Re^4: Wie finde ich eine Putzfrau?
Hallo Matilda,
Hier widerspreche ich dir. Es geht nicht nur um die rechtliche
Probematik, sondern darum, dass man klar vereinbart: Wir haben
Probezeit. Und nach einem Monat kann man ohne groß schlechtes
Gewissen sagen: Nein, lieber doch nicht. Was bei einer
Kuendigung nicht so einfach ist, finde ich.
OK, das ist sicher die unproblematischer Art.
Da wuerde mich aber schon interessieren, wieviel konkret mehr.
Ich finde 12 % Sozialabgaben schon eine Menge. Wenn ich dann
10 % nicht versteuern muss, gewinne ich dadurch wieder ca. 3 %
- oder seh ich das jetzt falsch? - hab also immer noch 9 %
oder sowas in der Art, was ich mehr bezahlen muss, wovon weder
meine Putzhilfe noch ich was haben. Bitte korrigiere mich,
wenn ich es falsch sehe!
nehmen wir einfach mal an, du zahlst der Putzhilfe 1500 Euro pro Jahr (was grob 4 Stunden pro Woche entspräche).
Dazu kommen 50 Euro Unfallversicherung. Macht also 1550 pro Jahr.
Nun meldest du sie an. Zahlst also 1500 * 1,137 = 1706 Euro. 10 Prozent davon setzt du von der Steuer ab. Bei sagen wir mal 27% Steuer wären das knapp 50 Euro, wobei besserverdienende natürlich mal wieder besser weg kommen, da sie mehr Steuern mindern können. Dann ergeben sich also ca 1650 Euro oder 6,6 Prozent mehr oder bei 8 Euro ists ein halber Euro pro Stunde.
Natürlich kann man sich darüber streiten, ob das zu viel ist. Für mich bedeutet es, dass ich mich rechtlich nicht in der Grauzone bewege. Die Putzhilfe bekommt eine rechtlich abgesicherte Stellung, und hat die normalen Vergünstigungen eines Arbeitnehmers. Gerade die Lohnfortzahlung gibt der Putzhilfe eine gewisse Sicherheit, ohne dass mich das allzuviel kostet.
Hm, das wusste ich wirklich nicht. Aber problematisch finde
ich es trotzdem fuer Privatleute. Da hat dann die Putzhilfe
plötzlich jede zweite Woche mal Bauchweh, - Geld gibts ja
trotzdem, was dann? Oder sehe ich das zu schwarz?
Sei mir nicht böse, aber du redest wie ein A... von Arbeitgeber, der meint, seine Arbeitnehmer würden ihn ständig übers Ohr hauen. Meinst du, die Putzhilfe hätte die Absicht, jede zweite Woche krank zu feiern? Wie lange hättest du denn so eine Putzhilfe?
Wegen acht Wochen war mir der Aufwand wirklich zu groß.
OK, da hätte ich wohl auch auf die Anmeldung verzichtet.
Die Leute bekommen keine Sozialversicherung.
Nicht mal das?? Wozu dann die Sozialabgaben?
Es dient dazu, eine gewisse Kompensation der Verluste in den Sozialkassen durch wachsende Anzahl der Minijobs zu kompensieren. Ich denke, da hat sich jemand Gedanken gemacht, wie man mit milden Mitteln die Probleme durch Schwarzarbeit etwas unter Kontrolle bekommt. Aber wohl nicht milde genug.
Dass die Leute das nicht möchten, liegt eher daran, dass sie
gerne mehr als 400 Euro verdienen würden, dass dann aber
Minijobs nicht mehr zulässig sind. Man nennt das dann
Schwarzarbeit.
Also wenn man unter 400 EUR nicht anmeldet, ist das keine
Schwarzarbeit?
Ich habe mich da etwas falsch ausgedrückt. Doch, es ist Schwarzarbeit, die aber im Falle der "Beschäftigten im Privathaushalt" geduldet wird.
Was ich meinte ist, dass derjenige, der mehr als 400 Euro durch Minijobs verdient Schwarzarbeit begeht, die nicht mehr geduldet wird.
Es ist da auch folgende Überlegung:
Als die Regierung die ausufernde Schwarzarbeit beklagte, hieß es, beim Anmelden würde man sich an den Abgaben dumm und dämlich bezahlen. Wenn es günstiger wäre, würde man das ja auch machen, aber so nicht.
Nun ist es mit unter 10 Prozent doch recht günstig geworden. Aber wohl noch immer nicht günstig genug. Vermutlich wäre 0% das richtige.
Gruß, Niels