Ursprünglich im Brett „Ess- und Trinkkultur“ gepostet, hier m.E. besser aufgehoben (FM)
Liebe www-Experten,
ich habe ein technisches Problem. Vor ca. 25 Jahren habe ich mal für ein Stern-Abo 4 Kupfertöpfe bekommen. Diese Töpfe stehen nun seit einem 1/4 Jahrhundert ungenutzt in meinem Schrank und sehen noch aus wie neu. Und das ist das Problem. Soweit ich weiß, sind die Töpfe auf irgendeine Weise von außen impregniert, damit das Kupfer nicht oxidiert. Innen sind sie wohl verzinnt. Ich erinnere mich, dass ein Zettel zur Erstbehandlung dabei lag, der natürlich längst verschwunden ist. Zweck der Impregnierung ist, dass man die Töpfe als Deko-Objekte in die Küche oder wohin auch immer stellen kann. Ich meine mich zudem noch zu erinnern, dass in irgendeiner Weise diese Schutzschicht mit Atzeton zu entfernen sei, bin mir dessen aber keineswegs sicher und möchte die Töpfe jetzt nicht durch unsachgemäße Behandlung ruinieren.
Die Töpfe tragen auf den Messinggriffen die Prägung „Made in Portugal“.
Besitzt vielleicht jemand von euch ähnliche Töpfe oder gar gleiche aus dieser Quelle (Stern-Abo-Geschenk ca. 1982 bis 85) oder weiß aus anderen einschlägigen Erfahrungen, wie ich diese „Deko-Objekte“ ins Leben zurückholen, sprich zum Kochen verwenden kann, ohne mich und meine Familie durch Dämpfe zu vergiften?
ich habe ein technisches Problem. Vor ca. 25 Jahren habe ich
mal für ein Stern-Abo 4 Kupfertöpfe bekommen. Diese Töpfe
stehen nun seit einem 1/4 Jahrhundert ungenutzt in meinem
Schrank und sehen noch aus wie neu. Und das ist das Problem.
Soweit ich weiß, sind die Töpfe auf irgendeine Weise von außen
impregniert, damit das Kupfer nicht oxidiert. Innen sind sie
wohl verzinnt. Ich erinnere mich, dass ein Zettel zur
Erstbehandlung dabei lag, der natürlich längst verschwunden
ist. Zweck der Impregnierung ist, dass man die Töpfe als
Deko-Objekte in die Küche oder wohin auch immer stellen kann.
Ich meine mich zudem noch zu erinnern, dass in irgendeiner
Weise diese Schutzschicht mit Atzeton zu entfernen sei, bin
mir dessen aber keineswegs sicher und möchte die Töpfe jetzt
nicht durch unsachgemäße Behandlung ruinieren.
Das Kupfer wird wohl lackiert sein.
Je nach Lack kannst du Aceton oder Alkohol (Brennspiritus) nehmen.
Keine Angst, mit Lösungsmitteln passiert dem Kupfer nichts. Metalle lösen sich nur in Laugen und Säuren auf.
Worüber ich mir mehr Sorgen machen würde ist, ob innen reines Zinn verwendet wurde oder ob da noch Blei mit in der Legierung ist.
Vor 25 Jahren hat man es noch nicht überall so genau mit dem Blei genommen. Es gab damals auch noch viel Probleme mit bleihaltigen Glasuren beim Porzelan.
Un wenn es nur als Deko-Objekt verkauft wurde, war das Blei gar kein Thema.
Ich halte Kupfer nicht für ein gutes Material für Kochtöpfe.
Damit dürftest Du aber wohl allein auf dieser Welt sein. Kupfertöpfe sind immer noch sehr beliebt bei Profis und ambitionierten Amateuren, und nur der Preis spricht dagegen, dass man sich damit vollkommen ausstattet. Natürlich müssen die Dinger innen lebensmittelecht verzinnt, oder mit einem dünnen Edelstahl ausgeschlagen sein, aber dann sind es wirklich geniale Töpfe. Und wenn mein einziger moderner Kupfertopf im Wert von immerhin fast € 200,-- nicht ein großzügiges Geschenk gewesen wäre, hätte ich ihn sicher irgendwann mal selbst erworben. Weitere werden folgen, wenn Geld und Gelegenheit stimmen.
also wenn eine Anletitung zur Erstbehandlung dabei war, ist wohl davon auszugehen, dass die Töpfe theoretisch auf dem Herd eingesetzt werden könnten. Allerdings habe ich so meine Bedenken, wenn die Töpfe als Viererset für eine Zeitschriftenwerbung ausgelobt waren. Richtige Kupfertöpfe für den Einsatz auf dem Herd sind extrem teuer (schau z.B. mal bei Manufaktum rein) und wenn man heute schon für ein anständiges kleines Töpfchen gerne mal € 100,-- und mehr bezahlt, dann muss ich bei deinem Viererset unweigerlich doch an eine nur theoretische Möglichkeit zum praktischen Einsatz denken.
Ich habe als Dekoobjekt übrigens einen Kupfertopf (ebenfalls aus Portugal) bei mir in der Küche stehen, den mir mal ein liebes w-w-w-Mitglied geschenkt hat. Der sieht wirklich toll von außen aus, und macht sich prima auf dem Bord über dem Küchendurchgang, allein zum Kochen ist er zwar wohl mal verwendet worden, ich würde ihn hierfür nicht mehr einsetzen. Das Blech ist extrem dünn und die Beschichtung im Inneren dementsprechend noch dünner. Vom bisherigen Einsatz war sie daher deutlich abgeschabt und das blanke Kupfer kam beim Putzen in vielen Ringen deutlich zum Vorschein. Ein Topf zum regelmäßigen Einsatz auf dem Herd bringt es auf 2-3mm Wandstärke und ist schon auch eine körperliche Herausforderung im Einsatz, weil das massive Kupfer natürlich auch entsprechend wiegt. Mein Dekotopf kommt vermutlich auf nicht mal einen Milimeter und ist selbst gegenüber meinen einfachen Edelstahltöpfen ein Leichtgewicht.
Gruß vom Wiz
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Danke für die Antworten…
… so einfach wie ich es mir vorstellte, scheint es also nicht zu sein, ein Set Deko-Töpfe zum Leben zu erwecken. Eure Bedenken („vielleicht Blei im Zinn“ und „können eigentlich nichts taugen, weil Kupfertöpfe viel teurer“) haben mir zu denken gegeben. Ich werde sie so lassen wie sie sind und weiter mit Edelstahl brutzeln.
Viele Grüße und nochmals herzlichen Dank für die Tipps
dann kannst du mich sicher aufklären, was das besondere daran
ist. Und bedenke dabei, dass ich einen E-Herd habe und keinen
Gasherd.
Tue ich gerne: Kupertöpfe haben eine ca. 25fach bessere Wärmeleitung als Edelstahl und die Töpfe heizen bei entsprechenden Wanddicken extrem gleichmäßig. D.h. Hotspots werden vermieden, an denen es sonst gerne mal anbrennt. Zudem kommt es zu einer erheblich produktiveren Umsetzung der eingesetzen Energie (was an Hitze sofort vom Topf aufgenommen wird, verpufft nicht in der Küche).
Zudem sind massive Kupfertöpfe einfach unverwüstlich und damit eine Anschaffung fürs Leben. Sie sind ofentauglich und sind gleichzeitig auch dekoratives Geschirr auf dem gutgedeckten Tisch und schmücken bei Nichtgebrauch jede Küche. Im Profibereich wird Kupfer insbesondere in der Patisserie z.B. zum Schmelzen von Zucker und Aufschlagen von Cremes bei gleichzeitigem Erhitzen bevorzugt (dort übrigens auch gerne Kupfer pur). Aufgrund der Gefahr der Bildung von Grünspan beim Zusammentreffen von Säuren und Kupfer wird ansonsten mit verzinnten oder mit Edelstahl ausgeschlagenen Töpfen gearbeitet, wobei die Verzinnung ggf. von Zeit zu Zeit erneuert werden muss und einen vorsichtigeren Umgang (Gefahr des Überhitzens) mit dem Geschirr erfordert, weshalb sich die dünne Edelstahleinlage mehr und mehr durchsetzt.
Ganz abgesehen von diesen praktischen Aspekten haben Kupfertöpfe einfach Kultstatus in jeder ambitionierten Küche, und wer einmal so ein Monsterteil von diversen Kilo reinem Kupfer in der Hand gehalten hat, gibt es sicher nicht wieder her und wird es künftig voller Stolz immer an prominenter Stelle präsentieren
Tue ich gerne: Kupertöpfe haben eine ca. 25fach bessere
Wärmeleitung als Edelstahl und die Töpfe heizen bei
entsprechenden Wanddicken extrem gleichmäßig.
und genau diese gute Wärmeleitfähigkeit bemängele ich. Die Seitenwände des Topfs wirken wie Kühlkörper, die die Wärme des Bodens ableiten. Sinn macht das bei einem E-Herd bestenfalls, wenn der Topf fast voll ist und selbst dann wird noch verhältnismäßig viel Wärme seitlich abgestrahlt. Bei einem Gasherd fällt das nicht ganz so ins Gewicht, da seitlich sowieso warme Luft hochströmt.
Für einen Elektroherd bevorzuge ich einen doppelwandigen Edelstahltopf mit doppelwandigem Deckel. Das isoliert am besten. Für die gleichmäßige Wärmeverteilung sorgt dann eine Cu-Einlage oder etwas billiger und weniger gut (wegen schlechterer Wärmeleitung und höherer Wärmekapazität) eine Al-Einlage im nicht zu dicken Sandwichboden.