Schalldämmung gegen Lärm von Strassenbahn

Hallo,

ein paar Meter von dem Haus entfernt wo meine Whg an der 4 OG befindet ,läuft die StraBa.

das haus wurde 1930 gebaut. die Maur ist aus Steine ohne jegliche schallisolierung. Boden ist aus Stahlbeton ohne Esstrich. Decke in der Whg. ist aus Holz (DG).

wenn die Strassen-Bahn unten läuft, kann man an der Front-Wand sowie am Stahlbeton-Boden mit der Hand fühlen wie sie zittern. auch an den anderen 3 Wänden im Zimmer, wenn man das Ohr darauf macht kann man die StraBa hören wenn sie läuft, aber weniger als an der Front-Wand.

jetzt bin ich am sanieren und will Schalldämmung drin in der Whg. einbauen. Genaueres: Mineral-Wolle+Rigibs am Frontwand sowie 3cm Esstrich Elemente (farmacell mit Glaswolle) am Boden.

Frage: lohnt es überhaupt bei so ein schlecht gebautem Haus schalldämmung-Wände aufzubauen oder wird es nicht so viel bringen, bei solcherr Lärm von der StraBa?

muss man auch die 3 andere Wände (d.h. viel mehr aufwand) so ebenfalls dämmen, wieviel mehr wird es ggf. in vergleich zu Dämmung von nur Boden und Front-wand geben ?

Gibt es andere Vorschläge für schaldämmung in diesem Fall?

danke!

Gruß Steffan

Hallo,

das haus wurde 1930 gebaut. die Maur ist aus Steine ohne
jegliche schallisolierung.

Eine massive Wand ist die beste Schallisolierung (gegen Luftschall)

Boden ist aus Stahlbeton ohne Esstrich.

Da sollte ein Schwimestrich rein, der die Wand vom Boden entkoppelt.

Decke in der Whg. ist aus Holz (DG).
wenn die Strassen-Bahn unten läuft, kann man an der Front-Wand
sowie am Stahlbeton-Boden mit der Hand fühlen wie sie zittern.

Das ist aber kein normales Schallproblem, weil die Vibration
offensichtlich durch Körperschall direkt über das Fundament
auf die Wände und den Boden übertragen werden.

auch an den anderen 3 Wänden im Zimmer, wenn man das Ohr
darauf macht kann man die StraBa hören wenn sie läuft, aber
weniger als an der Front-Wand.

Der Schall wird sich natürlich auf alle Wände weitergeleitet
und verliert dabei natürlich etwas an Intensität.

Möglicherweise ist auch die Kopplung der Frontwand unter
der Staßendecke die Hauptkoppelstelle. In dem Fall könnte man
die Wand freigraben und so von der Straße etwas entkoppeln
(Luftspalt lassen). Das Fundament kann man aber natürlich
nicht freistellen.

jetzt bin ich am sanieren und will Schalldämmung drin in der
Whg. einbauen. Genaueres: Mineral-Wolle+Rigibs am Frontwand
sowie 3cm Esstrich Elemente (farmacell mit Glaswolle) am
Boden.

Wie geagt, der Boden sollte schwimmend verlegt werden, so daß
wenig Vibration von der darunter ligenden massiven Decke über-
nommen werden können.

Frage: lohnt es überhaupt bei so ein schlecht gebautem Haus

Wenn es ein Körperschallproblem ist, hat das nix mit schlecht
gebaut zu tun. Da würde jede massive Wand das gleiche Problem
machen.

schalldämmung-Wände aufzubauen oder wird es nicht so viel
bringen, bei solcherr Lärm von der StraBa?

Erstmal die wirklichen Ursachen und die realen phys. Zusammen-
hänge feststellen. Dann kann man evtl. auch wirksam degegen
vorgehen.
In Deinem Fall geht es weniger um Schalldämmung gegen Schall
von außen, als mehr um Schalldämpfung der vibrirenden Wand.
Das könnte mit bestimmten dämpfenden Mat. (z.B. gummiartig )
gemacht werden.
Ein Vorbauwand darf keine harte Kopplung zur masiven Wand
haben, sonst schwingt die auch.

muss man auch die 3 andere Wände (d.h. viel mehr aufwand) so
ebenfalls dämmen, wieviel mehr wird es ggf. in vergleich zu
Dämmung von nur Boden und Front-wand geben ?
Gibt es andere Vorschläge für schaldämmung in diesem Fall?

Es ist ein sehr spezieller Fall, der Fachkompetenz vor Ort
verlangt.
Gruß Uwi

Hallo,

vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort :smile:

ich denke Sie haben es korrekt dargestellt dass die Schall durch Fundament und durch die Mauer läuft - also mindestens zum Teil sogennate „körperschall“.

Sie haben vorgeschlagen evtl. Gummimatte darauf einzubauen.

da ich mich damit nicht auskenne, wollte ich noch fragen um welche
gummiMatten es geht (evtl. Link im internet oder Marke/Referenz
womit ich anfangen kann, wie viel cm tief soll es sein?).

Ebenfalls wollte ich fragen ob dann Kombination von GummiMatten und MiWo/Rigibs empfohlen wird, oder ob MiWo/Gibs gar nicht notwendig ist.

Danke im Voraus, Steffan

Hallo,

ich denke Sie haben es korrekt dargestellt dass die Schall
durch Fundament und durch die Mauer läuft - also mindestens
zum Teil sogenannter „körperschall“.

Sie haben vorgeschlagen evtl. Gummimatte darauf einzubauen.

Nö, Gummimatten habe ich nicht vorgeschlagen.
Ich habe geschrieben:
„Das könnte mit bestimmten dämpfenden Mat. (z.B. gummiartig )
gemacht werden.“

Konkrete Hinweise und Erfahrungen habe ich dazu aber nicht.

Man kann mit gummiartigen Mat. Vibrationen dämpfen.
Direkt auf der Wand wird das wahrscheinlich aber nicht
funktionieren. Aber zur Bedämpfung einer Trockenbauwand
könnte es was bringen. Auch Kleber, der zur Befestigung
verwendet wird, sollte gummiartige Eigenschaften haben,
damit er die Vibrationen von der massiven Wand nicht auf die
Vorbauwand überträgt. Dann dürfen die Trockewände auch nur
punktuell an der massiven wand befestigt werden und nicht
großflächig.

da ich mich damit nicht auskenne, wollte ich noch fragen um
welche gummiMatten es geht (evtl. Link im internet oder
Marke/Referenz
womit ich anfangen kann, wie viel cm tief soll es sein?).
Ebenfalls wollte ich fragen ob dann Kombination von
GummiMatten und MiWo/Rigibs empfohlen wird, oder ob MiWo/Gibs
gar nicht notwendig ist.

Wie schon gesagt, ist da eine Fachkraft vor Ort (Bauing.,
(Sachverständiger) nötig, der sich mit solchen sachen auch
wirklich auskennt.
Die Vorbauwand ist auch nicht ohne Probleme. Da müßte eine
Dampfsperre mit rein, sonst kann es passieren, daß hinter der
Wand ein prima Schimmelzucht entsteht.
Zusätzliche Isolierung ist dann natürlich auch anderen
Gründen nicht nachteilig (z.B. Glaswolle). Die dämpft auch
noch ein wenig den Schall.

Gruß Uwi