Hallo Experten,
was sagt euch Nano - Technologie bei Imprägnierungen, z.B. für Naturstein?
Gibt es da wirklich die vielen verschiedenen Hersteller, oder bedienen die sich wiederum ein und desselben Vorlieferanten?
Welche Bedeutung kann man den Versprechungen von wegen der Dauerhaftigkeit und Umweltverträglichkeit machen?
Habt ihr irgendwelche Ratschläge, worauf man da achten sollte?
LG, Karin
Hallo Karin,
was sagt euch Nano - Technologie bei Imprägnierungen, z.B. für
Naturstein?
Ganz einfach: Daß sehr sehr kleine Teilchen in der Beschichtung enthalten sind und dieser eine besondere Eigenschaft verleihen. Jedenfalls dann, wenn es sich um ein ehrliches Produkt handelt und nicht „Nano“ als tolles Modewort zur Werbung benutzt wird. Wir hatten hier mal so einen Spezi, selbsternannter Urknallexperte und Physikbekämpfer, der behauptete er könne Nano durch Mahlung erzeugen. Da lacht der Chemiker - Nano fängt z.B. beim TiO2 erst deutlich unterhalb von 250 nm an, alles andere sind simple Pigmente.
Gibt es da wirklich die vielen verschiedenen Hersteller, oder
bedienen die sich wiederum ein und desselben Vorlieferanten?
Das ist unterschiedlich. Normalerweise wird ein Hersteller von Beschichtungen alle benötigten Rohstoffe einkaufen. Sein Beitrag ist das Know-how: Rezeptur, Mischen, Dispergieren, Verpacken etc.
Die „Nano“-Komponente kann z.B. auf BaSO4, TiO2 oder auch CaCO3 basieren und dann auch von verschiedenen Herstellern stammen.
Welche Bedeutung kann man den Versprechungen von wegen der
Dauerhaftigkeit und Umweltverträglichkeit machen?
Anbetracht der Anwendung will ich mal vermuten, daß es um sehr feinteiliges TiO2 geht. Mein Brötchengeber stellt so etwas her: http://www.sachtleben.de/include/2_15_0_DE.html
http://www.sachtleben.de/include/2_13_0_DE.html
http://www.sachtleben.de/include/2_13_1_0_DE.html
http://www.sachtleben.de/include/3_6_0_DE.html
Zur Beschichtung eines Steins haben wir ein interessantes Experiment laufen. Vor der Verwaltung liegt ein großer Stein, auf den wir zwei Streifen aufgetragen haben, die restliche Oberfläche blieb unbehandelt. Die Streifen enthalten ein spezielles TiO2, das mit UV-Licht reagiert. Auf den beschichteten Stellen setzt sich kein Moos, keine Flechten und auch fast kein Schmutz fest.
Soso, sagt der Laie nun, es tötet also Algen und Moose - ein ganz böses und giftiges Zeug also. Weit gefehlt. Das ist ja gerade der Trick: Die Beschichtung bleibt erhalten, der wirksame Bestandteil Titandioxid ist völlig unlöslich, er migriert und verwittert nicht und vor allem: er ist absolut ungiftig. Sowohl für den Menschen wie auch für den Spatz, der darauf sitzt. Das TiO2 absorbiert UV und mit der aufgenommenen Energie werden organische Moleküle auf der Oberfläche oxidiert. Damit ist diese Oberfläche für Mikroorganismen so lebensfeindlich, daß sie sich nicht vermehren können. Die Blume direkt daneben und die Biene darüber werden nicht beeinflußt, da es sich nicht um ein Biozid im gewohnten Sinne handelt.
Die Beschichtung ist so dauerhaft wie das Bindemittel - hier gibt es durchaus Qualitätsunterschiede und mein Rat wäre: Nicht auf den Preis sondern auf den Markennamen schauen. Das verwendete TiO2 ist ohnehin nicht ganz billig…
Problematisch ist immer noch die Abriebfestigkeit, für Wege und Straßen taugt das meines Wissens noch nicht.
Ökologisch ist die Anwendung absolut unbedenklich. Selbst der reine Wirkstoff unterliegt keinerlei Kennzeichnungspflicht und es gelten lediglich die normalen Sicherheitshinweise für feinteilige Pulver. In der Zubereitung, sprich dem Lack oder der Imprägnierung sind die teilchen fest eingebunden, es gelten aber z.B. die vom Hersteller gemachten Angaben auf der verpackung.
Gruß
Bernd
Danke für deinen so ausführlichen Beitrag! oWT
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Hallo Experten,
was sagt euch Nano - Technologie bei Imprägnierungen, z.B. für
Naturstein?
Hallo Karin,
ich habe vor ca. 5 Monaten meine Kustoffenster mit einem Nanoprodukt versiegelt. Absolute Spitze. Keine Probleme mehr mit der Reinigung. Nur Wasser und ein Tropfen Spülmittel. Kinderleicht.
Ich habe auch alle Kunstoffteile in meinem Auto damit versiegelt. Kaum noch Ausdünstungen des Kunstoffs. Reinigung nur mit einem feuchten Tuch.
Die Haltbarkeit der Beschichtung richtet sich nach der späteren Pflege. Unbedingt keine agressiven Mittel verwenden.
Werde im Frühjahr meine Fensterscheiben mit einem Mittel versiegeln. Bin total überzeugt.
Vieleicht auch noch mein gesammtes Auto. Mal schauen.
Gruß
Detlef