhilfe
anzumelden, oder sollte ich das besser??)
wieso nicht? das ist sehr einfach via Internet auf http://www.minijobzentrale.de/ . Die gesamte Verwaltung wird im wesentlichen von der mjz übernommen. Seit neuestem läuft auch die Unfallversicherung über die mjz.
Du musst dann zwar die Sozialversicherung und die Unfallversicherung bezahlen, kannst aber alle Kosten für die Putzhilfe (bis zu einem bestimmten Betrag) absetzen, also auch den Lohn. Das Anmelden kostet dich also im Endeffekt ein paar Prozent mehr. Dafür bist du aus dem Schneider, wenn sich die Putzhilfe im Haushalt verletzt (du weißt: der Haushalt ist der gefährlichste Arbeitsplatz überhaupt).
Unsere Putzhilfe bekommt außerdem Urlaub (gesetzlich Pflicht) und Weihnachtsgeld. Was ich von meinem AG erwarte, sollte ich als AG meinen „Arbeitern“ nicht verweigern.
Der Lohn richtet sich meist nach der Umgebung. In großen Städten wird oft besser bezahlt als auf dem Lande.
Die Auswahl erfolgt i.a. nach Sympathie. Wir hatten eine Annonce geschaltet. Es gab mehrere Bewerberinnen (7). Ein paar kamen bereits auf Grund des Telefonats nicht in die engere Auswahl. Drei ließen wir kommen und haben uns mit ihnen unterhalten. Dann noch zwei Nächte drüber geschlafen und die Auswahl getroffen. Das ganze ist hauptsächlich eine Entscheidung über Sympathie.
In einem kleinen Dorf würde ich auf jemand Auswärtigen setzen. Dann wird nicht so viel geratscht.
Gruß, Niels
Hi,
also anmelden würde ich Deine Putzhilfe auf jeden Fall!
Kostet nicht wirklich viel mehr und bringt für beide Seiten viele Vorteile.
Informier Dich auf jeden Fall:
http://www.minijob-zentrale.de/
Viele Grüße,
SODL
Hallo Ally,
Ich wohne in einem wirklich kleinen Dorf, habe aber kaum
Verbindungen zu den „Ureinwohnern“, Gesuche sprechen sich also
zu mir nicht durch udn umgekehrt. Wo und wie finde ich am
besten jemanden, der zuverlässig ist?
Gib eine Annonce auf und nimm jemanden der nicht im gleichen Dorf wohnt. Erstens wegen der Ratscherei, zweitens weil es sonst sehr schwierig wird, jemanden wieder zu entlassen, wenn sie schlechte Arbeit macht.
Worauf muss ich bei der
Auswahl achten,
Naja, ob sie einen zuverlässigen Eindruck macht halt.
Probeputzen???
Ist glaub ich nicht ueblich, bringt auch nicht so viel, denn auch die Faulste wird beim Probetermin alles pikobello hinterlassen. Aber eine Probezeit von z.B. 1 Monat könnte man natürlich vereinbaren.
Bringt eine Annonce was?
Ja. Bei uns haben sich 40 Leute gemeldet, obwohl wir ausdruecklich nur für vorübergehend gesucht haben und nur für ein paar Stunden pro Woche.
Melden sich da auch Leute von der
Sozialversicherung (ich habe nicht vor, die Putzhilfe
anzumelden, oder sollte ich das besser??)
Du meinst, „verdeckte Ermittler“? Coole Idee… Hab ich noch nicht erlebt. (Bei uns lohnte sich wegen des kurzen Zeitraums das Anmelden aber auch nicht.)Die meisten Leute die ich kenne haben ihre Putzhilfe nicht angemeldet. Meine Mutter hatte auch eine, die war nicht angemeldet, aber trotzdem war sie unfallversichert (ca. 40-50 EUR/Jahr). Ich dachte da immer, das sei ok so?
Ich seh das mit der Anmeldung auch nicht wirklich ein. Wenn man sich als Familie eine Putzhilfe abspart, weil die Dreifachbelastung Kinder-Job-Haushalt einfach nicht mehr zu schaffen ist, wie soll man denn das dann machen, wenn die Putzhilfe monatelang krank ist und man das dauernd bezahlen darf? Man braucht in der Regel dann Ersatz, und wie soll man das dann bezahlen? Zum Glück stand ich vor der Frage ob ich jemanden anmelde noch nicht.
Die tollen Vorteile für den Arbeitgeber sehe ich nicht, nur Nachteile. Auch den Leuten selbst ist „Cash auf Kralle“ in der Regel viel lieber als die gepriesene Sozialversicherung.
Was zahlt man üblicherweise bei euch so für die Putzstunde?
8 EUR pro Stunde. In der Stadt koennen es auch 10 sein.
Ich empfehle das Buch „Wie sag ichs meiner Putzfrau?“ Sehr erhellend und witzig und eine echte Hilfe.
Viele Grüße,
Matilda
Hallo,
du scheinst nicht wirklich viel über die Minijobs zu wissen.
hinterlassen. Aber eine Probezeit von z.B. 1 Monat könnte man
natürlich vereinbaren.
eigentlich unnötig. Da du kein größerer Betrieb bist, hat die Putzhilfe keinen besonderen Kündigungsschutz. D.h. im Klartext zwei Wochen zum Monatsende.
Die meisten Leute die ich kenne
haben ihre Putzhilfe nicht angemeldet.
Weil sie vermutlich ebensowenig über die Minijobs wissen.
Meine Mutter hatte auch
eine, die war nicht angemeldet, aber trotzdem war sie
unfallversichert (ca. 40-50 EUR/Jahr). Ich dachte da immer,
das sei ok so?
Siehst du, da wird also der Lohn bezahlt plus die Unfallversicherung.
Bei mir wird der Lohn bezahlt, plus Unfallversicherung (bei mir 19 Euro/Jahr, ist über MJZ billiger), plus Sozipauschale (die letztgenannten werden von der MJZ abgebucht). Und anschließend kann ich davon einen Teil von der Steuer absetzen. Da zahle ich dann am Ende nur geringfügig mehr als unangemeldet.
wie soll man denn das dann machen, wenn die
Putzhilfe monatelang krank ist und man das dauernd bezahlen
darf?
die Lohnfortzahlung geht maximal 6 Wochen. Von diesen Kosten trägt die Lohnausgleichskasse 70%. Im Klartext bezahlst du der Hilfe knapp 2 Wochen, den Rest trägt die Versicherung. Wenn die Krankheit kürzer ist, bezahlst du entsprechend weniger.
Man braucht in der Regel dann Ersatz, und wie soll man
das dann bezahlen?
Du bezahlst das von dem Geld, das du der anderen Putzhilfe nicht mehr bezahlst.
Zum Glück stand ich vor der Frage ob ich
jemanden anmelde noch nicht.
Doch. Du hast es dir nur eben einfach gemacht und dich nicht informiert.
Die tollen Vorteile für den Arbeitgeber sehe ich nicht, nur
Nachteile.
Klar. Man zahlt ein wenig mehr, muss sich arbeitsrechtlich etwas arbeitnehmerfreundlicher verhalten und hat einmal 2 Stunden Arbeit bei der Anmeldung und bei jeder Krankheit nochmal 2 Stunden Papierkram.
Das sind natürlich inakzeptable Nachteile.
Auch den Leuten selbst ist „Cash auf Kralle“ in der
Regel viel lieber als die gepriesene Sozialversicherung.
Die Leute bekommen keine Sozialversicherung. Sie haben nur eben Anspruch auf bestimmte arbeitsrechtliche Vorteile wie Urlaub und Lohnfortzahlung. Auch scheinst du nicht zu wissen, dass die Abgaben ausschließlich vom Arbeitgeber zu tragen sind. Also: der AN bekommt zB 8 Euro entweder „Cash auf die Kralle“ oder (bei mir) die entsprechende Summe monatlich überwiesen, mit den Abgaben muss ich mich beschäftigen (genauer wird das halbjährlich von der MJZ abgebucht).
Dass die Leute das nicht möchten, liegt eher daran, dass sie gerne mehr als 400 Euro verdienen würden, dass dann aber Minijobs nicht mehr zulässig sind. Man nennt das dann Schwarzarbeit.
Wie gesagt: Was ich von meinem AG erwarte, biete ich auch meinen AN an. Ich habe von vorneherein beim Vorstellungsgespräch gesagt, dass ich nur angemeldet arbeiten lasse und ALLE waren damit einverstanden!
Gruß, Niels
Hallo Niels,
du scheinst nicht wirklich viel über die Minijobs zu wissen.
Wenn ich dein Posting so lese, denke ich da hast du recht 
hinterlassen. Aber eine Probezeit von z.B. 1 Monat könnte man
natürlich vereinbaren.eigentlich unnötig. Da du kein größerer Betrieb bist, hat die
Putzhilfe keinen besonderen Kündigungsschutz. D.h. im Klartext
zwei Wochen zum Monatsende.
Hier widerspreche ich dir. Es geht nicht nur um die rechtliche Probematik, sondern darum, dass man klar vereinbart: Wir haben Probezeit. Und nach einem Monat kann man ohne groß schlechtes Gewissen sagen: Nein, lieber doch nicht. Was bei einer Kuendigung nicht so einfach ist, finde ich.
Meine Mutter hatte auch
eine, die war nicht angemeldet, aber trotzdem war sie
unfallversichert (ca. 40-50 EUR/Jahr). Ich dachte da immer,
das sei ok so?Siehst du, da wird also der Lohn bezahlt plus die
Unfallversicherung.
Ja - aber angemeldet war sie eben auch nicht, oder?
Bei mir wird der Lohn bezahlt, plus Unfallversicherung (bei
mir 19 Euro/Jahr, ist über MJZ billiger), plus Sozipauschale
(die letztgenannten werden von der MJZ abgebucht). Und
anschließend kann ich davon einen Teil von der Steuer
absetzen. Da zahle ich dann am Ende nur geringfügig mehr als
unangemeldet.
Da wuerde mich aber schon interessieren, wieviel konkret mehr. Ich finde 12 % Sozialabgaben schon eine Menge. Wenn ich dann 10 % nicht versteuern muss, gewinne ich dadurch wieder ca. 3 % - oder seh ich das jetzt falsch? - hab also immer noch 9 % oder sowas in der Art, was ich mehr bezahlen muss, wovon weder meine Putzhilfe noch ich was haben. Bitte korrigiere mich, wenn ich es falsch sehe!
wie soll man denn das dann machen, wenn die
Putzhilfe monatelang krank ist und man das dauernd bezahlen
darf?die Lohnfortzahlung geht maximal 6 Wochen. Von diesen Kosten
trägt die Lohnausgleichskasse 70%. Im Klartext bezahlst du der
Hilfe knapp 2 Wochen, den Rest trägt die Versicherung.
Hm, das wusste ich wirklich nicht. Aber problematisch finde ich es trotzdem fuer Privatleute. Da hat dann die Putzhilfe plötzlich jede zweite Woche mal Bauchweh, - Geld gibts ja trotzdem, was dann? Oder sehe ich das zu schwarz?
Zum Glück stand ich vor der Frage ob ich
jemanden anmelde noch nicht.Doch. Du hast es dir nur eben einfach gemacht und dich nicht
informiert.
Wegen acht Wochen war mir der Aufwand wirklich zu groß.
Die tollen Vorteile für den Arbeitgeber sehe ich nicht, nur
Nachteile.Klar. Man zahlt ein wenig mehr, muss sich arbeitsrechtlich
etwas arbeitnehmerfreundlicher verhalten und hat einmal 2
Stunden Arbeit bei der Anmeldung und bei jeder Krankheit
nochmal 2 Stunden Papierkram.
Das sind natürlich inakzeptable Nachteile.
Man kann drueber streiten ob das inakzeptabel ist, aber Nachteile sind es jedenfalls. Vorteile sehe ich fuer den AG jedenfalls keine.
Die Leute bekommen keine Sozialversicherung.
Nicht mal das?? Wozu dann die Sozialabgaben?
Ich zitiere aus dem angegebenen Link:
Die Pauschalbeiträge zur Renten- und Krankenversicherung belaufen sich auf jeweils 5 Prozent. Hinzu kommen Umlagen zum Ausgleichsverfahren nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz in Höhe von 0,1 Prozent, Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung in Höhe von 1,6 Prozent, gegebenenfalls noch eine einheitliche Pauschsteuer in Höhe von 2 Prozent.
Dass die Leute das nicht möchten, liegt eher daran, dass sie
gerne mehr als 400 Euro verdienen würden, dass dann aber
Minijobs nicht mehr zulässig sind. Man nennt das dann
Schwarzarbeit.
Also wenn man unter 400 EUR nicht anmeldet, ist das keine Schwarzarbeit?
Im Ernst, ich weiß es einfach nicht, aber ich finds gut, dass du dich auskennst und was dazu sagen kannst.
Viele Grüße,
Matilda
Hallo Matilda,
Hier widerspreche ich dir. Es geht nicht nur um die rechtliche
Probematik, sondern darum, dass man klar vereinbart: Wir haben
Probezeit. Und nach einem Monat kann man ohne groß schlechtes
Gewissen sagen: Nein, lieber doch nicht. Was bei einer
Kuendigung nicht so einfach ist, finde ich.
OK, das ist sicher die unproblematischer Art.
Da wuerde mich aber schon interessieren, wieviel konkret mehr.
Ich finde 12 % Sozialabgaben schon eine Menge. Wenn ich dann
10 % nicht versteuern muss, gewinne ich dadurch wieder ca. 3 %
- oder seh ich das jetzt falsch? - hab also immer noch 9 %
oder sowas in der Art, was ich mehr bezahlen muss, wovon weder
meine Putzhilfe noch ich was haben. Bitte korrigiere mich,
wenn ich es falsch sehe!
nehmen wir einfach mal an, du zahlst der Putzhilfe 1500 Euro pro Jahr (was grob 4 Stunden pro Woche entspräche).
Dazu kommen 50 Euro Unfallversicherung. Macht also 1550 pro Jahr.
Nun meldest du sie an. Zahlst also 1500 * 1,137 = 1706 Euro. 10 Prozent davon setzt du von der Steuer ab. Bei sagen wir mal 27% Steuer wären das knapp 50 Euro, wobei besserverdienende natürlich mal wieder besser weg kommen, da sie mehr Steuern mindern können. Dann ergeben sich also ca 1650 Euro oder 6,6 Prozent mehr oder bei 8 Euro ists ein halber Euro pro Stunde.
Natürlich kann man sich darüber streiten, ob das zu viel ist. Für mich bedeutet es, dass ich mich rechtlich nicht in der Grauzone bewege. Die Putzhilfe bekommt eine rechtlich abgesicherte Stellung, und hat die normalen Vergünstigungen eines Arbeitnehmers. Gerade die Lohnfortzahlung gibt der Putzhilfe eine gewisse Sicherheit, ohne dass mich das allzuviel kostet.
Hm, das wusste ich wirklich nicht. Aber problematisch finde
ich es trotzdem fuer Privatleute. Da hat dann die Putzhilfe
plötzlich jede zweite Woche mal Bauchweh, - Geld gibts ja
trotzdem, was dann? Oder sehe ich das zu schwarz?
Sei mir nicht böse, aber du redest wie ein A… von Arbeitgeber, der meint, seine Arbeitnehmer würden ihn ständig übers Ohr hauen. Meinst du, die Putzhilfe hätte die Absicht, jede zweite Woche krank zu feiern? Wie lange hättest du denn so eine Putzhilfe?
Wegen acht Wochen war mir der Aufwand wirklich zu groß.
OK, da hätte ich wohl auch auf die Anmeldung verzichtet.
Die Leute bekommen keine Sozialversicherung.
Nicht mal das?? Wozu dann die Sozialabgaben?
Es dient dazu, eine gewisse Kompensation der Verluste in den Sozialkassen durch wachsende Anzahl der Minijobs zu kompensieren. Ich denke, da hat sich jemand Gedanken gemacht, wie man mit milden Mitteln die Probleme durch Schwarzarbeit etwas unter Kontrolle bekommt. Aber wohl nicht milde genug.
Dass die Leute das nicht möchten, liegt eher daran, dass sie
gerne mehr als 400 Euro verdienen würden, dass dann aber
Minijobs nicht mehr zulässig sind. Man nennt das dann
Schwarzarbeit.
Also wenn man unter 400 EUR nicht anmeldet, ist das keine
Schwarzarbeit?
Ich habe mich da etwas falsch ausgedrückt. Doch, es ist Schwarzarbeit, die aber im Falle der „Beschäftigten im Privathaushalt“ geduldet wird.
Was ich meinte ist, dass derjenige, der mehr als 400 Euro durch Minijobs verdient Schwarzarbeit begeht, die nicht mehr geduldet wird.
Es ist da auch folgende Überlegung:
Als die Regierung die ausufernde Schwarzarbeit beklagte, hieß es, beim Anmelden würde man sich an den Abgaben dumm und dämlich bezahlen. Wenn es günstiger wäre, würde man das ja auch machen, aber so nicht.
Nun ist es mit unter 10 Prozent doch recht günstig geworden. Aber wohl noch immer nicht günstig genug. Vermutlich wäre 0% das richtige.
Gruß, Niels