Hallo Conrad!
Der Heizwert von naturbelassenem Holz beträgt nach 2 Jahren sachgemäßer Lagerung je nach Holzart 1.500 … 2.000 kWh/rm. Sicherheitshalber sollte man mit dem niedrigeren Wert rechnen, wenn man die Kosten verschiedener Energieträger miteinander vergleicht, weil der feuerungstechnische Wirkungsgrad einer Scheitholzheizung mit etwa 80% spürbar unter dem z. B. einer Gasheizung liegt. Aber diese Feinheit ändert nichts an Größenordnungen. Mit 1.500 kWh/rm und dem von Dir genannten Preis von 75 €/rm kommt man mit 75 €/rm / 1.500 kWh/rm auf 0,05 €/kWh. Öl und Gas kosten derzeit rund 0,06 €/kWh. Man kann nur hoffen, daß es sich bei Brennholz für 75 €/kWh um ofengerechte, abgelagerte Scheite handelt. Der Preis ist nämlich absolut grenzwertig hoch, wenn man die Nachteile einer Scheitholzheizung berücksichtigt. Mit irgend vertretbarer Investition hat man keine automatische Beschickung, muß also mehrmals täglich per Hand nachladen, hat beträchtlichen Lagerraum vorzuhalten und eine miserabel regelbare Kesselleistung.
Es sind einerseits Marktmechanismen und andererseits die Ferne von Verbrauchern zu den oben dargestellten, nur mit Grundrechenarten darstellbaren Zusammenhängen, die den Brennholzpreis in verrückte Höhe treiben.
Fix und fertig aufbereitetes Brennholz hat arbeitsintensive Prozeduren hinter sich und kann deshalb nicht billig sein. So kommt man also auf die Idee, das Brennholz selbst aufzubereiten. Am billigsten wird es, wenn man ein Flächenlos vom Forst kauft und gekennzeichnete Bäume selbst fällt. Wer das je eigenhändig zelebrierte, berufstätig ist und über ein durchschnittliches Einkommen verfügt, bemerkt schnell, daß der erforderliche Zeiteinsatz (und es ist Knochenarbeit!) und der zu treibende Aufwand an Ausstattung in krassem Mißverhältnis zu den eingesparten Brennstoffkosten stehen. Man zahlt zwar nur einen Zehner pro Raummeter an den Förster, aber bis aus dem, was da im Wald wächst, brauchbares Brennholz geworden ist, ist ein laaaanger, mühsamer Weg zu gehen. Einige Förster geben sich inzwischen mit dem Zehner nicht mehr zufrieden, wollen 20 €/rm haben, was der Markt wohl auch hergibt, aber nur von Leuten bezahlt wird, die noch nie nachrechneten und deshalb gar nicht bemerken, welchen Unfug sie treiben. Händische Brennholzaufbereitung ist etwas für Leute, die abseits wirtschaftlicher Überlegungen viel Zeit haben und dieser Tätigkeit aus Spaß an der Freud nachgehen.
Eine andere Welt sind Holzpellets. Holzpellets lassen sich mit höherem Wirkungsgrad als Scheitholz verbrennen. Eine automatische Pellets-Beschickung bei Zentralheizungen ist Standard. Pellets sind hoch verdichtet (> 1 kg/dm³) und auf niedrige Restfeuchte getrocknet. Beide Maßnahmen zusammen ergeben einen hohen Heizwert von ca. 5 kWh/kg, mithin etwa 40% des Heizwerts von leichtem Heizöl. Das heißt aber umgekehrt, daß man etwa das 2,5-fache Lagervolumen von Heizöl braucht. An den Lagerraum werden hohe Anforderungen gestellt, damit der Feuchtigkeitsgehalt der Pellets nicht ansteigt. Andernfalls wäre es vorbei mit dem hohen Heizwert. Für die Pelletsproduktion darf nur unbehandeltes Holz verwendet werden, kein mit Schädlingsbekämpfungsmitteln behandeltes Altholz, keine ausgedienten Telegraphenmasten, Eisenbahnschwellen o. ä… Der Staubanteil muß