bin seit kurzem begeisteter Kaminofenanwender (Bauart 1, geschlossene Scheibe). Es macht wirklich Spaß, wobei man Spaß an allem haben muss, nicht nur an der Verbrennung, sondern auch in der Beschaffung, Aufbereitung und Lagerung.
Das Flammbild ist prima, jedoch frage ich mich, ob ich an dem Verbrennungsprozess noch etwas optimieren kann. Dazu zwei konkrete Fragen:
Es gibt an dem Kaminofen einen Zuluft- und einen Abluftregler. Stimmen im Internet sprechen davon, dass alle Regler voll auf zu drehen sind, um eine „saubere Verbrennung“ zu haben und der Schornstein nicht vollschmoddert. Meine Sorge ist, dass der Abbrennprozess aber so zu sehr beschleunigt wird und nicht ökologisch und ökonomisch abläuft.
Holzkohlebriketts
Ich lese oft, dass zum Schluss des Abbrennprozesses noch mal eine Holzkohlebrikett ins Feuer gesteckt wird, damit z. B. in der Nacht weiterhin Hitze ohne Flamme erzeugt wird. Auch hier gibt es Meinungen, die sagen in Briketts stecken Öle, die den Kamin von innen versauen und beizeiten auch mit Reinigung unansehnlich machen.
Habt Ihr zu den Themen schon Erfahrungen gemacht. Vielen Dank.
Hallo Goldi
Der Verbrennung muss genügend Sauerstoff zugeführt werden .Durch einen Hohen oder grossen Schornstein kann es sein das mehr Kaminzug erzeugt wird als notwendig (sehr schnelles Flammenzüngeln) ,in solchen Fällen kann man mit dem Verbrennungsluftschieber nicht genügend fein abregeln dann ist eine Drosselkappe sinnvoll um den hohen Kaminzug abzudrosseln.
Grundsätzlich gilt besser etwas mehr Luft als zuwenig.
Bei Luftmangel kann der gesammte brennbare Kohlenstoff nicht Verbrennen und Russ entsteht ( der Schwabe sagt das Feuer brennt lomelig).Dieser Zustand muss vermieden werden da Russablagerungen im Ofen und in den Rohren einen schlechten Wirkungsgrad verursachen.Im Schornstein entsteht bei Abkühlen der Gase Glanzruss welcher nur mit Ausbrennen durch den Kaminfeger wieder entfernt werden kann.
Holzkohlebriketts
Dieser Brennstoff erzeugt ein gutes Gluttbett womit über Nacht die Wärmeabgabe etwas verzögert werden kann,bzw am nächsten morgen kann evtl. nachgelegt werden ohne anzuzünden.Aber auch bei diesem Brennstoff gilt alle Brennbaren Bestandteile unter genügend Sauerstoffzufuhr verbrennen,anschliessend wenn nur noch Glut vorhanden ist können alle Luft und Drosselklappen geschlossen werden um ein langes anhalten der Glut zu ermöglichen.
Ich wünsche dir noch viele schöne warme Stunden an deinem Ofen
Gruss Wolfgang Thiel
da fällt mir ein:
an unserem ofen gibt es 2 luftklappen.
eine sitzt unterhalb der brandstelle und die zweite oberhalb der flamme.
ist die 2. klappe dann dazu, den kaminzug unabhängig von der zuluft für das feuer zu regeln?
ich habe beobachtet, dass das feuer sehr langsam brennt (teils erlöscht) wenn ich die 2 klappe schließe…wobei doch dann der zug die ganze luft ins feuer ziehen müsste?
an unserem ofen gibt es 2 luftklappen.
eine sitzt unterhalb der brandstelle und die zweite oberhalb
der flamme.
ich habe beobachtet, dass das feuer sehr langsam brennt (teils
erlöscht) wenn ich die 2 klappe schließe…
Das ist gut beobachtet und Dein Ofen verfügt offenkundig über brauchbare Luftzuführungen und einen geeignet gebauten Brennraum. Beides ist keineswegs selbstverständlich, wenn ich mir ansehe, was so alles vom Handel angeboten wird.
Holz braucht etwas Luft von unten und zusätzlich reichlich Luftzuführung oberhalb der Holzscheite. Aus dem Holz wird nämlich bei Erwärmung Gas ausgetrieben, eben Holzgas. Erst durch vollständige Verbrennung des Holzgases erreicht ein Ofen einen guten Wirkungsgrad. Das Holzgas verbrennt mit Temperaturen bis 1.000°C, aber nur, wenn der Brennraum hoch genug ist und reichlich Oberluft zugeführt wird. Schließt man die obere Luftzuführung, entweicht das ausgetriebene Holzgas unverbrannt durch den Schornstein und man betreibt stinkende Köhlerei.
Das ist offensichtlich nicht bei jedem Ofen so. Bei unserem steht ausdrücklich in der Anleitung, dass die Luftzufuhr von unten ausschließlich für den Betrieb mit Kohle gedacht ist - bei Holzbetrieb muss diese Klappe geschlossen sein. Es soll sogar zum Abdichten immer ein Rest Asche im Brennraum verbleiben.
Und ein versehentlicher Versuch (beim Reinigen umgestellt) zeigte auch sofort, dass bei Luftzufuhr von unten die Scheibe schwarz wird.
Allerdings geht unser Ofen auch nicht aus, wenn die Klappe geschlossen ist. Und die normale Luftzufuhr (Ansaugschlitze oben auf dem Kamin, Verwirbelung und Erhitzen dieser Luft seitlich des Brennraums, Zufuhr in den Brennraum durch Schlitze oben direkt hinter der Scheibe) lässt sich gar nicht schließen, nicht mal drosseln.
Gruß
loderunner
Das ist offensichtlich nicht bei jedem Ofen so. Bei unserem
steht ausdrücklich in der Anleitung, dass die Luftzufuhr von
unten ausschließlich für den Betrieb mit Kohle gedacht ist…
Das ist zum Verbrennen von Kohle auch richtig. In gleicher Weise wird Luft zum Anfeuern von Holz gebraucht, denn anfänglich ist noch gar kein Holzgas vorhanden. Dabei nützt es wenig, wenn die Luft nur oberhalb des Holzhaufens zugeführt wird. Je nach Konstruktion des Ofens muß seitlich oder von unten Luft ans Holz. Ganz ohne Primärluft ist eine Verbrennung von Holz nicht möglich. Es kann sein, daß in der Betriebsanleitung eines Ofens der Verschluß der Primärluftzufuhr (das ist die untere Luftzufuhr) empfohlen wird, weil der Ofen konstruktionsbedingt für die Verwendung als Holzbrenner immer genug Luft von unten in den Brennraum läßt. Der vollständige Verschluß der Primärluftzufuhr macht nämlich weder bei Holz noch bei Kohle Sinn. Als Kohlebrenner wird mehr Primärluft gebraucht und zur Umstellung Holz/Kohle dient die Luftklappe. Die Zuführung von Sekundärluft oberhalb des Brennguts wird nur bei Holz gebraucht, damit für die Verbrennung des Holzgases genügend Sauerstoff zur Verfügung steht.
Näheres zu Öfen und Holzverbrennung findest Du in „Heizen mit Holz“ ISBN 3-922964-44-3 Buch anschauen .
anfänglich ist noch gar kein Holzgas vorhanden. Dabei nützt es
wenig, wenn die Luft nur oberhalb des Holzhaufens zugeführt
wird. Je nach Konstruktion des Ofens muß seitlich oder von
unten Luft ans Holz.
das ist auch bei meinem Ofen so.
Beim Anzünden soll man (aufgrund der sonst drohenden Verschmutzung der Scheibe) die Tür nur angelehnt lassen, bis die Scheibe genügend aufgewärmt ist (also sich kein Kondenswasser mehr bilden kann). Das bedeutet natürlich auch gleichzeitig heftig viel Luftzufuhr.
Später dann wird die Luft zwar an der Scheibe oben zugeführt, es bildet sich aber eine Art ‚Luftvorhang‘ durch den Luftstrom von oben nach unten an der Scheibe vorbei und die Luft strömt dann von vorn unten ins Feuer. Die heißen Abgase laufen diesem Luftstrom etwas entgegen, an der Oberseite des Brennraums entlang und dann nach hinten in eine weitere Kammer (um die herum die zugeführte Luft erwärmt wird) und dann in den Schornstein.
Zeimlich schwierig zu beschreiben, aber offensichtlich ein sehr durchdachtes Konzept mit ziemlich guter Ausbeute. Es handelt sich übrigens um einen ‚Pavillon‘ der Firma Hase: http://www.hase.de/kaminofen_doc_35.html
Auch dei Gebrauchsanweisung kann man dort als PDF runterladen.
Das soll aber keine Schleichwerbung sein, es gibt auch andere Hersteller guter Kaminöfen.
Ich bin mit Dir komplett einer Meinung, nur die Luftzufuhr von unten funktioniert bei mir etwas anders als vielleicht bei anderen Kaminöfen.