Hauskläranlage

Hallo,

hoffe, dass ich hier im richtigen Brett bin.

Mein Mann und ich haben vor uns ein Haus zu kaufen. Dieses liegt
mitten im Wald und ist nicht ans Abwasser angeschlossen, da schon
sehr alt.
Wir bräuchten da auf jeden Fall eine Hauskläranlage.
Nach langem googlen habe ich dennoch nichts gefunden was mir etwas
über den Komplettpreis einer solchen Anlage aussagt.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit so etwas. Welche Hauskläranlagen
sind am besten und wie teuer sind diese?

LG Yvonne

Hallo Yvonne

Es gibt Anlagen mit dessen Hilfe z.B. das Duschwasser gesäubert werden kann das es wieder benutzt werden kann z.B. für die Toilettenspülung oder waschen.
Aber Abwasser mit Fäkalien soweit im Haus zu säubern das es wieder unbedenklich genutzt wird ist nicht wirklich erschwinglich.
Am besten würde sich eine Sammelbehälte anbieten der von Zeit zu Zeit durch einen Pumpenwagen abgepumpt wird.
So wäre die kostengünstugste Variante.
Schau mal hier rein:
http://www.pontos-aquacycle.de/pontos/de/produktinfo…

Hoffe das hilft dir weiter?
Schönes Wochenende und schöne Ostern :wink:

Gruß
Nelsont

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Hi Yvonne,

soweit ich weiß, besteht eine solche Kläranlage aus nichts anderem als drei hintereinandergeschalteten Kammern, in denen die Abwässer durch fleißige Bakterien gereinigt werden. Sowas ist aus Sicht des Maurers primitiv und kann kaum als Anlage bezeichnet werden, die aus dem Katalog bestellt werden könnte. Geh einfach zu den nächsten zwei, drei Baufirmen und lass Dir Angebote machen.

Frage am Rande: Wenn das Haus schon lange bewohnt ist - wo lässt man denn heute die Abwässer?

Gruß Ralf

Hallo !

Wir bekamen letztes Jahr die Auflage, eine neue Anlage zu installieren.

Unsere, aus Beton, kostete 5300,-Euro
Die unseres Nachbarn, aus Plastik, 2900,-Euro.
Ein Nachbar weiter, wie unsere, aus Beton, 4200,-Euro. Aber einfacher.

Die Anlagen fassen jede 3000 Liter.

Unbedingt wissen muß man hier, die teuerste ist auch die am wenigsten störanfällige. Im Moment.

Wir haben eine, die nur mit einer Luftpumpe betrieben wird. Diese Pumpe ist im Schaltschrank montiert und kann bei Störfall/Defekt ohne Ausserbetriebnahme der Anlage in Minuten gewechselt werden. Gesteuert wird der Vorgang im Becken durch Magnetventile im Schaltschrank.
Bei einer Anlage der Nachbarn liegen Tauchpumpen im Klärbecken. Diese erhöhen auf jeden den Stromverbrauch enorm.

Die Anlagen müssen dreimal jährlich gewartet werden. Deshalb ist es wichtig, sich einen Betrieb zu suchen, der das auch gewährleistet. Eine Wartung kostet von 40,- bis 60,-Euro. Die Kreisverwaltung schreibt das vor. Landesgesetz.

Lieferanten dieser Anlagen gibt es in fast jedem Ort. Gelbe Seiten.

Unbedingt darauf achten, dass der Einbauer nicht gleich eine neue Verrieselung verlegen will. Wenn die alte noch das Wasser verrieselt, braucht man keine neue!!! Der Wasserverbrauch ändert sich ja nicht.

Ich habe mir hier alle drei Montagen angesehen und stellte große Unterschiede in der Qualität fest. Unsere war bei weitem das Beste, was man machen konnte. Z.B. wurden die vier Luftschläuche sauber in einem Rohr verlegt. Wärend beim Nachbarn die vier Schläuche einfach eingebuddelt wurden und jetzt sehr schnell bei Gartenarbeiten zerschnitten werden können.

Hast Du noch mehr Fragen? Im Moment bin ich Experte für Scheißveredelung.

mfgConrad

Noch etwas .

Es gibt eigentlich keine einmaligen Anlagen. Sie werden von den Einbauern bzw Lieferanten gestückelt. Das heißt, die Elektronik kommt, wenn sie gut sein soll, von zapf. Die Betonwanne von irgendeinem Betonwerk.

Unsere drei Anlagen in der Straße haben alle etwas gemein :
Zwei Anlagen haben die gleiche Betonwanne. Zwei Anlagen die gleiche Elektronik.
Jeder Lieferant sucht sich auf dem Markt seine Teile zusammen und verkauft dann die komplette Anlage unter einem bestimmten Namen.

http://www.juergensgmbh.de

mfgConrad

hallo Yvonne,
ich weiß nicht, ob solche Dinge nicht länderbezogen geregelt sind. Ich kenne die Vorschriften von SL-Holst…
Danach ist zunächst eine grundwasserdichte Dreikammerkläranlage vorgesehen, d.h., ein Betonrohr, das in 3 Kammern unterteilt ist zu schrittweiser Selbstreinigung. Diese muß abgedichtet sein gegenüber dem Grundwasser/ dem Untergrund.
Danach ist eine „Nachklärung“ notwendig, und zwar gibt es da in SL-Holst. 3 Möglichkeiten. Eine ist die „Sandverrieselungsanlage“ (Nachteil: aller 7 Jahre oder so ähnlich Sandaustausch notwendig). Die zweite ist ein Klärteich (der auch „grundwasserdicht“ sein muß). Die dritte habe ich nicht mehr im Gedächtnis (die gesetzlichen Auflagen zur Abwasserreinigung wurden vor 20 Jahren etwa erneuert hier im Norden). Aber es war etwas mit viel Beton und auch hier war regelmäßiger Austausch der Betonteile notwendig.
Damals zumindest in SL-Holst. noch nicht zugelassen: die Wurzelraumkläranlage. Aber schon damals zugelassen in verschiedenen Bundesländern und sogar von einigen Gemeinden fürs Gemeindeabwasser benutzt. Standardisiert ist die nach Prof. Kickuth (Kassel, glaub ich). Zufluß und Abfluß werden über (Beton-)Sammelbehälter geregelt, dazwischen (Größe wird nach Bewohnerzahl berechnet) fließt in dem Wurzelraum, also z.B. etwa 6 x 4 m Größe, auch gegen Grundwasser hin abgedichtet) das Abwasser. Das wird in gemischt aerobem/ anaerobem Milieu gereinigt durch Bakterientätigkeit. Dieses Milieu wird geschaffen durch Bewurzelung mit lufthaltigen Wurzeln, bei Kickuth ist es das bekannte Reitgras, womit man diese Kläranlage in zuvor eingebrachtem Boden bepflanzt. Solche WRKlA müssen in der Sonne liegen. - Kann sein, daß heutzutage überall diese Wurzelraumkläranlagen als „ordnungsgemäße Abwassernachreinigung“ anerkannt sind. Erfahren kann man das z.B. an der TU Berlin, die haben eine ziemlich aktive Umweltabteilung (zumindest gehabt; heutzutage weiß man ja nie …),dort auch Adressen. Bevor man sich allzusehr verlocken läßt: es gab zumindest früher nicht wenige Modelle solcher biologischer Kläranlagen, nicht alle waren zugelassen/ funktionierten besonders gut.

Wegen der Kosten: Beton ist immer teuer. Aber steckt Euer Geld besser nicht in etwas, was für laufende Nach-Kosten gut ist.
Klärung selbst: an einer „ordnungsgemäßen“ Dreikammerklärgrube kommt Ihr wohl nicht vorbei, deren Kosten erfahrt Ihr beim nächstgelegenen Betonwerk. Transport der Ringe, Deckel. Einbau in den Boden( Bagger) und Anschluß an Hausabflüsse. Da helfen nur Anfragen/ Kostenvoranschläge.-
Nachklärung : bei Euch gesetzlich vorgeschrieben? Dann im Amt nachfragen, welche Möglichkeiten bestehen/ genehmigt werden.
Klärteich : notwendige Größe klären (richtet sich nach der Bewohnerzahl), Aushubkosten erfragen; kann auch z.B. bei örtlicher Feuerwehr erfragt werden, auch, ob die etwaige Folienauslegung machen (Teich muß grundwasserdicht sein; bei lehmigem Untergrund kann man Folie sparen), indem Ihr mit denen halboffiziell „Löschteich“ absprecht …
Wurzelraumkläranlage : mit dem besprechen, der die Anlage bei Euch beaufsichtigt. Das muß so ein spezieller Umweltingenieur sein, glaub ich. Ich denke, Kosten liegen bei etwa 4000,- Euro, aber nagelt mich nicht drauf fest, kann auch etwas billiger oder teurer sein inzwischen.
Zum guten Schluß muß all das angeschlossen werden an den „Vorfluter“, Grabensystem zur Entwässerung der Landschaft. Zumindest danach fragen - unsicher, ob Ihr das Abwasser dann einfach versickern lassen könnt.
Gruß und viel Erfolg, I.

Ich habe noch etwas vergessen :

Die alten Dreikammeranlagen lassen sich umrüsten. Auf den neuesten Stand. Das ist dann erheblich billiger.

Bedingung : Die alte Anlage muß einen Betonmantel haben, darf nicht gemauert sein.

mfgConrad.

Hallo, Yvonne,
diese Anlagen laufen unter der Bezeichnung „Kleinkläranlage“. Wenn Du mit diesem Bergiff suchst kommen jede Menge Treffer. Hier habe ich eine vernünftig aussehende Info-Seite herausgefischt: http://www.baumarkt.de/b_markt/fr_info/klaeranlage.htm
Das ersetzt aber nicht den Gang zum Umweltamt der Gemeinde und die vernünftige Beratung durch einen kompetenten Anbieter.

Bei der Kostenbetrachtung ist noch die regelmäßige Leerung der Fäkalgrube zu berücksichtigen.

Wir haben für unsere Anlage 1987 ca. 15000 DM ausgegeben. Als sie betriebsbereit war, kam der (natürlich kostenpflichtige) Zwangsanschluß an die städtische Kanalisation …

Grüße
Eckard

Bei der Kostenbetrachtung ist noch die regelmäßige Leerung der
Fäkalgrube zu berücksichtigen.

Das eben nicht! Die Anlagen werden nur bei Bedarf entleert. Nur, wenn ein Wert gemessen wird, der höher als der erlaubte ist.

Das unterscheidet die neuen Anlagen von den alten, in denen biologisch nichts geschieht.

mfgConrad

Noch etwas :

Eine Entleerung dieser Anlagen würde sie erstmal für eine Zeit ausser Betrieb setzen, da die Bakterien, die die Fäkalien abbauen, entfernt wären. Und der Behälter müßte erst wieder mit 3 Kubikmeter Wasser aufgefüllt werden.

An Alle,

oh Gott, ist ja ein Haufen Zeugs. Dann werd ich mich wohl sofort am Dienstag auf den Weg zu dem zuständigen Amt machen und nachfragen was wir dürfen und was nicht.

Vielen Dank erstmal, war sehr aufschlußreich für uns.
Euch allen Schöne Ostern.

LG Yvonne

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Somit eine 4 stufige Anlage?
Die 4te Stufe biologisch?

Frage dazu: wie sehr müßt ihr darauf achten, wie sich das Abwasser zusammen setzt?
Bzw beobachtest du das?

Beispiel: Wenn konzentriert eine 10 Köpfige Familie badet ist das was anderes, als wenn hintereinander 10 Waschmaschienen durchlaufen.
bzw welche Abwässer gebt ihr grundsätzlich nicht ins Abwasser?

Noch ne Frage: Die festen Partikel müßt ihr ja auch los bekommen. wann und wie oft?

Salute

Die 4te Stufe biologisch?

Welche 4. Stufe?

Frage dazu: wie sehr müßt ihr darauf achten, wie sich das
Abwasser zusammen setzt?

Gar nicht!

Bzw beobachtest du das?

Nein, wie sollte man das?

Beispiel: Wenn konzentriert eine 10 Köpfige Familie badet ist
das was anderes, als wenn hintereinander 10 Waschmaschienen
durchlaufen.
bzw welche Abwässer gebt ihr grundsätzlich nicht ins Abwasser?

Jedes Abwasser geht ins Abwasser. Wo sollten wir sonst damit bleiben?

Noch ne Frage: Die festen Partikel müßt ihr ja auch los
bekommen. wann und wie oft?

Die werden biologisch zersetzt, von Bakterien zersetzt.

Was willst du eigentlich wissen?

mfgConrad

Hallo Yvonne,

vor rund 20 Jharen hat ein Prof von mir für sein Wochenendhäuschen eine Wurzelkläranlage gebaut, war in NW möglich.
Über die Kosten kann ich nichts sagen, aber abgesehen vom ‚Ernten‘ der Pflanzen (bei ihm Schilf) fielen kaum Wartungsarbeiten an.

Gandalf